Über das Ausmisten und die innere Einkehr – Tagebuch, 117. Tag

25112008tosterglope-001Sonntag, und wir schliefen etwas länger. Zum ersten Advent las Dora etwas vor und die Küche war adventlich geschmückt.

Mittags traf ich eine Frau, die eine Kindergärtnerin für einen kleinen Kindergarten im Wendland suchte. Wir gingen zusammen spazieren und tauschten uns aus, über den Kindergarten und über mich, und ob ich Lust hätte da mit zu arbeiten.

Es sind wenige Kinder und es gibt noch nicht viel Geld, doch es gibt Bestrebungen größer zu werden.

Ich denke darüber nachdenken. Sofort kann ich nicht anfangen, denn ich habe vor im Dezember für einige Wochen in den Süden zu gehen.

Der Spaziergang hat gut getan, auch wenn es recht kalt war. An einigen Stellen lag sogar noch Schnee.

24112008tosterglope-006Am Ende von unserem Spaziergang fragte die junge Frau mich, warum ich einen Bart habe. Ich erzählte ihr ein wenig von der Geschichte und sie schaute mich an und sagte: Ich habe noch nie eine Frau mit Bart gesehen.

Ich äußerte meine Bedenken, die ich hatte, das sie mich vielleicht wegen meines Aussehens nicht als Kindergärtnerin haben wollten. Doch das war für sie kein Problem.

Mittags fuhr ich zu meinen gelagerten Sachen, um etwas das ich brauchte heraus zu suchen.

Viel habe ich nicht mehr. Von dem was ich habe, könnte ich nun, mit so viel zeitlichem Abstand, sicherlich wieder etwas aussortieren und weggeben oder wegwerfen.

Heute Nacht hatte ich mir über das Ausmisten und über die Dinge Gedanken gemacht und darüber geschrieben……der Text folgt weiter unten.

Nach dem Ausflug ins Lager, mit Raajas Auto – ich genoß es mal wieder selbst zu fahren….brachte mich Renate zum Zug und ich fuhr nach Hamburg.

30112008hamburg-0011In Hamburg besuchte ich mit Ute eine alte Bekannte. Diese kannte mich nur ohne Bart. Ihre Reaktion war auch interessant. Sie war nicht geschockt, und hatte vor Jahren mal einen Artikel über eine bärtige Frau gelesen, wusste leider nicht mehr wo…. Auch durch ihre Arbeit im Krankenhaus hatte sie schon so Einiges gesehen, wie Transvestiten mit Bärten….

Sie empfand mein Aussehen als stimmig. Es passte ihrer Meinung nach. Und sie fand es angenehm mal nicht beim Anblick meines Gesichts einsortieren zu müssen, in Mann oder Frau. Sie fand, das die Menschheit schon zu lange in der Dualität gelebt hat. Das die zwei Extreme, Mann und Frau sich wieder aneinander annähern müssten.

Wir unterhielten uns noch eine Weile bei Tee und Adventsgebäck und dann fuhr ich mit Ute nach Hause. Auf der Fahrt tankten wir. Ich ging in den Laden, um mir eine Flasche Wasser zu kaufen. Im Tankstellenshop standen fünf Männer. Als ich mich im Laden umschaute, erstarrten diese, wie Salzsäulen. Es war eine surreale Atmosphäre, wie in einem Film. Keiner sagte was. Sie tauschten Blicke aus und schauten wieder auf mich und Stille erfüllte den Raum. In manchen Gesichtern war so etwas wie ein Entsetzen zu sehen. Der Mann an der Kasse lächelte und fragte freundlich, darf es nochwas sein. Ich schüttelte den Kopf, bezahlte und ging hinaus.

Dann betrat Ute den Laden, um das Benzin zu bezahlen. Sie berichtete mir nachher im Auto, das sie noch Wortfetzen hörte, wie die Männer sich über den Bart ausließen und anschließend wie erlöst lachten…. als sie Ute sahen verstummten sie wieder.

Interessant. Manche Menschen reagieren auf den Anblick geschockt.

Auch Ute hatte ein schockartiges Gefühl gehabt, als sie mich mit Bart zum ersten Mal sah.

Ich finde es gut, daß mein Aussehen die Menschen zum Lachen bringt. Da braucht es keine Clownsnummer mehr und keine Rote Nase. Einfach nur Erscheinen und schon setzt das was bei den Leuten in Gang. Und das Lachen befreit, löst Spannung und ist gesund! So trägt mein Aussehen mit Bart dazu bei, das mehr gelacht wird. Ist doch schön!

Hier folgen noch ein paar Gedanken, zum Thema Ausmisten und Innere Einkehr….

In den letzten Wochen und Monaten, sah ich so manche Wohnung, die so voll mit Dingen war, das kaum noch Platz für die Bewohner blieb. Manche Leute, die ich traf wollten gerne eine leerere Wohnung haben, doch es war für sie kaum möglich etwas weg zuwerfen oder weg zu geben.

Vor Jahren las ich das Buch: „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston. Dieses Buch hat mich so sehr inspiriert und motiviert, das ich jede Menge „Zeugs“ losgeworden bin. Das Entrümpeln zog sich über einige Jahre. Wenn ich zum Beispiel ein paar Bücher weggegeben hatte, konnten die Nächsten um so leichter das Regal verlassen. Je mehr ich los lies und weg gab, desto leichter wurde es. Mir selbst ging es auch immer besser. Ich hatte mehr Kraft und mehr Ruhe in mir. Ich brauchte weniger Zeit mit dem „Umsorgen“ der Sachen zu verbringen, als davor.

Als ich dann in der letzten Zeit Menschen in etwas vollen Wohnungen besuchte, bemerkte ich, das ich mich in diesen Wohnungen schlecht konzentrieren konnte. Die Dinge „lärmten“, wollten Aufmerksamkeit und zogen diese von mir selbst ab. Mit Mühe und starkem Willen geht es dann schon, doch es braucht mehr Kraft.

Je leerer ein Raum ist, und je angenehmer er gestaltet ist, umso wohler fühle ich mich und desto besser kann ich mich auf meine Arbeit oder mein Inneres konzentrieren – oder auf was auch immer ich mich konzentrieren möchte.

Wenn mich zu viele Dinge umgeben und meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dann bin ich mit meiner Aufmerksamkeit nicht mehr bei mir. Das Resultat ist, mangelnder Kontakt zu mir, ein Gefühl der Leere und Traurigkeit. Die Traurigkeit führt dazu noch mehr zu kaufen und anzusammeln, denn da ist die Hoffnung durch diese Dinge glücklicher zu werden. Doch das Gegenteil ist der Fall! Je mehr ich ansammle und horte, desto mehr entferne ich mich von mir selbst. Die Dinge sind dann der Lebensmittelpunkt. Und ich selbst gehe darin unter.

Die Dinge sind dann wichtiger als der Kontakt zu mir. Die Dinge nehmen all den Raum im Haus. Die Dinge sind wertvoller als ich. Wenn dann ein Ding kaputt geht schreie ich. Das Geld, das das Ding kostete ist wichtiger, als ich selbst. Wo bleibe ich?

Wohin ging ich? Gibt es mich überhaupt noch vor lauter Dingen!!!?

Was ist das für ein Leben! Ein Leben in dem die Dinge wichtiger sind, als ich mir Selbst.

