Tagebuch, 269. Tag

ZOB DömitzEin Besuch beim Arbeitsamt stand heute an. Man hatte mir dort vergangene Woche einen Termin für heute um 14 Uhr gegeben. Sehr angenehm, so konnte ich den Morgen ohne Stress beginnnen. Mit dem Bus dauert die Fahrt eine Stunde. Verdutzte Blicke gab es heute viele, schon als ich in den Bus einstieg. Ich hatte so eine Vorahnung, das mir das heute zu viel werden könnte. Naja erst mal wars ok, doch als ich dann am Nachmittag durch den PLAZA, einen riesigen Supermarkt in Ludwigslust ging, um noch was für morgen einzukaufen, da wars mir echt zu viel.

Straße nach LudwigslustOb mit Bart oder ohne, soooo viele Menschen konnte ich heute nicht ertragen, dazu noch die künstliche Beleuchtung und all die Waren…..

Arbeitsamt in Ludwigslust für HARTZ IVDa war ich froh am Abend wieder zurück im ruhigen Dömitz zu sein. – Zurück zum Arbeitsamt. Dort kam ich schon um 13 Uhr an. Eine Stunde zu früh. Die Blicke von den anderen Wartenden kamen mir heute besonders durchdringend und bewertend vor und die Zeit in der Schlange schien endlos…. obwohl nur drei Leute vor mir waren. Dann war ich an der Reihe. – Nein, im Computer findet sie mich nicht. Nein, den Namen hat sie richtig geschrieben, daran kann es nicht liegen. Sie liest mir einen Ort vor, an dem ich mal vor über 8 Jahren gewohnt hatte! Interessant und wo sind all die Orte an denen ich danach wohnte? Ludwigslust Allee zum SchlossSo lange ist das da gespeichert! Die Adresse von damals war für sie sichtbar, jedoch nicht meine aktuelle Adresse…..ich dachte bei mir, das kann und darf doch nicht wahr sein! Erst letzte Woche war ich hier und sie nahmen alles mehrfach auf, die Frau erinnerte sich auch an mich, doch im Computer war ich nicht erfasst. Lag es daran, dass ich eigentlich nicht wirklich Hartz IV bekommen wollte?! – Sie fragte im Nebenzimmer nach und ihre Kollegin suchte jetzt auch – hinter mir wurde die Schlange länger…..und dann endlich hatte sie mich gefunden…war anscheinend nur ein kleiner Eingabefehler gewesen….ich atme auf….Einen Termin? Nein, einen Termin haben sie heute nicht! WAS!? – Wie bitte? – ‚Ja und Geld gibt es auch nicht…..das dauert…. Also man hatte mir das doch ausdrücklich vor einer Woche gesagt…..na gut….Setzen sie sich! Sie werden aufgerufen! –

LudwigslustIch setzte mich und fühlte mich mit all den Leuten um mich herum unwohl. Stand auf, las mir die Zettel an der Wand durch. – Im Gang neben dem Warteraum setzte ich mich auf einen Stuhl und kaum saß ich, da wurde ich schon aufgerufen. Das ging ja schnell! – Im Zimmer sagte mir die Dame, das ich doch heute nochmal zu ihr kommen wollte….hatte ich vergessen….waren ja mehrere Damen letzte Woche gewesen, bei denen ich war und ich hatte mir nur den Termin gemerkt.  – Nun gut. Wir klärten die noch offenen Fragen und ich durfte wieder auf den Gang warten…Um 14 Uhr ging ich hoch zu meiner Fallmanagerin. Sie war sehr freundlich. Fragte mich warum ich den Bart habe und wir hatten ein nettes interessantes Gespräch. Ich musste die Eingliederungsvereinbarung unterzeichnen. Einige Seiten, die es echt in sich haben.

Ludwigslust Schloß

Im Bus las ich sie mir nochmals in Ruhe durch und dieses Schriftstück hinterläßt bei mir ein sehr unangenehmes Gefühl. Als ob ich meine Seele an das Amt verkauft hätte. Ein Gefühl, als ob die nun mit mir tun könnten, was sie wollten, solange ich von ihnen Geld will. Das fühlt sich an wie versklavt zu sein. Und das alles nur um die 351 Euro im Monat zu erhalten. Miete bekomme ich keine, da ich ja keine zahle. Ist es das wert?  Dazu kommt ein neuer Termin, in wenigen Tagen, und diesmal ganz früh….Absicht? Ein Test ob ich fähig bin so früh zu kommen? Eine Chance für das Amt, wenn ich den Termin nicht einhalte gleich mal die Unterstützung zu kürzen?! An dem Tag soll abgeklärt werden, ob ich mich nun selbständig machen werde, oder sonstwie eingegliedert werde mit einem 1 Euro Job zum Beispiel, denn Arbeit gibt es hier vermutlich keine passende…….

