Dienstag…Tagebuch, 239. Tag

foto939Letzter Tag an der Algarve.

Morgen geht es wieder nach Deutschland. Ob das ein kleiner Kulturschock wird? Na ein Temperaturschock wird es vermutlich schon sein. Hier kann man leicht den ganzen Tag im Rock herumlaufen und ohne Socken, doch dort…..?

Das kleine Auto mit dem Mario stand bei den Franzosen auf dem Tisch und ich liebe Spielzeug!

Heute Morgen in Luz weckten mich mal nicht die Hunde, sondern die Handwerker, die in der Nachbarschaft die Terasse abschleifen und aufklopfen! Nerv…aber das ist wohl auch Luz, immer eine gewisse Unruhe hier und oberflächlicher Schlaf, was solls…noch eine kurze Nacht, und ich genieße die Sonne, die vom strahlend blauen Himmel herunterbrennt. Schön der Blick auf das Meer……

foto9621Sophie werde ich in Deutschland vielleicht wiedersehen, denn sie wird bald in der Nähe von Stuttgart sein und bei einem Schuhmacher Schuhe machen.

Den Nachmittag verbrachte ich am Strand mit den zwei Kindern und ihrer Mutter, bei denen ich vor einer Weile gewohnt hatte. War sehr schön.

foto9681Als wir dann bei Sophie Crepes machen wollten, nachdem wir alle Zutaten gekauft hatten und der Teig schon in der Pfanne war, war  das Gas alle, noch bevor der Teig richtig fest werden konnt. Erst versuchte ich mit Teelichtern nachzuhelfen, was nicht klappte und so improvisierte ich und wir machten die Crepes auf dem Feuer im Kamin.  Soll ich da nun genervt sein, das das Gas alle ist, oder mich freuen, dass ich auch auf dem offenen Feuer kochen kann?! – War so eine Mischung….man sollte und hätte und so weiter…aber nun im Nachhinein bin ich stolz darauf, dass ich auf die Idee mit dem offenen Feuer kam…..hätten wir mehr Zeit gehabt, hätte ich es vielleicht auch mehr genießen können.

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Montag….Tagebuch, 238. Tag

foto893Sonnig, Windig und ich bin weiterhin müde….viel geschlafen und keine Erklärung…Frühling??…. Die Frau, bei der ich wohne ist auch seit zwei Tagen müde….Was solls…kann mir halt nicht immer gut gehn….Bis zum frühen Nachmittag war ich noch bei der Familie und packte meine Sachen.

foto958Dann brachte mich die Frau nach Luz zu Sophie, wo ich die letzten Tage ins Internet nachtragen konnte, denn bei der Familie ging das Internet nicht.

foto965foto948Am Abend werde ich packen und reduzieren…denn ich habe zu viele Sachen…Kleidungsstücke aus denen ich etwas nähen wollte….doch bei Ryan Air darf ich nur 15 kg Gepäck haben und noch 10 kg Handgepäck….und angeblich nehmen die es hier auch sehr genau in Faro….na dann mal entschlacken!

Sonntag… Tagebuch, 237.Tag

foto908Ausgeschlafen und nicht ganz so gut geschlafen, wie die bisherigen Nächte bei der Familie. Unruhig war die Nacht. Kalt und windig….

Am Morgen gab es ein wenig Verwirrung  über die Zeitumstellung. Ich wußte nichts von einer Zeitumstellung, lebe in einer Zeitlosigkeit, das mir noch nicht mal bewußt ist, das wir März haben….. Und die Anderen hatten es vergessen gehabt…. Als ich Sophie anrief, meinte sie es wäre nun eine Stunde früher. Die Familie widerum meinte es wäre eine Stunde später. Ob 9 oder 11 Uhr ist schon ein Unterschied. Nach einigem Hin und Her kamen wir zu dem Schluß, dass es tatsächlich schon 11 Uhr war! Ich wollte mich mit Sophie um halb 1 im Palmcafe treffen.

foto749Gegen halb eins saßen in dem Cafe an die zehn düstere Gestalten, alles Männer, die Bier tranken. Keine Frau weit und breit. Eine unangenehme Atmosphäre. Sie starrten mich mit düsteren Blicken an, was ich gar nicht mag. Ich ging zur Hauptstraße und setzte mich an einen der Holztische und schrieb.

Der Wind fegte eisig durch die Straßen und trotz Jacke und Schal war mir kalt. Sophie war auch eine halbe Stunde später noch nicht da, also ging ich wieder zum Cafe, aß ein Croissant mit Schinken, und trank einen Cafe….

Inzwischen hatte eine Frau den Mann hinter dem Tresen abgelöst und einige Männer weniger saßen auf der Terasse. Sie erzählte mir, dass am 25. April die erste Lesbenhochzeit in Portugal stattfinden würde.