Ein Leben in dem die Dinge wichtiger sind, als der liebevolle Umgang mit meinen Nächsten.

Ein Leben in dem Geld und Objekte wichtiger sind, als die innere Einkehr.

So viele Dinge und so viele Seiten geschriebener Worte haben manche Menschen gesammelt, das ihre Lebenszeit nicht ausreichen wird all dies zu lesen und die Dinge wirklich zu nutzen und zu benutzen. Das Unangenehme ist, das die „Objekte“ dann herumstehen und einstauben. Falls man sich die Zeit nimmt sie immer wieder zu reinigen und zu pflegen, dann hat man diese Zeit wiederum nicht für andere Dinge im Leben.

Aus Angst Dinge zu behalten – einer der Gründe, warum Menschen so viel sammeln.

Es könnten ja „schlechte Zeiten“ kommen! – oder „ich könnte es ja nochmal brauchen“…..

Einige der Bücher, die ich weg gab, begegneten mir in den darauf folgenden Jahren wieder. Manchmal hätte ich sie günstig kaufen können, ein anderes Mal standen sie bei Menschen, die ich besuchte im Regal und ich hätte sie mir ausleihen können.

Es ist schön, wenn man mit dem Vertrauen lebt, das alles was man braucht da ist. Und falls man etwas braucht, das es dann auf Einen zu kommt. Dann ist es nicht nötig so viel zu horten und anzusammeln.

Auch ändern sich die Zeiten. Die Dinge von vor 40 Jahren will ich nicht unbedingt benutzen. Manch einer vielleicht doch…?

Vor einem Jahr, war es schon solch eine „Mode“ zu entrümpeln, zumindest in meinem Freundeskreis, das ich es schwer hatte überhaupt noch Dinge los zu werden.

Eine meiner Bekannten wurde richtig wütend, als ich ihr noch mehr Sachen brachte, sagte sie in einem sehr wütenden Ton zu mir: „Du bist wie meine Mutter……die überhäufte und erstickte mich mit Dingen, statt mir ihre Zuwendung und Liebe zu geben!“ Oh je …da hatte ich damals wohl voll ins Fettnäpfchen getreten. Wie sollte ich wissen, das das ein wunder Punkt der Frau war!?

Nachdem ich immer wieder auf Abwehr gestoßen bin, wenn ich etwas weiter geben wollte, bin ich nun bereit auch mal etwas in die Mülltonne zu werfen.

Im Internet gibt es eine Seite: Alles-und-Umsonst.de. Die Idee ist gut. Dort können Menschen ihre Sachen anbieten, die sie zu verschenken haben und wer sie braucht, kann sie dann kostenlos abholen. Leider klappt das nicht immer so gut.

Einige Menschen sagen zu, um etwas abzuholen und kommen dann doch nicht,….und so ist es manchmal leider leichter und zeitsparender die Dinge in die Mülltonne zu werfen…als darauf zu warten, das Jemand kommt…dennoch wollte ich die Seite weiterempfehlen und finde es sollten noch mehr Menschen da mit machen……und nicht alle, die etwas abholen wollen sind so unzuverlässig….

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Im Wendland….Tagebuch, 116. Tag

28112008berlin-037Über Nacht hatte es geschneit und die Dächer hatten einen leichten weißen Überzug…bis zum Abend fiel immer wieder etwas Schnee.

Ich hatte bei Ute übernachtet und Mittags fuhren wir zum Adventsbasar der Freien Schule in Hitzacker.

Dort hatte ich mit Raaja und Dora einen Stand. Raaja verkaufte Rosen Indischer Frauen – das Geld wird nach Indien gespendet. Ich verkaufte Vanillekipfel, meine Karten und Fingerpuppen. Es war eine schöne, ruhige Atmosphäre. Es gab sehr viele Stände in den verschiedenen Gebäuden der Schule und auch Puppentheater und andere Aktionen. Wir waren in einem der Klassenräume und nicht alle fanden den Weg zu uns. So war der Verkauf hier im Saal mäßig. Viele der Keksbeutel nahmen wir am Schluß wieder mit. Ich hatte ein paar Fingerpuppen verkauft und diese wie auch meine Karten kamen gut an.

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Nach Abzug der Unkosten, hatte ich etwas Geld verdient, um meine nächste Bahnreise zu bezahlen.

Als ich in der Schule ankam, hatte Dora schon gespannt darauf gewartet, wie ich mit meinem Bart umgehen würde. Ich hatte ihn nicht versteckt, sondern benahm mich so, als ob nichts wäre. Das überraschte sie, denn bei meinem letzten Besuch vor einigen Tagen hatte ich nicht den Mut dazu gehabt und hatte den Bart hinter meiner Jacke versteckt.

28112008berlin-066Nur wenige schauten erstaunt. Einige kannten mich von früher und wunderten sich wo denn nun der Bart herkam. Das er eigentlich schon immer da war und da gewesen wäre, wenn ich nicht gezupft hätte, das wußten sie nicht.

28112008berlin-057Hin und wieder erklärte ich mich, doch die meisten Menschen verloren kein Wort darüber. Sie kauften auch bei mir und es war kein Problem normal zu kommunizieren, zu lachen und zu sein. Wie sagte mal Byron Katie: Die Realität ist freundlicher, als unsere Gedanken darüber.

Meine Ängste waren größer als das was dann in der Realität war. Meine Bedenken, ob denn jemand Lebensmittel von einer bärtigen Frau kaufen würden, waren auch groß.

Ob jemand keine Kekse kaufte, weil eine bärtige Frau hinte dem Tisch stand, weiß ich nicht. Aber es gab Einige, die die Kekse probierten und die sie kauften!

Gegen 18 Uhr war der Markt zu Ende und wir bauten ab. Ich freute mich über das eingenommene Geld und darüber mich heute nicht versteckt zu haben.

Von Berlin zurück ins Wendland…..Tagebuch, 115. Tag

28112008tosterglope-004Berlin am Vormittag. Es war eine kurze Nacht bei Lena und Paul und ein milchig grauer Himmel begrüßt mich.

Ich bin nur wenige Stunden hier, um die letzten Sachen aus dem Lager in Berlin zu holen. Am Nachmittag geht es dann wieder ins Wendland zum Lager. Bin mal gespannt, wie ich mich heute da draußen verhalte. Werde ich mich wieder verstecken wollen? Oder bin ich mutig und zeige mich wie ich bin?…….

28112008berlin-013Am Abend bin ich bei einer Freundin. Hab es geschafft. Das war vielleicht eine stressige Aktion! Um drei Uhr ging meine Mitfahrgelegenheit und ich mußte mich so beeilen, bis dahin alles zu schaffen…

28112008berlin-029Ein Paket war für mich angekommen, das überdimensional groß war. Alleine dies abzuholen und zu transportieren war eine akrobatische Leistung. Mit diesem riesen Paket gings dann zum Einwohnermeldeamt, um mich dort abzumelden.

Diesmal lief ich offen mit dem Bart durch die Stadt und auch in der U- Bahn zeigte ich mich. Das fühlte sich besser an, viel besser, als mich zu verstecken. Mich zu verstecken macht mich schwach, wie ich es schon einmal bemerkte vor Wochen.

