Tagebuch, 181. Tag

foto642Heute war die Therapeutin mit dem schönen Pulli wieder da. Diesmal konnte ich von ihrem Pulli, den sie mit einem Nadelfilzmuster versehen hatte, ein Foto machen. Ich muss sie nochmal fragen, ob ich es hier zeigen darf.

foto638Heute war mein freier Tag. Am Vormittag gab ich ein Reading. Das Reading inspirierte mich über das Gleichgewicht zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit nachzudenken. Unsere Gesellschaft sehe ich als sehr männlich ortentiert. Es gieht darum zu funktionieren und hart zu sich zu sein und Leistung zu bringen. Die weiblichen Seiten, weich, verletzlich und liebevoll zu sich und Anderen zu sein, haben im „normalen“ Alltag keinen Platz. Es ist üblich hart zu sich und Anderen zu sein. Die Leistung ist das was zählt. Für sich selbst zu sorgen, sich selbst Aufmerksamkeit zu geben, sich selbst zu loben, zu streicheln, in den Arm zu nehmen, ist nicht üblich. Sich selbst Liebe zu geben, sich selbst zu nähren ist wichtig. Erst aus der Kraft heraus kann ein Mensch anderen Liebe geben. Wenn ich immer nur auf mir herum trampele, mich nicht liebe und immer noch mehr Leistung von mir fordere, dann geht es mir irgendwann schlecht und ich bin ausgebrannt. Wenn Menschen sich ausgepowert haben, dann suchen sie oftmals Trost und Kraft im Alkohol, im Fernsehen schauen oder im Sex. Andere oder die Droge sollen ihnen das geben, was sie selbst nicht fähig sind sich selbst zu geben. Von anderen die Liebe zu erwarten, die man selbst nicht fähig ist, sich selbst zu geben, führt zu Konflikten. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Jeder sollte gut für sich selbst sorgen, so das es ihm gut geht. Die weibliche, sanfte, fürsorgliche Energie, ist hier gefragt. Wie eine liebevolle Mutter mit sich selbst umzugehen, daraus entsteht wieder neue Kraft. Anerkennen was man alles schon geleistet hat und sich dafür lieben. Ruhezeiten in den Alltag einbauen. Die Pausen und Zeiten der Entspannung mit auf den Zettel schreiben, auf den man das, was zu erledigen ist, aufschreibt. Vor lauter Männlichkeit sollte man das Weibliche nicht vergessen und eine Balance zwischen den Polen anstreben.

Das Wetter war heute sonnig und immer wieder regnete es dazwischen. Ich war im Orangenhain und sammelte Orangen und Clementinen für Morgen, denn Morgen bin ich wieder dran mit Wecken. Im Garten grub ich Karotten aus der nassen Erde aus. Das ist ein Gefühl jenseits der Worte, wenn ich etwas ernte und mit den Pflanzen bin. Erfüllend und göttlich.

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