Tagebuch, 179. Tag

foto615Sonntag. Morgens erwachte ich schon um kurz nach sechs, obwohl ich kaum geschlafen hatte. Ich machte mir einen Tee und als die Person, die die Morgenschicht hatte nicht auftauchte, kümmerte ich mich um das Wecken der Gäste, den Tee und das  Entzünden der Feuer. Als ich damit um kurz nach sieben fertig war, verstand ich was Karma Yoga ist. Einfach etwas zu tun, weil es getan werden muss, ohne etwas dafür zu erwarten, ohne auf die Person, die nicht kam wütend zu sein, oder negative Gedanken zu haben.

foto606An diesem Morgen machte ich es automatisch. Das Wort „ich“ ist hier falsch. „Es“ machte es. Es war ein ganz besonderes Gefühl das in mir aufstieg. Verbundenheit mit dem Ganzen. Wachheit und Liebe und Aufmerksamkeit. Zeitlosigkeit.

Ich erwartete kein Lob und sprach mit niemandem darüber, das ich eingesprungen war. Als ich die Person später traf, die nicht gekommen war, sagte ich auch nichts. Diese dachte, ich sei heute morgen dran gewesen. Erst nach einigen Stunden kam sie wieder, nahm mich zur Seite und sagte wie leid es ihr täte. Sie habe die Tage verwechselt und dankt mir, dass ich so einfach eingesprungen sei, ohne auf sie sauer zu sein.

Eine schöne Erfahrung.

foto592Der restliche Tag war nach einer kleinen Pause sehr arbeitsreich. Ich holte Holz vom Holzlager und brachte viele Schubkarren voll an die drei Feuerstellen. Die Sauna heizte ich mit Holz an und nachdem die Gäste aus der Sauna waren, ging ich auch nochmal rein. Als ich raus kam regnete es schon wieder. Der Regen steigerte sich zu einem Unwetter. Der Strom fiel mehrmals aus und ich kam nicht ins Internet. Mit Kerzen und Taschenlampe ging ich ins Bett. Der Wind pfiff durch die Fensterritzen und der Regen prasselte aufs Dach.

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Tagebuch, 178. Tag

foto523Freitag und mein freier Tag. Ich verbrachte den halben Tag im Bett. Entspannte mich und las ein wenig, während es draussen regnete. Immer noch ist es am regnen und kein Ende in Sicht. Es gibt wenig zu sagen.

Es war ein schöner Tag. Ich machte Fingerpuppen und backte einen Geburtstagskuchen für Anands Frau, die Morgen Geburtstag hat.

 

Wohin und wann ich weiterziehe, darauf fand ich auch heute noch keine Antwort.

Tagebuch, 177.Tag

handyfotos200925lagos-014Heute hatte ich die Frühschicht und es ging schon viel besser. Ich machte Feuer, weckte die Gäste, bereitete bis Mittags die Säfte zu und am Nachmittag hatte ich frei. Trotz wenig Schlaf ging es mir gut.

 

foto5611Was Karma Yoga bedeutet, wusste ich nicht bevor ich hierher kam. Als der Russe heute zu mir sagte, das ich nach seinem Verständnis kein echter Karma Yogi sei, fragte ich ihn was denn ein echter Karma Yogi ist. Ein echter Karma Yogi, so sagt er, würde so gut wie gar nicht sprechen. Er arbeitet aus Liebe für den Ort und die Menschen. Er erwartet kein Lob oder Dankbarkeit oder irgendeine Gegenleistung für das was er tut. Und er tut, was man ihm sagt. Er macht die Arbeiten, die er zugewiesen bekommt, ohne sich zu beschweren oder zu kritisieren. Soweit seine Definition. Anand sagte dazu: es ist ein selbstloses Dienen und Karma Yoga ist einer der Wege, die zur Erleuchtung führen.

handyfotos200925lagos-002Seit langem wollte ich hierher kommen. Doch mein Wunsch war es durch das Fasten an Gewicht zu verlieren. Da ich nicht das Geld habe, um solch ein Fastenseminar zu bezahlen, wollte ich als Gegenleistung arbeiten. Damit bin ich nicht ein Karma Yogi im klassischen Sinne.

handyfotos200925lagos-012Wenn ich mir die vergangenen Tage durch den Kopf gehen lasse, dann erscheint mir dieser Ort gut geeignet zu sein, um innerlich zu wachsen und sich mit dem eigenen Ego auseinander zu setzen.

Ich hatte versucht mich auf die guten Dinge zu konzentrieren. Doch dann driftete ich wieder genau ins Gegenteil ab, war gereizt und am meckern. Mein Ego wusste wiedermal alles besser und zeigte auf all das was nicht „gut“ ist. Der Schlaf ist schuld, die Anspannung aller hier, sagte ich. Doch das ist nur die Suche nach einem Schuldigen und ein Abgeben der Verantwortung. Das Ego hat so seine Tricks. Und der alten Sucht nach Leid und negativen Gedanken abzuschwören....scheint von Rückfällen beleitet zu sein.

Die Aufmerksamkeit auf dem was mir gut tut und was ich liebe zu lassen und nicht nach rechts oder links oder zurück zu schauen, das ist die Kunst.

Und dahinter steckt der Wunsch glücklich zu sein.

Abraham Hicks von heute dazu:

Once you’ve decided that you want something, the opposite of it is going to
be very much a part of your awareness too.

 

 

 

handyfotos200925lagos-015Ins kalte Deutschland zurück zu fliegen ist nicht gerade ein schöner Gedanke. Wenn ich sehe was ich hier habe, die gute Luft und die Natur, die angenehmen Temperaturen und liebe Menschen und Gesellschaft, dann denke ich: du bist schön blöd zu gehen, nur weil dir einiges nicht passt wie es ist.

Hmmmmmm….Entscheidungen sind nicht immer leicht.

Immer wieder wird mir was nicht passen. Muss ich da nun durch? Soll ich mich mit den Nachteilen hier vor Ort aussöhnen? Ist das Ziel, all das, was mir nicht passt, anzunehmen und ihm keine Bedeutung mehr beizumessen?