28112008tosterglope-005Im Einwohnermeldeamt sorgte ich für Aufsehen, meine Erscheinung mit Bart dazu noch dieses riesige Paket auf dem Rollwägelchen….ich bekam eine Nummer und sollte warten. Da dies über eine halbe Stunde dauern würde…ging ich in ein ruhiges Eckchen und packte mein Paket um. Es lies sich verkleinern und in eine dieser großen Türkentaschen umpacken. Das war nun schon etwas besser.

Als ich dann in das Zimmer kam, um mich abzumelden…sagte der Beamte etwas von er oder sie…denn ihm war nicht klar, trotz meines Ausweises, welches Geschlecht ich denn nun habe. Innerlich schmunzelte ich.

Dann war es vollbracht. Abgemeldet – ohne Wohnsitz – nun auch offiziell, was das Problem mit der Krankenkasse erstmal löst.

28112008berlin-030Ich fuhr zum Lager holte die letzten Reste auch noch so eine Türkentasche voll und mit zwei Rollwägelchen schob ich mich und das Gepäck zur Bahn. PPuh. Beinahe hätte ich ein Taxi gerufen…

Dann schaffte ich es und kam mit der S-Bahn noch rechtzeitig zum Treffpunkt. Hätte langsamer machen können, denn eine der Mitfahrerinnen kam erst eine halbe Stunde später. Sie hatte auch noch eine Menge Gepäck. Aber wie durch ein Wunder paßte alles Gepäck, mitsamt der 4 Personen, ins Auto. Mit der jungen Frau unterhielt ich mich auf der Fahrt. Sie war bei der Bundeswehr bei der Artillerie. Das war für mich spannend, mit einer Frau, die bei der Bundeswehr ist, hatte ich noch nie gesprochen. Dem Bart gegenüber hatte sie eine tolerante Meinung, „das bist halt du und das gehört zu dir“, meinte sie. Bartfrauen waren ihr schon früher, unter anderem, im Fernsehen begegnet….vermutlich sah sie die selbe Talkshow, die ich auch mal vor Jahren gesehen hatte.

Die medizinische Seite interessierte sie auch bei meinem Bartwuchs. Am liebsten würde sie Medizin studieren und in die Gerichtsmedizin gehen….

Vom Wendland nach Berlin…Tagebuch, 114. Tag

27112008tosterglope-019Heute half ich noch einmal Renate beim Aufräumen und Sortieren. Packte meine Sachen und abends fuhr ich mit dem 20 Uhr Bus von Hamburg nach Berlin. Ich war ziemlich müde, denn die letzten Tage schlief ich zu wenig. Mal, weil das Leben dort so früh los ging, die Kinder in die Schule gebracht werden mussten, oder Raaja, der sein Büro zu Hause hat, mit den Vorbereitungen für den Klavierunterricht oder den Chor begann. Manchmal ging ich auch zu spät ins Bett, weil ich noch bis in die Nacht Plätzchen backte.

In Hamburg am Bahnhof hing die Weihnachtsdekoration und sah schön aus, wie kleine Sternchen beim Feuerwerk.

Wieder mit so vielen Menschen konfrontiert zu sein, war unangenehm. Bis ich im Bus war zog ich mir immer wieder den Schal vor den Mund. Wollte heute unsichtbar sein, meine Ruhe haben.

Ich finde das schade, das ich mich verstecke, doch noch fühlte ich mich irgendwie verletztlich. Ich versuchte zu ergründen, was da los ist. Es begann mit einigen Erlebnissen mit Menschen, von denen ich enttäuscht war. Doch ich könnte das ja mal loslassen. Dann merkte ich, wie unwohl ich mich in diesen Kleidern fühle, die ich trage und das ich mich doch eigentlich schön machen wollte. 27112008tosterglope-025Da gab es schon vor vielen Wochen die Idee mir ein Kostüm zu schneidern. Doch daür fehlte das Geld die Ruhe und die Zeit. Jedenfalls bemerke ich, wie wichtig es für meinen Selbstwert ist, das ich mich schön mache und mich mit mir gut fühle. Wenn ich in den Spiegel schaue, dann finde ich mich mit dem Bart schön. Ich denke hin und wieder, das er etwas kürzer besser aussah. Es wird Zeit einige Häarchen zurecht zu stutzen denke ich. Doch will ich ihn auch gerne länger wachsen lassen. Bin neugierig wie das ist, mit einem langen Bart. Es ist ein Experiment mit meinem Körper. Dafür sollte ich mir mehr Zeit und Muse nehmen.

Die Situation, in die ich mich begeben habe, ist ein doppeltes Abenteuer, vielleicht sogar ein Dreifaches!

Zum Einen ist da die Situation, das ich keine eigene Wohnung, kein regelmäßiges Einkommen und keine finanziellen Reserven habe, und zum Anderen wächst in meinem Gesicht auch noch ein Bart!!

Da könnte man meinen, ich hab sie nicht mehr alle! Es ist so schon schwierig eine Wohnung ohne Einkommen zu finden. Es ist schwierig mit diesem Aussehen Arbeit zu finden und zu leben. Es erscheint den meisten Menschen auch unmöglich, ohne bzw. mit wenig oder unregelmäßigem Einkommen zu leben.

Immer wieder ergibt sich dann was, was das Leben weiter gehen läßt. Im Wendland wird mir ich ein Haus das leer steht abgeboten, auch ein Freund in der Pfalz hat mir seine Wohnung die leer steht angeboten. In beiden Fällen kann ich für das Wohnen als Tausch bei der Renovierung helfen. In Portugal kann ich für einen Monat ein Haus mit Tieren „sitten“ …und eine Art alternativer Krabbel-Kindergartengruppe, (die mich noch nicht sahen…) sucht auch jemanden…..es gibt also Möglichkeiten, die Angebote kommen und es geht weiter. Bei meinen Freunden im Wendland half ich die letzten Tage im Haushalt mit und bekam dafür Essen, einen Schlafplatz, die gedruckten Karten bezahlt…und nicht zu vergessen: nette Gesellschaft und eine schöne Zeit geschenkt!

Es gibt Unterstützung.

Das Haus in Portugal werde ich ab Dezember sitten und ich freue mich auf die Zeit in Portugal, wenn ich einige Zeit für mich sein kann um zur Ruhe zu kommen.

Wenn ich bei anderen wohne, fehlt mir immer wieder die Zeit und vor allem die Ruhe zur inneren Einkehr. Ich genieße dann auch den Trubel, so ist es nicht.

Im Nachhinein gesehen, hätte mir ein wenig Rückzug und Ruhe sicherlich gut getan. Ich habe viel gearbeitet und hatte auch Zeit für mich, doch das wirbelnde Familienleben, das Putzen und Umräumen, der wenige Schlaf..kein eigenes Zimmer…- so schön und unterhaltsam es war;  jetzt ist das Bedürfnis nach Ruhe wieder da.

Vielleicht lerne ich es auf meiner Reise, mir den Raum zum Rückzug zu nehmen. Früh genug zu spüren wann ich ihn brauche und mir auch zu nehmen. Wenn ich für mich besser sorge, dann haben alle etwas davon.

Tagebuch, 113. Tag

25112008tosterglope-029Immer noch bin ich auf dem Land und widme mich häuslichen Dingen.

Gestern Abend zeichnete ich noch eine Menge.

