Tagebuch 9. Tag

Verwirrt. Selbst ich fühle mich verwirrt. Fühle mich weiblich und männlich. Fühle mich durch den Bart männlicher, wenn ich mich im Spiegel betrachte. Ich schwanke, ob ich weitermachen soll. Fühle mich verunsichert. Das Wachsen meines Bartes macht mit mir etwas.

Sollte in der Natur sein für einige Zeit. Entspannen. In gewisser Weise stresst es mich so vielen unbekannten Menschen jeden Tag beim Fahren in der Bahn oder in Geschäften zu begegnen. Immer wieder ist da Angst vor der Reaktion der Anderen.

Und meine Angst ist tausendfach größer, als das was wirklich geschieht.

Es geschieht eigentlich nichts! Die Menschen schauen und schauen weg. Einige grinsen. Ein älteres Päarchen heute wirkte so, als ob sie denken würden sowas darf nicht sein. Nun ja. Sie sagten nichts. ist nur mein Gedanke.

Also letztendlich bin ich das, die sich mit ihren eigenen Gedanken stresst!

In den Geschäften werde ich freundlich bedient. Manchmal sogar sehr freundlich. Haben die Menschen Mitleid? Sind sie deshalb nett zu mir? Ich meine müssten die nicht eher weglaufen vor einer Frau mit Bart? Finden die das etwa nicht schlimm? Vermutlich unterschätze ich die Toleranz der Menschen. In einer Großstadt gibt es täglich so viele „unglaubliche“ Dinge zu sehen, dass ein Bart an einer Frau nur Eines von Vielen ist.

Auf Youtube schaute ich mir heute Filme von bärtigen Frauen an. Ich finde die Frauen sehen mit Bart schön aus. Es ist eine innere Schönheit, die aus einem Menschen strahlt.

Ich denke dieser noch struppige Bart der erst zu wachsen beginnt ist etwas was mir persönlich nicht so gut gefällt wie ein längerer Bart. Also weitermachen. Nicht aufgeben. Nicht rasieren. Unterstützung suchen. Andere Bartträgerinnen. Da muss es in Berlin doch noch mehr geben!

4 thoughts on “Tagebuch 9. Tag

  1. Liebe Marianna,
    ich lese Deinen Blog und auch den der Loewin sehr gerne. Es berührt mich sehr, und ich bin dankbar, dass Ihr mich teilhaben lasst an der Reise, an dessen Ende das das absolute „Zu mir selbst stehen“ steht. Ich wünsche Euch beiden die Kraft, die Ihr braucht, um diesen Weg hocherhobenen, stolzen Hauptes gehen zu können, und wünsche mir selbst, dass mir Euch zum Vorbild nehme und es Euch nachtue…

    Kennst Du übrigens Ute Manan-Schiran? Eine weise, alte Frau, eine „Grand-Dame“ in der Frauenspiri-Szene, eine Hexe, wie manche sagen, und eben auch eine Frau mit Bart. Hier ein link zu einem Blogartikel mit Foto:

    http://www.schamanca.de/anamcara/plugin/freetag/wechseljahre

    Ganz liebe Grüße!

    P.S. Und siehst Du sie nicht? Die innere Schönheit? Sie strahlt auch aus Dir!! Ich kann sie sehen!!!

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  2. Liebe PhOeNiXe,
    vielen Dank für Dein Feedback, das tut gut! Vielen Dank auch für den Link!
    Durch die Loewin erfuhr ich von Ute Manan Shiran und hab mir ihr Buch „Menschenfrauen fliegen wieder“ gekauft.
    Diese Foto ist neu für mich. Gefällt mir sehr gut. Ute strahlt so von innen heraus.
    Schön.
    Wünsche Dir viel Kraft und auch Spaß auf Deinem Weg!
    Liebe Grüße
    Marianna

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  3. Hallo Marianna,

    ich habe dein Blog bei der Löwin entdeckt und bin ehrlich gesagt froh das ich immer mehr Frauen antreffe, die zu ihrem Bartwuchs, zu ihren Haaren stehen. Frauen die nicht mehr täglich (denn man müsste wirklich täglich ran) ihren Bart rasieren, zupfen, epilieren etc. und dadurch eigentlich auch nicht besser gelaunt sind als mit Bart.

    Übrigends finde ich dein Bild sehr schön, da strahlt einfach alles und das ist für mich Schönheit.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Kraft!

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