Wenn es mein Interesse wäre mich auf Yoga und Saftfasten zu spezialisieren, dann würde ich darüber nachdenken hier zu bleiben.

Das ist es aber nicht. So ziehe ich weiter, um weiter zu suchen….aber mit dem Wissen, das ich immer wieder wo ich hin komme, Dinge nicht mögen werde.

Vielleicht ist das was mir nicht passt auch nur ein Zeichen, das es hier für mich nicht ganz stimmig ist. Der Ort kann für andere Menschen das Paradies sein.

Am Abend gab es Biodanza im Angebot. Das kannte ich nur vom Namen, konnte mir darunter jedoch nichts vorstellen. Es machte Spass. Biodanza ist eine Mischung aus Elementen derTheaterarbeit, demTanz und Übungen zur Körperwahrnehmung. Der Effekt ist, das man wieder lockerer und unbeschwerter wird, wie ein Kind und man selbst sein kann und mit der Zeit die Masken fallen lässt. Nach der Stunde Biodanza fühlte ich mich angeregt und zufrieden und ging mit einem guten Gefühl in mein Zimmer.

Tagebuch, 176. Tag

foto499Mittwoch. Meine Nacht war zu kurz. Seit sechs Uhr lärmte es unter mir. Türen wurden geschlagen und die Musik im CD Player mit einer tiefen indischen Stimme, die Mantren rezitierte, lies mich nicht länger schlafen. Oropax hätten da wenig genutzt, denn alles vibrierte.

Dennoch. Der Wind hatte gedreht. Die Stimmung an diesem Morgen war eine andere, als in den vergangenen Tagen. Ruhiger und Friedlicher war es.

Lagos
Lagos

 Die Atmosphäre im Haus und untereinander war freundlicher und nicht mehr gereizt. Als ich in der Küche einen Tee machte, wechselte ich mit Anand und der Portugiesin ein paar Worte. Beide meinten ihnen würden fünf Stunden Schlaf genügen. Davon bin ich weit entfernt. Meine erste Schicht begann erst um 12 Uhr. Genug Zeit, um noch etwas zu dösen, trotz des Lärms der noch andauerte, und um langsam wach zu werden.

foto516Vielleicht fragt sich der ein oder andere Leser, wie die Gäste auf eine Frau mit Bart reagiert haben.

Die Gäste, das sind drei Amerikaner. Ein Mann und zwei Frauen. Normalerweise sind die Gruppen grösser, doch es ist noch zu früh im Jahr. Sie liessen sich nichts anmerken. Vielleicht hat der Canadier all ihre Fragen zu dem Thema beantwortet. Vielleicht machen sie hinter meinem Rücken Witze. Ich weiss es nicht. Gestern hörte ich Fetzen vom Tischgespräch. Und ich meinte die Worte Frau und Bart zu hören. Doch dann sprachen sie leiser und ich konnte nicht mehr verstehen was sie sagten. Der junge Russe, der hier die Dinge repariert, sagte mir heute, das er nun nicht mehr so ein Problem mit meinem Aussehen hat, wie Anfangs. Jetzt kann er mich anschauen, doch am Anfang konnte er das nicht und musste immer auf den Boden schauen, wenn er mich sah. Das freut mich. Er hat sich an den Anblick einer Frau mit Bart gewöhnt. Wieder einer mehr. Das heisst nicht, das ihm das nun gefällt.

 

foto502Obwohl es Januar ist, gibt es hier schon Moskitos. Zum Glück noch wenige. Flohstiche habe ich mehr. Etwas nervig. Da ich heute schon wieder daran dachte so schnell wie möglich von hier weg zu gehen, sprach ich mit dem Manager. Das war gut. Ich sagte ihm, das ich vor habe in spätestens einer Woche zu gehen. Er war nicht sehr überrascht. Meinte ich hätte auf ihn keinen glücklichen Eindruck gemacht. Anand und seine Frau finden es beide schade, das ich schon gehen will und reden mir zu, dem Ganzen noch eine längere Chance zu geben. Doch mich zieht es weiter. Worum es mir leid tut ist die Gesellschaft all der Menschen hier und die spezielle Energie in diesem Tal.

foto396Heute machte ich seit langem mal wieder Fingerpuppen. Diesmal auf Wunsch: Indische Mönche. Die kamen gut an und so wie es aussieht werde ich noch einige Püppchen verkaufen können. Freue mich.

Als ich da sass und vor mich hinbastelte, fühlte ich mich richtig wohl. Das ist es, was ich machen soll: Etwas Schönes und Kreatives.

Freier Tag…..Tagebuch, 175. Tag

2612009foto474

Heute morgen ging es mir besser. Ich hatte ausgeschlafen. Als ich in die Küche kam meinte Anand, der Deutsche zu mir: Du siehst viel jünger aus. Ja Schlaf verjüngt!

Nachdem ich gefrühstückt hatte, ging ich nach draussen und baute einen Ständer für die Fingerpuppen. Dafür nahm ich ein Stück vom Brennholz und haute ganz lange Nägel hinein. Sieht gut aus mit all den Puppen. Foto habe ich noch keins. (Es gibt viele Fotos erst morgen, denn mein Handyakku ist gerade so leer, dass ich keine Fotos auf den Computer laden kann.)

Der Ständer ist als Verkaufständer gedacht. Morgen erfahre ich, ob ich ihn hier in den sogenannten Shop stellen darf. Der Shop ist eine Ecke mit Regalen im Wohnzimmer. Darauf steht ein Sammelsurium aus: ayurvedischer Zahnpasta und Schampoo, Mückenschutzmittel (das man jetzt schon gebrauchen kann!), Räucherstäbchen, Schmuck, Edelsteinen und indischen Figuren..und vielleicht hab ich noch was vergessen.