29409domitz-hitzacker-radtour-023Ich kann mir nicht mehr vorstellen mich in ein Arbeitsverhältnis zu begeben, wo ich fremdbestimmt und verwaltet werde. Arbeit soll Spaß machen und den Neigungen entsprechen. Bei der ARGE gemeldet zu sein und diese Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben gibt mir das Gefühl fremdbestimmt zu sein. DAS wollte ich doch NICHT MEHR!!!!

Ich hatte ein Angebot meinen Film auf YOUTUBE an eine Filmfirma zu verkaufen. Erst wollten sie nur 70 Euro zahlen. Nachdem ich ablehnte, da mir der Vertrag nicht zusagte und sie diesen nicht verändern wollten, bot mir die Firma nun ca. 950 Euro!! Doch dafür würden sie damit machen können was sie wollen und sich wie es im Vertrag stand auch über mich lustig machen! – Wie das Geld von den USA nach Deutschland kommen würde, darauf haben sie mir keine Antwort gegeben.

Eingeschränktes Halteverbot in LudwigslustDieser Vertrag ist ähnlich wie die Eingliederungsvereinbarung  mit der ARGE. Jedesmal bin ich in einer unterlegenen Rolle….wo ich etwas unterschreibe, was Anderen zu viel Raum und Macht gibt über meine Person….

NEEE und nochmals NEEE! – Es reicht mir! – Ich werde es wohl doch schaffen können genug zu verdienen, das ich das nicht nötig habe mich versklaven zu müssen oder sonstwie ein Opfer zu sein!

Nach zwei Stunden im Arbeitsamt bekam ich das Geld für den Mai und die letzten Tage bewilligt und ausgezahlt und freute mich darüber. Erst einmal hatte ich das beruhigende Gefühl den Bus und mein Essen bezahlen zu können, der Nachgeschmack kam mir erst beim genaueren Studieren der Eingliederungsvereinbarung…..

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Fahrradtour….Tagebuch, 268. Tag

29409domitz-hitzacker-radtour-002Heute war eine echt intensiver Tag! Früh aufgestanden. Die Nacht war kurz gewesen, die Vögel in Dömitz hatten ein wunderschönes Konzert gegeben bis nach Mitternacht – beeindruckend und unglaublich. Also war ich um halb 8 immer noch voll müde, doch ich hatte einen Termin in Hitzacker um halb 11 und musste 20 Kilometer hinradeln, da es keine passende Bus und Bahnverbindung gab. Ich kam etwas zu spät, hatte mich verschätzt, doch es war nicht so schlimm.

29409domitz-hitzacker-radtour-001Danach gings mit dem Bus in die Göhrde, wo ich mir ein freies Zimmer in einem alten Bauernhaus anschauen wollte. Der Bus, der kommen sollte, kam nicht und ich musste eine Stunde auf den Nächsten warten. Fähre HitzackerWährend ich an der Bushaltestelle vor der Freien Schule in Hitzacker wartete, kamen nach und nach viele Schulkinder hinzu. Erstaunte Blicke, und wenn ich sie erwiderte, schauten die meisten Kinder wieder weg. Ein Junge fragte mich wo ich den Bart her hätte! – Der wächst in meinem Gesicht! antwortete ich. Keiner sonst fragte. Einige Kinder, die ich ansprach, schwiegen. Hatten sie Angst vor mir? Oder hatte man ihnen eingebläut mit Fremden nicht zu sprechen?

Ich stieg in den Bus, und da keine Reihe mehr frei war, setzte ich mich neben ein kleines Mädchen, das sich dann an mir vorbeiquetschte und auf einen anderen Platz setzte….! ? Ob Bart oder nicht – ich hätte in dem Alter auch nicht gerne neben so einer „Alten“ gesessen – und dann noch so eine Seltsame mit BART! – Als ich Kind war empfand ich die Erwachsenen als alt und anders. Vielleicht ging es ihr auch so. Vielleicht machte ich ihr auch Angst mit dem Bart? – Einige Kinder waren trotz ihrer Scheu sehr hilfbereit und sagten mir wann ich aussteigen musste. Das freute mich.