Heute habe ich einige Stunden lang Weihnachtsplätzchen gebacken. Genäht und geflickt. Mitgeholfen aufzuräumen und zu sortieren, wovon es hier jede Menge gibt.

Morgen fahre ich nach Berlin, um den letzten Rest meiner Sachen zu holen. Ich werde nur eine Nacht bleiben. Und freue mich, gleich wieder hierher zu fahren.

Hier vermisse ich die Stadt nicht. Es tut mir gut Hausarbeit zu machen und nur die mir vertrauten Gesichter zu sehen.

Auf dem Land und in Hitzacker, Tagebuch, 112. Tag

25112008tosterglope-0241Heute war schönes und mildes Wetter.

25112008tosterglope-030Den Morgen verbrachte ich mit Kochen, Putzen und Wäsche waschen – Hausarbeit. Als 25112008tosterglope-038Renate nach Hause kam aßen wir gemeinsam zu Mittag. Räumten noch ein wenig herum und fuhren dann nach Hitzacker zur Freien Schule. Mein Sohn war auch einige Jahre auf dieser Schule gewesen und ich war schon länger nicht mehr dort gewesen. Den Neubau kannte ich noch nicht. Die Schule wird immer schöner.

Der Sonnenuntergang war fantastisch.

25112008tosterglope-063 25112008tosterglope-053Doch das Foto kann leider nicht die Schönheit wiedergeben, die wir in der Realität sahen…

Mädchentoilette
Mädchentoilette

Tagebuch, 111. Tag

24112008tosterglope-012Es gibt nicht viel zu sagen.

Ruhige Tage auf dem Land mit Hausarbeit und Kreativem.

Den Tag verbrachte ich mit Aufräumen im Haus meiner Freunde. Das Zimmer der Tochter war unter anderem dran und Dora freute sich sehr darüber. Mir hat es auch Spaß gemacht und in den nächsten Tagen werden wir noch ein wenig gemeinsam ausmisten….

Morgen wird wieder gebastelt und vielleicht auch gebacken, denn der erste Advent ist schon am Wochenende und es gibt noch keine Plätzchen.

Dora sagte am Abend zu mir, was sie mir schon bei meinem letzten Besuch sagte: ich kann mir dich gar nicht mehr ohne Bart vorstellen.

Und das von einem Teenager!

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Sonntag im Wendland….Tagebuch, 110. Tag

Die letzten Tage in Berlin empfand ich als sehr schwierig. Ich fühlte mich unwohl und wollte so schnell wie möglich wieder aus der Stadt weg. Meine hohen Erwartungen, die ich von zwei Terminen hatte, wurden nicht erfüllt…und ich fühlte mich etwas ernüchtert.

24112008tosterglope-015Die vielen unbekannten Menschen in der U und S-Bahn strengten mich an. Ich fühlte mich nicht willkommen in Berlin und mit mir selbst fühlte ich mich auch nicht wohl. Ich war sehr empfindlich und nicht stark genug um Kritik und Blicke auszuhalten.

Jetzt bin ich um so froher wieder auf dem Land zu sein mit Menschen, die ich mag, denen ich willkommen bin, und die Zeit für mich haben, mit denen ich Lachen kann und wo ich mich einfach wohl fühle.

So allmählich bin ich wieder bereit einen festen Wohnsitz zu haben. Noch weiß ich nicht so recht wo.

Wichtig wird es sein, daß dort Menschen sind, die ich mag und mit denen ich mich wohl fühle.

Idealerweise wird es auf dem Land in einer wundervollen Landschaft mit einem Gewässer in der Nähe sein, sei es ein Bach, ein Fluß, oder das Meer.

24112008tosterglope-019Der heutige Sonntag begann spät. Alle schliefen aus und das Frühstück war erst Mittags. Renate und ich kochten Apfelmus und Gelee aus den Äpfeln des Gartens. Am späten Nachmittag begann ich mit Dora zu basteln und wir hörten nicht auf, bis es Zeit war ins Bett zu gehen.

Ein ruhiger und kreativer Tag ist nun zu Ende. Der Bart war vergessen an diesem Tag und die Familie hat sich auch schon längst daran gewöhnt. Alle freuten sich über das kreative Tun und ich bin froh hier zu sein mit lieben Menschen, die Zeit für mich haben und das inmitten der Natur.

Auf dem Land…..Tagebuch, 109. Tag

221109berlindomitz-021Dömitz, ein Ort an der Grenze zum Wendland mit etwas mehr als 2000 Einwohnern. Viele Häuser stehen leer und sind zu verkaufen. Die Zeit scheint hier still zu stehen.

Als ich am späten Vormittag aufwache, endlich mal wieder ausgeschlafen! …da hat es geschneit!

221109berlindomitz-0221Ich bin überrascht, daß ich nicht friere. Die Wärmflasche hat gut getan. Auf dem Campingkocher, koche ich mir mit dem mitgebrachten Wasser Tee und genieße die Ruhe. Später mache ich ein Feuer, mit den Holzbriketts im Kachelofen, der im Zimmer steht. Der Ofen zieht jedoch nicht richtig und der Qualm dringt durch die geschlossene Ofentür ins Zimmer. Bei offenem Fenster lasse ich das Feuer weiter brennen.

221109berlindomitz-023Es dauert über eine Stunde, bis das Ofenrohr so warm ist, das es richtig zieht….doch immer noch kommt etwas Qualm ins Zimmer. Meine Sachen zu sortieren überfordert mich heute morgen.

Also gehe ich erst mal rauß, um die Gegend zu erkunden, und um mir Wasser und etwas zu essen zu kaufen.

Abends will ich mit dem Bus nach Dannenberg fahren, wo mich Renate abholen wird.

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221109berlindomitz-018Es ist schön durch den Schnee zu laufen. Ich finde heraus, das ich den Bus anrufen muß, damit er kommt. Und ich komme bei dem Haus von Ute Stender, einer Glaskünstlerin vorbei, die ich noch von meiner Arbeit im Ausstellungshaus in Hitzacker kenne. Ich rufe sie an und verabrede mich mit ihr für den späten Nachmittag, denn erst mal muß ich zurück und packen, bevor es wieder Dunkel wird.

Auf dem Weg entdecke ich ein noch blühendes Löwenmäulchen! Und das bei den Temperaturen! Löwenmäulchen mag ich gerne. Diese Blume hat mich schon als Kind fasziniert, weil man das „Maul“ auf und zu machen kann.

221109berlindomitz-031Im Haus versuche ich den Strom einzuschalten, doch gelingt es mir nicht. Die Sonne geht schon unter und ich beeile mich die nötigsten Dinge einzupacken. All diese Dinge überfordern mich gerade. Bin müde und brauche immer noch Schlaf und Ruhe.

Ich bin fertig, kurz bevor es zu dunkel wird. Und es ist gerade mal halb fünf!

221109berlindomitz-020Dann gehe ich Ute besuchen. An der Tür warne ich sie kurz vor: Ich sehe anders aus….und sie lacht, als sie den Bart sieht und fragt mich wie geht denn das….Ihre Reaktion ist positiv und offen, denn sie ist eher ein unkonventioneller Mensch. Wir unterhalten uns angeregt, bei einem Tee, bis mein Bus um kurz vor sieben nach Dannenberg fährt.

221109berlindomitz-0291Der Bus stellt sich als Taxi heraus, welch ein Luxus.

