Tagebuch, 87. Tag

Jetzt kann ich den Bart schon ein wenig umgestalten! Mußte gestern Nacht über mich selbst lachen, was da so alles möglich ist….freue mich schon auf einen noch längeren Bart!

Ok ich hab mich dann mit meinen Sockenpuppen und einigen Kartons in die Shopstreet gestellt. Immerhin ca. 15 Minuten bis ich weggeschickt wurde, da ich vor einer Feuerwehreinfahrt stand…die anderen Plätze waren heute schon besetzt mit einem Saxophonisten und Ballongestalter und weiteren Musikern. Schwer, da nicht ins Gehege zu kommen. Gut, ich hab es versucht. Die Kinder schauten interessiert zu den Puppen, doch die Erwachsenen zogen oder schoben sie weiter. War vielleicht ein falscher Moment? Immerhin hab ich meine Angst überwunden und freute mich, als ich da saß. Schwierig ist, daß ich improvisiere und es wäre einfacher wenn ich ein Stück hätte, um mich sicherer zu fühlen. Also dann: mal ran an die Arbeit.

Ich war etwas gefrustet, und müde, da die Nacht zu kurz war. Ich setzte mich ans Ufer aß mein Brot mit Käse und sonnte mich. Wohltuend die Wellen und das Geräusch des Wassers.

Heute Nacht ist Halloween und es kann sein, daß dort wo ich schlafe wieder getrunken und gefeiert wird bis in die Morgenstunden, mit  Zigarettenqualm. Also ist nix mit Schlafen. Puh. Morgen gehe ich zu einem Hostel, wo es eine Möglichkeit geben könnte für Logis zu arbeiten. Nachmittags schminkte ich die Kinder auf einer Veranstaltung vom Spirit Voice Festival.

Im Restaurant Tara war um 21 Uhr eine Musikveranstaltung von Spirit Voice Festival mit sehr guten Musikern. Leider waren viel zu wenig Leute gekommen. Sie dauerte drei Stunden und ich malte die ganze Zeit meine Karten, die ich verkaufen wollte, um Geld zu verdienen. Ich war völlig versunken, lauschte der Musik und fühlte mich sehr wohl in der Atmosphäre. Ich trank Earl Grey Tee mit den seltsamsten Teebeuteln, die ich je gesehen habe!! Und die ich absolut genial finde. Ein ausgesprochen schönes Design. Hier ein Foto der Teekanne mit dem Beutel, die Hülle in der er steckt liegt rechts daneben.

Weiter unten dann Fotos von den Karten. Die Musikerin auf dem Foto, Roisin ist ihr Name, fand meine Karten so schön, daß sie mir gleich zwei davon abkaufen wollte. Da ich die Eine mit dem grünen Monster erst noch kopieren wollte kaufte sie mir die mit dem Vogel für 5€ ab!! Super. Ein Erfolgserlebnis! Und mir machte das Zeichnen richtig viel Freude und die Musik inspirierte mich auch. Das Essen im Tara ist supergut. Der Wein ebenfalls. Dort finden auch Murder Mysteries statt.

Um Mitternacht ging ich dann nicht zurück, da ich dachte, daß ich noch nicht schlafen kann. Ging ins französische Restaurant mit dem Klavier und spielte Klavier und malte die fünfte Karte fertig. Auf dem Weg durch die Stadt sah ich die unglaublichsten Masken und Kostüme. Viel besser als Karneval. Da war echt ganz schön was los an diesem Halloween. Einige Schlägereien gabs auch und die Menschen sind hier extrem betrunken. Jetzt ist es fünf Uhr früh ich tippe noch diese Seite und die Gäste sind weg.

Kurt liegt am Boden, er war so betrunken, daß er, als er noch etwas gegessen hat, über seinem Teller eingeschlafen ist und dann mit der Gabel in der Hand vom Stuhl auf den Küchenboden rutschte. Ich kriege ihn nicht wach. Habe ihm eine Decke drüber gelegt und ein Kissen unter seinen Kopf geschoben, denn er liegt auf den kalten Fliesen. Unglaublich wie man sich so betrinken kann, daß man fast im Koma liegt! Das hier ist ein Ambiente das ich mir für mich nicht wünsche. Dennoch bin ich sehr dankbar hier sein zu können, denn ich könnte mir kein Hostelzimmer leisten. Ich wünsche mir sehr, daß sich endlich etwas anderes auftut. Es ist interessant und schön, Gesellschaft zu haben und nicht alleine irgendwo zu sitzen. Kann mich in Toleranz üben.

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Tagebuch, 86.Tag

Gestern fing es wieder an zu regnen, und ich konnte mich schon wieder davor drücken mit den Puppen vor Publikum zu spielen. Jetzt habe ich es mir fest vorgenommen morgen, für mindestens eine halbe Stunde Puppentheater zu spielen (und falls das Wetter wirklich zu schlecht ist, dann eben übermorgen).

Abends sah ich mir ein Zimmer in einem Haus in Lower Southhill an. Es war sehr schön und sauber, diesmal kein Schimmelgeruch, doch leider wurde wieder geraucht. Das Zimmer war mini, ein Bett und ein Schrank und kaum noch Fläche zum Stehen, dazu eine Dachschräge. Das Ganze kostete 290€ im Monat, obendrauf kamen noch die Stromkosten, Internet und TV. Da die Heizung elektrisch ist…kann die Rechnung im Winter schön hoch werden.

Die drei Bewohner waren sympatisch. Zwei Italienerinnen und ein Spanier. Schade, wieder nichts. Ich war enttäuscht und traurig und fühlte mich ratlos. Spazierte zum Meer und zurück in die Wohnung.

Dort saßen wir drei noch eine Weile beisammen. Schön gemütlich vor dem Kaminfeuer, während es draußen feuchtkalt war.

Das Schaufenster der angeblich besten Bäckerei Irlands, Griffins, dekoriert für Halloween. Auf dem nächsten Foto ist die Bäckerei zu sehen. Hab bisher nur dIe Croissants von Griffins probiert, sie schmecken gut, wenn auch anders als in Frankreich.

Ich zog mir am gestrigen Abend den Schal vor den Bart. Wollte meine Ruhe von den Blicken und es war auch kalt genug.

Heute war den ganzen Tag über strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und kalt. Morgens kümmerte ich mich um eine Wohnung las die Zeitung und schaute nach Jobs. Doch mit noch keinem Ergebnis. Nachmittags ging ich mit Jule zu einem Refugeehome, einem alten Hotel in dem Flüchtlinge aus Afrika und anderen Ländern wohnen. Jule hat zusammen mit einigen Anderen ein Halloweenfest für die Kinder organisiert. Ich wollte mit meinen Sockenpuppen spielen. Doch dann half ich beim Schminken mit. Da alle Kinder geschminkt werden wollten, schminkten Jule und ich die Kinder Nonstop über zwei Stunden, bis zum Ende der Veranstaltung! Schmetterlinge waren bei den Mädchen beliebt und die Jungs wollten Spiderman sein.

Es machte richtig viel Spaß! Die Kinder waren super. Und bis auf ein Kind, das mich fragte, ob ich Junge oder Mädchen sei, schien es nichts so Ungewöhnliches zu sein, daß ich einen Bart hatte. Sie nahmen es hin, und ich fühlte mich mit dem Bart heute sehr wohl und mochte ihn.