Die Fähre Hitzacker-BitterAn der Bushaltestelle wurde ich abgeholt. Die erste Frage gleich nach der Begrüßung war: warum ich einen Bart habe. Die Frau kannte mich noch von früher und als wir darüber sprachen sagte sie, dass sie dachte, alle würden mich das fragen. Doch kaum jemand hat den Mut oder die „Dreistigkeit“ direkt zu fragen. Sie antwortete, sie hätte „keine gute Erziehung“ gehabt! –

BitterIch habe nichts dagegen wenn die Menschen mich fragen warum ich den Bart habe. Ich finde es gut. Noch sind es so Wenige, dass ich mir den Mund auch nicht fusselig reden muss.

Dann kamen wir zu dem alten Bauernhaus, bzw. Scheune, die es mal war. Mitten im Wald an zwei riesigen Rapsfeldern gelegen. Schön war das Zimmer. Etwas sehr klein. Und meine empfindliche Nase roch Pferdemist, Komposthaufen und da war ich mir nicht sicher, ob das was für mich war. In dem Haus wohnen über 15 Personen. Meine Sehnsucht nach Ruhe und Abgeschiedenheit wird da vermutlich etwas zu kurz kommen. Ich vermisste auch das Wasser. – Schade, denn die Atmosphäre in dem kleinen Zimmer war so schön……

Dann ging es mit dem Zug wieder zurück von der Göhrde nach Hitzacker. Dort besuchte ich einen alten Freund, der gerade bei der Arbeit war. Kurz nahm er sich Zeit und meinte zu mir das ich den Bart wieder weg machen soll, das sähe nicht gut aus. Seine Meinung und ok. Dachte mir schon, dass ihm das nicht gefällt. Egal. Ich mag meinen Bart heute und ihm bin ich auch nicht böse, denn ich mag ihn so wie er ist. Ins Ausstellungshaus ging ich auch noch einen Cafe trinken und schauen, was es da so Neues gab. Die Räume des Restaurants sind sehr schön und seit einiger Zeit gibt es auch eine Terasse auf der man im 1. Stock sitzen kann.

29409domitz-hitzacker-radtour-074Dann gings zur Fähre. – Da hatte ich so viele Jahre in Hitzacker gewohnt, doch mit der Fähre war ich nie über die Elbe gefahren. Premiere. Ich schaute mir das Schild an und verstand nicht wie oft die Fähre verkehrt. Als ich anrief, bei der zuständigen Nummer, wurde mir gesagt alle 10 Minuten! Wow. Super. Es fing gerade an stärker zu regnen und da kam die Fähre schon hinübergedüst. Ich war der einzige Fahrgast mit meinem Fahrrad. Der Fährman sagte nicht viel. An der Wand in dem überdachten Raum, hing ein Zeitungsbericht über ihn, der einem einen kleinen Einblick in sein Leben gab.  Ein Heft mit einer von ihm selbstverfassten Geschichte gab es an Bord auch zu kaufen. Kaum hatte ich mir das alles angesehen, da waren wir auch schon auf der anderen Seite der Elbe, in Bitter.

BauerngartenIn Bitter gibt es einen Holzkünstler, den ich besuchte, um nach Arbeit und einem Praktikum zu fragen. War eine Idee von Ute gewesen. Schön war der Hof, mit einem Garten wie aus dem Bilderbuch und Zimmern für Feriengäste! Ob ich dort ein Praktikum machen will, weiß ich nicht. Vielleicht möchte ich meine Zeit lieber damit verbringen meine eigenen Sachen zu machen….ich werde darüber nachdenken….

HäuschenDann gings mit dem Rad die Elbe entlang wieder zurück nach Dömitz und einige Kilometer durch den Wald. Die Mücken waren zahlreich, auch in Hitzacker, doch wenn ich mich auf dem Rad bewegte, ließen sie mich in Ruhe.

29409domitz-hitzacker-radtour-048Auf dem Weg zurück sah ich am Deich ein Haus, worin ich gerne arbeiten und leben würde. Doch es sah aus, als ob es eine Art Cafe war für die Radtouristen. Schade. Vielleicht gab es irgendwo etwas ähnliches, das wäre schön!

Am Abend war ich nicht so ko, wie ich es erwartet hatte. Über 40 Kilometer hatte ich zurückgelegt. Wer hätte das gedacht?! Ich nicht. Als ich mir die Strecke vor ein paar Tagen angeschaut hatte, dachte ich das ich das nie und nimmer so leicht schaffen würde.

