Hamburg……Tagebuch, 119. Tag

03122008kaltenkirchen-0121Heute morgen bin ich mit Ute zusammen nach Hamburg gefahren, wo wir einen Termin mit einer Journalistin und einer Fotografin für ein Interview mit Fotoshooting hatten. In einigen Wochen wird es dann einen Bericht über meinen Bart geben.

Dieser Termin ging bis zum späten Nachtmittag. Mir machte es viel Spaß. Wir waren unter anderem in der Stadt, wo die Fotografin die Reaktionen der Passanten, auf mich mit Bart, einfing. Wir hatten alle stärkere Reaktionen erwartet, doch irgendwie waren die meisten Menschen wohl so sehr mit sich selbst beschäftigt, oder zu höflich, als das sie die Frau mit Bart angestarrt hätten.

Es gab eine lustige Szene am S Bahn Gleis, mit einer Gruppe junger Türkinnnen, die sahen, daß ich fotografiert wurde. Erst lachten sie viel und konnten kaum aufhören – dann kamen wir ins Gespräch. Sie dachten, mein Bart sei nicht echt und das wir das alles hier „Extra“ machten. Erst sagte ich ja, was in gewisser Weise ja stimmte. Darauf antwortete die eine Frau: „Das dachte ich mir.“ Eine andere aus der Gruppe betrachtete mich länger und meinte dann: „Der Bart sieht so echt aus – ist er echt?“ Ich sagte wieder: „Ja“. Sie rissen die Augen weit auf vor Staunen und die eine fasste an meinen Bart, um es zu überprüfen. Warum macht ihr das, wollten sie wissen.

03122008kaltenkirchen-017Ich erklärte ihnen, das es doch ein freieres Leben für Frauen mit Bart wäre, (immerhin ca. 40% aller Frauen), wenn sie diesen wachsen lassen könnten. Zwei der Frauen sagten sofort ja, und dann: „Ich habe auch etwas Bart!“ und zeigten mir wo. Die Eine hatte Haare unter dem Kinn, die Andere hatte einen leichten Backenbart. Und zum Wegmachen hatten Beide auch keine Lust…noch waren es zwar nur zarte Häarchen…die Frauen waren noch sehr jung…höchstens Anfang 20, eher jünger.

Ich denke es wäre eine Befreiung, wenn Frauen auch einen Bart tragen könnten. Wenn es gesellschaftlich akzeptiert wäre, und ebenso normal, wie der Bart eines Mannes. Das würde viel Zeit, Geld, Kosmetika und Schmerzen ersparen.

Ute meinte am Abend nach dem Interview zu mir, das sie doch mit mir zusammen durchs Dorf gehen würde.

Wir stellten fest, das sie sich hier im Dorf sowieso schon als nicht so zugehörig fühlt, dennoch hatte sie im ersten Moment Angst, ausgeschlossen zu werden, wenn sie sich mit mir zeigen würde…

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