Tagebuch, 170. Tag

foto360Donnerstag,viel gearbeitet und zu wenig geschlafen. Den ganzen Tag war ich mit dem grossen Raum beschäftigt. Fliegendreck auf all den Kabeln, hoch oben und nur mit einer Leiter zu erreichen. Die CDs mit einer Staubschicht überzogen und viele Spinnweben und Staub, als ob seit Ewigkeiten keiner mehr gründlich geputzt hatte. Ist es die deutsche Gründlichkeit, die mich in die letzten Winkel schauen lässt? foto1651Die Engländer, die hier arbeiten sehen das wohl nicht so eng. Das Kochen übernahm heute jemand anderer, denn ich brauchte meine Kraft zum Putzen und eigentlich brauchte ich dringend eine Pause. Morgen habe ich frei. Gut so. Ich würde gerne lange schlafen, doch das ist nicht leicht.

foto169Unter meinem Zimmer, dessen Boden nur aus den Holzdielen besteht, ist eine Saftküche in der auch der Wasserkocher steht und das Osmosewasser seine Leitung hat. Wenn morgens der Tee gekocht wird, höre ich jedes Geräusch. Wenn das Fastenseminar los geht, wird es schon um halb sieben laut sein….Die Saftküche, ist der Raum in dem die Wand mit den Mosaiken ist.

foto280Draussen regnet es schon den ganzen Tag. Wenn der Wetterbericht stimmt wird das nun eine Woche lang so sein.

Der Canadier setzt sich nach dem Essen oft noch in die Küche zu mir und spricht dann fast eine Stunde lang mit mir. Besser gesagt, er erzählt und ich höre die meiste Zeit nur zu. Hin und wieder sage ich auch mal was, doch schnell fällt ihm wieder eine lange Geschichte als Antwort ein. Wieso müssen Männer immer nonstop reden, wenn sie dann mal reden? Entweder ich treffe Männer, die schweigsam sind und die sich schwer damit tun etwas zu sagen, oder sie sind wie der Canadier. Erst freute ich mich, denn der Mann machte einen offenen Eindruck, spricht und erzählt. Nachdem ich nun schon über eine Woche seinen Vorträgen aufmerksam folge, wurde es mir heute zu viel. Mag sein, dass er damit junge Mädchen beeindrucken kann. Heute langweilte ich mich. Er scheint nur daran interessiert zu sein Vorträge zu halten und zu dozieren. Leider hat er immer noch eine miese Laune, innerlich ist er schon weit weg und will hier gar nicht sein, sagt er. Wenn er mit mir oder auch mit anderen spricht, dann sitzt er oft so, das er mich nicht anschaut, sondern zum Fenster schaut oder zur Seite. Er scheint es schwer zu haben jemandem für eine längere Zeit in die Augen zu schauen. Als ich ihn heute darauf ansprach, sagte er, das er nur mich nicht anschaut, da ihn der Bart im Gesicht einer Frau immer noch irritiert. Hatte er mir bisher noch nicht gesagt. Er tat so als verstehe er warum ich den Bart habe…..hat wohl noch einen Teil nicht ausgesprochen.

foto363Auch an Männern mag er keine Gesichtsbehaarung. Ich habe nicht weiter nachgefragt, doch jetzt im Nachhinein möchte ich nochmal nachfragen, was es ihm so schwer macht eine Frau mit Bart anzusehen….was fühlt oder denkt er? Ist es Ekel oder Abscheu? Ich nehme an, das er sich nicht wohl fühlt, wenn er mich ansieht.

Er sagt ich hätte auch ein Problem mit meinem Bart, da ich ihn mit meiner Hand so oft verstecken würde. Wie bitte?! Weil ich meine Hand, wenn ich ihm zuhöre ans Kinn nehme oder vor den Mund – meint er das sei ein Verstecken des Bartes! Das ist eine Angewohnheit. Wenn ich jemandem konzentriert zuhöre, dann hielt ich schon immer meine Hand an den Mund oder ans Kinn.

Da er mich so selten ansieht ist es erstaunlich das er den Eindruck hat, das ich den Bart verstecke.

Nach dem heutigen Abend, hatte ich den Gedanken, das er mich nur benutzt. Ich interessiere ihn nicht. Er will nur sich selbst reden hören und braucht einen Zuhörer. Wer auch immer da ist und gerade zuhört. Von dem Ort hier ist er angenervt, will weg und innerlich ist er schon gar nicht mehr hier, wie er sagt. Er braucht jemanden zum Zuhören und irgendeiner ist halt dran. Der der gerade bereit ist zuzuhören. Seine Geschichten wiederholen sich inzwischen und er scheint vergessen zu haben, was er mir schon alles erzählt hat.

Wenn ich mich in der Gesellschaft von jemandem anfange zu langweilen, dann ist es an der Zeit was zu sagen und/oder aufzustehen und zu gehen. Das raubt nur unnötig meine Zeit und Energie. Die verbringe ich dann lieber mir mir.

Etwas zu sagen, oder einfach zu gehen, fällt mir nicht so leicht…..da sind noch die alten Gedankenmuster in meinem Kopf wie: „Das sagt man nicht..“ und „Das tut man nicht.“, „…sei höflich…“..etc. Eine gute Möglichkeit zum üben habe ich hier…..na denn……

Mit dem Päarchen hatte ich heute mehr gesprochen. Beide wirken offen und hilfsbereit. Sie haben auch ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und suchen einen neuen Ort zum Leben. Sie haben einige Gemeinschaften in Spanien und Deutschland besucht. Es gibt ein Buch namens Eurotopia, in dem die Gemeinschaften Europas nach Ländern geordnet stehen, mit Informationen zu den einzelnen Gemeinschaften. Das Őkodorf Sieben Linden ist der Herausgeber dieses Buches.

Passend der heutige Abraham Hicks Spruch:

Negative emotion is your indicator of resistance, while positive emotion is your indicator of allowance. And they are on the same meter: allowance; resistance. Allowance; resistance.

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