Seit ich hier bin habe ich nur noch einen Euro. Gestern kaufte Anand zwei Fingerpuppen und eine Karte von mir und so habe ich wieder etwas Geld. Das konnte ich heute gut gebrauchen, um einen Ausflug mit dem Auto zu machen.

foto4981Als ich nach dem Mittagessen mit dem Auto nach Lagos fahren wollte, hatte der Canadier das Auto genommen, um damit zum Kaffeetrinken zu fahren, ohne mir etwas davon zu sagen. Das Auto ist für alle vom Staff und seine Benutzung sollte abgesprochen werden. Ich hatte es also schon angekündigt und mit dem Manager gesprochen, das ich das Auto am Nachmittag brauche. Der Canadier wusste also vom Manager davon, das ich das Auto brauchte. Doch das war ihm wohl egal. Ohne was zu sagen war er gefahren. Nach einer Stunde war er wieder zurück und ging an mir vorbei, als ob nichts wäre und sprach kein Wort. Ich ärgerte mich ziemlich über ihn, sagte jedoch auch nichts.

foto485Ich sass schon im Auto, wollte losfahren, da bemerke ich das es ein Automatikauto ist und ich noch nie mit einem Automatikauto gefahren bin. Im selben Moment kommt einer der Arbeiter auf mich zu und will mit dem Auto nochmals zum Cafe fahren, wo er und der Canadier vorhin Kaffee getrunken hatten. Er findet sein Handy nicht mehr und denkt es sei vielleicht im Cafe liegen geblieben. Also fahren wir zusammen dort hin. Er zeigte mir wie das Auto funktioniert und nachdem wir beim Cafe waren und er das Handy nicht fand, fuhr ich ihn wieder zur Anlage zurück. Er war sehr gereizt und wütend, denn seit Tagen war er mit all dem was hier nicht klappte gestresst. Er ist der Mann für alles handwerkliche und manchmal, wenn es zu viel zu tun gibt, weil so viel schief geht, dann ist es ihm einfach zu viel.

foto522Endlich fuhr ich nach Lagos. Vor 12 Jahren war ich dort zum letzten Mal gewesen. Damals hatte ich einen Job als Reiseleiterin. Ich zeigte österreichischen Touristen die Algarve und Lissabon. Langsam kam die Erinnerung wieder. Es hatte sich kaum etwas verändert. Nur wenige Touristen schlenderten durch die Strassen. Viele Läden hatten geschlossen und auch die Kirchen, in die ich einen Blick werfen wollte, hatten ihre Türen geschlossen. Nach vierzehn Tagen auf dem Seminargelände war es schön etwas anderes zu sehen und ich genoss den weiten Blick über das Meer. Meinen Bart hatte ich vergessen und die Blicke der Leute erinnerten mich daran, das mein Aussehen für sie ungewohnt war.

Automat Post Portugal
Automat Post Portugal

Als es dunkel wurde und ich zurück fahren wollte verirrte ich mich mit dem Auto in den engen Gassen von Lagos und fand nur schwer wieder zur Hauptstrasse zurück. Schliesslich fragte ich an einer Tankstelle nach dem Weg und dann war es ganz einfach. Ich kam zwei Stunden später an, als ich es angekündigt hatte. Da wusste ich aber noch nicht, das ich auch erst später loskommen würde. Was ich nicht wusste: der Canadier wolte eigentlich nochmal mit dem Auto los, doch nun war es ihm wohl zu spät und er blieb da. Naja, kleine Rache ohne es zu wissen…will ja nicht gemein sein, doch irgendwie dachte ich geschieht es ihm recht. Da hatten wir beide es versäumt miteinander zu kommunizieren. Er sah mich ankommen, doch sagte er nichts und ich auch nicht. Seit die Gäste da sind spricht er nur noch wenig mit mir. Vielleicht brauchte er mich nur zum Zuhören, als wir alleine hier waren. Meist sitzt er bei den Gästen, auch zum Essen ist er nicht bei uns. Nun kann er bei den Gästen seiner Leidenschaft, Vorträge zu halten, nachgehen.

 

Mit dem deutschen Päarchen unterhalte ich mich öfters. Wir müssen aufpassen nicht zu viel über die Dinge zu sprechen, die hier nicht so funktionieren, wie wir es gerne hätten. Das tut keinem gut. Im Moment ist hier eine gereizte Stimmung. Es ist wohl die Anspannung, am Anfang der Saison, wo noch nicht alles so läuft und funktioniert, wie es sollte. Immer wieder gibt es kleine Zwischenfälle und Pannen. Ein Wasserrohrbruch, ein Farbeimer der im Auto auslief und was weiss ich noch alles…..

foto446Um nicht in die Versuchung zu kommen zu meckern, wollte ich mir schon ein Schild anstecken mit: I am in silence. Was bedeutet, das man an dem Tag nicht spricht. Doch vielleicht schaffe ich es mit mehr Aufmerksamkeit und Disziplin mich zu stoppen, sobald ich wieder eine Beschwerde aussprechen will. Eine neue Herausforderung.

Abraham Hicks heutiges Tageszitat passt zum Thema:

You cannot look at that which you do not want and not join and perpetuate that vibration. Take your attention from that which is not in harmony with who you are, and your „now vibration“ will adjust to who you really are – and then you can uplift others.

Montag… Tagebuch, 174. Tag

foto420Montag. Ich hatte die Frühschicht. 6:30 Uhr Feuer im Tempel und im Saal machen. Tee kochen. Den Berg runterlaufen mit der Glocke die Gäste wecken. Kerzen anzünden….Im Tempel ging das Feuer nicht richtig an…das Holz war zu feucht und es dauerte eine halbe Stunde, bis es endlich richtig brannte. Eigentlich bin ich gut im Feuer anmachen. Aber das war heute morgen ein Krampf.