221109berlindomitz-039In Dannenberg erwartet mich Renate schon. Wir fahren zu ihr nach Hause. Raaja ist am Kochen und etwas später sitzen wir alle am Tisch und es gibt die leckere Kürbissuppe.

Ich genieße es, mit der Familie am Tisch zu sitzen und gemeinsam zu essen.

Die nächsten Tage werde ich hier wohnen und Renate bei einigen Dingen im Haus helfen.

Dürfen Frauen einen Damenbart haben..Tagebuch, 108. Tag

Im Internet finde ich immer wieder Seiten, in denen behauptet wird, das Frauen keinen Bart haben können. Und auf anderen Seiten wird rege diskutiert, ob eine Frau einen „Damenbart“ haben darf oder nicht.

Lilipuz das Kinderradio behauptet, das nur Männer einen Bart haben. Über dem Artikel befindet sich eine Playtaste, um den Radiobeitrag zu hören. Im Radiobeitrag heißt es, zu Beginn, das eine Frau keinen Bart bekommt und dann etwas später im Beitrag wiedersprechen sie sich und sagen, das eine Frau auch einen Bart, doch nicht so viel Bart, wie ein Mann bekommen kann.

Die Beitragmacher haben solche Frauen wie Jennifer Miller und all die bärtigen Frauen der Vergangenheit und Gegenwart vergessen oder wissen nichts von ihnen.

Klar, wie auch, wenn sich die bärtigen Frauen alle rasieren, wie soll es ans Licht kommen, das es da noch mehr Frauen mit Bart geben könnte und auch solche mit Vollbart!

Warum dürfen Frauen, die einen Damenbart haben, den nicht einfach wachsen lassen? Antworten dazu unter: http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20080913040448AAaSTxJ

Meinungen warum Frauen keinen Damenbart haben sollten:

http://iq.lycos.de/qa/show/33785/Warum-rasieren-sich-Frauen-ihren-Damenbart-nicht-ab/

Am späten Vormittag beginnt ein Schneeregen über Berlin zu fallen! Oh nein, denke ich. Heute Nachmittag wollte ich einige meiner Sachen ins Wendland bringen. Hoffentlich sind die Straßen dann frei!

211109berlin-009Ich überlege hin und her, ob ich nochmals zum Jobcenter gehe. Ich habe kaum noch Geld und keine Krankenkasse. Was ich nicht wußte ist, das anscheinend jeder in Deutschland krankenversichert sein muß. Zumindest behauptet dies meine Krankenkasse. Und falls ich nicht die 133,-€ monatlich zahle, die jemand ohne Einkommen zu zahlen hat, dann würde die Krankenkasse, irgendwann im Nachhinein, für jeden nicht gezahlten Monat, 500,-€ berechnen. Die dann entstandene Summe würde wie eine Strafe vollstreckt werden!!! Ich kann es kaum glauben.

Da das, für mich zuständige, Jobcenter nicht so gut erreichbar ist, werde ich gut durchnäßt sein, bis ich dort ankomme. Draußen ist es ziemlich dunkel und die weiße Wand mit dem Schneeregen nimmt mir die Sicht.

211109berlin-026Ich brauchte über eine Stunde zum Arbeitsamt in Köpenick, wo ich noch gemeldet bin. Und ich bereue es hingefahren zu sein. Kurz bevor das Amt zumachte, um kurz vor eins war ich da. Nur eine Person vor mir, so etwas erlebte ich selten. Ich wurde mit den Worten begrüßt, das ich zu spät komme. Das wurde mir auch schon gesagt, als ich mal nach 10 Uhr da war. Da wurde mir gesagt, für die Hartz IV Antragstellung müsse ich vor 10 Uhr kommen. Nun, ich setzte mich durch und bekam eine Nummer.

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Dann kam ich zu der nächsten Sachbearbeiterin, die mir sagte: es ist nach ein Uhr und sie würde nun nichts mehr machen.

Gut dann wollte ich wenigstens einen Stempel, als Beweis, das ich hier war, denn ab dem Tag würde auch der Hartz IV Antrag laufen. Sie gab mir einen Zettel mit dem Stempel und einen Termin für Montag um 8 Uhr früh!! Das ist auch so typisch. Wenn die sich ärgern, dann kriegt man acht Uhr Termine. Dabei ist das nicht nötig. Ich fragte sie, ob sie nicht einen späteren Termin habe, worauf sie sagte, nur wenn sie mir sagen sie können nicht.

221109berlindomitz-001Ich erklärte ihr wie lange es dauert mit all den Verkehrsmitteln und zu Fuß bis dort hin zu kommen. Sie murmelte irgendetwas genervtes und ich lies es bleiben weiter zu diskutieren und ging.

Draußen war ich wieder so geladen und wütend. Wütend, das ich mir das antue zu diesem Amt zu gehen, der Weg dorthin ist schon nervig und dann die Mitarbeiter, die genervt sind und einen schlecht behandeln. Und überhaupt nervt es mich zu betteln.

211109berlin-019Und wenn ich an den Papierberg denke, den ich dort anschleppen muss, werde ich noch wütender und genervter.

Vielleicht lasse ich es doch sein. Verhungern werde ich schon nicht.

Ich rief nochmals bei der Krankenkasse an. Der Mann am Telefon kannte sich nicht wirklich aus, mit der Versicherung, bezüglich dieses Spezialfalls, wenn jemand ohne Wohnsitz ist oder sich immer wieder nur wenige Wochen in Deutschland aufhält.

Ich werde mal eine Stelle anrufen, die für die Obdachlosen zuständig ist. Falls mir nichts passiert, ist das wohl auch alles kein Problem. Erst in dem Falle, wenn ich ins Krankenhaus müsste, wird es dann teuer.

221109berlindomitz-004Ich fuhr wieder zur Wohnung von Lena und Paul, packte meine Sachen zusammen und fuhr zum Lager, wo ich am späten Nachmittag abgeholt wurde, um ins Wendland zu fahren. Es war eine nette Fahrt. Der Fahrer hatte über vierzig Jahre in Berlin gearbeitet und gelebte und war nun mit seiner Partnerin ins Wendland gezogen. Da gab es viel zu erzählen. Erst versuche ich meinen Bart zu verstecken, doch dann als ich sage ich habe einen Bart, da meint er ne das nennt man schlecht rasiert…und später erzählt er mir von Ärzten, die er kennt und die „so etwas“ behandeln und weg lasern und über andere Methoden. Ich erkläre ihm, daß ich schon drei IPL Behandlungen hinter mir hätte und das ich den Bart nun haben möchte. Wir wechselten dann das Thema.

221109berlindomitz-006Gegen 22 Uhr waren wir in Dömitz angekommen. Leider gab es in dem Haus, wo ich meine Sachen lagere, weder Licht noch fließend Wasser. Mit dem Handy leuchtete ich mir den Weg und fand Kerzen. Mit der Kerzenbeleuchtung ging es dann…….und ich baute mir mein Nachtlager auf ..kochte mit dem Campingkocher heißes Wasser für die Wärmflasche und ging gleich schlafen.

Warum trage ich immer noch Bart…..Tagebuch, 107. Tag

201109berlin-lena-007 Warum trage ich immer noch den Bart?!

Weil es ein Teil der Realität ist: 40% der Frauen auf der Welt haben nun einmal Haare im Gesicht und an Stellen, die nicht dem Bild der „typischen“ Frau entsprechen.

