479. Tag

Dichte vollgepackte Tage. Wenig geschlafen. Meine Lebensmittelgutscheine vom Arbeitsamt waren abgelaufen, als ich dann endlich im Supermarkt stand und damit bezahlen wollte!! Peinlich war das. Hinter mir die Schlange und ich konnte nicht bezahlen!! – Also wieder zum Amt und die Gutscheine umgetauscht in Neue. Diese sind immer nur eine Woche gültig, diesmal war ich schneller und löste einen davon ein! – Inzwischen habe ich auch wieder Geld auf dem Konto, das Harz IV Geld für den halben November kam auf meinem Konto an. Meine Jobsuche lief auf Hochtouren und ich fand etwas!! Darüber freue ich mich sehr!! Die Arbeit fängt genau an dem Tag an, an dem der Kurs vom Arbeitsamt angefangen hätte und so ist mir dieser vorerst mal erspart. Also wieder abmelden, für zwei Wochen, in denen ich Arbeit habe, und dann mal weiter sehen, ob ich dann einen weiteren Job gefunden habe oder wieder Hartz IV beziehen muss….

Dieses Ereignis macht mir Hoffnung und zeigt es gibt Menschen, die sich nicht an Äußerlichkeiten stören, sondern denen die Einsatzbereitschaft und die Arbeitswilligkeit eines Menschen wichtiger sind.

Eine weitere gute Neuigkeit: ich habe eine Wohnung gefunden für ein bis zwei Monate im Grünen und kann aus der WG ausziehen. Die neue Bleibe gefällt mir nicht wirklich gut, doch es war eine gute Lösung, um das Zimmer in der WG frei zu machen.

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475. Tag

Was gibt es Neues? In der WG in der ich gerade für einige Zeit wohne, gab es in den letzten Tagen etwas Stress. Die Bedürfnisse sind unterschiedlich. So brauche ich gerade meinen Rückzug, was bei meiner Mitbewohnerin auf Unverständis trifft, da sie sich Mitbewohnerinnen wünscht mit denen sie gemeinsam Tee trinkt und etwas unternimmt. Wir hatten ein Gespräch, bei dem herauskam, dass ich bis zum 5. Dezember eine andere Bleibe gefunden haben muss.

Man kann Menschen nicht ändern. Jeder hat seine Eigenheiten und wenn diese nicht zusammen passen, dann ist es besser man trennt sich wieder. Wenn, wie hier der eine Frühaufsteher ist und der Andere Nachts aktiv ist, dann ist das schon mal unpassend. Naja und da gibt es noch so Einiges was nicht passt und andererseits würden wir uns auf Distanz sicherlich besser verstehen, als wenn wir zusammen wohnen. Und ich habe sicherlich auch meine Eigenheiten, will nicht sagen nur die Anderen sind schuld.

Es ist eine Zeit, so empfinde ich es, wo die Dinge, die nicht mehr passen auseinander gehen. Alles was „scheinbar“ passte kann den Schein nicht mehr aufrecht erhalten und verändert sich. Firmen gehen pleite, Lug und Trug wird aufgedeckt, Menschen trennen sich und so weiter….es ist einiges in dieser Zeit in Bewegung. Und ich sehe es als eine positive Bewegung hin zu mehr Authentizität und Wahrheit. Stehen zu dem was ist. Nicht mehr die Wahrheit unter den Teppich kehren!

Nochmals wurde mir deutlich, dass ich meinen eigenen Raum brauche. In einer WG lasse ich mich schnell ablenken, und verliere mich dann….oder ich grenze mich so stark ab, dass es die Anderen als Ablehnung interpretieren. Ich brauche die Ruhe und das Alleinsein – und auch den Austausch. Das in einem entsprechenden Verhältnis. So ist es gerade auch völlig ok nicht in einer Beziehung zu leben, denn ich bin zu sehr mit mir und meinen Ideen beschäftigt. Vielleicht eine Beziehung auf die Ferne, das wäre schon eher möglich, nicht jedoch in einer Wohnung. Meine eigene  innere Welt und die Natur um mich herum, füllt mich gerade so aus, dass ich damit völlig zufrieden bin.

Ich bin nun wieder beim Arbeitsamt gemeldet und hoffe dies wird nur vorübergehend sein. In einer Woche muss ich dann für 5 Tage an einem Kurs teilnehmen, in dem man lernt Bewerbungen zu schreiben und den Arbeitsmarkt im Internet zu erkunden…..da muss jeder hin, der sich neu anmeldet….

Stunden- und Tagelang durchforstete ich das Internet, und noch ist dabei kein Job herausgekommen. Mehr und mehr wird mir mal wieder bewußt, dass ich einen „normalen“ Job „nur“ machen würde, damit ich Geld verdiene, um meine Ideen zu realisieren, denn ohne Geld ist das ziemlich anstrengend.

