Los gehts ..und Treffen mit der Mutter…Tagebuch, 131. Tag

Fotos gibt es Heute noch keine. …(nachträglich habe ich noch einige Fotos eingefügt, von mir mit dem Umhang…die ich einige Tage später machte…und das Bahnhofsfoto ist vom Handy…)

foto097Meine Kamera hat zum dritten Mal ihren Geist aufgegeben. Schon drei Mal, seit dem Kauf vor knapp 2 Jahren, wurde sie repariert oder gegen einen neuen Apparat ausgetauscht! Jetzt ist die Garantiezeit fast um…. werde nun erstmal mit dem Handy Fotos machen…..und sobald ich es mir leisten kann, kaufe ich eine richtig gute Kamera…

Es war wieder eine kurze Nacht…Samstagabend war das Chorkonzert von Raajas Chor, in der Kirche in Hitzacker. Das Konzert war diesmal sehr gut…und das Publikum war begeistert.

foto101Bis ich endlich im Bett lag, war es nach Mitternacht und ich konnte nicht einschlafen.

Als das Konzert zu Ende war stand ich in meinem Nikolausweihnachtsmannfrauumhang mit Mütze am Kirchenausgang und Manche dachten ich hätte den Bart angeklebt…ein Mann meinte, das wird ja auch Zeit im Zuge der Emanzipation, da nun ja schon der erste Mann ein Kind bekommen hat.

foto1111Für manche war ich ein Mann. Wie auch am Bahnhof in Mainz, wo ich in die Männertoilette verwiesen wurde, da der Aufsichthabende meine Brüste unter dem Umhang nicht sehen konnte. Es ist doch interessant wie lange der Sexualkundeunterricht nachwirkt. Ein sekundäres Geschlechtsmerkmal des Mannes ist der Bart. Frauen haben so etwas nicht. Unglaublich!

Nach dem Frühstück fuhr mich Raaja, mit meinem Gepäck – das diesmal überwiegend aus Bastelmaterial besteht, zum Bahnhof nach Lüneburg. Von dort fuhr ich mit dem Zug nach Frankfurt und weiter nach Mainz.

In Mainz traf ich meine Mutter, die bis heute noch nichts von dem gewachsenen Bart wußte.

Ich begrüßte sie in meinem Umhang mit Zipfelmütze.

Sie fragte sich auch gleich, ob der Bart nun so gewachsen ist oder angeklebt. Nach einigem Hin- und her war es dann doch klar, daß er echt ist…“….du hattest doch mal gelasert“…Ja hatte ich, doch es kam wieder…..

Meine Angst vor dieser Begegnung, die ich noch vor 10 Tagen hatte, war nicht mehr vorhanden. Es machte mir eher Spaß…den Alltagstrott zu durchbrechen… Wir setzten uns in ein Restaurant und tranken Kakao, denn meine Mutter war ziemlich durchgefroren, nachdem sie den ersten Zug verpasst hatte und eine Stunde am Bahnhof auf den nächsten warten mußte. Sie hatte mir etwas zu essen mitgebracht, darunter selbstgebackene Weihnachtsplätzchen und einen kleinen Schaal hatte sie mir auch noch gestrickt. Eine fürsorgliche Mama.

Wie vermutet fand meine Mutter den Bart nicht gut. Ich würde mir das nur schwerer damit machen, besonders wenn ich Arbeit finden will. Wie vermutet kam sie auch auf das Thema Hormone zu sprechen,…..ich sollte da was machen….

Sie jedenfalls würde sich rasieren, wenn sie so einen Bart hätte…..und ich soll den anderen Menschen doch nicht so einen Schreck einjagen! (Hatte sie vielleicht doch einen Schreck bekommen?!)

Was das Rasieren anbelangt, ist sie nicht alleine mit ihrer Meinung. Einige Frauen und Männer würden den Bart rasieren, wenn sie ihn hätten.

Na jedenfalls war die Begegnung mit meiner Mutter ganz ok. Ich hatte das Gefühl sie läßt mich in Ruhe…auch wenn es nicht ihre Meinung ist. Und ich konnte ihr zuhören, ohne auszuflippen. Sie blieb nicht lange, (ob das auch an meinem Anblick lag?) und fuhr nach einer guten Stunde wieder zurück, denn sie hatte schon eine lange Wanderung hinter sich und wollte nicht zu spät zurück kommen.

