Tagebuch, 184. Tag

foto696Schon um halb 5 war ich wach. Geweckt vom Hund der vor meinem Fenster bellte. Ich stand auf um mir etwas Warmes zum Trinken zu machen. Dann zündete ich das Feuer im grossen Raum und im Tempel an, damit diese nachher wärmer sein würden und Anand weniger Arbeit hätte. Der Tod seines Vaters nahm ihn doch mehr mit, als er dachte.

foto456Im Dunkeln ging ich mit der Taschenlampe zum Tempel. Kurz vor dem Tempel gruselte es mich. Im Tempel fühlte ich mich in diesen Morgenstunden auch seltsam unbehaglich. Ringsrum hingen von der Decke an einer Holzleiste die Fotos von mindestens 35 Heiligen und Gurus aus allen Epochen. Ich machte mir Gedanken, ob nicht so viele Fotos von Gurus und Heiligen aus den verschiedensten spirituellen Richtungen eine seltsame Atmosphäre kreierten. Im Lebensgarten Steyerberg hatte ich in der Kapelle auch so viele verschiedene Fotos von Heiligen gesehen und damals behagte mir das auch nicht. Warum so viele verschiedene Bilder? Wollen sie es allen Recht machen, oder haben sie zu allen eine Beziehung? Wollen sie damit sagen alles ist eins?

Die Methoden und Wege all der Gurus und Heiligen waren und sind sehr verschieden – auch wenn sie das gleiche Ziel haben. Für mich wäre eine Figur, ein Symbol ausreichend und würde eine klarere Atmosphäre schaffen.

foto462Nachdem das Feuer brannte ging ich wieder ins Bett und schlief noch einige Stunden unruhig, begleitet von dem Lärm unter mir, bis ich gegen Mittag aufstand. Wieder war ich genervt und wütend. Die schöne Stimmung war schon wieder dahin. Die Wohnsituation – immer dicht am Geschehen – die Flöhe der Hunde und Katzen und die aggressiven Stimmungen, die die anderen mit sich bringen, lassen meine Emotionen immer wieder aufwallen und es ist schwer in meiner Mitte zu sein. Dieser Ort fordert mich heraus. Wie bleibe ich bei mir – wie grenze ich mich ab – wie gehe ich mit meinen Emotionen um…….Themen, die immer wieder auftauchen.

Während ich hier gerade im Wohnzimmer schreibe tönen die Männer im Büro über mir so laut, dass ich trotz Klopapier in den Ohren meine Schwierigkeiten habe mich zu konzentrieren. Nerv. Gestern hatte ich einen Tag mit Zweifeln am Bart. Ein Satz, der aus dem Nichts kam begleitete meine Gedanken: „Lass doch das alberne Zeugs und schneide ihn ab“. Woher der kam weiss ich auch nicht. Vielleicht hatte jemand das über mich gedacht….

Jetzt ist er wieder weg aus meinem Kopf.

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