 

foto413Einer der Gäste hat heute gemeckert. Hier mal die Geschichte: Mit dem Flug hierher begann das Drama schon. Wegen schlechtem Wetter wurde er verschoben, muss wohl mit dem Sturm zusammenhängen, und sie kam erst nach Mitternacht hier an. Ihr Gepäck war nicht mitgekommen und wie sich später herausstellte, war es am Abflughafen geblieben. Nach 48 Stunden wurde es dann gebracht. Am selben Abend und darauffolgenden Morgen konnte sie nicht warm duschen. Obwohl sie darum bat, das jemand sich darum kümmert, ging das warme Wasser erst im Laufe des nächsten Tages wieder. Kurz darauf ging die Heizung nicht. Als sie zur Sauna ging war diese noch am aufheizen, obwohl sie schon warm sein sollte. So dass sie heute ziemlich erbost war, sie zahle ja schliesslich genug, was nun auch wieder wahr ist. Hundertachzig Euro am Tag ist nicht wenig. Da erwartet ein Gast schon was. Ja soweit ihre Geschichte. Fasten bringt auch einige Emotionen hoch.

foto408Gegen zwölf kam der Engländer und fragte mich wie es mir geht. Als ich meinte nicht so gut und ich müsste mal schlafen, da schickte er mich ins Bett. Ich war echt froh. Legte mich hin und schlief die nächsten vier Stunden, trotz des Lärms um mich herum. Wenn ich so richtig fertig bin, dann schlafe ich auch bei Helligkeit und Lärm. Aber das heisst schon was. Ich konnte echt nicht mehr. Ich glaube ich habe mich etwas verkühlt. Mein Zimmer ist feucht und kühl und das Wetter wechselt ständig. Bis zum Abend blieb ich im Zimmer und ruhte. Das würde ich gerne noch einige Tage machen.

foto417Was lerne ich daraus? Endlich mal mit meinen Kräften zu haushalten. Mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Die Deutsche meinte eben zu mir, das die es hier wohl mit mir schwer haben, weil ich so viel widerspreche. Das kann sein. Ich bin nicht dafür gemacht zu gehorchen. Ich denke und habe meine Vorstellungen und fühle mich verantwortlich für das was ich tue. Ich wäre eher als Führungskraft zu gebrauchen, denn als gehorsamer Diener. So gesehen ist es nichts für mich hier dreieinhalb Monate zu dienen, um zu fasten. Morgen habe ich frei. Wenn ich das Auto ausleihen kann, fahre ich ans Meer.

Eben entdeckte ich, das die TAZ vor einigen Tagen, am 19.1.2009 einen Artikel von Kirsten Reinhardt: „Ein Tag als Frau mit Bart“ veroeffentlicht hat. Darin beschreibt die Journalistin ihre Gedanken, als sie einen Tag lang mit einem Schnurrbart durch Berlin geht.

Tagebuch, 173. Tag

foto455Dieser Ort ist schon seltsam. Heute war ich sowas von fertig. Nachts weckte mich der Hund um ein Uhr, weil er reingelassen werden wollte. Kaum war ich eingeschlafen zankten sich vor meinem Fenster die Katzen und ich wachte wieder auf. Um 5 Uhr krähte der Hahn und um 6 Uhr begannen unter mir die Morgenvorbereitungen und eine halbe Stunde später musste ich eh unten sein. Was für eine Nacht!

Jetzt bin ich also schon wieder dabei mich zu beklagen. Immer wieder findet hier in mir dieser Wechsel von: oh ist doch ganz schön, zu: das halte ich nicht aus, statt. Wieder arbeitete ich über 9 Stunden und fand nur schwer noch den Weg zum Schreiben und ans Internet. Abends war mein Zimmer zu allem Übel noch feuchter als sonst. In der darunterliegenden Saftküche hatte eine Suppe gebrodelt für acht Stunden!! Das sollte so sein. Wenn die das nun täglich machen, und sie lüften extra nicht, denn es soll warm bleiben, dann sehe ich schon den Schimmel an den eh feuchten Wänden wachsen.

Ich weiss gerade nicht weiter. Die viele Arbeit und der wenige Schlaf…das immer wieder kehrende Thema Schimmel…und noch mehr…lassen mich doch sehr daran zweifeln noch lange hier zu bleiben. Seit heute abend überlege ich mir eine Alternative.

Am Nachmittag hatte ich einige Stunden frei und mein Sohn besuchte mich mit seiner Freundin. Was schön die Beiden wieder zu sehen.

Jetzt falle ich müde ins Bett und muss morgen die Frühschicht machen….komme mir etwas geknechtet vor….

Tagebuch, 172. Tag

foto444Eine gewisse Spannung lag heute in der Luft. Ich war immer noch etwas erschöpft und hätte gerne mehr Ruhe gehabt. Doch die letzten Vorbereitungen mussten getroffen werden. Überall wurde noch geputzt.

foto4481Das Päarchen widmete sich dem Tempel. Sie putzten und schmückten ihn und legten die Yogamatten aus. Am späten Nachmittag erstrahlte er dann in neuem Glanz. Wunderschön. foto458

 

Ich kochte die Suppe für die Gäste, die allen sehr gut schmeckte. Wenn ich hier koche, bin ich inspiriert neue Kombinationen auszuprobieren. Diesmal gab es eine Suppe aus: Roter Beete, Karotten und Süsskartoffeln alles püriert und mit frischer Pfefferminze, gemahlener Orangenschale, Zitronensaft, Korianderpulver und Anis abgeschmeckt. Macht viel Spass so zu kochen und zu experimentieren.

foto465Der Engländer, der das hier im Moment managt holte die Gäste vom Flughafen ab. Der Canadier durfte am späten Abend nochmals zum Flughafen fahren, da ein Gast wegen schlechtem Wetter verspätet ankam.

 

foto464Morgen geht es für mich und das Päarchen schon um 6:30 Uhr los. Die Engländerin, die hier lebt wird uns den Ablauf für die Frühschicht zeigen, damit wir die Schicht danach alleine machen können. Am Montagmorgen kann ich dann wieder so früh aufstehen. Bin gespannt, wie ich aus dem Bett kommen werde. Bin etwas genervt, das ich so früh aufstehen soll. Immer noch hätte ich etwas Schlaf von letzter Woche nach zu holen.

Auch wenn heute alle etwas gereizt waren, so bin ich gerade froh hier zu sein. Fühle mich angekommen. Es ist schön in einer Gruppe zu arbeiten, die alle ein gemeinsames Ziel haben, nämlich das der Ort hier schön ist und angenehm für die Gäste.

