372. Tag, Tagebuch

„Warum sind Menschen, die sich nicht an die gängigen Normen, Vorstellungen, Sexualität usw. halten, solch eine Bedrohung für manch andere Menschen?“

Schrieb ich vor einigen Tagen. Nachdem mir HSM auf dem Brigitte Blog einen Kommentar dazu geschrieben hatte, fiel mir dazu eine Antwort ein:

Menschen tendieren dazu sich mit ihren Gedanken, ihrer Geschichte und der Art wie sie leben, ihrem Besitz etc. zu identifizieren. So auch mit den gesellschaftlichen Normen, nach denen sie leben. DAS sind SIE.

Eine andere Meinung, oder Lebensweise, bedroht die Welt mit der sie identifiziert sind und somit auch ihr Ich. Unbewußt kann es als eine tödliche Bedrohung empfunden werden.

Würden sie sich auf die andere Lebensart, und Sichtweise einlassen, und damit ihre Welt gedanklich in Frage stellen, dann könnte dies den „Tod“ der alten Welt und ihres „alten“ ichs bedeuten. Etwas würde sich verändern, auflösen und sterben. Diese Veränderung wird als bedrohlich erlebt – man hält gerne am Alten fest, weil man damit identifiziert ist und es vertraut und bekannt und damit sicher erscheint.

Eindringlinge in Stämme, wurden auch bekämpft. Was nicht dazu gehört und die „bestehende Ordnung“ bedroht wird und wurde bekämpft. Letzten Endes aus Angst vor dem eigenen Tod!

So ist jedes „Bekämpfen“ ein Handeln aus Angst. Ein Versuch sich und das was ist, oder war, zu beschützen.

Eigentlich kann man jemandem, dafür nicht böse sein, denn er handelt aus Angst, weil er sich bedroht fühlt.

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2 thoughts on “372. Tag, Tagebuch

  1. Nein, böse sein kann man eigentlich nicht. Aber etwas mit dem Verstand zu „wissen“ und zu verstehen ist doch etwas anderes als die Emotion, die durch die Art und Weise ausgelöst wird, wie dieses „Bekämpfen“ vonstatten geht. Leider reagiert mein Unbewusstes, das mit meinen ganzen Lebenserfahrungen verknüpft ist, nunmal viel, viel schneller als das träge Bewusstsein mit den Kognitionen. Lange bevor mir also der Gedanke „der versucht nur sein eigenes Ich zu schützen“ in den Sinn kommt, hat mich der Spruch, den jemand mir wegen meines Aussehens gedrückt hat, schon getroffen, und, weil blitzschnell uralte Glaubenssätze (z.B. dick=nicht liebenswert) mit aktiviert wurden, verletzt. Schon doof.😉
    Letzten Endes ist also die einzige Möglichkeit, sich nicht mehr dadurch verletzt zu zu fühlen, die eigenen Glaubenssätze zu ändern.
    Ich geh dann mal üben.😉

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    • Ja. Meine Erfahrung ist, dass ich durch the work (Byron Katie) immer bewußter geworden bin. Ist schon ganz anders als früher. In Zeiten, wo ich jedoch unausgeglichen bin, zu wenig Schlaf habe, oder zu viel arbeite…etc….da falle ich eher mal in alte Verhaltensweisen zurück, als wenn ich ausgeglichen und in meiner Mitte bin.
      Ja – üben und trainieren und dann ist irgendwann das Bewußtsein vordergründiger, als die alten Muster. Und dann ist man „detached“ also dann definiert man sich nicht über seine Gedanken und Ansichten und nimmt das anders wahr, was Andere zu einem sagen oder wie sie sich verhalten…….der Automatismus beleidigt zu sein hört auf! Wirklich.

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