Ausgeflippt bin ich heute im Zug beinahe – allerdings aus einem ganz anderen Grund. So ein übereifriger Schaffner wollte meine Fahrkarte, die ich im Internet gebucht hatte nicht akzeptieren. Er erklärte sie als ungültig, da ich nicht die Kreditkarte dabei hatte, mit der ich die Fahrkarte gebucht hatte. Ich sollte mindestens 40 € Strafe zahlen, wie ein Schwarzfahrer!!

Die Kreditkarte war nicht meine, also konnte ich sie nicht dabei haben. Und anscheinend hatte ich da was im Internet nicht beachtet.

Da ich jedoch nicht bereit war zu bezahlen und auch nicht das Geld hatte, nahm er meine Personalien auf..und dies dauerte – ohne Übertreibung – mehr als 20 Minuten!! Mit diesem elektronischen kleinen Kasten schien er so seine Probleme zu haben. Am Ende gab er mir meinen Ausweis und einen kleinen Zettel, dessen Buchstaben fast nur mit einer Lupe zu entziffern waren zurück.

Auf dem Zettel war unter anderem zu lesen, daß ich 40 € zu zahlen habe, falls nicht folgen weitere Maßnahmen und ich müßte die Kreditkarte mit Fahrkarte innerhalb von 14 Tagen bei der Bahn vorlegen.

Wie soll ich das tun, wenn ich morgen früh fliege?!

In mir kochte es….und tobte es….wenn ich nicht so gut erzogen wäre, dann hätte ich gerne um mich geschlagen. Da buche ich online, denke ich habe eine günstige Karte und alles richtig gemacht und dann so etwas! Trotz aller Selbsthilfe-Techniken, die ich im Leben gelernt hatte…wollte sich mein Hirn nicht beruhigen. Ich fand es so ungerecht und in meinem Kopf kreisten die Gedanken. Ich versuchte das Denken zu stoppen, indem ich Musik hörte….es half zum Glück etwas….

handyfotosdez2008-003Als ich endlich in Frankfurt aussteigen konnte, ging ich direkt zu der Schalterhalle der Bahn und fragte, wo ich mich beschweren kann.

Der zuständige Mann war recht freundlich und blieb ruhig. Er hörte mich an und konnte mich gleich beruhigen. Alles ok sagte er. Sie müssen keine Strafe zahlen! Die Unterlagen werden eingeschickt und damit ist der Fall erledigt. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich hatte mir im Zug schon alle möglichen Katastrophen ausgemalt….- alle Aufregung umsonst. Wieder so ein Beispiel, wo es schwer war die Gedanken und die Gefühle los zu lassen. Es ist nicht einfach für mich  mit Wut umzugehen. Besonders wenn mir etwas Ungerecht erscheint dann fällt es mir besonders schwer ruhig zu bleiben. Als ich die Fahrkarte buchte, hatte ich doch mein Bestes getan, und wurde dann angemacht, als ob ich Schwarz gefahren wäre.

Mit meiner Wut war ich heute nicht alleine….der Schaffner auch nicht.

Meine Mutter, die mit dem Zug nach Mainz gefahren war, erzählte mir von Anpöbeleien und Aggressionen im Nahverkehrszug. Da kein Schaffner an Bord war, machte wohl Jeder was er wollte. Einer steckte sich eine Zigarette an, ein Anderer pöbelte Einen anderen an, weil der die Schuhe auf den Sitz gelegt hatte..usw….

Ganz schön geladen die Luft! Vollmond war gerade….oder ist es das Brodeln des Vulkans auf dem wir alle sitzen?

Manche Menschen rüsten sich schon für die harten Zeiten, die da kommen sollen, wenn bald alles zusammen bricht….

Für mich ist das nicht wirklich ein Thema. Wie soll ich mich auf etwas vorbereiten, von dem ich weder weiß wie es aussehen wird, noch was ich dann brauche, oder wo ich dann bin….

Ich bin auf der Reise…..und freue mich über mein Abenteuer Leben.

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