Das Schminken war so erfolgreich und die Kinder so dankbar, daß ich richtig Lust bekam es weiterhin zu machen. Da es nun draußen schon etwas kalt dafür ist, dachte ich daran es im Einkaufszentrum anzubieten. Anschließend ging ich also zu einem der Schoppingcenters in Galway, doch der Chef hatte schon Feierabend. Da ich schon mal dort war fragte ich bei einem anderen großen Laden nach, der um Weihnachten angeblich immer mehr Personal einstellte. Mir wurde gesagt, daß sie nicht wissen, ob sie dieses Jahr mehr brauchen, doch ich könnte meinen CV, das ist der Lebenslauf, einreichen.

Auf dem Heimweg dachte ich über die Art, wie ich nach Arbeit suche, nach. Es gibt verschiedene Arten Arbeit zu suchen und verschiedene Ansätze worauf man sich dabei konzentrieren kann. Zum Einen kann man eine Arbeit suchen aus Angst davor, kein Geld zu haben, um die Rechnungen zu zahlen. Sich also eine Arbeit zu suchen, unter dem Gesichtspunkt Geld zu verdienen, egal ob mir die Arbeit Freude macht oder nicht.

Die andere Herangehensweise ist, mir zu überlegen, was kann ich und was davon macht mir besonders viel Freude. Und wie kann ich das, was mir lieb ist und mir gut tut nach Außen in die Welt bringen und dafür auch noch bezahlt werden. Dies braucht viel Kreativität. Je kreativer und freier ich darin bin, um so besser.

Mit dieser zweiten Herangehensweise begebe ich mich in die gebende und stärkere Position. Es gibt mir ein gutes Gefühl, ein besseres Selbstwertgefühl, denn ich habe etwas zu geben. Es geht um die innere Haltung. Wenn ich mit Freude etwas zu geben habe, dann geht es mir besser, als wenn ich mit einem Gefühl des Mangels und dem Gedanken: „ich brauche Geld“ eine Arbeit mache.

Morgen gibt es die erste Veranstaltung vom Spirit Voice Festival und ich werde wieder Kinder schminken. Im Hinterkopf immer noch, das ich ja eigentlich mit den Puppen eine halbe Stunde spielen wollte…..ja es ist nicht so einfach…..vielleicht ist es auch nicht das was ich tun soll….? Irgendwann werde ich es wissen…

Tagebuch, 85. Tag

Das Gayatri Mantra Lied hörte ich die vergangen Tage immer wieder. Ich mag es sehr. Mehr zum Gayatri Mantra bei Wikipedia und bei youtube gibt es noch andere Variationen…

Der Tag begann früh, da Jule schon um halb 8 aus dem Haus ging. Kurz darauf kamen die Bauarbeiter und sägten den Asphalt vor dem Haus auf. Unmöglich da noch weiter zu schlafen. Das Foto ist vom späten Nachmittag, als der Gehsteig schon wieder zugeschüttet worden war.

Ich hatte gestern eine Putzjob entdeckt, um den ich mich kümmern wollte. Der Job, der für 2 Stunden täglich ausgeschrieben ist umfaßt putzen und Gartenarbeiten in einem Privathaus. Er wird von Servissource Recruitment vergeben. Diese Agentur bietet Dienstleistungen wie: Catering, Putzen und Krankendienste an. Ähnlich einer Zeitarbeitsfirma. Da es mal wieder stark regnete, nahm ich den Bus, um zu ihrem Büro, das etwas außerhalb lag, zu kommen.

Im Büro angekommen, wurden mir mehrere Formulare ausgehändigt und als mir die Dame erklärte was ich alles benötigte und wie lange die Formalitäten dauerten, da war mir klar, das ist nichts für mich. Ich kam mir vor wie beim Jobcenter in Berlin, als ich Hartz IV beantragte. Sie wollten zwei Paßbilder, was ja kein Problem ist, doch dann noch: eine Liste aller Orte, an denen ich seit meiner Geburt wohnte, mit dem jeweiligen Datum und Jahr!! Über diese Liste wird dann das Garda Clearance Certificate beantragt was 11€ kostet und eine Bearbeitungszeit von bis zu 6 Wochen hat!!! Ich habe an über 30 verschiedenen Adressen gewohnt seit ich geboren wurde!!! Immerhin, das Formular hatte 31 Zeilen, um die Wohnorte einzutragen…ist wohl nicht so ungewöhnlich so viel umzuziehen in Irland!!?

Weiter wollen sie ein Attest vom Arzt, das ich arbeitsfähig bin, eine Bestätigung, daß ich gegen Hepatitis B geimpft bin, die Geburtsurkunde…die ich nicht habe, sollte der Ausweis nicht ausreichen? Außerdem ein CPR certificate, keine Ahnung was das ist, (selbst ein Ire, den ich gerade fragte, wußte nicht was das sein sollte) dann eine unterschriebene Erklärung, dass ich niemals mit Drogen zu tun hatte oder im Gefängnis war etc. – Ich dachte man dürfe die Menschen nicht diskriminieren?! ( Der Ire meinte, ich müsse das verstehen, denn Irland habe große Probleme mit illegalen Einwanderern, die zum Teil falsche Pässe hätten und daher würde alles so genau überprüft werden, wenn man als Ausländer hier arbeiten möchte…)

Da ich mich weder gegen Hepatitis B impfen werde, noch eine Geburtsurkunde habe, und abgesehen davon erst Recht nicht die Zeit 6 Wochen und länger auf einen Job zu warten, werde ich die Unterlagen nicht einreichen….was für ein Verwaltungsapparat!!

Da lobe ich mir die Selbständigkeit. Wenn man als Künstler Auftritte hat oder auf Künstlermärkten etwas verkauft…Durch die auf den ersten Blick unerfreulichen Umstände werde ich wieder dahin geführt wo ich doch auch hin will, nämlich freiberuflich zu arbeiten und etwas Kreatives zu machen, wie mit den Puppen auf der Straße aufzutreten. Mein Sohn sagte zu mir, das ich das doch ruhig machen soll mit den Puppen. Mich kennt hier eh keiner, meinte er und ich kann wieder gehen. Das sei doch eine Chance. Klar. Doch was soll ich sagen, diese Angst ist irrational und nicht wirklich greifbar. Ich muß durch die Angst hindurch, um daran zu wachsen. Es gibt einen Spruch: Da wo die Angst ist, ist der Weg.

In diesem Sinne: es hat aufgehört zu regnen. Ich könnte es wagen……

Tagebuch, 84. Tag

Das fand ich heute: Schönheitsoperationen im Intimbereich!! Es ist nicht mehr zu toppen!

Erfreulicherweise, lassen sich, im Gegenzug dazu, einige Frauen ihre Bart-, Achsel- oder Beinhaare wachsen und machen bei dem Spiel nicht mit!!