Damit es neben den geschminkten und „enthaarten“ Frauen auch Frauen mit Bart gibt, und damit sich die Menschen an den Anblick von Frauen mit Bart gewöhnen.

Es geht darum das Bild der „Frau“ zu erweitern. Und es geht darum, das ich mir die Freiheit nehme, mich nicht anzupassen an ein Idealbild der Frau, das irgendjemand vorgibt, und das je nach der Zeit, in der man lebt, schwankt.

Einen Bart zu tragen, als Frau, hat Konsequenzen. Es ist tatsächlich schwieriger eine Arbeit zu finden. Insbesondere, wenn ich einen Job machen möchte, der mit Kindern zu tun hat. Nicht die Kinder haben das Problem, doch ihre Eltern, oder Betreuer.

Meinen Bart wachsen zu lassen, ist die Reaktion auf den jahrelangen Versuch mich an die Gesellschaft anzupassen. Eines gescheiterten Versuchs, durch meine Berufswahl und mein angepasstes Aussehen den Wünschen und Erwartungen meiner Eltern und der Gesellschaft zu entsprechen.

Mich anzupassen macht mich nicht glücklich. Wenn ich mich anpasse, dann unterdrücke ich viele Teile von mir. Diese wollen auch gelebt werden. Mich anzupassen schneidet mich von mir selbst und dem Ursprung ab. Anpassung ist eine Lüge.

201109berlin-lena-003Der Bart wächst und mit ihm erkunde ich mich selbst. Wer bin ich? Was will ich? Was macht mir Freude? Was erfüllt mich?

Der Bart verhindert einen Rückfall in die gewohnte Anpassung. Er verhindert, das ich irgendeinen Job mache, der mir nicht entspricht. Er hilft mir meine Kreativität zu leben und mich auf den Weg zu bringen, um mit dem, was in mir an „Potential schlummert“, mein Geld zu verdienen. Er hilft mir, mich nicht in der Anpassung zu verlieren.

Der Besuch der Schule von Byron Katie war ein wichtiger Moment auf dem Weg hierher. Dort gab es eine Übung, die meine Sicht auf meinen Körper und auf meinen Bartwuchs veränderte. Während dieser Übung erfuhr ich, das ich so wie ich bin, ok bin. Ich erlebte, das alles an mir seine Berechtigung hat, zu sein, so wie es ist. Das ich sein darf, so wie ich bin. Das ich glücklich bin, wenn ich mich annehme, so wie ich bin. Wenn ich damit aufhöre, mich und meinen Körper verändern zu wollen. Wenn ich mich annehme und liebe, so wie ich bin. Dann bin ich in Frieden.

Das schließt nicht aus, den Körper zu trainieren oder zu Fasten. Immer jedoch mit dem Wissen und dem Gefühl: ich bin ok und ich mag meinen Körper und deshalb trainiere ich oder faste ich, um ihn zu unterstützen. Dies zu tun aus einem Gefühl der Dankbarkeit heraus, für meinen Körper, denn er ist immer für mich da und unterstützt mich Tag für Tag.

Film Interview mit Byron Katie (23:15 Minuten)

und der Zweite Teil des Interviews mit der Vorstellung der 4 Fragen (ca. 29 Minuten auf der selben Webseite):

201109berlin3-005Donnerstag, der 20.11.2008: Das Wetter war weiterhin kalt und stürmisch. Den halben Tag verbrachte ich alleine, mit mir, in der Wohnung und ging am späten Nachmittag die Loewin besuchen. Wir hatten einen schönen Nachmittag und viel Spaß. Dann war ich so müde, das ich all meine weitere Planung sein lies und zurück fuhr, um früh ins Bett zu gehen. Auf der Fahrt mit der S- Bahn zog ich mir den Schal vor den Mund und sah aus, wie ein vemummter Demonstrant. Doch ich konnte heute und auch in den letzten Tagen die vielen Menschen und deren Blicke nicht ertragen. Das lustige war, das sie mich dadurch, das ich so vermummt war, auch anstarrten. Doch das war nicht so schlimm, als wenn sie sich Gedanken über meinen Bart gemacht hätten. So war nur meine Kleiderhülle zu sehen, doch nichts von mir. Immer wieder habe ich Tage an denen ich mich zu verletztlich fühle und mich zurückziehen und verstecken möchte. Ich kann verstehen, das es angenehm sein kann, sich hinter einem Schleier zu verstecken, so wie ihn die moslemischen Frauen tragen.

Es wäre ein Luxus und eine Erleichterung ein eigenes Auto zu haben und nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Ein Fahrrad habe ich in Berlin nicht mehr. Bei dem Sturm heute, wäre ich auch nur schwer voran gekommen. Es ist schön drinnen zu sein und nicht obdachlos, draußen umher zu irren bei dem Wetter! Vielen Dank an Lena und Paul, daß ich hier sein kann und schlafen darf.

Ohne eigene Wohnung…..Tagebuch, 106. Tag

191109bar-jeder-vernunft-berlin-010Was passiert, wenn ich keine eigene Wohnung mehr habe?

Seit einem Jahr bin ich unterwegs. In manchen Wohnungen wohnte ich einen, zwei oder drei Monate, an anderen Orten nur einen Tag….immer mit Wenigem, das mir gehörte und immer in Räumen die andere Menschen eingerichtet hatten und deren Gegenstände sich darin befanden.

Wie ist so ein Leben und was ist anders?

Ich lasse los: Konzepte, Besitztümer. Ich bekomme Abstand zu eigenem Besitz und zu einem Revierverhalten….je länger ich dabei bin, desto mehr entferne ich mich von diesen Dingen.

Das was mir mein „Besitz“, „meine Dinge“, mein eigenes Revier gaben, war ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Schutz. Mittlerweile bin ich nicht mehr so sehr abhängig von diesen Dingen wie noch vor einem Jahr.

191109bar-jeder-vernunft-berlin-045Ich brauche ein Dach über dem Kopf, Schutz vor Regen und einen warmen Tee, will mich waschen und mag es sauber…doch ich bin freier als zuvor. Fühle mich freier. Und doch bin ich abhängig von dem Wohlwollen anderer Menschen, die mir ein Bett zur Verfügung stellen oder einer Tauschmöglichkeit wie, Arbeit gegen Brot und Bett.

Diese Art zu leben, nimmt Angst. Immer geht es weiter. Und je länger ich in dieser Erfahrung bin, desto mehr Vertrauen wächst in mir. Gott ist da. Die Liebe ist da und trägt mich.

Als ich eine feste Wohnung hatte, da nahm ich viele Dinge zu wichtig. Wenn ich heute an den Schaufenstern für Weihnachten vorbei gehe, dann gehen mir Gedanken durch den Kopf – das diese Dinge, die ich in den Schaufenstern sehe so künstlich sind. Das ist nicht das echte Leben…diese Gegenstände versprechen Glück und das Leben…statt dessen berauben sie einen des wirklichen Lebens. Diese Dinge fressen meine Zeit und Aufmerksamkeit, die ich sonst für Anderes übrig hätte, dem mehr Lebendigkeit innewohnt und das alle Sinne anspricht. Wie die Zeit, die ich mit der Familie, den Freunden verbringe, oder kreativ gestalte wie zum Beispiel zu musizieren, zu basteln.