Das Paradies…Tagebuch, 267. Tag

foto437Auf der BUGA gibt es einen „blauen Kisok“. Ein Kunstprojekt von  der Künstlerin Kirsten Johannsen, der sich Constructing ParadiseAnleitung zum Paradiesbau – nennt.

foto431Hab ein paar Fotos gemacht.

Verschiedene Pappräume, die gestaltet werden können oder gestaltet waren, sah ich da.

foto435Wie das funktioniert fand ich nicht heraus, da keiner mehr an dem Stand war, als ich dort hin kam. foto432Schade.

Einen Artikel über diese Aktion fand ich im Netz. Darin steht, dass man diese Räume selbst gestalten und erwerben kann.

foto400War jedenfalls inspirierend darüber nachzudenken wie das Paradies für mich aussehen würde. Muß das Paradiese Wände haben? Und sollte es aussehen wie ein mit Ikeamöbeln eingerichteter Raum? Oder was bedeutet das Paradies für mich?!

foto394Natur, Weite und keine Wände! Frische Luft atmen, Licht, blauer Himmel und sauberes Wasser….Holz und ein Feuer zum Wärmen, ein See mit klarem Wasser zum Baden, ein Wasserfall an den Felsen, ein Bach mit dicken Steinen, Wiesen und Blumen, alte Bäume, Wind in den Haaren, alleine oder in Gesellschaft mir lieber Menschen, der Stille und dem Klang des Wassers und des Winds zu lauschen….das ist das Paradies für mich.

Nachtrag: Einen Tag später habe ich auf Nachfrage bei der Künstlerin erfahren: das man die CD für 19 Euro kaufen kann.  Sie enthält Anleitungen, Bilder, Sounds, Flashmovies, die man sich zu Hause ansehen, installieren und/oder nachbauen kann. Es geht um das Hören, Riechen, Sehen, Schmecken und die Herstellung atmosphärischer Räume, die Anregung der sinnlichen Wahrnehmung und um die Tatsache, dass jeder eine individuelle Vorstellung vom idealen Raum besitzt. Erwünscht ist, das eigene Ideen mit einfließen.

Thema FRAUENBART, Nachtrag… 267. Tag

biberachfoto055Die BILD Zeitung hat das Thema Frauenbart entdeckt!!

In der heutigen Internet Ausgabe gibt es einen Artikel über den Frauenbart! Darin sagt der Professor Dr. med. Hans Wolff, von der Klinik für Dermatologie und Allergologie an der Universität München: „Der Damenbart ist in den meisten Fällen vererbt.“

Interessant! – Ob die Barthaare anlagebedingt sind, oder krankhaft, könne nur der Arzt feststellen, sagt er. Weiter im Text heißt es, dass über 5 % der Frauen im Gesicht in etwas so stark behaart seien wie MÄNNER!

Viele Frauen würden unter diesem Haarwuchs leiden. Schade. Es wäre schön, wenn die Frauen mit Bart etwas Besonderes – eine Schönheit sein könnten. Wenn sich die Frauen dafür nicht schämen müssten, sondern sogar stolz darauf sein könnten!

Nachdem die Band Cocorosie(link) mit Bärten auftrat gibt es im Netz auch Junge Frauen (link), die Spaß daran finden mit einem künstlichen Schnurbart durch die Gegend zu laufen!

Der Anfang einer Veränderung?!

Die letzten Tage beschäftigte ich mich mit meinen Laborergebnissen. Bei mir hatte die Endokrinologin nicht wirklich eine Erklärung. Es könnte genetisch bedingt sein. Ich habe eine leichte Glukoseintoleranz, was mit eine Ursache sein kann. PCOS, was oft ein Grund ist, wurde bei mir nicht festgestellt. Es könnte eine Störung der Hypophyse oder der Nebennieren sein, was in meinem Fall auch nicht bestätigt wurde. Das Übergewicht kann eine Ursache sein. Wenn ich da jedoch an Jennifer Miller denke, die schlank ist, dann trifft das in ihrem Falle nicht zu. – Falls ich irgendwann mal eine wissenschaftliche Antwort habe, warum mir ein Bart wächst, dann werde ich sie hier veröffentlichen.

Was die Entfernung des Damenbarts betrifft, so hat das Lasern mit IPL bei mir nur für kurze Zeit den Haarwuchs gestoppt! Eine Freundin, die sich ihre Barthaare vor über 20 Jahren mühsam bei einer Kosmetikerin mit Nadeln epilieren lies, ist seitdem ohne Bart und die Haare wuchsen nie wieder nach!