Ich übernachte immer noch bei Jule und Chris und erwachte heute morgen mit guter Laune und Zuversicht. Ich ging zu dem Jobzentrum FAS, um mich anzumelden und durfte eine Stunde lang warten. Es hieß, ich müsste ca. 25 Minuten warten, doch dann sah ich, wie Leute, die nach mir gekommen waren, vor mir dran waren….tsss

Die Angestellte, die mit mir in ihrem Büro sprach, hatte eine vorbildliche Freundlichkeit, was sie für diese Job wohl auch haben muß. Sie nahm meine Daten auf und registrierte sie. Welche Art von Job ich suche, wurde ich gefragt. Nun zur Kinderbetreuung wollen die Menschen mich wohl nicht nach meinen bisherigen Erfahrungen und im Empfang eines Hotels oder hinter einer Ladenkasse kann ich mir mich mit Bart auch nicht vorstellen. Also sagte ich ihr, das ich bereit bin jegliche Arbeit zu machen. Irgendwann sprachen wir über den Bart. Und sie fragte vorsichtig, warum ich ihn wachsen lasse. Sie konnte meine Gründe verstehen, doch wies sie mich vorsichtig darauf hin, daß es unter diesen Umständen noch schwieriger sein würde Arbeit zu finden, als es ohnehin gerade ist, denn Irland hat schon lange nicht mehr so viele Jobs zu vergeben, wie noch vor Jahren.

Immer wieder sind die Menschen hier sehr vorsichtig mit dem was sie sagen, denn in Irland kann man wegen Diskreminierung hohe Strafen zahlen.

Ich sagte ihr, das ich doch im Lager, in einer Fabrik, in der Küche oder beim Putzen, wo man mich nicht sieht, einen Job finden müsste.

Doch halt! Wo bin ich denn da wieder gelandet!? Ich meine was tue ich gerade!!! Ich verkaufe mich absolut unter Wert. Und das alles nur, weil ich immer noch zu feige bin mein eigenes Ding zu machen! Es ist unglaublich. Lieber mache ich mich klein und verkrieche mich in eine Ecke, als mein Licht scheinen zu lassen. Warum habe ich bloß solch eine Angst!!!?

Und das interessante ist, ich gestehe mir meine Angst nicht so richtig ein. Sie ist mir, außer wenn ich wie jetzt schreibe, meistens nicht bewußt. Ich vemeide es einfach immer wieder, auf alle möglichen Arten, auf die Straße zu gehen und mit den Puppen zu spielen.

Allerdings, ganz so hart sollte ich mit mir nicht sein. Immerhin habe ich schon zwei Puppen fertig und habe mit ihnen auf der Party und heute Mittag mit einem kleinen Jungen, der bei Jule zu Besuch war, gespielt. Jedes Mal mit Erfolg. Es wurde viel gelacht und gefiel den Kindern und der Mutter.

Ich allerdings werte es anders und kritisiere mich. Wie ich schon vor einiger Zeit schrieb: meine Gedanken über mich sind meine größten Kritiker!!

Ich will und erwarte von mir eine überdurchschnittliche Leistung. Niemand verlangt das gerade, außer ich. In meiner Kindheit verlangten meine Eltern von mir extrem gute Leistungen. Ich lernte von ihnen und jetzt bin ich diejenige, die sich beurteilt und verurteilt. Und indem ich soviel Druck auf mich ausübe lege ich mich selbst lahm.

Nun, der erste Schritt ist die Erkenntnis, und da bin ich nun, und Schritt für Schritt geht es weiter …..

War recht aktiv heute. Hängte Zettel für Readings auf. Schrieb mails an Jobangebote. Schrieb eine Mittelalterliche Burg mit Hotel an, mit der Frage, ob sie eine bärtige Frau brauchen. Fragte bei der hiesigen Zeitung nach, ob sie mir Geld für ein Interview zahlen würden oder für einen Artikel über mich. Und wieder spielte ich mir in Gedanken durch, wie ich eine Umfrage über behaarte bzw. bärtige Frauen in der Stadt machen könnte.

Im Gegensatz zu Früher, empfinde ich mich gerade als sehr beharrlich. Früher hätte ich schon aufgegeben und wäre gefahren. Es fehlt allerdings nicht mehr viel und ich fliege wieder zurück.

Meine Mutter schrieb mir eine Mail und wollte das ich wieder zurück komme. Sie will immer noch, daß ich in den Schuldienst gehe und dort eine feste Stelle annehme. Wenn sie wüßte…ich mit Bart im Schuldienst!!

Ich sollte mal über mein Leben nachdenken….wieso denkt sie immer, das ich das nicht tue!?

Das, was ich jetzt tue, zu reisen und unterwegs zu sein, das ist etwas, was ich mit 18 wollte und nicht tat. Später dann aufschob, da ich ein Kind bekam. Jetzt ist es vielleicht ungewöhnlich. In meinem Alter sollte man sich angepasst haben und „Normal“ leben…..

Abends nähte ich weiter. Im Kamin brannten wieder Briketts. Wie es der Zufall wollte fand ich einige Eierbriketts auf der Straße, die wohl jemand verloren hatte, oder die bei einer Lieferung liegengeblieben waren. Eine halbe Tüte voll, genug für einen Abend. Jule hatte auch einige Briketts gekauft, so war es gemütlich auf dem Sofa.

Die Autoscheiben der parkenden Autos waren am Abend mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Es ist viel kälter geworden.

Tagebuch, 82. Tag und 83. Tag

Ein Tag der recht ruhig verlief. Gegend Abend nahm Jule mich auf eine Party zu Jenna mit, die eine halbe Stunde Fahrt von Galway entfernt wohnte. Wir blieben bis zum Montag Nachmittag.

In Irland ist der 27.10. ein Feiertag.

Es waren viele Erwachsene und Kinder da. Einige Gäste, darunter Sean, Dave und Dan, waren Musiker, die ihre Instrumente mitgebracht hatten und die ganze Nacht bis in die Morgenstunden spielten und sangen. Für die Kinder gab es in einem Raum Filme zu sehen, unter anderem Waterhorse, der mir gut gefiel. Die Kinder und die Erwachsenen spielten Tischtennis, was ich schon ewig nicht getan hatte. Ich bastelte mit zwei Mädchen und spielte den Clown und sie mussten sehr lachen. Holly, die 8 jährige, sagte zu mir ich solle doch Clown für kleine Kinder machen. Das würde ich gerne. Es macht mir Spaß Andere zum Lachen zu bringen, doch trotz dem Besuch einer Clownsschule und einer Klinikclownausbildung bei den Roten Nasen in Berlin, glaubte ich bisher nicht genug an meine Fähigkeiten, um es professionel zu machen. Das jüngere  Mädchen war dreieinhalb und sagte zu mir: Du bist ein Junge. Als ich ihr erklärte, dass ich einen Sohn habe, blieb sie dabei: Du bist ein Junge, denn du hast einen Bart.

Die Erwachsenen reagierten auf mein Auftreten am ersten Abend unterschiedlich. Einige beäugten mich nur und wirkten eher reserviert, andere wiederum waren sehr offen und übersahen den Bart einfach. Am nächsten Morgen taute einer der Männer, von dem ich dachte das er was gegen mich hat, auf. Wir unterhielten uns eine Weile und entdeckten, daß wir einen gemeinsamen Bekannten hatten. Ein Freund aus Süddeutschland, mit dem ich während des Studiums zusammen war, ist Musiker und musizierte seit Jahren immer mal mit Dave, wenn sie mit anderen Musikern zusammen kamen, um irische Musik zu machen.