Freier Tag Tagebuch….171. Tag

foto3971Das war wirklich nötig heute frei zu haben. Ich bin sowas von alle. Selbst schuld. Wenn ich mal am Machen bin, dann kann ich mich schwer stoppen.
Es ist Abend und ein wenig habe ich doch gemacht. Gekocht fürs Abendessen, weil Andere schon Mittags gekocht hatten und sie es nicht gerne machen. Das Hundekörbchen aus Stoff habe ich in der Waschmaschine gewaschen, denn der Geruch war nicht mehr erträglich.
Nach dem Abendessen ging ich direkt in mein Zimmer. Mittags war der Canadier einkaufen, so das mir seine Vorträge heute erspart blieben.
Einige der Therapeuten waren heute da und richteten sich in ihren Räumen in der Klinik ein. Die Klinik ist ein Gebäude in dem die Behandlungen und Massagen statt finden. Es gibt Therapeuten für Massage, chinesische Medizin und Kinesiologie. Im Tempel, finden die Meditationen, Chi gong und Biodanza statt. Morgen kommen die ersten Gäste an. Das Gelände sieht schon besser als vor einer Woche aus. Es gibt für deutsche Verhältnisse immer noch viel zu tun. Das Päarchen meinte auch, das sie mit dem Putzen und den Vorbereitungen fürdie Gäste schon früher angefangen hätten. Unterschiedliche Ansprüche und Präferenzen. Vielleicht gibt es Gründe warum es ist wie es ist.
foto202In den nächsten Tagen muss ich auch um 6:30 Uhr schon arbeiten und weiss nicht, ob ich dann jeden Tag meinen Tagebucheintrag machen kann.
Was gibt es noch zu erzählen…ach ja, die Therapeutin, die ich heute traf, ist eine gebürtige Ősterreicherin, die schon über 15 Jahre in Portugal lebt. Sie sagte zu mir, das sie es mutig findet was ich da mache mit dem Bart. Es sei bestimmt eine gute Übung, um bei sich selbst zu bleiben und um zu lernen unabhängig von der Meinung der Anderen zu sein. Genau. Sie ist mir sehr sympatisch. Ihre Kleidung fiel mir sofort auf. Sie war bunt und kreativ. Das Shirt hatte sie mit einer Nadelfilzarbeit verschönert, mit Blumen und Ranken und farblich machte alles so einen farbenfrohen und kreativen Eindruck.
foto398Heute fühle ich mich hier wohl und bin gerne hier. Mit meinen Kräften muss ich allerdings lernen besser zu haushalten.
An beiden Achillessehnen habe ich seit über einem halben Jahr Verdickungen. Trotz all der Massnahmen, die der Arzt mir verschrieben hat, ist es nicht wieder zurück gegangen. Wenn ich den ganzen Tag stehe und laufe, dann schmerzen die Füsse Abends sehr. Nach dem Abendessen kann ich kaum aufstehen so sehr schmerzt es dann nach dem Sitzen. Vielleicht weiss einer der Therapeuten etwas, was da hilft.

Tagebuch, 170. Tag

foto360Donnerstag,viel gearbeitet und zu wenig geschlafen. Den ganzen Tag war ich mit dem grossen Raum beschäftigt. Fliegendreck auf all den Kabeln, hoch oben und nur mit einer Leiter zu erreichen. Die CDs mit einer Staubschicht überzogen und viele Spinnweben und Staub, als ob seit Ewigkeiten keiner mehr gründlich geputzt hatte. Ist es die deutsche Gründlichkeit, die mich in die letzten Winkel schauen lässt? foto1651Die Engländer, die hier arbeiten sehen das wohl nicht so eng. Das Kochen übernahm heute jemand anderer, denn ich brauchte meine Kraft zum Putzen und eigentlich brauchte ich dringend eine Pause. Morgen habe ich frei. Gut so. Ich würde gerne lange schlafen, doch das ist nicht leicht.

foto169Unter meinem Zimmer, dessen Boden nur aus den Holzdielen besteht, ist eine Saftküche in der auch der Wasserkocher steht und das Osmosewasser seine Leitung hat. Wenn morgens der Tee gekocht wird, höre ich jedes Geräusch. Wenn das Fastenseminar los geht, wird es schon um halb sieben laut sein….Die Saftküche, ist der Raum in dem die Wand mit den Mosaiken ist.

foto280Draussen regnet es schon den ganzen Tag. Wenn der Wetterbericht stimmt wird das nun eine Woche lang so sein.

Der Canadier setzt sich nach dem Essen oft noch in die Küche zu mir und spricht dann fast eine Stunde lang mit mir. Besser gesagt, er erzählt und ich höre die meiste Zeit nur zu. Hin und wieder sage ich auch mal was, doch schnell fällt ihm wieder eine lange Geschichte als Antwort ein. Wieso müssen Männer immer nonstop reden, wenn sie dann mal reden? Entweder ich treffe Männer, die schweigsam sind und die sich schwer damit tun etwas zu sagen, oder sie sind wie der Canadier. Erst freute ich mich, denn der Mann machte einen offenen Eindruck, spricht und erzählt. Nachdem ich nun schon über eine Woche seinen Vorträgen aufmerksam folge, wurde es mir heute zu viel. Mag sein, dass er damit junge Mädchen beeindrucken kann. Heute langweilte ich mich. Er scheint nur daran interessiert zu sein Vorträge zu halten und zu dozieren. Leider hat er immer noch eine miese Laune, innerlich ist er schon weit weg und will hier gar nicht sein, sagt er. Wenn er mit mir oder auch mit anderen spricht, dann sitzt er oft so, das er mich nicht anschaut, sondern zum Fenster schaut oder zur Seite. Er scheint es schwer zu haben jemandem für eine längere Zeit in die Augen zu schauen. Als ich ihn heute darauf ansprach, sagte er, das er nur mich nicht anschaut, da ihn der Bart im Gesicht einer Frau immer noch irritiert. Hatte er mir bisher noch nicht gesagt. Er tat so als verstehe er warum ich den Bart habe…..hat wohl noch einen Teil nicht ausgesprochen.

foto363Auch an Männern mag er keine Gesichtsbehaarung. Ich habe nicht weiter nachgefragt, doch jetzt im Nachhinein möchte ich nochmal nachfragen, was es ihm so schwer macht eine Frau mit Bart anzusehen….was fühlt oder denkt er? Ist es Ekel oder Abscheu? Ich nehme an, das er sich nicht wohl fühlt, wenn er mich ansieht.