Ich fragte sie, wie sie da so sicher sein kann, dass es die erste dieser Art in Portugal sei. Sie sagte, dass sie nun schon seit über 36 Jahren in Portugal lebt und erst seit einem Jahr sei das Gesetz geändert worden, und sie kennt die Beiden, die heiraten werden.

….Ich ging wieder zurück zu den Holztischen.

foto925Später sprach ich mit Sophie über die Hochzeit der beiden Frauen und sie meinte, das diese Frauen nur inoffiziell heiraten wollten…..Gerüchte….was auch immer stimmt…jedenfalls finde ich es gut, das nun Frauen auch Frauen heiraten können und Männer, Männer. Die Liebe sollte nicht begrenzt sein.

foto928Als Sophie nach einer Stunde endlich eingetroffen war, war die Terasse wie leergefegt und nur drinnen im Cafe saßen noch zwei Männer. …Wir fuhren zur Werkstatt.

foto9121Sophie hatte meine Schuhe fertig und ich machte zwei Geldbeutel. Wir hatten eine nette Zeit, quatschten und froren dabei, denn der Wind war stark und eisig.

foto921Gegen sechs Uhr hatten wir solch einen Hunger, dass wir in die Snack Bar Estrela ins Barao gingen und Pita assen.

foto913Ich freute mich über den neuen Geldbeutel und die bequemen neuen Schuhe! Darin lief es sich echt gut. Und sie waren so leicht! Mehrere Schuhe von Sophie in verschienden Farben zu haben wäre schön….

Tagebuch, 236. Tag

foto729Die Familie war heute unterwegs und ich sortierte meine Sachen und mich. Schrieb und putze ein paar weitere Fenster. Eigentlich war heute ein privater Flohmarkt in der Nähe, doch meine Beine schmerzten und ich wollte niemanden sehen.

foto730Sehr kostbar erschien mir dieser Tag, diese Chance mit mir alleine zu sein, ohne Ablenkung. Einfach nur mit sein in der Stille.

Draußen tobte den ganzen Tag über ein stürmischer Wind. foto773Ich wurde immer wieder sehr müde und konnte mir das nicht erklären, denn geschlafen hatte ich genug. War doch was mit meiner Gesundheit nicht in Ordnung oder stand ein Wetterumschwung bevor?

Am Abend sollte ich für eine Stunde von 20.30Uhr bis 21.30 Uhr das elektrische Licht ausschalten, da es der Tag der globalen Erwärmung war, wie mir gesagt wurde und man damit ein Zeichen setzen sollte.  Statt dessen zündete ich Kerzen an.

Tagebuch, 235. Tag

foto725Als ich morgens alleine war, putzte ich die Fenster während ich darauf wartete, das Fritzi mich anruft. Wir hatten uns für heute verabredet.

Mittags trafen wir uns im Dorf und fuhren nach Lagos. Sie wollte mir ein schönes Stück der Küste zeigen, das ich noch nicht kannte.

foto8231Oberhalb der Küste aßen wir zu Mittag, mit Blick über das Meer. Eine wunderschöne Ecke von Lagos mit einem Ausblick, wie auf einer Postkarte.

Nach dem Essen stiegen wir die Holzstufen hinunter zum Strand.

foto839Ein sehr kleiner Sandstrand umsäumt von Felsen. Mir waren zu viele Menschen an dem Strand und wir gingen durch einen Felstunnel auf die andere Seite zum nächsten Strand, an dem niemand war, denn die Sonne schien dort nicht überall.

foto846Ich sprang ins Wasser und badete. Das Meer war heute ruhig und ideal zum Baden. Die Zeit war leider begrenzt, denn wir mussten Fritzis Sohn vom Kindergarten abholen. Schade, sonst wäre ich gerne noch bis zum Abend geblieben. Dieses schöne Eckchen zu sehen ist ein schöner Abschluss meines Aufenthalts in Portugal, denn am Mittwoch geht es wieder nach Deutschland.

foto854Wir gingen noch in ein Internetcafe Namens Bora@. Stilvoll gemacht hat es von 8.30 bis 19.30 Uhr geöffnet. Für einige Stunden am Tag, von 8.30-10.00 und von 15.00-18.00Uhr kann man dort umsonst ins Internet. Es ist noch angenehmer, als das Lazy Jacks in dem ich bisher immer war.

foto869Wir holten den Sohn vom Kindergaten ab und fuhren nach Barao S. Joao zu Jane, die Seifen und Cremes herstellt. Ihre neue Orangen-Zimt-Seife und die Gesichtscreme mag ich gerne.

foto876Von der Seife wollte ich noch einige Stücke nach Deutschland mitnehmen. Bei der Gelegenheit sahen wir ihren Garten, der eine Augenweide ist. Neben anderen Pflanzen blühen darin viele verschiedene Blumen. Einmal im Monat bietet sie ihre Produkte auf dem Flohmarkt im Barao de S. Joao an.