Vor einigen Tagen wünschte ich mir mich geborgen zu fühlen. Als wir diese zwei Tage so beisammen waren, da hatte ich mal wieder so ein Gefühl. Es war auf eine Weise vertraut mit den Menschen, die alle sehr herzlich und freundlich waren und schön und entspannend mit den Kindern zu lachen und zu spielen.

Am Abend, als wir wieder in Galway ankamen, gingen Jule und ich noch in ein Cafe Namens: Java´s. Sie hatte dort eine Verabredung.

Das Java´s ist ein französisches Bistro mit Weinbar in Galway. Es ist gemütlich und angenehm eingerichtet. Die Bedienung ist freundlich und im oberen Stockwerk steht ein Flügel, auf dem die Gäste spielen dürfen. Als wir ankamen spielte gerade ein Ire jazzige Improvisationen. Nachdem er fertig war, spielte ich noch eine Weile. Seine Art zu spielen gefiel mir. Wenn ich spiele, bewege ich mich überwiegend auf den weißen Tasten des Klaviers und würde gerne so spielen können wie er. Er gab mir ein paar Tips, unter anderem sollte ich mal Stücke wie Take Five spielen und auf deren Grundlage improvisieren.

Freue mich jetzt diese Cafe zu kennen. Dort kann man auch gut schreiben, zeichnen und einfach eine schöne entspannte Zeit haben. Es öffnet um 10 Uhr vormittags und ist Donnerstags bis Sonntags bis 4 Uhr früh geöffnet, an den anderen Tagen bis 3 Uhr!! (Java´s, 17 Upper Abbeygate Street Galway, Tel: 091-532890)

Abends sitze ich bei Jule im Wohnzimmer, im Kamin ein kleines Feuer mit Briketts, die ich eben kaufte, denn es ist feucht und kühl. Jule ist schon zu Bett gegangen und Chris der Mitbewohner schaut sich in seinem Zimmer einen Film an. Ich nähe an meiner Sockenpuppe und wünsche mir für Morgen ein Wunder bezüglich Wohnen und Arbeiten. Am Abend nach der Party fühle ich mich entspannter, als in den letzten Tagen. Es ist von Vorteil und ein Privileg jemanden zu kennen, der einen mit nimmt auf eine Party. Besonders wenn man an einem neuen Ort ist.

Tagebuch, 81. Tag

Der Tag begann mit Sturm und Regen und wir schliefen alle aus. Der Regen wollte den ganzen Tag über nicht aufhören. Um 14 Uhr sollte es eine Aktion geben für das Spirit Voice Festival, mit Band und Aktion in der Stadt. Doch wegen des Regens wurde die Aktion auf 16 Uhr und ins Museum verschoben. Dort gab es dann ein Fotoschooting. Die Band die eigentlich spielen sollte und alle anderen Aktionen waren abgesagt worden. Schade.

Am Abend sah ich mit Jule ein Theaterstueck. Es heisst Fool Me. Es war eine Coproduktion von Gombeens Theatre Group und dem Blue Teapot Theatre. War sehr lustig. Clownesk.

Anschliessend war ich mit Jule im Pub Namens Crane. Das war nett. Schöne Musik und ich nähte an einer Sockenpupe herum. Echt gemütlich so nähen und dazu live Musik.

Beim Couchsurfing haben mir immer wieder Leute abgesagt. Eine Frau gab mir die Telefonnummer einer Freundin, die ausserhalb von Galway, ein kleines Haus mit einem Zimmer und Küche für 450 € vermietet.

Doch im Moment habe ich keine Ahnung wie ich das bezahlen soll. Noch habe ich keinen Job und das Geld reicht nur noch für wenige Tage.

Immer wieder überlege ich was ich tun soll. Hier bleiben und darauf vertrauen, dass ich schon irgendwie genug Geld haben werde und eine Wohnung und Arbeit finden werde. Oder soll ich auf die Farm fahren….irgendwie weiss ich gerade nicht was das Richtige ist. Es ist nett wo ich schlafe, doch nur eine kurze Lösung, denn ich schlafe im Ess-und Wohnzimmer und dort wird geraucht und das ganze Leben findet da statt. So habe ich heute Nacht kaum geschlafen, denn bis gegen halb 6 Uhr morgens waren hier Leute und feierten. War nett und gemütlich…aber ich merke wie mir mein eigener Rückzugsraum fehlt. Es ist auch ein Wunder, das ich trotz des Rauchgeruchs hier schlafen kann. Brauchte allerdings mal wieder mein Asthmaspray. Ich traeume davon ein Auto, einen Bus zu haben, in dem ich wohne und unabhaengig bin.

EIne Frau, so Ende 20, die nachts hier war, begann mich, kurz bevor sie ging, zu meinem Bart zu befragen. Ob ich denn Hormone nehmen würde, um wie ein Mann auszusehen? Oder ob ich lesbisch sei? Oder warum ich ihn habe? Das ich ihn habe, weil ich ihn habe, weil er da waechst, erschien ihr zu einfach. Dann ist es doch schwer einen boyfriend zu finden, denn der Bart würde die Männer abstossen. Macht nix meinte ich. Denn ich denke immer noch, wenn mich jemand mag, dann ist der Bart kein Hindernis. Kürzlich sah sich ein Freund aus meiner Studienzeit meine Seite und die Fotos an und schrieb mir, das mir der Bart steht. Also manchen Männern gefällt es und nicht alle haben damit ein Problem.

Haben eher Männer oder Frauen ein Problem damit? Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht reagieren Frauen eher mit Abwehr auf den Bart, als Männer. Im Pub dachte ich, das der Mann hinter dem Tresen ein Problem mit meinem Bart hatte, denn er lies mich ewig warten, und schaute mich seltsam an, bis ich bestellen durfte.

Tagebuch, 80.Tag

Ein guter Start in den Tag mit diesem Video. Und ich nehme mir vor disziplinierter zu sein und öfters the work zu machen oder mir Filme von Byron Katie anzusehen, um wacher und glücklicher zu sein.

Sonniger schöner Tag. Ausschlafen konnte ich nicht. Um 9 Uhr brachten die neuen Zimmerbewohner ihr Gepäck und es war vorbei mit der Ruhe. Ich checkte aus, ohne zu wissen wohin es heute Nacht gehen würde, doch die Finanzen lassen es nicht zu, dass ich den höheren Wochenendpreis zahle. Ich ging durch die Stadt und kaufte mir Bastelmaterial, um meine Ideen umzusetzen. Etwas gewagt mit dem wenigen Geld. Aber ich werde ja sehen.

Später am Nachmittag schaute ich mir eine Wohnung für 300€ im Monat an. Doch das war nix für mich. Raucher. Schon beim Eintreten in das Haus roch es nach abgestandenem Qualm. Die Dusche war ohne Fenster und die Fliesen und Ecken schimmelig. Das Zimmer klein und ok, doch unten sahen die Anderen bis spät abends TV und man konnte es im Zimmer hören. Ich ging wieder. Auf dem Foto sieht man die Häuserreihe. Eines der Häuser ist es.

Abends ging ich zu Jule, die das Spirit Voice Festival mit organisiert und schon lange in Galway lebt. Dort kann ich heute Nacht schlafen.

