Tagebuch 20.Tag

fotos-vom-handy4122008-080Heute war ich auf dem Amt. Dieses Mal hatte ich eine angenehme Sachbearbeiterin, die mir keine Probleme machte und die Anmietung des Zimmers genehmigte. Beschwingt ging ich aus dem Jobcenter heraus.

Als ich anfangs in der Schlange beim Jobcenter stand, starrte mich ein Mann mit Vollbart immer wieder an und strich sich mit der Hand über seinen Bart. Was er wohl dachte? Ob es ihm Angst machte, dass da eine Frau war die einen Bart hatte? Eine Iranerin mit Kopftuch warf mir Blicke zu. Immer wieder wirken die Menschen bei meinem Anblick verwirrt. Manche belustigt es auch. Ich merke, wie ich immer weniger darauf achte, wie die Anderen reagieren. Immer seltener habe ich Angst vor den Reaktionen der Menschen. Ich gewöhne mich an meinen Anblick mit Bart und finde es von Tag zu Tag normaler.

fotos-vom-handy4122008-0331Draußen vor dem Jobcenter gab es eine interessante und erfreuliche Aktion der heiligen Kirche der letzten Arbeitstage. Eine Frau spielte vor dem Eingang des Jobcentes Akkordeon, während eine andere Frau Lose und Einladungen zum Gottesdienst verteilte. Auf der Wiese neben dem Arbeitsamt hatte die Kirchengemeinde der heiligen Kirche der letzten Arbeitstage ein Zelt aufgebaut und einen Wohnwagen mit Tischen und Bänken aufgestellt.

fotos-vom-handy4122008-034Nachdem mein Antrag auf Kostenübernahme der Wohnung genehmigt worden war, ging ich hinaus zum Gottesdienst.

Wir sangen Gospels: „Arbeit ist gut sie kommt aus unserem Blut…“. Mehrere Rednerinnen hielten die Predigt. Ungefähr zwanzig Personen nahmen am Gottesdienst teil…mehr hatten den Weg vom Amt dorthin nicht gefunden. Weitere Personen saßen auf den Bänken vor dem Wohnwagen und waren dabei ein Formular auszufüllen.

fotos-vom-handy4122008-041Dieses Formular war ein Ausgliederungsantrag. Ein Gegenstück zu der Eingliederungsvereinbarung, die man gezwungenermaßen als Arbeitsloser beim Arbeitsamt unterschreiben muss.

Der Ausgliederungsantrag verpflichtet den Ausfüllenden zu nichts. Und die Kirchengemeinde spendierte dazu Kaffee und Kuchen in gemütlicher Atmosphäre.

Das bietet das Arbeitsamt nicht!

Die Aktion, und die Männer und Frauen, die diese organisierten bauten mich auf und gaben mir Kraft. Zum nächsten Gottesdienst im September auf dem Alexanderplazt werde ich wieder hin gehen!

Es gibt einige Webseiten, die mit dieser Aktion in Verbindung stehen: www.die-heilige-Kirche-der-letzten-Arbeitstage.de undhttp://www.workstation-berlin.org/

6 thoughts on “Tagebuch 20.Tag

  1. Boah, auf diesem Bild siehst du sooo schön aus🙂. Selbstbewusst, glücklich, Strahlen von innen, Wahnsinn!
    Eine total wohltuende weiblich-männliche Mischung.
    Beeindruckte Grüße
    Loewin

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  2. Vielen Dank PhOeNiXe! Eine Freundin meinte sie findet das Foto nicht gut und sie möchte mich mal im Anzug fotografieren. Also vielleicht kommt dann demnächst noch ein Anzugfoto dazu……
    So unterschiedlich sind die Geschmäcker…..
    Liebe Grüße
    Marianna

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