Er sagt ich hätte auch ein Problem mit meinem Bart, da ich ihn mit meiner Hand so oft verstecken würde. Wie bitte?! Weil ich meine Hand, wenn ich ihm zuhöre ans Kinn nehme oder vor den Mund – meint er das sei ein Verstecken des Bartes! Das ist eine Angewohnheit. Wenn ich jemandem konzentriert zuhöre, dann hielt ich schon immer meine Hand an den Mund oder ans Kinn.

Da er mich so selten ansieht ist es erstaunlich das er den Eindruck hat, das ich den Bart verstecke.

Nach dem heutigen Abend, hatte ich den Gedanken, das er mich nur benutzt. Ich interessiere ihn nicht. Er will nur sich selbst reden hören und braucht einen Zuhörer. Wer auch immer da ist und gerade zuhört. Von dem Ort hier ist er angenervt, will weg und innerlich ist er schon gar nicht mehr hier, wie er sagt. Er braucht jemanden zum Zuhören und irgendeiner ist halt dran. Der der gerade bereit ist zuzuhören. Seine Geschichten wiederholen sich inzwischen und er scheint vergessen zu haben, was er mir schon alles erzählt hat.

Wenn ich mich in der Gesellschaft von jemandem anfange zu langweilen, dann ist es an der Zeit was zu sagen und/oder aufzustehen und zu gehen. Das raubt nur unnötig meine Zeit und Energie. Die verbringe ich dann lieber mir mir.

Etwas zu sagen, oder einfach zu gehen, fällt mir nicht so leicht…..da sind noch die alten Gedankenmuster in meinem Kopf wie: „Das sagt man nicht..“ und „Das tut man nicht.“, „…sei höflich…“..etc. Eine gute Möglichkeit zum üben habe ich hier…..na denn……

Mit dem Päarchen hatte ich heute mehr gesprochen. Beide wirken offen und hilfsbereit. Sie haben auch ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und suchen einen neuen Ort zum Leben. Sie haben einige Gemeinschaften in Spanien und Deutschland besucht. Es gibt ein Buch namens Eurotopia, in dem die Gemeinschaften Europas nach Ländern geordnet stehen, mit Informationen zu den einzelnen Gemeinschaften. Das Őkodorf Sieben Linden ist der Herausgeber dieses Buches.

Passend der heutige Abraham Hicks Spruch:

Negative emotion is your indicator of resistance, while positive emotion is your indicator of allowance. And they are on the same meter: allowance; resistance. Allowance; resistance.

Mittwoch… Tagebuch, 169. Tag

 

foto339Es war ein guter Tag heute. Meine Schmerzen im Bein waren weg und ich hatte viel Energie. Vielleicht hatte ich das der gestrigen Behandlung durch die Maschine zu verdanken? Oder lag es daran, das ich mich weiterhin auf all das Gute und Schöne konzentrierte?

Das Wetter war supergut und ich konnte die Aussenwand am Nachmittag streichen. Gekocht habe ich das Mittagessen und das Abendessen, was viel Lob fand. Viel gemacht. Ich wollte früher ins Bett gehen, doch im Moment bin ich daran gewohnt spät zu schlafen, so das ich nicht einschlafen konnte. Also sitze ich nun doch noch am Internet und schreibe den Blog, den es sonst erst morgen Nacht gegeben hätte.

Ab Mitternacht ist das Internet günstiger. Tagsüber kostet es fünf Euro in der Stunde. Selbstkostenpreis! Das Tal liegt ungünstig, so dass es weder eine schnelle noch eine preiswerte Internetverbindung gibt.

foto342Am Nachmittag kam das deutsche Päarchen hier an. Beide sind Yogalehrer. Immer wenn jemand neues kommt, ändert sich die Atmosphäre am Tisch. Doch diesmal war es irgendwie anders, angespannter oder so…..

Am Samstag wird das erste Fastenseminar für dieses Jahr starten und von da an haben wir Stundenpläne. Da geht es dann schon um 6.30 Uhr mit Feuermachen und Wecken los. Freue mich schon drauf. Dann habe ich zwei Tage in der Woche frei…und da ich nun eine Woche durchgearbeitet habe, habe ich noch was gut.

foto337Der Bart ist weiterhin Nebensache. Manche, die hier lesen finden, das ich vom Thema Bart abweiche, Andere meinen ich würde mich zu sehr darauf konzentrieren. Nun, das Leben ist vielschichtig. Manchmal ist der Bart im Mittelpunkt, oder ich suche bewusst nach neuen Informationen zu dem Thema. Und dann wieder ist es so eine Nebensache, das er fast nicht da ist. Ich vergesse ihn selbst und das hat auch sein Gutes, denn dann ist er integriert und angenommen und selbstverständlich.