Tagebuch, 79. Tag

Gestern war wieder so ein Tag an dem ich nicht mehr so recht wußte wohin mit mir. Ich fragte mich was die ganze Bartsache soll. Und ich fragte mich was ich in Galway soll. Und dann fiel mir auf, das es zweieinhalb Monate sind seit der Bart wächst und das ich oft wenn ich etwas mache nach dieser Zeit anfange zu zweifeln, mich langweile und nach etwas Neuem verlange. Das bedeutet nicht, das das was ich tue schlecht ist. Nur das ich wieder frischen Wind brauche. Also hoffe ich auf meinen Mut mit den Puppen auf der Straße aufzutreten, damit was Neues passiert! Ich vermisse auch  Menschen, denen ich mich nahe fühle. Immer wieder treffe ich neue Menschen. Die Begegenungen sind mal tief mal oberflächlich. Vermissen tue ich die Geborgenheit einer Heimat und vertrauter Menschen. Das ist nichts Neues. Das ist etwas, was mich schon mein Leben lang begleitet, mal mehr mal weniger. Auch wenn ich mich daran gewöhnt habe, so bleibt doch die Sehnsucht nach einem zu Hause und Geborgenheit in Verbindung mit Freiheit und Abwechslung, Spaß und Freude und Lachen. Alles in allem habe ich den Eindruck das ich die letzten Tage etwas niedergeschlagen bin. Das Baborofestival, das in gewisser Weise Halt und Geborgenheit gab, ist nun zu Ende und es ist nichts Neues in Sicht. Ich bin von mir Selbst enttäuscht, weil ich mich davor drücke die Puppen zu bauen und damit zu spielen. Ich habe Angst mich damit zu zeigen. Statt dessen suche ich weiter draußen nach Jobs, die ich nur mache, um zu überleben, aber nicht, weil sie mich wirklich begeistern. Mein Ziel ist jedoch endlich das zu tun was mich begeistert und nicht Zeit mit Jobs zu vergeuden die mich nicht erfüllen. Es erscheint mir leichter, wenn auch nicht befriedigender, einen vorgegebenen Job zu machen, als das Eigene zu kreieren, dran zu glauben und es durchzuziehen. Es ist ein wenig ernüchternd, daß ich noch keine billige Übernachtungsmöglichkeit gefunden habe, das mir die Leute vom Couchsurfing absagen und ich mir so verloren und alleine vorkomme. Ich sollte mal in die Pubs gehen, der Musik lauschen, ein Bier trinken und feiern, statt Trübsal zu blasen und es so schwer zu nehmen. Es sind zweieinhalb Wochen, die ich in Irland bin. Was will ich denn!! Diese schreckliche Ungeduld! Ich sollte dankbar sein wie gut alles klappt. Ich habe zu essen, ein wunderbares Zimmer, ein Dach über dem Kopf wenn es draußen regnet, wie in der vergangenen Nacht. Mir begegnen hilfsbereite, freundliche Menschen. Ich weiß nicht warum ich unzufrieden sein sollte!! Ich erwarte zu viel von mir. Das wird es sein. Das ist nicht gerade förderlich. Also ich werde mich mal wieder etwas entspannen.

If there is something that you desire and it is not coming to you, it always means the same thing. You are not a vibrational match to your own desire. Abraham-Hicks

Es regnet. Der Wind peitscht die Regentropfen an die Scheibe und wenn ich die Glastür vom Zimmer öffne, dann kommt der Regen herein. Der ideale Tag um sich ins Bett zu kuscheln, zu basteln, zu lesen und zu schreiben.

Ein Film über Geld mit Byron Katie. The work ist einfach genial. Es tut so gut. Die Homepage von the work ist: http://www.thework.com/index.asp

Im Hostelzimmer.

Loewin hat lustige Bartmusik auf ihre Seite gestellt.

Aufmunternd an so einem verregneten Tag. Nachmittags während es stark regnete recherchierte ich im Internet. Fand allerlei über bärtige Frauen und einen Artikel über Jennifer Miller in der New York Times von 1995.

Gegen Abend klart der Himmel auf und schmückt sich mit rosa und violetten Wolken auf strahlendem Blau.

Ein Blick aus dem Hostelfenster auf die Baustelle hinter dem Haus.

Tagebuch, 78. Tag

Im Internet fand ich die Aufzeichnung einer Talkshow, bei der eine Frau mit Bart zu Gast war. Das ist ein Ausschnitt aus der Sendung, die ich irgendwann zwischen 1998 und 2000 im Fernsehen gesehen hatte, als Jörg Pilawa die Talkshow auf Sat 1 machte und nach der ich lange schon suchte. Der Ton ist leider sehr schlecht und leise, und Achtung davor kommt noch laut einige Sekunden Werbung…leider…

Talkshow Frau mit Bart

Bei einer Frau, sind für die meisten Menschen, nur drei Haare am Kinn oder irgendwo im Gesicht, drei Haare zu viel!

Der Mann auf dem Foto oben, der hat einen richtig langen Bart!

Mittags war in der Shopstreet eine Familie, die mit irischer Musik und Tanz auftraten. Waren echt gut. Hab versucht einen kleinen Film hochzuladen, doch das klappte nicht. Nachtrag vom 21.2.2009: nun ist der Film doch auf Youtube)

Die Gruppe nennt sich Shae Laurel.

Bei Youtube gibt es einige Videos der Gruppe zu sehen. Hier nun doch noch der von mir aufgenommene Film:

Davor half ich Prospekte für das Theater Festival in Galway zu verteilen. Wir standen zu Dritt mit einem kleinen Häuschen, in dem Einer von uns stand, in der Shopstreet der Haupteinkaufsstraße von Galway. Mittags hatten die Schüler Pause und waren für mich etwas nervig. Sie beobachteten mich aus der Ferne, grinsten, tuschelten, versuchten mit den Handys Fotos zu machen und warfen in unser Häuschen eine Stinkbombe. Insgesamt gesehen waren sie noch harmlos, wenn ich da an die deutschen Schüler denke, die ich während meines Referendariats erlebt hatte.

Doch ich merkte, wie es an mir kratzte und nagte. Einerseits ist es schön im Mittelpunkt zu stehen, doch nicht so. So ist es eher ein Gefühl nicht willkommen zu sein, nicht ok zu sein. Das tut auf Dauer nicht gut. Nun liegt es zwar auch an mir, wie ich das interpretiere, doch für Heute reichte es mir und ich fühlte mich danach etwas ko. Anschließend mußte ich zum Universitätsgelände, um meinen Scheck dort einzulösen. Das empfand ich auch als recht unangenehm. Die Studenten erschienen mir zum Teil ebenso pubertär wie die Schüler in der Stadt. Sie wären als zahlendes Publikum für eine Freakshow mit der Bärtigen Frau sehr gut geeignet.

Auf dem Campus sah ich kostümierte Studenten, die wohl gerade graduiert wurden. Hier ein Foto davon. Ich spazierte über Tesco, wo ich einkaufte, wieder zurück zum Hostel. Heute gab es Lachs, der im Angebot war. Das erste Mal in zwei Wochen, daß es mal wieder „Tier“ gab!

