319. Tag, Tagebuch Wien – Dresden

Dresden HochhäuserAuf dem Kalenderblatt auf der Seite www.seelenfarben.de, wurden heute mehrere Fotos von mir veröffentlicht und es kamen eine Menge Kommentare, die mich sehr berührten, da sie so liebevoll und freundlich waren. Vielen Dank!

Markthalle DresdenDas Kalenderblatt ist eine schöne Sache finde ich. Jeden Tag gibt es einen Text oder Bilder und wer mag kann einen Kommentar schreiben. So wirken alle an dem Tag mit, die die Seite besuchen und es möchten. Ich empfinde das sehr inspirierend. Überhaupt empfiehlt es sich die Seite Seelenfarben durchzublättern. Es gibt ganz unterschiedliche Abteilungen, Gedichte, ein Tagebuch, Postkarten und noch mehr…

Und heute? Ich war müde, denn gestern abend war es spät geworden. Ich bin glücklich wieder in Dresden zu sein. Interessant, denn Anfangs dachte ich noch anders über Dresden als jetzt. Als ich einkaufen ging empfand ich die Menschen als freundlicher, als vor zwei Wochen. Vielleicht bin auch ich anders….

Straßenbahn DresdenEs ist ruhiger, als in Wien. Meine Sehnsucht nach Ruhe und grün, wird hier gerade gestillt.

Nach dem Erscheinen des Brigitte Films auf Brigitte.de, erhielt ich viele Anfragen von Produktionsfirmen, die zur überwiegenden Mehrheit etwas über mich für Explosiv und Punkt 12 auf RTL machen wollten. Ich bin am Überlegen was sinnvoll ist. Seit ich im Fernsehen zu sehen war, wissen viel mehr davon, dass Frauen auch Bartwuchs haben und es Frauen gibt, die ihren Bart wachsen lassen. Das ist gut. Andererseits sind so die Reaktionen bei vielen anders. „Ja, das kenne ich, hab es im TV gesehen“, oder: „Da ist die Frau mit dem Bart aus dem Fernsehen!“ – Der Überraschungseffekt geht verloren. In dem einen Jahr wollte ich auch untersuchen, wie die Menschen reagieren. Was will ich? – Ist es mir lieber im kleinen Rahmen zu wirken und nicht bei Millionen Zuschauern bekannt zu sein? Das ist stiller, ruhiger und leichter bei mir zu bleiben. Zu viel im Fernsehen zu sein, kann auch auszehren. Was ist gut für wen? Ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, dass es Frauen mit Bart gibt? Was das Thema Medien betrifft habe ich noch keinen endgültigen Standpunkt gefunden. Nur wegen des Geldes etwas zu machen, tut selten gut. Und doch soll die Bezahlung stimmig sein. Die Sendung oder das Konzept sollten überzeugend sein. Es geht auch nicht darum etwas zu machen, nur um im Rampenlicht zu stehen. Von den bisherigen Beiträgen war ich positiv überrascht. Reicht das nun, oder sollte es noch mehr Beiträge geben, das frage ich mich gerade…..und wenn, dann auf welche Art und Weise.

2 thoughts on “319. Tag, Tagebuch Wien – Dresden

  1. Liebe Mariam,
    ich sehe bei diesen Überlegungen ein bisschen einen Zielkonflikt. Als dein übergeordnetes Ziel hab ich immer verstanden, dass du dich selbst mit deinem Bart vollkommen lieben lernen und annehmen möchtest, und wenn ich diese Entwicklung über all deine Blogeinträge verfolge, dann hast du dieses Ziel fast vollständig erreicht (dass man immer mal wieder einen Tag hat, an dem man Teile von sich selber nicht mag, ist wohl das normalste der Welt).

    Dann aber die untergeordneten Ziele. So wie ich dich verstanden habe, war es dir schon immer ein wichtiges Anliegen, die Welt darauf aufmerksam zu machen: Hey, schaut, viele Frauen sind behaart, das ist nicht unnormal! Und damit einen Beitrag dazu zu leisten, ein bislang starres, ausgrenzendes, viele Frauen verletzendes Schönheitsideal etwas aufzuweichen.
    Jetzt lese ich aus diesem Posting etwas von Überraschungseffekt im kleinen Rahmen, den du nicht verlieren möchtest – und das überrascht mich wiederum! Denn der Überraschung, die Menschen eben in diesem kleinen Rahmen zeigen und die sich in den vielfältigsten Reaktionen ausdrückt, kannst du ja auch nicht immer ganz gelassen entgegentreten – manchmal stören dich die Blicke auch heute noch, manchmal schreibst du, wie schutzlos und ausgeliefert du dich dadurch fühlst.

    Was würde passieren, wenn du durch die Medien bekannter würdest? Einerseits würdest du wirklich vielen Frauen Mut machen, mehr sie selbst zu sein, inklusive aller Haare wo auch immer. Andererseits würdest du bekannter – mehr Menschen würden dich auf der Straße erkennen, und dadurch, du hast Recht, würde der Überraschungseffekt abnehmen. Mit der Zeit würden wie du sagst die Leute wahrscheinlich nur noch sagen: „Guck mal, da geht die Frau mit dem Bart aus dem Fernsehen.“

    Dann hättest du auch mehr Ruhe, könntest mehr bei dir bleiben, es wäre nicht mehr so anstrengend, ständig irgendwie reagieren zu müssen.
    Aber: du bekämst irgendwann weniger Aufmerksamkeit, und vielleicht ist das auch nicht das was du möchtest? Vielleicht ist es hilfreich, mal einen Moment zu überlegen, was für eine Art Aufmerksamkeit du dir wünschst, und warum, mit welchem Ziel? Ein persönliches oder eher altruistisches Ziel?

    Geld zu bekommen, wäre ein Aspekt, den ich nicht so schnell beiseite schieben würde. Geld stinkt doch nicht, es ist hilfreich dabei, sich Wünsche zu erfüllen. Wenn du erstens einen Film aus dem Grund machen würdest, eine Bresche zu schlagen für all die unglücklichen zupfenden Frauen dort draußen, dann ist der pekuniäre Lohn auch schon wieder nur ein angenehmer Nebeneffekt. Und dann war da noch… dein Traum von einem kleinen Camperbus, in dem du ganz unabhängig und nach deinen Vorstellungen leben könntest – wäre das nicht ein guter Grund, eine solche Gelegenheit anzunehmen?

    Aber ich stimme in einem Punkt völlig mit dir überein: das Konzept der Sendung muss überzeugend sein und darf deinen Zielen nicht widersprechen, sonst macht es keinen Sinn, es zu tun. Da würde ich beim Sender bzw. Produzenten ganz klar auf Partizipation deinerseits und auf Transparenz pochen.

    So, und jetzt hab ich mich schon wieder viel zu lange von meiner Diplomarbeit ablenken lassen…😉

    Liebe Grüße, Kathrin

    P.S. Ob ich es vor dem Urlaub noch mal nach Dresden schaffe, ist ungewiss…😦 Ich hoffe einfach mal, dass du noch bis Ende Juli da bist.

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