Montag… Tagebuch, 174. Tag

foto420Montag. Ich hatte die Frühschicht. 6:30 Uhr Feuer im Tempel und im Saal machen. Tee kochen. Den Berg runterlaufen mit der Glocke die Gäste wecken. Kerzen anzünden….Im Tempel ging das Feuer nicht richtig an…das Holz war zu feucht und es dauerte eine halbe Stunde, bis es endlich richtig brannte. Eigentlich bin ich gut im Feuer anmachen. Aber das war heute morgen ein Krampf.

 

foto413Einer der Gäste hat heute gemeckert. Hier mal die Geschichte: Mit dem Flug hierher begann das Drama schon. Wegen schlechtem Wetter wurde er verschoben, muss wohl mit dem Sturm zusammenhängen, und sie kam erst nach Mitternacht hier an. Ihr Gepäck war nicht mitgekommen und wie sich später herausstellte, war es am Abflughafen geblieben. Nach 48 Stunden wurde es dann gebracht. Am selben Abend und darauffolgenden Morgen konnte sie nicht warm duschen. Obwohl sie darum bat, das jemand sich darum kümmert, ging das warme Wasser erst im Laufe des nächsten Tages wieder. Kurz darauf ging die Heizung nicht. Als sie zur Sauna ging war diese noch am aufheizen, obwohl sie schon warm sein sollte. So dass sie heute ziemlich erbost war, sie zahle ja schliesslich genug, was nun auch wieder wahr ist. Hundertachzig Euro am Tag ist nicht wenig. Da erwartet ein Gast schon was. Ja soweit ihre Geschichte. Fasten bringt auch einige Emotionen hoch.

foto408Gegen zwölf kam der Engländer und fragte mich wie es mir geht. Als ich meinte nicht so gut und ich müsste mal schlafen, da schickte er mich ins Bett. Ich war echt froh. Legte mich hin und schlief die nächsten vier Stunden, trotz des Lärms um mich herum. Wenn ich so richtig fertig bin, dann schlafe ich auch bei Helligkeit und Lärm. Aber das heisst schon was. Ich konnte echt nicht mehr. Ich glaube ich habe mich etwas verkühlt. Mein Zimmer ist feucht und kühl und das Wetter wechselt ständig. Bis zum Abend blieb ich im Zimmer und ruhte. Das würde ich gerne noch einige Tage machen.

foto417Was lerne ich daraus? Endlich mal mit meinen Kräften zu haushalten. Mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Die Deutsche meinte eben zu mir, das die es hier wohl mit mir schwer haben, weil ich so viel widerspreche. Das kann sein. Ich bin nicht dafür gemacht zu gehorchen. Ich denke und habe meine Vorstellungen und fühle mich verantwortlich für das was ich tue. Ich wäre eher als Führungskraft zu gebrauchen, denn als gehorsamer Diener. So gesehen ist es nichts für mich hier dreieinhalb Monate zu dienen, um zu fasten. Morgen habe ich frei. Wenn ich das Auto ausleihen kann, fahre ich ans Meer.

Eben entdeckte ich, das die TAZ vor einigen Tagen, am 19.1.2009 einen Artikel von Kirsten Reinhardt: „Ein Tag als Frau mit Bart“ veroeffentlicht hat. Darin beschreibt die Journalistin ihre Gedanken, als sie einen Tag lang mit einem Schnurrbart durch Berlin geht.

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