Angst – 379. Tag, Tagebuch

Was ist Angst? Woher kommt Angst?

Angst bekomme ich, wenn ich mich von einem Gedanken bedroht fühle.

Der Mensch, ist ein ängstliches Wesen. Vielleicht könnte man auch schreckhaftes Wesen sagen.

Sein Wirken, Handeln und Tun ist von Angst bestimmt. Nicht nur. Die Angst spielt jedoch eine sehr große Rolle.

Angst vor Schmerz, Leid, Tod. Angst davor verlassen zu werden, nicht geliebt zu werden, keine Sicherheiten zu haben, Schutzlos zu sein, und noch so einiges mehr.

Das was Anders ist, das was ungewohnt ist, macht Angst. Also versuchten die Menschen schon seit langer Zeit, dass alle Menschen einer Gruppe bestimmte Regeln befolgten. Wie sie sich kleiden, wie sie ihren Körper schmücken und bemalen, wie die Behausungen auszusehen haben. Und wenn zu den Zeiten, als es noch Stämme gab, einer anders gekleidet oder bemalt war, dann konnte man sehen, er gehörte nicht zur Gruppe und kam von woanders her und war erst mal mit Skepsis zu betrachten…. Ein wenig ist das noch heute so. Zwar ist die Bandbreite größer und wir leben nicht alle in kleinen Siedlungen und Stämmen, doch verhalten tun wir uns immer noch so. Da gibt es die Cliquen und Berufsgruppen mit ihren Kleiderordnungen, Ästhetik und gar eigenen Sprache. Wer da nicht reinpasst und mitmacht, der wird nicht aufgenommen oder wieder rausgemobbt.

Vorschriften und Normen schaffen eine gewisse Übersichtlichkeit und Ordnung, die den ängstlichen Menschen beruhigt. Je ängstlicher ein Mensch ist, desto mehr Regeln und Ordnungssysteme braucht er.

Je nachdem auf welchem Gebiet er seine Ängste hat, hat er seine Schwerpunkte, wo er sich absichert.

So viel Angst.  Weil wir Menschen sehr phantasievoll sind – und leichtgläubig? Wir glauben die Geschichten, die uns andere erzählen. Vor allem aber glauben wir unsere eigenen phantasievollen Geschichten, die wir uns selbst den ganzen Tag, über die Anderen, über uns selbst, und die Welt erzählen. Das kann ich nicht machen, das ist viel zu gefährlich………Mein Nachbar ist soundso, weil er diesunddas macht…..und deshalb schaue ich ihn jetzt nicht mehr an und will mit ihm nichts mehr zu tun haben……………..oder vor dem muss ich mich in Acht nehmen, weil er das und das macht……da kommt eine Bewertung in unseren Kopf und sofort wird sie ernst genommen und geglaubt. Besonders die, die Angst machen. Die können den ganzen Körper in Aufruhr bringen, den Puls hochtreiben und uns Nachts vor lauter Sorge wach liegen lassen.

Doch warum glauben wir das alles? Ist wohl Gewohnheit. Die Sucht nach Leiden. Der Schmerzkörper liebt das Leiden und ernährt sich davon, würde Eckhart Tolle sagen.

Mir hat es gut getan meine Ängste genauer anzusehen. …..Mit dem Bart habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Reaktionen nicht so sind, wie ich sie mir ausgemalt hatte. Die Realität ist viel, viel freundlicher. Das es sogar Menschen gibt, die das gut finden, hätte ich Anfangs nicht gedacht.

Das ist eine schöne Erfahrung. Damit haben sich nicht automatisch alle Ängste aufgelöst. Allerdings haben die mich nicht mehr so im Griff, wie zuvor! Und es fällt mir nun leichter mit den anderen Ängsten umzugehen und sie auch zu transformieren.

Wie sagte mal eine junge Frau: „Seit ich über glühende Kohlen gelaufen bin und Bungee jumping gemacht habe, weiß ich, dass ich alles schaffen kann, was ich will.“ Sie hatte diese Situationen gemeistert, ihre Ängste überwunden und das half ihr an sich zu glauben und andere Situationen zu meistern.

Sich eine Angst anschauen. Sie untersuchen und herausfinden, dass es nur eine Seifenblase ist.

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