Tagebuch, 296. Tag Nachtrag

Mai 2009

Für einen Tag Mann sein. Was würden Sie tun? Was einige Menschen dazu antworteten steht hier.

Es ist spät. Mitternacht. Ich bin im Atelier und habe den Tag mit dem Fertigstellen der Flags für Anya verbracht. Nebenbei meine Mails gelesen…. Ich freue mich über die positive Resonanz. In einigen Tagen habe ich wieder eine eigene Wohnung für einen Monat…vielleicht auch für länger…da werde ich dann wieder mehr zur Ruhe kommen.

Mir gefällt dieses moderne Nomadendasein. Mal wohne ich hier – mal dort. Komme immer wieder zurück nach Berlin und ins Wendland, wo meine Freunde sind.

Oktober 2009 Dreharbeiten In Galway IrlandWenn ich an neue Orte komme, lerne ich neue Menschen kennen….jetzt gibt es in Spanien, Irland und in Portugal neue Freunde, die ich besuchen kann…die Welt vergrößert sich. Schön finde ich das. Mir gefällt es überall zu Hause zu sein. Nicht begrenzt auf einen Ort eine Straße einige wenige Menschen. Überall erfahre ich neue Aspekte des Lebens. Jeder Mensch hat etwas zu geben. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Interessant ist das. Bunt Vielseitig Abenteuerlich Weit! Ich liebe das!! – Ich entdecke mich und dabei die Welten anderer Menschen……fühle mich lebendig! – Und ich verändere mich dadurch, dass ich nicht auf einen Ort festgelegt bin. Werde offener und weiter auch in mir. Toleranter. Freier. Alles wird relativ.

Spanien PilgerwegAls ich heute abend im Supermarkt um die Ecke einkaufen war, sprach mich die Kassiererin an und sagte zu mir: „Ich hab sie gestern im Fernsehen gesehen! Mein Freund wird mir nicht glauben, dass ich sie getroffen habe!“

Ich war ganz ruhig. Unaufgeregt. Normal.Ich fühlte mich auf der selben Ebene mit der Verkäuferin. Nicht besser, weil ich im Fernsehen zu sehen gewesen war, oder schlechter weil ich einen Bart habe.

Früher hatte ich immer so einen großen Respekt und Achtung vor Menschen, die im Fensehen zu sehen waren. Als ich auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin, vor einigen Jahren Handpuppen verkaufte und Frau Maischberger bei mir einkaufte, da empfand ich das als etwas ganz Besonderes, das eine Person, die ich aus dem Fernsehen kannte bei mir einkaufte und war ganz aufgeregt als sie in echt direkt vor mir stand. Das hat irgendwie was mit Autoritäten zu tun. Und damit, dass ich vor Autoritäten immer Angst und Respekt hatte.

Damals empfand ich es als etwas Besonderes, wenn ich Menschen, die im Fernsehen zu sehen waren, im realen Leben begegnete.  Faszinierend, begeistert und mit etwas Angst darunter…..da ich den Anderen auf so einen hohen Sockel stellte……und mich ganz klein machte…..

Jetzt wo ich im Fernsehen war und jemand zu mir sagte: „Ich habe sie gestern im Fernsehen gesehen“ freute ich mich über das Hallo. Mich selbst empfand ich jedoch nicht als Anders, als sie. Ein Mensch wie ich. Eine freundliche Verkäuferin. Gegenüber früher war irgendetwas anders. Das Fernsehen war nicht mehr so weit weg und nicht mehr so hoch oben. Ein Arbeitsbereich, wie andere Arbeitsbereiche. Menschen die ihren Job machen, indem sie Fernsehen machen.

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