191109bar-jeder-vernunft-berlin-047Ich sammelte gerne. Ich liebe alte Möbel und auch schöne Dinge…doch will ich auch frei über meine Zeit verfügen,….ich will nicht der Sklave meines Besitzes sein. Ich mag es nicht, wenn ich in meiner Wohnung sitze und vor lauter Dingen keine Luft mehr bekomme und vor den unerledigten Dingen und den unsortierten Haufen sitze, die mich nicht denken lassen und mich lahm legen, weil ich mich überfordert fühle und ich nicht weiß, wo ich die Zeit hernehmen soll, das alles noch während meiner Lebenszeit zu sortieren oder mich damit befriedigend auseinander zu setzen. Es gab eine Zeit da hatte ich Regale, die übervoll mit Büchern waren und die Bücher riefen: „Lies mich!!“ – Ja gerne, aber wann!? Mein Leben auf dieser Erde ist zeitlich begrenzt und ich will etwas anderes machen mit dieser Lebenszeit, als zu lesen und meine Dinge zu sortieren..!

191109bar-jeder-vernunft-berlin-048Also sage ich mir: Vorsicht –  denke gut nach, wenn du dir wieder etwas kaufen willst. Willst du das wirklich? Brauchst du das wirklich? Bist du glücklicher wenn du es hast? Bist du glücklicher, wenn deine Wohnug voll mit Besitztümern ist?

Die Erfahrung mal ohne Besitz zu sein ist unbezahlbar!

So mag es einerseits schrecklich erscheinen, wenn Menschen ihr Hab und Gut plötzlich und unerwartet durch ein Erdbeben, Feuer, Überschwemmung oder andere Katastrophen verlieren. Es ist ein sehr plötzlicher Einschnitt. Und sicherlich schwerer damit umzugehen, als wenn es freiwillig geschieht und man sich entscheidet alles wegzugeben, um wie ein Wandermönch durch die Lande zu ziehen. Wenn es dann unerwartet und unvorbereitet geschieht, dann kann man, statt Opfer seiner eigenen Gedanken zu sein, und unter all den Ängsten und Befürchtungen, die der Verstand hervorbringt, zu leiden, kann man auch auf die andere Seite schauen: Es bedeutet eine neue unbekannte Erfahrung zu machen, die das alte Leben auf den Kopf stellt und enorm bereichern kann, sowie das Bewußtsein erweitern kann.

Die Materie kann ich nicht mitnehmen, wenn ich sterbe. Erfahrungen sind imateriell und erfüllen die Seele.

191109bar-jeder-vernunft-berlin-037Mittwoch, der 19.11.2008 Der Tag begann trüb, kalt, nass und stürmisch und blieb so.

Am frühen Nachmittag traf ich jemanden, der eventuell Sachen von Berlin ins Wendland fahren kann. Jetzt geht es also um die Materie, die ich noch habe, denn ich war nicht so konsequent wie die Wandermönche. Da ich gerne Bastele und Nähe, habe ich immer noch einiges an Material, um daraus etwas zu kreieren. In Berlin habe ich eine kleine Lagerbox gemietet, in der ich unter anderem Kleidung, Stoffe und die Nähmaschine habe. Die Box habe ich gekündigt und die Sachen sollen ins Wendland, wo ich meine anderen Sachen eingelagert habe.  Doch das Auto ist nicht groß genug, um alles hinein zu bekommen, denn der Fahrer, sein Hund und Gepäck und ich müssen auch noch mit. Vielleicht bringe ich diese Woche einen Teil weg und den Rest dann bei einer anderen Gelegenheit….Da sieht man mal wieder, wie es Zeit und Geld kostet Materie zu lagern und zu transportieren. Ist sie das wirklich wert?

191109bar-jeder-vernunft-berlin-041Am frühen Abend hatte ich ein Treffen, einen der beiden mir sehr wichtigen Termine, wegen dem ich nun in Berlin bin. Bei dem Treffen mit einer Person, die auf dem Gebiet Theater, Comedy, Pantomime professionell arbeitet, ging es darum, eine Nummer für die Bühne zu entwickeln, die mit dem Bart zu tun hat und lustig und interessant ist.

Das Treffen brachte einige Ergebnisse, doch hinterlies es bei mir ein enttäuschtes und verunsichertes Gefühl. Ich fing wieder an, an mir zu zweifeln, an meinen Fähigkeiten auf der Bühne etwas Gutes darzubieten….Es ist ein Wunsch das zu machen und gleichzeitig ist da so viel Angst und Verunsicherung. 191109bar-jeder-vernunft-berlin-038Dann frage ich mich halt auch, ob ich nicht lieber all die Dinge tun sollte, die mir leicht von der Hand gehen….und ich frage mich warum ich überhaupt auf der Bühne stehen will…na klar, weil es Spaß macht und weil ich gerne Menschen zum Lachen bringe. Ich kann das am Besten, wenn ich mich mit mir selbst sicher und wohl und entspannt fühle, doch in so einer künstlichen Trainingssituation bin ich nicht kreativ und entspannt, sondern habe Angst.

Danach telefonierte ich mit einer Freundin und schüttete ihr mein Herz aus….und sie meinte…vielleicht brauchst du jemanden Anderen zum Üben und Entwickeln und vielleicht musst du zu mehreren Trainern gehen, bis du den oder die „Richtige“ findest.

Das gab mir wieder etwas Mut und Zuversicht, denn ich fühlte mich so mies, daß ich am liebsten die ganze Idee begraben hätte.

Später dachte ich, das ich so eine Nummer selbst entwickeln und einstudieren muß, bevor ich um Hilfe bitte. So war es etwas zu früh…ich hatte kaum Vorstellungen über die Nummer, die ich machen wollte…und je weniger ich mit einbringe, um so schwerer für den Trainer und Coach.

191109bar-jeder-vernunft-berlin-058Es ist eines meiner alten Muster mich hilflos und unfähig zu fühlen, mich nach Hilfe umzusehen, wie ein Kleinkind nach seiner Mama, anstatt an mich zu glauben und einfach mal „Meins“ zu machen – egal wie es „Die ANDEREN“ Leute finden würden….denn egal, wen ich frage – jeder hat andere Vorstellungen darüber was gut ist und gefällt.

Es gibt auch für die Bühnennummer nicht „DIE“ Lösung….vieles ist möglich..und die Geschmäcker sind sehr verschieden.

Mir fällt da eine „Trash-Puppentheatergruppe“ aus dem Prenzlauer Berg ein „Das Helmi“, die entgegen jeder Regeln Puppen spielen, doch den Leuten gefällt das Trashige! Was sie machen hat durchaus etwas  Faszinierendes und sie spielen vor immer größerem Publikum und haben Erfolg mit dem was sie machen und sichtlich Spaß dabei.

Bei ihrem Konzept ist es nicht nötig, das die Puppen so gespielt werden, wie es ein an der Hochschule ausgebildeten Puppenspieler tun würde.

Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob ich das, was wir heute erarbeitet haben, einstudiere, oder ob ich mich meiner Angst und meinen Zweifeln hingebe und es sein lasse.

Wenn meine Begeisterung und die Freude am Spiel groß genug sind, dann gibt es Hoffnung, das es was wird.