Am liebsten würde ich ein eigenes Puppentheater haben, selbst auf der Bühne stehen, schrille komische Dinge tun….wenn ich mich nicht jedesmal kurz bevor es real werden könnte, selbst davon abhalten würde. Davor scheine ich aus irgendeinem Grund ziemliche Angst zu haben…..Angst nicht gut genug zu sein…..Angst es nicht zu schaffen, mich zu blamieren….Die Angst davor mit dem Bart nach Draußen zu gehn, hat nicht automatisch alle anderen Ängste beseitigt. Und ich hoffe diese Angst, die mich bisher abhielt auf der Bühne zu spielen….. auch noch geknackt kriege!

Ich schaue mir meine Muster an, versuche das Zahnrad zu finden, dass da hakt….und arbeite dran…

Die Idee im Bauwagen zu wohnen, mit Pferden und einem Zigeunerwagen durch die Lande zu ziehen bin ich angegangen. Ich habe Kontakte gemacht und so einiges über Pferde und Wagen erfahren. Traf immer wieder in den letzten Tagen Menschen, die ähnliches vorhaben und bin erstaunt und begeistert, dass es noch so viele Andere gibt, die ihre Träume zu realisieren versuchen.

Für mich würde das die Überwindung von Ängsten bedeuten. Neuland betreten ebenfalls, denn ich habe keine Ahnung von Pferden. Hatte bisher panische Angst vor Bakterien gehabt, davor krank zu werden, wenn ich zu eng mit Tieren wäre. Kein Wunder, mein Vater war Arzt und hat mir das oft genug gesagt, wie gefährlich das ist! Und ich bin auch noch empfindlich, habe Allergie auf Tierhaare und Mist….naja ich sage ja eine ziemliche Herausforderung!! Aber ich glaube wenn man seine Ängste überwindet, dann kann man daram wachsen!! Und jetzt nach über einem Jahr mit dem Bart im Gesicht, merke ich, wie mich dieser Prozess gestärkt hat. Und es ist Zeit für die nächste Herausforderung!!

11. TRANS GENDER DAY of Remembance, Berlin 21.November 2009

Am 21. November 2009
am Rathaus Schöneberg (rolligerecht, über Freiherr-vom-Stein-Straße)
(U7-Bhf. Bayerischer Platz, Bus M46, Bus 104, rolligerecht)*

*Gemeinsam im Gedenken – gegen die Transphobie in den Köpfen und auf der
Straße*

Zum 11. Mal findet am 21. November 2009 der Transgender Day of
Remembrance statt, der internationale Tag im Gedenken an ermordete
Trans*-Leute
.

Allein dieses Jahr sind bis zum Sommer weltweit über 80 Morde bekannt geworden, aber auch Gewalt und Diskriminierung sind überall auf der Welt alltägliche Realität für viele Leute, deren Geschlechtsidentität nicht zur strikten Zweiteilung der Menschheit in
«Frauen» und «Männer» passt.

In Berlin haben die Übergriffe auf Trans*-Sexarbeiterinnen in diesem Sommer die traurige Allgegenwart der Transphobie überdeutlich sichtbar werden lassen. Neben Gesetzen und einer Politik, die weiterhin auf Geschlechtseindeutigkeit ausgerichtet sind, ist es eben auch in unserer Stadt nicht so, dass längst alle so leben können, wie sie es selbst richtig finden.

Ein breiter Kreis von Organisationen, Gewerbetreibenden und vielen Einzelpersonen lädt am 21. November 2009 ins Foyer des Rathauses Schöneberg ein, um den Transgender Day of Remembrance stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Neben Redebeiträgen zum Transsexuellen-Gesetz und den Übergriffen in Berlin wird es eine Ausstellung geben, die von Berliner Jugendlichen angefertigt wurde, im Anschluss werden die Namen der Ermordeten verlesen. In Anlehnung an den ersten Transgender Day of Remembrance 1999 werden Kerzen vor dem Rathaus entzündet. Das Programm wird musikalisch durch «Zazie de  Paris» ausgeleitet.

Programm:

16.00 Uhr Begrüßung
16.15 Uhr Redebeiträge und Diskussion
17:15 Uhr Gedenken an die Ermordeten
18:00 Uhr Musikalischer Abschluss

19:00 UhrChill Out im Siverfuture (Weserstraße 206, U-Bhf. Hermannplatz)

Alternative Lebensformen

Beschäftige mich gerade mit dem Leben im Bauwagen, Zirkuswagen und Zigeunerwagen. Könnte mir für mich auch vorstellen in einem Wagen zu leben mitten im Grünen. Die Idee im Wohnmobil zu wohnen, hatte ich vor einem Jahr ja auch schon einmal. Bisher fehlte es an Kapital, dies zu realisieren. Die Bauwägen, die ich im Netz fand waren auch ziemlich teuer. Bis zu 25.000 Euro und mehr! Dann waren sie allerdings auch ausgebaut und hatten Zusätze, wie Solaranlage etc.

Hier ein Artikel über jemanden, der im Wagen/Wohnmobil lebt…

und HIER ein Artikel über die Märchenerzählerin Annika Wittig, die mit Mann und Kind im Zigeunerwagen unterwegs war.