25. Dezember…. Tagebuch, 142. Tag

foto298Etwas wolkenverhangen begann der Tag, doch im Laufe des Tages schaffte die Sonne den Durchbruch noch. Ich fühlte mich irgendwie immer noch lustlos. Schaltete sogar am Vormittag den TV an….(peinlich…wo ich doch dagegen bin…) Während ich auf dem Sofa saß, fixierte mich der kleinere Hund, und mit halb geschlossenen Augen begann er den Kopf langsam in den Nacken zu legen und ihn soweit es ging nach Hinten zu strecken. Dann wieder langsam zurück. Das machte er fast eine viertel Stunde lang, immer wieder mit einigen Minuten Pause dazwischen. Ich erinnerte mich an Yogaübungen, die auch solche Streckungen beinhalten.

Ich machte es dem Hund nach. Das war eine gute Übung. Ich wurde wacher davon.

Hunde können Lehrer und Heiler sein! Auch wenn sie nicht sprechen können, so kommunizieren sie auf eine andere Weise mit den Menschen. Die Anwesenheit von Tieren – die Laute, die sie von sich geben, das kann einen heilenden Effekt haben. Ich denke, jedes Tier ist für andere Körperregionen und Themen zuständig. Es ist ein Unterschied, ob ich mich in Gesellschaft eines Schafes, einer Katze, einer Kuh, eines Delphins oder eines Hundes befinde. Ich habe darüber nichts gelesen, das ist nur meine eigene Wahrnehmung. Ich habe jedoch gehört, das Delphine in der Therapie eingesetzt werden und es therapeutisches Reiten gibt.

Am frühen Nachmittag kamen mein Sohn und seine Freundin zu Besuch. Wir fuhren zu Julias Beach, der in der Nähe von Almancil und Vale do Lobo liegt. Ein sehr schöner Sandstrand, an dem ich seit Jahren nicht mehr war.

Auf der Fahrt dorthin gab das Auto plötzlich seltsame Geräusche von sich. Erst klang es wie ein Loch im Auspuff und dann hörten sich die Reifen seltsam an.

foto239Wir fuhren rechts ran und sahen die Bescherung. Der rechte Vorderreifen war platt! Dabei war er erst neu aufgezogen worden! Zum Glück war ein Reserverad im Auto. Ich war froh, das mein Sohn das mit seiner Freundin managte, denn ich wechsel nicht gerne den Reifen.

foto250Die Freundin zog die Warnweste an und stellte das Warndreieck auf. Ihre erste Autopanne, und sie war etwas aufgeregt.

foto260Die Beiden wechselten den Reifen innerhalb von zehn Minuten, während ich Fotos machte, und dann ging es schon wieder weiter!

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Im Vale do Lobo verfuhren wir uns etwas, und machten so eine kleine Rundfahrt an den Villen und Golfplätzen vorbei.

Dieses Gebiet stellt einen Kontrast zu anderen Teilen der Algarve dar. Hier gibt es große, gepflegte, saftig grüne Rasenflächen, wie in England und das auch im Sommer.  Schatten spenden die vielen Pinienbäume, am Rande.

foto273Schließlich kamen wir zur Abzweigung zu Julias Beach. Die Straßenführung war etwas geändert worden, daher fanden wir es nicht gleich. Am Strand gab es mittlerweile noch mehr Cafes und Holzhütten.

foto275Diese waren geschlossen, wie alle Geschäfte am heutigen Feiertag. Wir konnten also keinen Kaffee trinken ..was nichts machte …wir wollten ja auch spazieren gehen und ein paar Muscheln sammeln. Von denen gab es hier nur wenige..

Schön war es jedenfalls am Strand zu sein. Mit der untergehenden Sonne färbte sich der Himmel rötlich-violett. Ich zog meine Schuhe aus und ging Barfuß durch den Sand und das Wasser! Es war kalt und doch noch warm genug. Schade, das es zu kalt zum Baden war! Es ist ein wunderschöner Strand zum Baden.

foto289Wir blieben noch bis die Sonne untergegangen war und fuhren wieder zurück zu den Hunden und der Katze, die beim Haus geblieben waren.

foto301Jetzt war ich schon wieder besser gelaunt und der Ausflug hatte gut getan und etwas Bewegung gebracht. Wir aßen zusammen zu Abend und später fuhren die Beiden wieder nach Hause, um morgen nach Spanien aufzubrechen.

Auf der Fahrt im Auto sagte mir die Freundin meines Sohnes noch was zu meinem Bart. Als sie mich Anfangs mit Bart sah, dachte sie auch, das ich es mir schwer mache, wenn ich ihn nicht abrasiere. Wenn sie jetzt mit mir spricht sieht sie den Bart, doch er irritiert sie nicht und sie findet der Bart passt zu meinem Gesicht und zu mir.

Ich versuchte nochmal in Worte zu fassen, warum ich den Bart nicht abschneide.

Es ist sicherlich nicht leichter mit dem Bart. Aber geht es immer darum den leichten Weg zu gehen?

Es ging um die Arbeit und das Geld verdienen, das mit Bart vielleicht schwerer sein könnte. Ihrer Meinung nach würde es eigentlich nichts machen, wenn ich einen Bürojob hätte und dort mit Bart sitzen würde.

Das stimmt, vorausgesetzt die Chefs der Firma hätten keine Angst um ihren Ruf oder ihre Wirkung nach Außen, wenn sie eine Frau mit Bart beschäftigen…. Sicherlich gibt es das auch.

Ich bin der Meinung, das der Job, den ich mit Bart nicht bekomme, auch nicht der richtige Job für mich ist, denn das hieße einen Teil von mir und meinem Körper zu verleugnen und zu verstecken.

Ich bin auf der Suche nach einem Leben, wo ich sein kann wie ich bin und wo es gut ist zu sein wie ich bin.

Das könnte auf dem Mittelaltermarkt sein, als bärtige Frau…und das könnte noch so Manches mehr sein…

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