402. Tag,Caster Semenya

Eigentlich ist es gut, dass durch den Fall von Caster Semenya das Thema Zwitter wieder in den Medien thematisiert wird. Vielleicht sind viele Sportlerinnen Zwitter und wissen es nicht. Ich denke Semenya wußte es auch nicht. Kann auch sein, dass es für sie und ihre Familie ein Schock war davon zu erfahren, auch noch auf eine unangenehme Weise, nämlich getestet zu werden, ohne dass man es ihr sagte. Ich kann mir vorstellen, es noch viel mehr Zwitter unter den Sportlerinnen gibt, die es vielleicht selbst noch nicht mal wissen. Hier sind einige Sportlerinnen: Santhi Soundarajan (Indien/Sprint),Eva Klobukowska (Polen/Sprint), Erika Schinegger, Stella Walsh (USA/Sprint), Tamara und Irina Press genannt, die in der Vergangenheit nicht mehr antreten konnten, da sie Zwitter waren. Es würde Sinn machen im Sport neben der Einteilung in Mann und Frau noch weitere Kategorien anzulegen, damit Zwitter nicht von den Wettkämpfen ausgeschlossen werden.

Der Konflikt, der nun besteht und wo sich Politiker angegriffen fühlen, kommt auch daher, dass das Thema so ein Tabu war und man nicht offen darüber sprechen konnte und es keine Aufklärung darüber gab.

Hier der Link zu einem Artikel der am 12.09.09 im Tagesspiegel erschienen ist in dem Freya Jung, ein Zwitter mit CAIS zu dem Thema Semenya interviewt wird.

Hier noch ein Auszug von dgti, der mir sehr gefiel:

„Prof. Sigusch, von der sexualmedizinischen Fakultät der Universität Frankfurt, sprach bereits 1996 davon, dass wir vermutlich in Deutschland über 80 Millionen verschiedene Geschlechter haben, denn jeder Mensch hat nur sein Geschlecht, das persönlichste was ein Mensch überhaupt haben kann. Kein Jurist, Politiker, Menschenrechtler, Mediziner, … hat das Recht dem Menschen zwischen die Beine zu schauen und dann festzulegen wie sich dieser Mensch zu fühlen habe.

Mir ist klar, dass diese Aussage einer „Kulturrevolution“ gleich kommt. Wenn wir aber, jeder einzelne Mensch, bereit sind uns selbst und unsere Existenzberechtigung ernst zu nehmen, ohne anderen Menschen diese abzusprechen, dann müssen wir erkennen und akzeptieren, dass der bisherige Umgang mit der Frage Geschlecht ausschließlich eine Form der Machtverteilung und Machtunterwerfung ist, nicht aber der realen Existenz von Menschsein gerecht wird.“

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