484. Tag Job in Hamburg

Die letzten Tage kam ich nicht dazu hier Einträge zu machen. Am Sonntag zog ich aus der WG aus und brachte meine Sachen, in die Wohnung, in der ich ein bis zwei Monate wohnen kann.

Es ist eine Wohnung, die eigentlich nur für die Mitarbeiter eines Projektes zur Verfügung steht, doch da im Moment noch keine neuen Mitarbeiter da sind und die alten schon weg sind, kann ich dort für die Übergangszeit wohnen. 

Sobald jemand für das Projekt kommt, muss ich rauß. Hier habe ich mehr Platz und kann besser arbeiten. Das letzte Zimmer in der WG war gerade mal 9 Quadratmeter groß und da war es schon eng mit Bett und Tisch und all den Stoffen….

Internet habe ich diesmal nicht in der Wohnung und von daher könnte es sein, dass ich hier in der nächsten Zeit weniger schreiben werde…oder ich finde eine Lösung, wie ein eigenes mobiles Internet.

Die letzten Wochen suchte ich mit Eifer nach Jobs. Ich war bei einem Arbeitsvermittler und bewarb mich im Internet. Eine Agentur, die für Studenten Jobs vermittelt, hatte dann einen Job für zwei Wochen in Hamburg.

In einem Warenhaus in Hamburg gab es eine Aktion, bei der unter anderem Waren ausgezeichnet werden sollten. Bei der Aktion waren über 20  Studenten tätig. Als ich ankam, merkte ich die Verwunderung, der für mich zuständigen Person über meinen Bart, dennoch durfte ich anfangen zu arbeiten.

Im Lager war dies möglich, nicht jedoch in den Geschäftsräumen, da auch die Mitarbeiter strenge Auflagen haben, was ihr Äußeres betrifft. Tatoos oder Piercing geht hier gar nicht. Wie meist in der Dienstleistungsbranche hatte man auch hier Bedenken was die Außenwirkung betrifft und möchte sein Gesicht nach Außen wahren und seinem Ruf nicht schaden. Allerdings wird so etwas nur sehr vorsichtig geäußert, da es anscheinend doch Gesetze in Deutschland gibt, die besagen, dass man niemanden diskriminieren darf…

Das es dennoch immer noch so ist, das Menschen auf Grund ihres Aussehens diskriminiert werden, erfuhr ich in letzter Zeit nicht nur am eigenen Leibe, sondern auch im Gespräch mit einer Studentin aus Mali, die solche Situationen kennt. Ihr Deutsch ist hervorragend, am Telefon kommt niemand darauf, dass sie aus Mali ist, da sie auch einen norddeutschen Akzent hat. Wenn Sie dann vor einem potentiellen Arbeitgeber steht, dann kann es vorkommen, dass ihr auch schon mal gesagt wird, tut mir leid, aber der Job ist schon weg…oder ähnliches, wie ich es auch kürzlich wieder in Lüneburg erfuhr.

Schlimm finde ich, dass man nicht danach geht, wie jemand arbeitet, sondern wie die Person aussieht!! Wenigstens eine Chance sollte man einem Menschen geben zu zeigen, wie er arbeitet.

Da werden eher – entschuldigung für dieses Klischeedenken – da werden eher Blondinen eingestellt, die dem Hochglanzbild von Modemagazinen entsprechen, egal, wie sie arbeiten, Hauptsache sie machen eine gute optische Erscheinung!!

Die Arbeit im Lager lief gut, und machte mir viel Spaß. Dann jedoch kam die Überraschung. Gestern, für mich schon nach zwei Tagen, war Schluß mit der Arbeit und auch für alle Anderen. Die Gründe wurden nicht genannt, ich nahm an, dass die Kosten vielleicht zu hoch waren und man sich verkalkuliert hatte und das Geld einsparen wollte oder musste. Wie auch immer, heute morgen sitzte ich in Hamburg, noch etwas verdattert. Ich hatte fest mit dem Geld gerechnet, wollte Schulden begleichen und hatte mich vom Arbeitsamt abgemeldet, war guter Hoffnung und nun das!

Heute abend fahre ich wieder ins Wendland, werde Zeit haben meine neue Wohnung, in der ich die Sachen nur abgestellt habe einzuräumen und mich auf den Weihnachtsmarkt in Hitzacker, der am 12.12. stattfindet, vorzubereiten. Dort will ich Pulswärmer und Fingerpuppen verkaufen.  Beim letzten Weihnachtsmarkt einer Waldorfschule im Wendland hatte ich leider wenig Glück und verkaufte nichts…..naja fast nichts: ein Freund, mit dem ich mich verabredet hatte kaufte mir einen Pulswärmer ab……..was schon mal die Fahrtkosten deckte!

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