Montag….Tagebuch, 266. Tag

foto460In Dömitz gibt es gerade jede Menge Mücken! Einige Stiche habe ich schon. Und das im April! Ich kann es einfach nicht glauben. Ich liebe es die Fenster offen zu haben und an der Luft zu sein…..da kommen die Tierchen dann gerne mal rein. Am Abend befestigte ich ein Fliegengitter am Fenster damit ich nicht wieder so unruhig schlafe wie die letzten Nächte. Die Mücken machten letzte Nacht so einen Lärm, das ich immer wieder aufwachte.

Ziehe mich weiter zurück und genieße die Zeit mit mir selbst.

Sonntag…. 265. Tag, Tagebuch

foto525Heute gibt es nicht viel zu sagen. Ich blieb alleine. Sortierte. Zog mich zurück und wollte meine Ruhe. Vielleicht eine Nachwirkung von der Fahrt zur Bundesgartenschau. Erst einmal werde ich Menschenmengen meiden soweit ich kann.

Die Faszination einen Bart zu haben ist seit einigen Wochen bei mir abgeklungen. Immer wieder überlege ich ihn zu kürzen. Ganz abrasieren würde ich ihn nicht. Aber wieder zu einem Goatee machen vielleicht. Ihn ein Jahr wachsen zu lassen ohne etwas daran zu machen, erscheint mir nunmehr als nicht richtig. Viel zu unregelmäßig wachsen die einzelnen Haare. Und gefallen sollte mir mein Gesicht schon noch. Einen Job auf dem Mittelaltermarkt habe ich noch nicht, allerdings habe ich auch nicht genug dafür getan. Und vielleicht ist es besser so, denn dort würde ich tagelang in einer Menschenmenge sein!

foto521Und mit dem Bart ist es wie mit den Haaren auf dem Kopf. Mal mag ich sie lang haben und mal nicht.

foto522Meine Kreativität und mein Humor sind nun gefragt den Bart lustig zu gestalten. Vielleicht bin ich im Moment zu ernst und ernüchtert. Es ist gerade eine etwas schwierige Zeit für mich. Im Ausland fühlte ich mich freier. In Deutschland dafür mehr geerdet. Wo ich leben will weiß ich immer noch nicht und das macht mich ein wenig quengelig. Ungeduldig mit mir….bin ich. Vielleicht bin ich einfach kein Mensch der an einem Ort lebt. Vielleicht bin ich gerne Nomadin. Die Konsequenzen zu ziehen und in einem Auto zu leben, oder mit einem Pferdewagen und einem Pferd durch die Lande zu ziehen habe ich noch nicht daraus gezogen.

foto542Ich argumentiere, dass ich kein Geld hätte, um den Wunsch zu realisieren. Ute meint Geld spielt keine Rolle und zeigte mir was ich alles bei Ebay ersteigern kann. Dann versuchte ich es, doch die schönen hölzernen Pferdewagen waren schnell zu teuer…weil zu viele darauf boten.  Doch bei all den Überlegungen, kann ich wirklich wissen, daß ich glücklich wäre wenn ich das dann hätte? Egal wie es ist; zufrieden zu sein mit dem was ist und wie es ist, das ist die Kunst. Und auf eine Weise bin ich zufrieden und glücklich, auch wenn es da Gedanken gibt, die diese Zufriedenheit stören.

Den eigenen Weg zu gehen, der abweicht von dem was üblich ist, ist nicht immer einfach.

Den Hut auf dem Foto hat mir der Norbert von  Erika geschenkt, als ich die Beiden vor mehr als einer Woche besuchte. Es ist ein Hut aus Australien! Einen Fan in Australien habe ich auch schon! Vielleicht schaffe ich es ja als nächstes nach Australien zu fliegen!

Tagebuch, 264. Tag

werkzeugIn Dömitz als Frau mit einem Bart herum zu laufen ist schon ganz schön anstrengend. Viele Blicke und sich wundernde Menschen. Die Verkäuferin beim Aldi hat sich zum Glück schon an mich gewöhnt. Aber ich merke, es strengt mich an und ich wünsche mir eine Umgebung, die weniger stark reagiert.

Heute hätte ich dann fast den Bart gekürzt. So lang wie er gerade ist, sieht er nicht so schön aus, wie ein Goatee. Doch ich wollte nix überstürzen. Seit einem Monat kommt der Gedanke immer wieder ihn zu kürzen und am Abend hatte ich dann doch nicht daran herumgeschnitten.