Tagebuch, 165. Tag

foto165Samstagabend, nach dem Abendessen sitze ich im grossen Speisesaal am Kaminfeuer. Wo auch immer ich bin, begleitet mich seit einigen Monaten eine Feuerstelle…in Irland, im Wendland, als ich im Haus auf die Hunde aufpasste und jetzt hier.

foto255All die Jahre, in denen ich nur eine Zentralheizung hatte, vermisste ich das Feuer. Naturerlebnisse, wie ein Feuer, in der Erde zu graben und zu ernten, der Geschmack und die Energie einer frucht, die gerade vom Baum gepflueckt wurde…..all das macht das Leben so lebenswert.

Im Garten pflueckte ich heute Mandarinen direkt vom Baum – was fuer ein Geschmack! Gestern sammelte ich Macadamianuesse unter dem Baum auf. Das ist so viel wert und so ein anderes Leben, als die Zeit in der Stadt, am Computer oder vor dem Fernseher zu verbringen. Die Farben und Formen, die die Natur zu bieten haben, kann kein Kunstwerk nachbilden!

 

foto233Heute morgen stand ich gegen neun Uhr unausgeschlafen auf, da der Hahn, bzw die vielen Haehne schon seit den fruehen Morgenstunden ununterbrochen kraehten. Als ich mich dann endlich entschlossen hatte aufzustehen, da schien die Sonne und ein strahlend blauer Himmel erwartete mich. Den ganzen Tag ueber blieb es schoen und in der Sonne war es richtig warm.

Ich hatte viel Energie und nutzte das schoene Wetter um all die Raeume zu lueften und die Fenster in der Kueche zu putzen. Den ganzen Tag war ich mit kochen, putzen und ernten beschaeftigt. Erst jetzt am Abend finde ich zur Ruhe.

foto138Morgen ist Sonntag und ich habe mir vorgenommen mehr fuer mich zu machen, denn ab Montag wird es hier viel zu tun geben, da in einer Woche das erste Seminar statt findet. Bis dahin ist noch sehr viel zu tun, sowohl in all den Gebaeuden, als auch im Garten. Die Wege muessen gefegt werden, Zimmer geputzt und hergerichtet werden…zu kurz erscheint mir die Zeit, um das alles zu schaffen.

Herbergen, Seminarhaeuser und Feriendoerfer haben alle immer wieder aehnliche Probleme. Staendig gibt es was zu reparieren, Rohre sind verstopft und das Wasser fliest nicht ab, oder kommt an der falschen Stelle hoch. Daecher sind undicht. Die Bausubstanz broekelt oder schimmelt. Es ist feucht oder regnet rein. Und noch Vieles mehr. Solche Orte brauchen eine Menge an Zeit, Energie und Zuwendung, damit sie erstrahlen koennen, wenn die Gaeste kommen. Vermutlich wissen die wenigsten Gaeste was da fuer eine Arbeit dahinter steht.

Heute war ich mit dem Canadier alleine. Ausser zu den Mahlzeiten bekam ich ihn kaum zu sehen. Er hatte sich zurueckgezogen, war am Computer oder las in einem Buch. Er hat keine gute Laune, schon seit ich ankam, und macht wohl innerlich gerade was durch.

Ich lies mich nicht stoeren dadurch und hatte eine gute Zeit alleine.

Als ich am Abend duschen wollte, stand ich schon ausgezogen unter der Dusche, als das Wasser einfach nicht warm wurde. So ein Mist! Beide Gasflaschen, die die Dusche und unsere Heizung im Zimmer versorgen, waren leer! Das bedeutet auch heute abend oder Nachts keine Heizung, denn es sind sehr grosse Flaschen, die erst mal wieder herbeigeschafft werden muessen.

Ich zog mich also wieder an und suchte nach einer anderen Dusche. Der Canadier sagte mir wo ich eine finden kann, doch als ich dort ankam, war die Tuer verschlossen und ich hatte den Schluessel nicht! Ich ging also zurueck zum Haupthaus wo es auch ein Bad gibt. Vorsorglich nahm ich einen grossen Topf mit heissem Wasser und eine Tasse aus der Kueche mit ins Bad. Das war gut so, denn es dauerte einige Minuten, bis das Wasser warm wurde und kurz darauf war es auch schon wieder kalt! Das Wasser in der Wanne lief nur langsam ab und ich stand in der Bruehe. Ich war genervt! Nach einem arbeitsreichen Tag erwarte ich eine warme Dusche ohne Probleme! Das hier war allerdings schlimmer, als beim Campen! Wenn man ein sauberes Bad mit fliessend warmem Wasser gewohnt ist, weiss man oft gar nicht diesen Luxus zu schaetzen.

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