War super lecker. Was für ein Genuß nach Tagen von Müsli und Brot!

Am Abend war die Eröffnung des Theaterfestivals. Ich war jedoch, nachdem ich soo viele Menschen, den ganzen Tag über gesehen hatte, so fertig, daß ich meine Ruhe wollte. Erscheint mir zwar unvernünftig, denn ich hätte neue Kontakte knüpfen und Menschen kennen lernen können, doch das Gefühl sagt, es ist ok.

Schreibe und freue mich, das ich das Zimmer heute wieder für mich alleine habe.

Tagebuch, 77. Tag

Heute schlief ich aus. Vormittags kümmerte ich mich um meine Wäsche, die ich mit der Hand wusch und da es so ein schöner sonniger Morgen war, begann sie auch gut zu trocknen. Im Laufe des Tages gab es dann wieder Regen, der sich mit der Sonne ein Wechselspiel lieferte.

Morgens fühlte ich mich so leer. Ernüchtert und entmutigt. Wußte nicht so recht wie es weiter gehen sollte. Sollte ich für einige Tage auf die Aran Islands fahren? Auf die Farm arbeiten gehen, oder es hier weiter versuchen? Darauf hoffen einen Job zu finden, oder darauf, dass ich endlich mal den Mut dazu habe mich auf die Straße zu setzen und mit eigenen Puppen zu spielen, um Geld zu verdienen.

Irgendwie ging es weiter. Ich holte meinen Scheck ab. Die Bank machte gerade zu – aber ich hatte noch 4 €, um mir etwas zu Essen zu kaufen. Mit nur 1,50 kaufte ich mir Gemüse und Wasser, und mit dem Rest gebrauchte Kleidung, um Sockenpuppen zu machen!

Seit mein Bart wächst, muß ich nicht mehr so viel Essen, was mich sehr freut. Vielleicht schaffe ich es dann endlich die zwanzig Kilo, die ich seit mehr als 10 Jahren zuviel mit mir herumtrage, los zu werden!

Nachdem ich die Kleider gekauft hatte, suchte ich im Müll der großen Supermärkte nach Schaumstoff und wurde fündig! Ein riesen Stück in weiß. Es ist faszinierend und freut mich, wie gut alles immer wieder klappt. Wie Gott, das Universum, oder wie auch immer man es nennen will, auf meiner Seite ist!

Heute abend werde ich mit den Puppen anfangen. Der erste Schritt, damit es möglich ist auf der Straße Geld zu verdienen. Mir wurde gesagt, das „busking“ hier in Galway ganz gut funktioniert. Es gibt viele Musiker in der Fußgängerzone und einige die Ballons machen. Puppenspieler sah ich noch nicht. Eine alte Frau, die bekannt ist, liest für 5€ aus der Hand. Auch nicht immer. Aber das sollte ich dann eher nicht machen.

Ich verteilte heute, so wie gestern, Handzettel und Poster für das Theaterfestival in Galway, das Morgen beginnt. Morgen verteilen Einige von 12 bis 15 Uhr nochmals Prospekte und ich kann sie dabei unterstützen. Mal sehen, ob ich in eine oder mehrere der Vorstellungen umsonst gehen kann. Hätte Lust dazu. Ich fragte den Hauptinitiator des Festivals, ob es ok ist, wenn ich die Handzettel mit meinem Bart verteile. Und er sagte ja, wenn ich damit kein Problem habe. Auch eine gute Antwort!

Am Morgen, als die Frau aus Berlin und ich frühstückten, setzte sich ein Ire, der in Deutschland lebt dazu und nachdem er mit der Berliner einige Zeit gesprochen hatte, sagte er zu mir, daß ihm mein Bart gefällt. Das ist schön das zu hören, nach all den vielen inneren Zweifeln, der letzten Tage.

Durch den Scheck habe ich für ca. eine Woche genug Geld. Bis dahin hoffe ich mit „buskin“ oder einem anderen Job Geld zu verdienen. Habe zwei Bewerbungen für Putzjobs losgeschickt. Die Frau mit den drei Kindern meldete sich bis heute nicht mehr. Ist wohl keine gute Idee mich für Babysitterjobs zu bewerben, mit meinem Aussehen!

Ich genieße es, wieder alleine ein Vierbettzimmer zu bewohnen. Das brauche ich – immer wieder alleine zu sein. Wenn ich zu viele Menschen um mich herum habe, dann lenkt es mich zu sehr von mir selbst ab und ich komme nicht zur Ruhe.

Tagebuch, 76. Tag

Der Tag gestern verlief etwas anders als geplant. Statt zum Workshop mit den Sockenpuppen zu gehen, blieb ich im Hostel und hatte lange Unterhaltungen. Zuerst mit den beiden Frauen aus Neuseeland und Australien und etwas später traf ich eine Frau aus Berlin, mit der ich mich einige Stunden unterhielt.

Sie sagte mir, daß sie auf den ersten Blick nicht wußte was ich bin. Mann oder Frau. Sie wollte mich ansprechen, hätte ich sie nicht angesprochen. In Berlin auf dem Flohmarkt im Mauerpark, hat sie öfters eine Frau mit einem langen Bart gesehen. Ich wohnte einige Zeit in der Nähe des Mauerparks,  doch diese Frau habe ich noch nie gesehen. Sie hat dunkle längere Haare und einen spitz zulaufenden Kinnbart.

Ihre Tochter sah heute eine Frau mit einem rothaarigen Bart.  Die Bartfrauen kommen!

Gestern las ich einige Stunden im Internet über die verschiedenen geschlechtlichen „Variationen“. Ich war erstaunt, was sich da für ein Gebiet eröffnet, das bis auf die Spezialisten und Betroffenen, kaum jemand kennt. Wie viele Menschen es gibt, die aussehen wie Männer oder Frauen und doch keine sind…dazwischen liegen…Faszinierend. Ich denke es braucht eine Erweiterung des Geschlechterbegriffs!

Heute Nacht gab es solch einen Sturm, daß am Morgen die Mülltonnen auf der Straße herumlagen.

The more in vibrational sync you are with who you really are, then the more you are allowing only those things that you’re wanting, and the less resistance there is. And the less resistance there is, then the less delay between the idea of the thought and the receiving of it.

Das ist von Abraham Hicks. Inspirierend und kraftgebend finde ich.

Heute Mittag traf ich mich mit Jule, die aus Tübingen stammt, und das Spirit of Voice Festival in Galway mitorganisiert. Das Festival findet vom 6. bis 9. November in Galway statt.(http://www.spiritofvoice.com) Ich kann unentgeltlich mithelfen und dafür die Musikveranstaltungen umsonst besuchen. Leider gibt es kein Geld.

Ich ging wieder zum Büro, wo die Jobs aushängen, und es war nicht wirklich was dabei. Diesmal erfuhr ich, daß ich die Jobs auch online abrufen kann. Heute morgen kam meine PPS Nummer, juhu, und ich kann mir morgen Geld von meinem letzten Job abholen, was mich rettet.

Als ich vormittags noch eine Nacht im Hostel buchte, hatte ich noch nicht mal genug Geld, um sie zu bezahlen. Im Laufe des Tages konnte ich noch 10 € von meinem Konto abheben und da ich am Samstag Lotto gespielt hatte, und drei Richtige hatte, bekam ich 5 €. Zusammen genau die 15 €, die ich brauchte um die Übernachtung zu bezahlen. Dafür gabs dann heute nur Brot und Müsli zu essen.

