310. Tag, Tagebuch – Wien Mariahilferstrasse

Phillip Menning Wien Geschlafen hatte ich hervorragend. Nur zu kurz. Morgens frühstückten meine Freundin und ich zusammen, dann fuhr sie zur Arbeit. Ich blieb in der Wohnung. Draußen, vor dem Fenster herrschte ein graues Wetter, schwül und kurz davor zu regnen.

KeksausstecherIch fühlte mich, wie nach einem Langstreckenflug. Noch nicht richtig angekommen und müde. Noch nicht bereit etwas Neues aufzunehmen. Mein Kopf fiel also wieder zurück aufs Sofa, auf dem ich so gut geschlafen hatte und die nächsten Stunden erhob ich ich nicht mehr. Irgendwann wachte ich dann erholt auf und war bereit hinaus in die neue Welt auf Entdeckungsreise zu gehen.

Mein Weg führte mich die Mariahilferstraße entlang, auf der Suche nach einer österreichischen Simkarte für mein Handy. Große alte schöne Bauten säumten die Straße. In einem Schaufenster schauten mich viele Keksförmchen an. Das wäre was für meine Freundin Lena, die Keksbäckerin in Berlin! Da musste ich einfach Fotos  machen. Selbst die Freiheitsstatue von Amerika und den Eifelturm gab es als Ausstecherformen!

Diese alte Eisenwarenhandlung, namens Phillip Menning, an der Ecke zur Oesterleingasse, ist eine Kuriosität. Ein Laden, wie Annodazumal. Mit allem was man so gebrauchen kann an Eisenwaren, wie Schrauben und Muttern aller Art, Espressokannen in unterschiedlichen Größen und eben diesen faszinierenden Keksausstechern.

Etwas weiter fand ich dann einen Laden, der mir eine Simkarte fürs Handy verkaufte. Die Preise sind günstig. Für nur 3 Cent die Minute kann ich jetzt ins österreichische Festnetz telefonieren und alle Handys in Österreich anrufen. Für nur 5 cent die Minute, sogar nach Deutschland telefonieren! Na das könnten die in Deutschland mal nachmachen!!

Das Telefonieren vom Handy ist in Österreich also sehr günstig. Die Lebensmittelpreise sind hingegen höher, als in Deutschland. Als ich für morgen was einkaufen wollte, da wir ja Feiertag haben, war ich zum Teil erschrocken über die Preise. Ich schätze gut ein Drittel sind viele Sachen hier teurer. Meine Freundin, die lange Zeit in Berlin gelebt hat, meint auch, das sie in Wien mehr Geld zum Lebensunterhalt braucht, als in Deutschland.

Am Abend fuhr ich mit zu einer Freundin, die ab Herbst ein Zimmer zu vermieten hat. Schön wars da und gemütlich. Vielleicht ist das ja was. Noch habe ich die andere Mitbewohnerin nicht getroffen und es gibt noch andere Bewerber…

Und wie war es mit den Reaktionen in Wien bisher? – Erst einmal fällt mir auf, dass ich oft mit großen Augen angestaunt werde. Dann passierte es heute zwei Mal, als ich an einer Gruppe von südländischen Männern vorbei ging, dass sie jedesmal still wurden und sich wunderten, dann rannten zwei von ihnen an mir vorbei, bis sie weit genug vorne waren um mich in Augenschein zu nehmen und zu untersuchen, ob das was sie eben sahen auch stimmt….oder vielleicht versuchten sie herauszufinden, wie so oft, ob Mann oder Frau….Das jedenfalls hatte ich zuvor noch nicht erlebt! Und zugegeben war ich heute müde und sehnte mich eher nach Natur und Ruhe, als nach vielen Menschen, die mich auch noch anschauen. Doch auch ohne Bart, wären mir die vielen Menschen heute etwas zu viel gewesen. Der Bart macht mich nur aufmerksamer, wie es mir gerade geht und was ich brauche. Und mal sehen, wenn ich morgen ausgeschlafen bin, wie es dann ist…..

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