475. Tag

Was gibt es Neues? In der WG in der ich gerade für einige Zeit wohne, gab es in den letzten Tagen etwas Stress. Die Bedürfnisse sind unterschiedlich. So brauche ich gerade meinen Rückzug, was bei meiner Mitbewohnerin auf Unverständis trifft, da sie sich Mitbewohnerinnen wünscht mit denen sie gemeinsam Tee trinkt und etwas unternimmt. Wir hatten ein Gespräch, bei dem herauskam, dass ich bis zum 5. Dezember eine andere Bleibe gefunden haben muss.

Man kann Menschen nicht ändern. Jeder hat seine Eigenheiten und wenn diese nicht zusammen passen, dann ist es besser man trennt sich wieder. Wenn, wie hier der eine Frühaufsteher ist und der Andere Nachts aktiv ist, dann ist das schon mal unpassend. Naja und da gibt es noch so Einiges was nicht passt und andererseits würden wir uns auf Distanz sicherlich besser verstehen, als wenn wir zusammen wohnen. Und ich habe sicherlich auch meine Eigenheiten, will nicht sagen nur die Anderen sind schuld.

Es ist eine Zeit, so empfinde ich es, wo die Dinge, die nicht mehr passen auseinander gehen. Alles was „scheinbar“ passte kann den Schein nicht mehr aufrecht erhalten und verändert sich. Firmen gehen pleite, Lug und Trug wird aufgedeckt, Menschen trennen sich und so weiter….es ist einiges in dieser Zeit in Bewegung. Und ich sehe es als eine positive Bewegung hin zu mehr Authentizität und Wahrheit. Stehen zu dem was ist. Nicht mehr die Wahrheit unter den Teppich kehren!

Nochmals wurde mir deutlich, dass ich meinen eigenen Raum brauche. In einer WG lasse ich mich schnell ablenken, und verliere mich dann….oder ich grenze mich so stark ab, dass es die Anderen als Ablehnung interpretieren. Ich brauche die Ruhe und das Alleinsein – und auch den Austausch. Das in einem entsprechenden Verhältnis. So ist es gerade auch völlig ok nicht in einer Beziehung zu leben, denn ich bin zu sehr mit mir und meinen Ideen beschäftigt. Vielleicht eine Beziehung auf die Ferne, das wäre schon eher möglich, nicht jedoch in einer Wohnung. Meine eigene  innere Welt und die Natur um mich herum, füllt mich gerade so aus, dass ich damit völlig zufrieden bin.

Ich bin nun wieder beim Arbeitsamt gemeldet und hoffe dies wird nur vorübergehend sein. In einer Woche muss ich dann für 5 Tage an einem Kurs teilnehmen, in dem man lernt Bewerbungen zu schreiben und den Arbeitsmarkt im Internet zu erkunden…..da muss jeder hin, der sich neu anmeldet….

Stunden- und Tagelang durchforstete ich das Internet, und noch ist dabei kein Job herausgekommen. Mehr und mehr wird mir mal wieder bewußt, dass ich einen „normalen“ Job „nur“ machen würde, damit ich Geld verdiene, um meine Ideen zu realisieren, denn ohne Geld ist das ziemlich anstrengend.

Am liebsten würde ich ein eigenes Puppentheater haben, selbst auf der Bühne stehen, schrille komische Dinge tun….wenn ich mich nicht jedesmal kurz bevor es real werden könnte, selbst davon abhalten würde. Davor scheine ich aus irgendeinem Grund ziemliche Angst zu haben…..Angst nicht gut genug zu sein…..Angst es nicht zu schaffen, mich zu blamieren….Die Angst davor mit dem Bart nach Draußen zu gehn, hat nicht automatisch alle anderen Ängste beseitigt. Und ich hoffe diese Angst, die mich bisher abhielt auf der Bühne zu spielen….. auch noch geknackt kriege!

Ich schaue mir meine Muster an, versuche das Zahnrad zu finden, dass da hakt….und arbeite dran…

Die Idee im Bauwagen zu wohnen, mit Pferden und einem Zigeunerwagen durch die Lande zu ziehen bin ich angegangen. Ich habe Kontakte gemacht und so einiges über Pferde und Wagen erfahren. Traf immer wieder in den letzten Tagen Menschen, die ähnliches vorhaben und bin erstaunt und begeistert, dass es noch so viele Andere gibt, die ihre Träume zu realisieren versuchen.

Für mich würde das die Überwindung von Ängsten bedeuten. Neuland betreten ebenfalls, denn ich habe keine Ahnung von Pferden. Hatte bisher panische Angst vor Bakterien gehabt, davor krank zu werden, wenn ich zu eng mit Tieren wäre. Kein Wunder, mein Vater war Arzt und hat mir das oft genug gesagt, wie gefährlich das ist! Und ich bin auch noch empfindlich, habe Allergie auf Tierhaare und Mist….naja ich sage ja eine ziemliche Herausforderung!! Aber ich glaube wenn man seine Ängste überwindet, dann kann man daram wachsen!! Und jetzt nach über einem Jahr mit dem Bart im Gesicht, merke ich, wie mich dieser Prozess gestärkt hat. Und es ist Zeit für die nächste Herausforderung!!

2 thoughts on “475. Tag

  1. Hallo Marianna,

    das mit dem allein sein und doch auch der Wunsch, sich mit anderen Auszutauschen, kenne ich auch. Du hast diese zwei Sachen, die sich ja fast gegenseitig ausschliessen gut ausgedrückt. Auch die Unverständnis von Anderen, die dies oft nicht richtig verstehen können.

    Ich wünsche Dir, daß Du bald eine neue Bleibe gefunden hast und auch bald einen neuen Job.

    GLG Michaela

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  2. Hallo liebe Frau mit Bart =)

    Versuch es doch erstmal mit kleinen Schritten um dir den Mut „ranzuholen“. Wenn du auf der Bühne stehen willst bzw. ein Puppentheater haben willst (etc.) dann kannste ja erstmal klein anfangen. Vielleicht entwirfst du ein kleines Bühnenkonzept für Geburtstagsparty für Kinder (oder für Kinderheime etc.) oder schaust mal in der Volkshochschule ob sie da nicht Theatergruppen haben…

    Ich habe gelernt, dass man große Wünsche selten erfüllt bekommt, wenn man nicht einfach einen kleinen ersten Schritt macht.

    LG

    Niphredil

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