Bei Macnas ging ich auch vorbei. Das Haus auf dem Foto ist ihr Bürogebäude.

Was Macnas macht, ist absolut beeindruckend. Da ich gerne große Dinge baue und kreativ arbeite, dachte ich das könnte was für mich sein. Leider war der Ansprechpartner heute nicht da und ich hinterlies nur meine Daten. Vermutlich brauchen sie vor Januar niemanden. Schade.

Ich ging zurück zum Hostel und war so müde, daß ich schon um 18 Uhr ins Bett fiel und einschlief.

Tagebuch, 75. Tag

Ein verregneter Morgen mit starken Windböen. Die Frau, die ich heute um 12 Uhr treffen wollte sagte mir um kurz vor 11 Uhr ab, bekundet jedoch weiterhin Interesse. Es ist ein Tag an dem ich mich am liebsten im Bett verkriechen würde. Bin noch müde und werde mir den Sockenpuppenworkshop für Kinder anschauen, der in der Black Box stattfindet.

Hier ein Foto von gestern an den Docks, ich schaute gegen die grelle Sonne.

Diesen Kinderwagen sah ich in der Stadt und fand ihn faszinierend. Für zwei Kinder gebaut, bekam leider keine bessere Aufnahme hin. Hier vor Supermacs, der irischen Variante von Mc Donalds. Letzteren gibts in Galway auch einige Straßen weiter.

Das Geld geht zur Neige und ich bin am Überlegen, ob ich hier bleiben soll in Galway, oder ein Angebot einer biologischen Farm annehme, die sich im Süden von Dublin befindet und ökologisches Obst und Gemüse anbaut und vertreibt.

Galway ist eine wundervolle Stadt mit einem großen künstlerischen Angebot. Das gefällt mir und ich wollte gerne etwas kreatives und künstlerisches machen.

Nachdem es so stark regnete und der Sockenpuppenworkshop zweimal stattfindet, blieb ich im Hostel und surfte. Dabei fand ich folgendes über Intersexualität. Ein sehr interessanter Artikel bei Arte:  http://archives.arte.tv/de/archive_33706.html

Ich suchte weitere Informationen warum wir Menschen uns in zwei Geschlechter einteilen und es nicht mehr als diese 2 Geschlechter gibt. Folgender Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t   unter kulturelle Aspekte ist auch sehr interessant. Hier ein Auszug:

Die Idee, dass eine strikte Aufteilung aller Menschen in zwei Geschlechter den natürlich vorhandenen Gegebenheiten nicht gerecht werde, ist nicht neu. In einigen Kulturen und Religionen werden Intersexuelle (oft zusammen mit Transgender-Personen) als Angehörige eines dritten Geschlechts betrachtet, wie die Two-Spirit vieler nordamerikanischer Indianerstämme, indische Hijras, die Khanith Omans oder thailändischen Katoys.

So nehmen sie in vielen Stämmen der amerikanischen Ureinwohner wie auch bei den Ureinwohnern rund um den nördlichen Polarkreis die Position eines Schamanen ein. Weil sie beide Geschlechter in sich vereinigten, hätten sie eine direktere Verbindung zum geschlechtslosen Göttlichen. Intersexuellen und transgender Menschen wird etwa das Potenzial übernatürlicher Wahrnehmung zugeschrieben, sie sind verantwortlich für Heilungen und Rituale. Die übernatürliche Wahrnehmung dient vielfach der Ausgrenzung aus der „Normal-Gesellschaft“.

Hier ein Auszug über die TWO SPIRITS aus Wikipedia:  http://de.wikipedia.org/wiki/Berdache

Über das Leben und die soziale Funktion der Two-Spirit ist nur wenig bekannt, da die meisten Berichte darüber oft nur ihre Verabscheuung über Männer, die in Frauenkleidung herumliefen, und Frauen, die Krieger waren, zum Ausdruck brachten. Die europäischen Einwanderer machten keinen Halt davor, kurz nach der Entdeckung solcher Menschen diese den Hunden vorzuwerfen oder ähnliche Gräueltaten an ihnen zu verüben.

Kultur [Bearbeiten]

Es war dort üblich, Jungen oder Mädchen (meist noch vor der Pubertät), die in ihrem Verhalten und ihren Fähigkeiten zu dem anderen als ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht neigten, als Two-Spirits anzusehen. Das Geschlecht, dem eine Person sich zugehörig fühlte und von welchem Geschlecht eine Person sich angezogen fühlte, also mit welchem Geschlecht eine Person Sex haben mochte, waren zwei voneinander getrennte Dinge in der damaligen indianischen Kultur. Damit war eine Frau, die sich anzog und verhielt wie ein Mann oder umgekehrt, nicht mit einem Mann beziehungsweise einer Frau im üblichen Sinne gleichzusetzen, sondern nahmen eine besondere Stellung in der indianischen Gesellschaft ein. Sie wurden oft als Menschen mit besonderen Kräften und Fähigkeiten verehrt. So waren Two-Sprits mit einem von Geburt an männlichen Körper oft Heiler und Two-Spirits mit einem von Geburt an weiblichen Körper oft Krieger oder Häuptling. Sie gingen mit dem gleichen wie ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht eine Partnerschaft ein. Trotzdem sind sie im herkömmlichen Sinne nicht als schwul oder lesbisch zu betrachten, weil sie nicht ihr bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht beibehielten und es nicht tauschten, wie es bei Transsexuellen der Fall ist, sondern nach indianischer Auffassung das dritte Geschlecht hatten. So waren in der indianischen Kultur Männer, die mit einem als Mann geborenen Two-Spirit geschlechtlichen Verkehr hatten, deshalb nicht als schwul anzusehen. Die als Mann geborene Two-Spirit nahm beim Geschlechtsverkehr die passive Rolle und nicht die für den Mann typische aktive Rolle an.

Heute [Bearbeiten]

Trotz der Bemühungen vieler lesbischer, schwuler, transgender, intersexueller oder transsexueller Indianer, die damalige indianische Kultur mit ihrem Geschlechterverständnis wieder aufleben zu lassen, war dies nicht möglich. Die heutigen Indianer haben die Normen und Werte der Europäer verinnerlicht. So gibt es die Two-Spirit heute nicht mehr. Sie sind mit der Besiedlung Amerikas und der Unterdrückung der Indianer verschwunden. An ihre Stelle ist ein in der westlichen Kultur übliches Verständnis von nur zwei Geschlechtern, dass als Heteronormativität bezeichnet wird, gerückt.

In dem Zusammenhang bin ich auf folgendes Buch gestoßen, das sicherlich weitere interessante Informationen zu dem Thema hat: Two Spirit Peolpe bei Amazon unter diesem Link:

http://www.amazon.de/Two-Spirit-People-American-Sexuality-Spirituality/dp/0252066456/ref=sr_1_6?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1224421201&sr=8-6

Tagebuch, 74. Tag

Heute war ich in der Black Box zum arbeiten. Es gab ein Stück vom Schnawwl Theater aus Mannheim, mit dem Titel: Schaf! Dafür wurde der Boden der Bühne mit Rollrasen ausgelegt.