Tagebuch, 168. Tag

foto355Dienstagabend, sitze am Laptop und höre nebenbei Musik – man habe ich das vermisst!! Vermisse ein Klavier, würde so gerne spielen. Schon 23 Uhr und ich mache eine Liste, was mir hier alles gefällt. Denn wie leicht ist es mich zu beschweren, was alles nicht gut ist. Der Canadier hat hier schon viele Monate verbracht und ist oft negativ und spricht über all das was seiner Meinung nach hier nicht stimmt. Das zieht mich nach einer Woche so langsam auch dahin mehr zu meckern. Das mag ich gar nicht. Erstens bringt es gar nix. Es tut mir selbst nur weh. Es verbreitet eine schlechte Energie und ist ein Energieräuber. Statt da raus zu kommen, gerät man leicht noch tiefer hinein und es wird zur Gewohnheit schlecht  über alles zu sprechen. Also: STOP – und im Gegenzug mache ich nun eine Liste, was hier gut ist und was mir gefällt. Das tut gut und erfreut mich. Es macht mich glücklich an die Dinge zu denken, die mir gefallen. Ich bin überrascht, wie viel Gutes es hier gibt! Irgendwie sind die negativen Dinge immer soooooo gross, als ob sie wie ein Luftballon riesig aufgeblasen sind und nehmen so viel Raum ein, das das Andere was mir gut tut, was mir gefällt, hinter dem aufgeblasenen Schlechten nicht mehr zu sehen ist. So eine Liste, mit dem was mich erfreut, sollte ich täglich machen. Was war an dem Tag gut. Was waren all die guten Dinge. Nach Abraham Hicks, Law of Attraction, ziehe ich das an worauf ich mich konzentriere. Also, wenn ich dem was mir gefällt mehr Energie gebe, dann ziehe ich davon mehr in mein Leben.

foto3361Als ich mich auf Dinge konzentrierte, die mich aufregten und störten, wurden sie immer mehr und ich begegnete ihnen überall. Wie Flöhe, Zigarettenqualm….um nur einge zu nennen. Also mal Gedankenhygiene betreiben! (die Flöhe, und all die rauchenden Menschen hier sind vielleicht das Ergebnis meiner Gedanken aus der Vergangenheit….)

Bin schon sehr müde. Den ganzen Tag war ich auf den Beinen und ich spüre sie. Es gibt hier eine erstaunliche Maschine. Sie heisst Physiospect und wurde von einem Russen entwickelt. Mit ihr kann man alle Organe des Körpers durchchecken und sehen wo Energieblockaden sind. Durch Kopfhörer sendet die Maschine Ferquenzen, die die Blockaden wieder ins Fliessen bringen. Erstaunlich und verständlich. Gedanken und Energien im Körper sind elektrische Impulse und Schwingungen. Die Maschine weiss diese Schwingungen zu deuten und hat Kenntnisse sie ins Gleichgewicht zu bringen, indem sie die entsprechende Schwingung über den Kopfhörer sendet, die für das menschliche Ohr nicht hörbar ist.

foto334Der Canadier zeigte mir heute die Anwendung und checkte mich durch. Durch das Zuführen der Informationen durch die Maschine, konnte ich eine Entspannung feststellen und die Schmerzen im Bein wurden weniger.

Im neuen Zimmer habe ich viel besser geschlafen, den Hahn hörte ich hier nicht, der ist von diesem Gebäude weiter weg.

Der Bart ist gerade kein Thema.

Tagebuch, 167. Tag

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Morgens, war ich, wie auch schon am Vortag völlig ko. Hahnengeschrei seit 5 Uhr früh. Und jeden Tag, genau um 8.30 Uhr, hört das Gekrähe dann auf! Dann könnte ich nochmal schlafen, doch dann ist es schon längst Zeit mich zum Frühstück blicken zu lassen. Gut ist, das jeder frühstücken kann wann er will, da alle andere Gewohnheiten und Zeiten haben.

Nur das Mittag- und Abendessen nehmen wir gemeinsam ein.

Meist ist der Canadier gerade dabei sein Porridge zu kochen, wenn ich in die Küche komme, um mir Tee zu machen. Morgens muss ich erst mal viel trinken, um wach zu werden und bevor ich Lust bekomme etwas zu essen. Manchmal lasse ich das Frühstück auch ausfallen, weil mich das Essen am Morgen oftmals müde macht.

foto170Wieder stand ich den ganzen Tag in der Küche und war für das Mittag- und Abendessen zuständig. Zwischendrin ging ich in den Garten und räumte im Gemüselager auf, doch es ist immer noch nicht fertig. Dort lagen die Zwiebeln aus dem Garten und schimmelten, da es in dem Raum viel zu feucht für Zwiebeln ist. Also gab es heute eine Zwiebelsuppe aus den noch guten Zwiebeln. Das mit der Feuchtigkeit ist ein klimatisches Problem in Portugal wie auch in Irland. Leider sind die meisten Häuser feucht, und nur Wenige wissen so zu bauen, das das Haus trocken ist.

foto1831Heute kam Chris vorbei und packte mit an. Er ist so ein Art neuer Manager und hat voll den Elan und die Energie hier neuen Schwung rein zu bringen. Das machte mir Hoffnung, vielleicht doch eine gute Zeit hier zu verbringen. Zu meiner Frage wie viel wir hier als Karma Yogis arbeiten sollen, hies es 40 Stunden die Woche und zwei Tage haben wir frei. Ab nächster Woche gibt es einen Plan, in den sich jeder einträgt und sieht wann er wo arbeiten muss. Ganz schön viel vierzig Stunden…..wollte ich eigentlich nicht….nun.. im Moment ist es ok, weil sich mir keine andere attraktive Alternative geboten hat und ich selbst nicht recht weis, was ich gerade will.

Die Alternative Hartz IV zu beantragen und am Ende vom Monat auch kein Geld zu haben ist nicht wirklich attraktiver. Hier begegne ich interessanten Menschen, das Essen ist hervorragend, die Arbeit macht Spass und Sinn. Besser, als manche Massnahme vom Amt oder ein Eineurojob.

Eine Unterkunft der Seminarteilnehmer
Eine Unterkunft der Seminarteilnehmer

Eine Engländerin, die etwa Mitte fünfzig ist, kam heute aus dem Urlaub zurück. Sie wohnt seit einem Jahr hier. Scheint ganz ok zu sein….nur der Geruch….naja..sie nimmt etwas viel Deo und raucht leider auch, wie die meisten, die hier arbeiten.

 

Hot Tub
Hot Tub

Der Canadier ist Yogalehrer und sagte mir heute auf meine Nachfrage, das der Schulterstand gut für die Schilddrüse ist, mit der ich Probleme hatte. Also versuchte ich das mal und bekam Lust auf mehr…ab Samstag, wenn das Fastenseminar los geht, gibt es täglich Yoga und ich hoffe, das ich daran teil nehmen kann.

