Freier Tag…..Tagebuch, 175. Tag

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Heute morgen ging es mir besser. Ich hatte ausgeschlafen. Als ich in die Küche kam meinte Anand, der Deutsche zu mir: Du siehst viel jünger aus. Ja Schlaf verjüngt!

Nachdem ich gefrühstückt hatte, ging ich nach draussen und baute einen Ständer für die Fingerpuppen. Dafür nahm ich ein Stück vom Brennholz und haute ganz lange Nägel hinein. Sieht gut aus mit all den Puppen. Foto habe ich noch keins. (Es gibt viele Fotos erst morgen, denn mein Handyakku ist gerade so leer, dass ich keine Fotos auf den Computer laden kann.)

Der Ständer ist als Verkaufständer gedacht. Morgen erfahre ich, ob ich ihn hier in den sogenannten Shop stellen darf. Der Shop ist eine Ecke mit Regalen im Wohnzimmer. Darauf steht ein Sammelsurium aus: ayurvedischer Zahnpasta und Schampoo, Mückenschutzmittel (das man jetzt schon gebrauchen kann!), Räucherstäbchen, Schmuck, Edelsteinen und indischen Figuren..und vielleicht hab ich noch was vergessen.

Seit ich hier bin habe ich nur noch einen Euro. Gestern kaufte Anand zwei Fingerpuppen und eine Karte von mir und so habe ich wieder etwas Geld. Das konnte ich heute gut gebrauchen, um einen Ausflug mit dem Auto zu machen.

foto4981Als ich nach dem Mittagessen mit dem Auto nach Lagos fahren wollte, hatte der Canadier das Auto genommen, um damit zum Kaffeetrinken zu fahren, ohne mir etwas davon zu sagen. Das Auto ist für alle vom Staff und seine Benutzung sollte abgesprochen werden. Ich hatte es also schon angekündigt und mit dem Manager gesprochen, das ich das Auto am Nachmittag brauche. Der Canadier wusste also vom Manager davon, das ich das Auto brauchte. Doch das war ihm wohl egal. Ohne was zu sagen war er gefahren. Nach einer Stunde war er wieder zurück und ging an mir vorbei, als ob nichts wäre und sprach kein Wort. Ich ärgerte mich ziemlich über ihn, sagte jedoch auch nichts.

foto485Ich sass schon im Auto, wollte losfahren, da bemerke ich das es ein Automatikauto ist und ich noch nie mit einem Automatikauto gefahren bin. Im selben Moment kommt einer der Arbeiter auf mich zu und will mit dem Auto nochmals zum Cafe fahren, wo er und der Canadier vorhin Kaffee getrunken hatten. Er findet sein Handy nicht mehr und denkt es sei vielleicht im Cafe liegen geblieben. Also fahren wir zusammen dort hin. Er zeigte mir wie das Auto funktioniert und nachdem wir beim Cafe waren und er das Handy nicht fand, fuhr ich ihn wieder zur Anlage zurück. Er war sehr gereizt und wütend, denn seit Tagen war er mit all dem was hier nicht klappte gestresst. Er ist der Mann für alles handwerkliche und manchmal, wenn es zu viel zu tun gibt, weil so viel schief geht, dann ist es ihm einfach zu viel.

foto522Endlich fuhr ich nach Lagos. Vor 12 Jahren war ich dort zum letzten Mal gewesen. Damals hatte ich einen Job als Reiseleiterin. Ich zeigte österreichischen Touristen die Algarve und Lissabon. Langsam kam die Erinnerung wieder. Es hatte sich kaum etwas verändert. Nur wenige Touristen schlenderten durch die Strassen. Viele Läden hatten geschlossen und auch die Kirchen, in die ich einen Blick werfen wollte, hatten ihre Türen geschlossen. Nach vierzehn Tagen auf dem Seminargelände war es schön etwas anderes zu sehen und ich genoss den weiten Blick über das Meer. Meinen Bart hatte ich vergessen und die Blicke der Leute erinnerten mich daran, das mein Aussehen für sie ungewohnt war.

Automat Post Portugal

Automat Post Portugal

Als es dunkel wurde und ich zurück fahren wollte verirrte ich mich mit dem Auto in den engen Gassen von Lagos und fand nur schwer wieder zur Hauptstrasse zurück. Schliesslich fragte ich an einer Tankstelle nach dem Weg und dann war es ganz einfach. Ich kam zwei Stunden später an, als ich es angekündigt hatte. Da wusste ich aber noch nicht, das ich auch erst später loskommen würde. Was ich nicht wusste: der Canadier wolte eigentlich nochmal mit dem Auto los, doch nun war es ihm wohl zu spät und er blieb da. Naja, kleine Rache ohne es zu wissen…will ja nicht gemein sein, doch irgendwie dachte ich geschieht es ihm recht. Da hatten wir beide es versäumt miteinander zu kommunizieren. Er sah mich ankommen, doch sagte er nichts und ich auch nicht. Seit die Gäste da sind spricht er nur noch wenig mit mir. Vielleicht brauchte er mich nur zum Zuhören, als wir alleine hier waren. Meist sitzt er bei den Gästen, auch zum Essen ist er nicht bei uns. Nun kann er bei den Gästen seiner Leidenschaft, Vorträge zu halten, nachgehen.

 

Mit dem deutschen Päarchen unterhalte ich mich öfters. Wir müssen aufpassen nicht zu viel über die Dinge zu sprechen, die hier nicht so funktionieren, wie wir es gerne hätten. Das tut keinem gut. Im Moment ist hier eine gereizte Stimmung. Es ist wohl die Anspannung, am Anfang der Saison, wo noch nicht alles so läuft und funktioniert, wie es sollte. Immer wieder gibt es kleine Zwischenfälle und Pannen. Ein Wasserrohrbruch, ein Farbeimer der im Auto auslief und was weiss ich noch alles…..

foto446Um nicht in die Versuchung zu kommen zu meckern, wollte ich mir schon ein Schild anstecken mit: I am in silence. Was bedeutet, das man an dem Tag nicht spricht. Doch vielleicht schaffe ich es mit mehr Aufmerksamkeit und Disziplin mich zu stoppen, sobald ich wieder eine Beschwerde aussprechen will. Eine neue Herausforderung.

Abraham Hicks heutiges Tageszitat passt zum Thema:

You cannot look at that which you do not want and not join and perpetuate that vibration. Take your attention from that which is not in harmony with who you are, and your „now vibration“ will adjust to who you really are – and then you can uplift others.

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