Es war sehr schönes Wetter heute und in der Pause wollte ich eine Frau treffen, die einen Babysitterjob anzubieten hat. Sie hat es auf den folgenden Tag verschoben.

Ein weiterer Termin, bei dem ich mithelfen sollte Informationsmaterial zu verteilen, kam nicht zustande, da die Person schon weg war als ich eintraf.

So ging ich eine Weile in der Stadt spazieren und auch über den Markt, wo es ein großes Angebot von Gemüse und Kunsthandwerk gab. Durch die Stadt zu gehen war einerseits sehr interessant, viele Musiker und Ballontiermacher und alle Art von Künstlern standen in der Shopstreet. Doch es war so schrecklich voll, daß man teils kaum durchkam. Als ich bei Mc Donalds zur Toilette ging, sahen mich einige Teenes und die Mädchen schrien und giggelten, als sie mich sahen. Als ich aus der Toilette herauskam warteten sie dort mit ihren Freunden, um mich nochmals zu sehen.

Nach meinem Ausflug durch die Stadt gings wieder in die Black Box und das Schaf wurde für dieses Festival zum letzten Mal gespielt. Danach begannen die Helfer den Rasen einzurollen und der Abbau began. Ich ging weiter zur Town Hall wo es heute das dritte Stück von NIE gab, mit dem Titel: The End of Everything Ever. Über die Zeit des zweiten Weltkriegs, die Judenverfolgung anhand der Geschichte eines jüdischen Mädchens und ihrer Familie. Es war wieder supergut. Am Besten von den drei Stücken gefiel mir Past Half Remembered…doch alle waren sie super. Viel Clownerie ist da eingebaut. Eine unschlagbare Truppe.

Tagebuch, 73. Tag

Heute Nacht habe ich endlich mal wieder gut geschlafen. Ich hatte ein Bett mit einer Studentin im dritten Stock des Snoozles. Ein schönes und ruhiges Zimmer und nette Gesellschaft. Die Nacht war erholsam.

Heute war ich im Nuns Island Theater eingesetzt, wo es zwei Vorstellungen von Shona Reppe Puppets aus Schottland gab mit dem Titel: Olga Volt – the Electric Fairy. Es ist ein kleineres Theater und so war auch nur Platz für 60 bis 70 Schüler. Die erste Schulgruppe heute morgen war ungewöhnlich gesprächig und offen. Einige der Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren, fragten mich zu meinem Bart und ein Mädchen sagte zu mir nach reiflichem Überlegen: you are a boygirl.

Es war ein schöner Morgen, alles in allem, das Wetter auch gut und den Rest des Tages war ich mit organisieren beschäftigt, von neuen Jobs, die ich anrief und sonstigem. Für Morgen habe ich eine Verabredung mit einer Frau, die für ihre drei Kinder eine Babysitterin für die Wochenenden sucht und als Bezahlung ein Zimmer anbietet. Bin gespannt wie die Begegnung wird. Die Familie, die ab Montag jemanden als Babysitter suchte, hat auf meine letzte SMS nicht mehr geantwortet. Im Hostel sprach ich mit einem Iren, der mir sagte, daß man in Irland wegen Diskriminierung richtig hohe Strafen zahlen muß. Kein Wunder, daß die Menschen da vorsichtig sind was sie sagen! Soweit ich weiß, gibt es ein solches Gesetz in Deutschland nicht.

Am Abend regnet es wieder und ich gehe zu einem anderen Theaterstück der GruppeNIE New International Encounter mit dem Titel: Past Half remembered. Es war super!! Eine wirklich interessante Truppe, die mit ihrem Theater auf Reisen sind. Die Schauspieler stammen aus verschiedenen Ländern, Tschechei, Norwegen, Frankreich, England, Russland und sie integrieren verschiedene Sprachen und Lieder in ihre Stücke. Ich freue mich schon auf morgen Abend, wenn sie The End of Everything Ever zeigen. Alle Stücke spielen um die Zeit des Zweiten Weltkriegs und handeln von den Auswirkungen des Krieges auf die Menschen. Auch wenn sie sich eines schweren Themas angenommen haben, so gibt es überwiegend lustige und schöne Momente in ihren Stücken.

Was den Bart betrifft, so war ich heute immer wieder etwas verunsichert. Nicht so sehr, wie die letzten Tage, doch es beschäftigte mich. Ich fragte mich wofür ist es gut? Warum soll ich weiter machen? Mache ich mich lächerlich? Was soll das Ganze!?

Und wieder mache ich weiter. Auch wenn es nicht leicht ist. Dieses Gefühl unangenehm aufzufallen, oder vielleicht sogar ausgeschlossen zu werden.

Doch muß ich alles tun um mich anzupassen? Geht es darum!? Wie soll die Welt in Bewegung bleiben, wie sollen neue Strömungen entstehen, wenn sich alle nur an dem was akzeptiert ist orientieren und sich anpassen! – Zum Glück fiel mir etwas aus dem Buch ein, das mir Loewin gegeben hatte, und zwar das es Jahrhunderte gab in denen es „NORMAL“ war, daß eine Frau einen Bart trug. Vielleicht war es sogar chic!!

Und nur weil die Menschen es nicht gewohnt sind, weil sich alle anpassen, nur deshalb soll ich mich auch anpassen!? Oder werde ich verhungern, wenn ich den Bart nicht abrasiere?

Im Hostel hatte ich heute mit dem Iren ein Gespräch, der den ich weiter oben erwähnte. Er fragte mich wieso ich mir den Bart nicht mit Laser oder irgendeiner anderen Technik wegmachen lasse. Er meinte es muß doch eine Technik geben die meinen Bart für immer entfernen kann.

Wenn ein Mensch kleinwüchsig ist, ein rotes Mal im Gesicht hat, behindert ist, usw., dann wird dies von der Gesellschaft als etwas Ungewöhnliches hingenommen und akzeptiert, vielleicht auch, weil es nicht zu ändern ist. Meinen Bart jedoch, kann ich wegmachen, wenn ich will. Also ist es eine andere Sache. Man könnte mich also als ungepflegt bezeichnen, da ich so herum laufe.

Der Bart wird tatsächlich immer wilder, da die Haare sich locken und länger werden. Als er zu wachsen begann sah es noch gepflegter aus, finde ich.

Ich habe verschiedene Ideen, was ich machen könnte mit dem Bart. Wie ich ihn in meine Arbeit, und in das Geldverdienen integrieren kann. Ich hoffe auf eine weitere Portion Mut und Selbstvertrauen, um diese Ideen umzusetzten. Wünsche mir, daß ich an mich glaube und an das was ich mache.

Schon vor längerer Zeit bemerkte ich, daß ich meine ärgste Kritikerin bin. Niemand würde mich so hart bewerten und beurteilen, wie ich es tue. Und oft sehe ich das nicht, sondern projeziere es nach Außen und erwarte von den Menschen um mich herum, daß sie mich so hart beurteilen, wie ich es permanent tue! Hier eine Zeichung aus einer Folge von Zeichnungen, die ich zum Thema Inneres Kind machte. Wenn man auf das Foto klickt kann man es größer und genauer sehen.