Hier ein Film über die „Helmis„:

10 Punkte zum Glücklich Sein… Tagebuch, 105. Tag

171108hitzacker-0031Heute stand ich sehr früh auf, um mit der Mitfahrgelegenheit von Lüneburg nach Berlin zu fahren. Renate brachte mich mit dem Auto um viertel vor sieben nach Lüneburg zum Bahnhof.

Dort wartete ich bis halb zehn. Das Auto war voll und wir hatten unseren Spaß auf der Fahrt nach Berlin. Jeder von uns hatte mal was mit Pädagogik studiert oder arbeitet in dem Bereich.

Interessant was für „Zufälle“. Der Fahrer war Chef einer Musikschule in Berlin, der ältere Mann war Musiker und hatte mal unterrichtet und Barbara war Pädagogin. Wir unterhielten uns so gut, daß die Zeit sehr schnell verging.

I181109tosterglope-luneburg-berlin-004n Berlin wehte heute ein eisiger Wind. Schon auf der Fahrt war der Himmel so trüb und grau, das ich das Gefühl hatte es wäre schon Abend, dabei hatte der Tag erst begonnen!

Ich holte mir im Wedding den Schlüssel bei Paul ab, denn Lena und Paul waren beide bis spät abends am arbeiten. Fuhr dann in die Wohnung und ruhte mich aus und sortierte mich und meine Sachen. Heute Abend um acht Uhr gehe ich zum Konzert von Annamateur in die Bar jeder Vernunft. Ich freue mich, das ich sie mal wieder sehen und hören kann. Sie hat eine umwerfende Stimme! Und die Musiker, die sie dabei hat sind auch erster Klasse! Diesmal ist leider der Cellist Stephan Braun nicht dabei, ihn höre ich auch sehr gerne spielen. Hier ein Video von Annamateur mit Stephan Braun und Daniel Wirtz und ein Video von Stephan Braun und seiner Band: Deep Strings.

181109tosterglope-luneburg-berlin-036Wenn ich so über die Anfänge meines Bartes nachdenke erinnere ich mich auch an die 10 Punkte von Patch Adams die ich vor mehr als einem Jahr zum ersten Mal las. (Hier: Englischer Original Link zu Patch Adams.org)

181109tosterglope-luneburg-berlin-031Folgender Punkt spielte  auch eine Rolle bei meiner Entscheidung den Bart wachsen zu lassen:

Mache das Fernsehen aus und werde interessant. Stelle Dich selbst dar.

Wie viel Zeit habe ich schon vor dem Fernseher verbracht!! Besonders wenn ich mich traurig, überfordert, depremiert und unfähig fühlte, dann machte ich diese Kiste an und schaute stundenlang..starrte auf diesen Kasten…und nach den vielen Stunden war ich nicht glücklicher! Im Gegenteil! Oft war ich noch negativer und bedrückter als zuvor. Ich verglich mich mit den erfolgreichen Menschen, die ich im TV sah, mit Schauspielern oder anderen Menschen, die mich beeindruckten. Das führte nicht dazu das ich mich besser fühlte. Ich dachte schlecht über mich, fühlte mich klein und unfähig, da ich nicht dazu gehörte und ja „nur“ vor dem TV saß….

181109tosterglope-luneburg-berlin-046Mein Leben empfand ich als langweilig und unineressant. So ein schnelles und interessantes Leben, wie in den Filmen fand bei mir nicht statt.

Vor über zwei Jahren schaffte ich den Fernseher ab. Auch die Jahre davor gab es immer wieder Zeiten ohne Fernseher. Und wenn ich dann mal was sehen wollte, lieh ich mir DVDs in der Videothek aus. Das war etwas anderes, denn ich entschied selbst was ich heute sehen wollte, aus einem riesigen Angebot. Und das ohne Berieselung und Unterbrechung von Werbung.

181109tosterglope-luneburg-berlin-037Hier die 10 Punkte von Patch Adams:

Patch Adams 10 Dinge, die man tun sollte…

Sammle allen Abfall in einem Bereich Deines Wohnorts auf; sei der Wächter für diesen Bereich. Erzähle anderen darüber.

Sei anderen gegenüber immer freundlich. Experimentiere außergewöhnlich damit.

181109tosterglope-luneburg-berlin-040Biete eine Schulter- oder Fussmassage an, egal wo Du gerade bist.

Setze dich immer für Gerechtigkeit ein, egal was es dich kostet.

Gehe einmal in der Woche in ein Pflegeheim, um die Menschen dort aufzumunternm, wie ein Freund.

Schalte deinen Fernsehen aus und werde interessant. Stelle Dich selbst dar.

Erwäge es in der Öffentlichkeit albern zu sein. Sing laut. Kleide dich lustig.

Finde Wege, deutlich weniger Geld zu brauchen; teile mit Anderen, weit über deine Vorstellungen hinaus.

Mache regelmäßig Zufallszusammenkünfte, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Fremden (sog. „Potlucks“ z.B. 3 Bekannte einladen, die jeweils 3 Bekannte mitbringen; oder eine Einladung aushängen am Schwarzen Brett im Supermarkt. Jeder bringt Essen und Getränke für sich und andere mit). Arbeite daran, in großen Familien zu leben, die über deine eigene Familie hinaus gehen.

Verbringe Deinen Urlaub an Deinem Wohnort und verwende das Geld, um in Projekten zu arbeiten, die die Gemeinschaft dort bereichern und aufbauen.

„War da mal was nicht…“ Tagebuch, 104. Tag

Mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein begann der Tag. Es war knackig kalt und Renate mußte am Morgen das Eis von den Autoscheiben kratzen, bevor sie Dora zur Schule bringen konnte. Als sie wieder zurück kam frühstückten wir drei, Renate, Raaja und ich. Danach half ich Renate einige Blumen- und Gemüsesamen zu sortieren, und in Tütchen zu tun.

171108hitzacker-012Nach dem Mittagessen fuhren wir zur Druckerei und ich gab den Auftrag einige der Klappkarten, die ich in Irland gezeichnet hatte, drucken zu lassen. Erstmal in einer sehr kleinen Auflage, um zu sehen, wie es mit dem Verkaufen klappt – auch ist das nötige Kapital noch nicht da, um mehr drucken zu lassen. Es ist ein schönes Gefühl die eigenen Dinge nach Außen zu bringen.

171108hitzacker-004Ich erfuhr, dass eine Bekannte im Landkreis nun eine alternative Schule gegründet hatte. Joy hatte vor vielen Jahren die Nizhoni Schule, von Chris Griscom in New Mexiko 171108hitzacker-011besucht und ihr Traum war es gewesen eine Art Nizhoni Schule auch in Deutschland zu gründen. Jetzt wo ihre Kinder ins schulpflichtige Alter gekommen waren, hatte sie es realisiert. Schön. Ich finde es gut, daß es immer mehr freie Schulen gibt. Nächstes Mal, wenn ich im Wendland bin, werde ich die Freie Morgenrot Schule in Alt Garge besuchen.

Raaja meinte heute beim Mittagessen zu mir: „Der Bart war genau das, was in deinem Gesicht gefehlt hat!“ Seine Tochter meinte am Abend dann: „Ich kann mir dich ohne Bart gar nicht mehr vorstellen. Wenn man sich dran gewöhnt hat, dann fragt man sich: War da mal was nicht?“

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