 

Abends zog ich nochmals um! Im Haupthaus gibt es ein Zimmer unter dem Dach, in dem die Kissen und Decken aus den Gästezimmern lagerten. Wir räumten es halbwegs frei, so das ich darin schlafen kann. Das ist ein richtig schönes Zimmer mit Holzdielen. Eine steile Treppe führt dort hinauf und durch eine Klappe im Boden betritt man das Zimmer. Auch hier gibt es etwas Schimmel an der Aussenwand, doch es hält sich in Grenzen. Das Zimmer hat keine Heizung und wird durch eine Klappe aus dem daruntergelegenen Esszimmer, in dem ein Holzofen steht, beheizt. Wenn es zu feucht wird, gibt es auch noch einen Entfeuchter. Ein Tisch zum Schreiben und Nähen steht auch im Zimmer…was will ich mehr. Bin schon neugierig wie es weiter geht….

Sonntag, Tagebuch 166. Tag

foto3161An diesem Sonntagmorgen blieb ich lange liegen. Das Wetter war trüb. Der Hahn und seine Kollegen, hatten meinen Schlaf schon wieder seit fünf Uhr morgens gestört.

Das trübe Wetter ging gegen Abend in Regen  über und der Wetterbericht hat für die kommende Woche Regen vorausgesagt.

foto310Am Vormittag ging ich mit dem Canadier die Hühner füttern und gleich danach war es schon wieder Zeit das Mittagessen vorzubereiten. Irgendwie kam ich heute nicht aus der Küche raus.

Nach dem Mittagessen machte ich zwei Liter Orangensaft aus den Orangen, die ich unter den Bäumen aufgesammelt hatte. Es gibt gerade unendlich viele Orangen.

foto301Die Orangenschale schälte ich ab und trocknete sie im Backofen. Aus den getrockneten Schalen machte ich mit dem Zauberstab Orangenpulver. Dieses kann ich dem Essen, Tee oder Gebäck zufügen. Obwohl es fast zehn Kilo Orangen waren, hatte ich am Schluss nur ein Marmeladenglas voll mit Orangenschalenpulver.

Einige Male war ich im Garten. Erntete Kräuter und Salat und genoss die Vielfalt der Pflanzen und die gute Luft. Zum Abendessen gab es eine leckere Bohnenpaste mit Coriander, Zitronensaft und Minze. Dazu selbst gebackene Chapatis, Zuchinigemüsse mit gerösteten Mandeln und Reis mit Nüssen, Rosinen und Adzukibohnen.

foto267Der Canadier hatte heute etwas bessere Laune und zum zweiten Mal lobte er mein Essen. Das heisst schon was, denn damit ist er nicht so grosszügig. Er war lange Jahre Restaurantbesitzer und geht sehr oft essen.

Er ist schon einige Wochen hier und sehnt sich nach einem richtig heissen Klima, wie in Indien. Bald wird er dort hinfliegen und in den Ashram gehen. Es gefällt ihm dort gut, der feste Tagesablauf mit Yoga und Meditation und Satsang.

foto3182Wir sprachen über diesen Ort hier und kamen zu dem Schluss, das der Geist, der hier eigentlich herrschen sollte, etwas verloren gegangen ist. Die Leute, die hier für ihre Arbeit im Garten und in den Gebäuden bezahlt werden sind nicht an Meditation, Yoga oder gesunder Ernährung interessiert. Wenn nicht gerade Seminare stattfinden, dann praktiziert hier, bis auf wenige Personen, keiner Yoga oder Meditation. Der Geist eines spirituellen Ortes lebt jedoch durch den Geist der Menschen, die dort leben und arbeiten und durch die regelmässigen Praktiken.

 

foto1611Der Gründer dieses Zentrums ist 78 Jahre alt! Ich war erstaunt. Er war über sechzig, als er dieses Zentrum gründete. Das gibt Hoffnung! Ich meine es ist schön, das Menschen in dem Alter noch solch riesige Projekte verwirklichen. Er fährt sogar noch Motorrad und betreut die Webseite des Zentrums und beschäftigt sich viel mit Computerprogrammen und dem Internet. Da gibt es in seinem Alter sicher nur wenige Menschen, die das tun.

Ansonsten hat er sich etwas zurückgezogen von dem Ganzen. Er wohnt mit seiner Frau in einem Haus etwas oberhalb des Hanges vom Haupthaus.

Nun sind neue Leute gefragt, um diesem Platz wieder mehr Leben einzuhauchen. Die Atmosphäre ist im Moment so, als ob der Ort am Sterben ist. Das kann aber auch am Winter liegen. In den warmen Monaten ist hier viel mehr los als jetzt.

Die vielen Interessen und Fähigkeiten, die ich habe machen es mir nicht leicht mich zu entscheiden was ich will. Auf alle Fälle muss es abwechslungsreich sein.

Die Superleckere Frucht, deren Namen ich nicht kenne
Die Superleckere Frucht, deren Namen ich nicht kenne

Auch heute machte ich mir Gedanken was ich denn nun will – bleiben oder gehen. Und alle paar Stunden dachte ich anders darüber. Die Vor- und Nachteile halten sich gerade die Waage. Es besteht die Gefahr, das ich hier zu viel arbeite, ohne etwas zu verdienen. An allen Ecken gibt es Arbeit und wenn ich so viel sehe, das ich tun kann, dann ist es schwer eine Pause zu machen. In der Küchen und Hausarbeit kann ich mich völlig verlieren und komme dann nicht zum zeichnen oder nähen, was ich schade finde. Da kam mir heute der Gedanke mir einen Job in einem Seminarhaus zu suchen, wo ich für meine Arbeit im Haus und in der Küche bezahlt werde.

Worte der Inspiration von Abraham Hicks:

Never mind what-is. Imagine it the way you want it to be so that your
vibration is a match to your desire. When your vibration is a match to
your desire, all things in your experience will gravitate to meet that
match every time.