Donnerstag….Tagebuch, 248. Tag

foto402Gestern und die vergangenen Tage fühlte ich mich verunsichert. Dachte ich sei zu dick, der Bart zu lang und nicht so schön, wie vor ein paar Monaten…dachte darüber nach ihn zu kürzen und entschied mich dagegen….wollte durchhalten….und heute….war es wieder besser und ich fühlte mich wohl mit mir. Es wechseln die Stimmungen und die Selbstwahrnehmung, wie auch zuvor ohne Bart. Gestern, als ich mein Tief hatte kamen zu meiner Freude zwei nette Kommentare zu meinem Video auf Youtube  „woman with beard“ .  Heute erhielt ich einen Kommentar zum Blog, von einer Person ohne Namen, die sich fragt, ob der Blog echt ist oder nicht….

Im Haus strich ich die letzten Stellen, und schrieb emails, während meine Mutter vom Putzwahn ergriffen wurde und für einige Zeit herumwirbelte und etwas genervt wirkte.  Als sie fertig damit war, radelten wir in die Stadt. Meine Mutter wollte mir ein paar Schuhe kaufen und hatte einen Laden mit herabgesetzten Schuhen im Visir. Als wir vor dem Schaufenster standen, dachte ich: das kann doch nicht wahr sein. Ein kleiner Laden der „Omaschuhe“ verkaufte….naja Schuhe für das ältere Publikum. Machte sie das extra, oder war ihr das nicht bewußt? Nach einigen blöden Bemerkungen meinerseits, betraten wir dann gemeinsam den Laden. Die Schuhverkäuferin, schon ein älterer Jahrgang, lies sich nichts anmerken, keine Reaktionen auf mein Aussehen zeigend, bediente sie mich ganz selbstverständlich. Sie gab mir die gewünschten Paar Schuhe mit der Bemerkung: „Der Schuhlöffel hängt dort an der Wand“. Unter all den seltsamen Schuhen fand ich ein recht nettes Paar für den Sommer und schnell war die Entscheidung gefallen und wir konnten gehen. Meine Mutter wollte noch zum Friseur, da musste ich ja nicht mit und um es ihr und mir zu ersparen von zu vielen Bewohnern des Ortes zusammen gesehen zu werden, zog ich es vor wieder zurück nach Hause zu fahren.

foto3361Als ich ohne sie unterwegs war ging es mir besser. Ich fühlte mich wieder stark und nicht so verunsichert, Die Erfahrungen der letzten Tage lassen mich zu dem Schluß kommen, dass die Gedanken der Menschen mit denen man sich umgibt auch eine Wirkung auf einen haben. Verantwortung hin oder her – auch wenn es „ver-rückt“ klingen mag – die Gedanken, die in meiner Umgebung ausgesendet werden wirken auf mich und können mich verwirren. Vielleicht sind es auch meine Gedanken über meine Umgebung, über meine Mutter und all die Menschen hier, die mich verwirren. Was war zuerst: Das Huhn oder das Ei. Wir alle kreieren die Welt in der wir leben….

foto331Um so mehr genoss ich die Fahrt mit dem Fahrrad allein durch den Park, vorbei an den alten Kastanienbäumen. An ihnen erstrahlen die ersten Blätter in saftigem Grün. Die Begegnung mit der Natur tut gut, ich komme wieder in meine Mitte und fühle mich gestärkt.
foto324Als meine Mutter zurück kam, hatte ich das Mittagessen gekocht und wir berieten, was wir heute noch tun wollten.
Bei Ikea hatte meine Mutter vor 5 Monaten einen Liegesessel gekauft, dem relativ schnell ein Bein abgebrochen war. Wir wollten herausfinden wie lange die Garantiezeit bei Ikea ist und ob es möglich wäre den Sessel auszutauschen.

foto410Ein Anruf bei der Hotline kostete Geld, und war erfolglos. Nachdem ich alle möglichen Nummern in den Hörer sprechen sollte und es auch getan hatte, war nur noch ein Besetztzeichen zu hören. Ich legte auf und wir beschlossen am Abend mit dem Auto zu Ikea zu fahren. Gemeinsam schleppten wir den Sessel durch die Wohnung und das Treppenhaus zum Auto, wobei sich meine Mutter auch noch die Finger an dem Stuhl quetschte, weil das Fußteil sich beim Tragen geöffnet hatte.  Bei Ikea angekommen, erfuhren wir schon auf dem Parkplatz durch ein Plakat, dass ein Umtausch nur innerhalb von 3 Monaten möglich ist, solange die Ware originalverpackt ist. Drinnen war es relativ leer, seltsam für Ikea….und wir kamen zügig dran.
foto4091Während meine Mutter mit dem Mann hinter dem Tresen sprach, entdeckte ich einen Automaten für Ersatzteile, der außer Betrieb war. Die Ersatzteile in kleine Tütchen verpackt kosteten 1 Euro. Die Zeiten, als man bei Ikea Ersatzteile  umsonst bekam, sind anscheinend vorbei.
Ich ging zu meiner Mutter, die vor dem Schalter auf den Mann wartete. Nein er könne da nix machen, das wäre ja wohl selbst verschuldet gewesen, denn meine Mutter hatte erklärt den Sessel geschoben zu haben. Also wenn ein Sessel über 300 Euro kostet, dann sollte es doch möglich sein ihn mal zu schieben, ohne das gleich ein Bein abbricht! Der Mann suchte auf Wunsch meiner Mutter nach einer größeren Schraube, denn ein Stück des gepressten Holzes war herausgebrochen und das Loch zu groß für die alte Schraube. Ohne Erfolg mit dem Ergebnis, dass er zu ihr sagte, sie solle in den Baumarkt fahren und dort die entsprechenden Zutaten kaufen, um das zu reparieren. Das ist also der Service bei Ikea!

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