Tagebuch, 234. Tag

foto769Gestern Mittag ging es wieder zurück nach Barao de Sao Miguel. Den Nachmittag  verbrachte ich bei Sophie in der Werkstatt und am Abend brachte sie mich zu meiner nächsten Unterkunft.

foto7792Diesmal bin ich bei einer französichen Familie untergebracht. Ein schönes Haus, freundliche sympatische Menschen, die sehr ruhig und spirituell sind. In meinem Zimmer steht ein Klavier! Ich jubelte! Das war auch auf meiner Wunschliste! Gestern und heute spielte ich und fühlte mich so wohl, wie lange nicht mehr. Mein inneres Kind wurde wieder ruhig und konnte sich entspannen.

foto776Die Zeit bei Mae war anstrengender gewesen, als ich es für moeglich gehalten hätte. Wie nach einem Krieg fühlte ich mich nun in Sicherheit. Der Krieg meiner Gedanken, gegen das was ist, hatte gestoppt.

Hier ist es sauberer, freundlich und hell. Das Zimmer in dem ich schlafe hat leider vom Winter wieder einen schimmeligen Geruch, doch ich schlief hervorragend. Ich sollte wirklich nie länger als ein oder zwei Nächte irgendwo bleiben, denn so lange sieht alles gut aus. Die Schatten und unangenehmen Seiten eines Ortes und der Personen zeigen sich meist erst nach einer Weile. Und auch wenn sie sich vorher zeigen, so ist es möglich es fuer eine kurze Zeit als ok zu empfinden. So wäre eher gewährleistet, dass alle eine gute Zeit miteinander haben. Ich würde nicht negativ über den Ort oder die Menschen denken und hätte in mir mehr Frieden.

Keine negativen Interpretationen zu machen, wäre schoen. Ein umfassenderes Verstehen zu haben, über das Menschsein hier auf Erden würde mir helfen mit dem sogenannten „Negativen“ anders umzugehen. Eine Sichtweise zu finden, die nicht wertet – die versteht und keine Angst hat. Das, was mir missfällt, macht mir Angst. Meine Gedanken interpretieren es als Bedrohung. The work zu machen hilft und unterstützt mich auf dem Weg.

Menschen interpretieren ihre Welt, das ist ein Teil des Menschseins. Menschen teilen ein in „gut“ und „schlecht“. Sie sortieren. Alles um sich zu schützen und das Überleben zu sichern.

Freier zu sein von diesen Interpretationen. Weniger verhaftet zu sein mit ihnen. Mich nicht durch sie bedroht zu fühlen und ihnen nicht die Macht zu geben mein Handeln zu bestimmen, das ist ein Ziel.

Interpretationen sind Gedanken. Sie kommen und gehen wie Wolken. Die Wahrheit ist etwas anderes.

Mittwoch, Tagebuch…233. Tag

foto715Sonnig und warm began der Tag. Die Frau bei der ich bin legte mir gestern abend die Karten und ich machte heute morgen im Austausch ein Reading für sie. Sehr interessant für Beide….

Es ist später Vormittag und wir sind noch hier. Ich habe zwar etwas wenig geschlafen doch fühle ich mich wieder mehr bei mir.

Eine andere Landschaft. Kiefern auf Sandboden. Ein langgestrecktes altes Holzhaus. Stille und Ruhe.

In dem umgebauten Farmhaus kann man Zimmer und Appartments mieten. Es eignet sich auch für Seminare. Falls jemand Interesse hat, kann er sich bei mir melden.

foto716Fern von Alkohol und Drogen und dem „Opfer“ sein und „ich- hab-kein-Geld“….Geschichten. Nicht alle Menschen, die ich in den letzten Wochen traf hatten solche Themen, doch viele. Einerseits gibt es die Reichen an der Algarve, doch auch viele mit dem „ich armes Opfer“ Thema. Menschen die Geld nicht mögen und nie genug haben….die sich mit Alkohol und Kiffen wegbeamen aus dem Hier und Jetzt. Viele mit schwerer Kindheit, trinkenden Eltern oder Themen wie Mißbrauch. Die sonnige Seite hat auch ihre Schatten. Die Menschen, die nach Heilung suchen kommen hierher und sie finden ein Stück Heilung in der Natur. Es tut ihnen gut nicht gedrängt zu werden und einfach sein zu dürfen. Manche verheddern sich dennoch in den Stricken ihrer Kindheit und finden den Weg nicht hinaus. Trinken und kiffen sich weg, benebeln und betäuben sich, weil sie den inneren Schmerz nicht länger ertragen.

Was haben diese Themen mit mir zu tun? Ich kiffe und trinke nicht…..doch Anteile dieses Verhaltens kann ich auch in mir finden und in meiner Vergangenheit. Wir Menschen sind uns nicht so unähnlich…

Nur ich habe die Nase voll davon! Ich will endlich eine gute fröhliche Zeit ohne so viel „Schweres“. Dieser Wunsch ist schon ein guter Schritt auf dem Weg zur eigenen Heilung.