538. Tag Vogel-Futter

Im Garten habe ich eine Vogelfutterstelle eingerichtet. Ein Brett auf einem Blumenkübel etwas erhöht. Darauf streue ich täglich Vogelfutter. Inzwischen kommen sehr viele Vögel, aller Arten. Es ist schön ihnen zuzuschauen. Was für ein Vergnügen für wenig Geld. Amseln, Meisen, Rotkehlchen, Stare und auch einige Eichelhäher kommen.
An einem Tag sah ich im Schnee eine weiße Katze. Seltsam. Weiße Katzen habe ich noch nie gesehen. Schneekatze dachte ich….. Sie wirkte etwas verwahrlost.
Als ich einige Stunden später in den Garten zur Futterstelle schaute waren keine Vögel zu sehen. Auf dem Futterplatz lag inmitten der Körner die weiße Katze!
Schlau. So war der Vogelfutterplatz zum VOGEL- FUTTER Platz für die Katze geworden. VOGEL-FUTTER mit doppelter Bedeutung!

Ich verscheuchte sie und die Vögel konnten weiter in Ruhe ihre Körner picken.

533. Tag Gedanken über Freiheit und Glück

Gedanken über Freiheit.

Zum einen bedeutet es Freiheit für mich mir einen Bart wachsen zu lassen und in einem Land zu leben in dem so etwas möglich ist.

Doch auch das Gegenteil bedeutet Freiheit. Würde ich meine Barthaare verschwinden lassen, dann wäre ich ungesehener, würde in der Masse untergehen, und wäre eine unter vielen. Nicht gesehen zu werden kann auch Freiheit bedeuten.

Freiheit bedeutet für jeden etwas anderes. Für manche ist es das Aussteigen aus dieser Gesellschaft und mit wenig Geld im warmen Süden zu leben. Für andere ist es mitzumachen, Karriere zu machen und mit dem Geld, das sie verdienen sich Freiheiten zu erlauben, die nicht jeder hat. Träume zu verwirklichen, die Geld kosten, wie zum Beispiel ein Segelboot zu besitzen und um die Welt zu segeln, wenn es ihre Zeit erlaubt.

Jedoch nichts schließt sich aus. Oft denken Menschen sie bräuchten Geld, um sich Träume zu erfüllen und dann gibt es Menschen, die das Gegenteil beweisen. Sei es, dass sie etwas geschenkt bekommen, eingeladen werden bei einer Weltumseglung dabei zu sein, und so weiter.

Die Sehnsucht ist glücklich zu sein. Für den einen ist es die Freiheit und die viele Zeit, die  er zur Verfügung hat mit sich und der Natur zu sein. Andere sind glücklich Karriere zu machen. Es gibt unendlich viele Variationen was Menschen glücklich macht. Und es kann sich über die Jahre verändern, wodurch man sich glücklich fühle.

Ich fühle mich glücklich, wenn ich es schaffe, das was ich habe wert zu schätzen und dankbar dafür zu sein, egal wie viel oder wie wenig es ist, oder wie selbstverständlich es erscheinen mag.

532. Tag

Nach der Ausstrahlung von Faszination Leben am Sonntag gab es hier auf der Seite über 3600 Klicks. Das war der absolute Rekord. Es gab eine Menge an positiven Kommentaren und einige wenige Kommentare, die sich milde ausgedrückt unwohl fühlten bei meinem Anblick. Vielen Dank für eure Kommentare.

Eine Freundin, die die Sendung sah und selbst Dredlocks hat, schrieb mir:  “ ich denke auch, meine Haare beschützen mich nur vor den falschen Situationen und Menschen, die mich eh nicht weiterbringen würden…“

Ich weiß, dass es bei einigen Menschen auf Unverständnis trifft, dass ich mich nicht rasiere. Vielleicht könnte man es so sagen, der Bart wurde mir von der Natur geschenkt, um mir zu helfen meinen eigenen Weg zu gehen und nicht in der Anpassung an bestehende Normen stecken zu bleiben.

Für die einen mag es einfacher sein, sich anzupassen. Ich selbst habe es versucht und mich unwohl damit gefühlt. Jetzt bin ich auf einem Weg, der sicherlich nicht immer leicht ist, doch ich fühle mich dabei wohler.

Jeder hat seinen Weg. Ich sage nicht, dass alle Frauen, die Barthaare haben diese wachsen lassen müssen.

Der Bart steht für mich für verschiedene Themen, die alle eins gemeinsam haben, unabhängiger zu sein und frei von der Angst nicht geliebt zu werden auf Grund von Äußerlichkeiten.

Text: How to be an artist – Urheber wohl nicht Joseph Beuys…

Dieses Gedicht von Joseph Beuys,
 
(das dachte ich bis im November 2013 Kommentare kamen, dass diese Worte von der Amerikanerin  Sark geschrieben wurden!)Ähnlich war es mit einem schönen Text der angeblich von Nelson Mandela stammte und von Marianne Williamson sein soll)
 
bekam ich heute per mail geschickt zum neuen Jahr und es gefällt mir so gut, dass ich es hier veröffentlichen möchte.
 
(Weitere Infos und Links zu Sark in den Kommentaren.)

Lasse dich fallen. Lerne Schlangen zu beobachten
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die <> sagen und
Verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst
mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere dich <> zu sein.
Tue es aus Liebe.
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib weiter Geld aus. Mache es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei. Lache eine Menge.
Bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantastische Träume.
Zeichne auf die Wände. Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert. Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu. Öffne dich. Tauche ein.

Sei frei. Preise dich selbst.
Lass die Angst fallen.
Spiele mit allem.
Unterhalte das Kinde in dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.
… und ich sage: Tanze so viel wie möglich.


530. Tag

Vor einigen Tagen schrieb mir Ivi etwas zu meiner Überlegung, Bart ab oder dran lassen. Ich wollte ihre Worte hier an dieser Stelle mal zitieren, denn sie spricht mir damit aus dem Herzen.

Zitat: „Was Deinen Bart angeht kann ich Dir natürlich nicht helfen, aber für mich stellt es sich folgendermaßen dar:
Mit ihm bekommst Du keinen Job, ohne ihn bist Du nicht „echt“, nicht „ganz“.
Daher kannst Du Dir nur einen Job selbermachen…so wie das Puppenspiel oder ähnliches…“

Jetzt werden die Männer, die sich täglich rasieren vielleicht aufschreien, und sagen: Na und! Wir rasieren uns doch auch, um einen Job zu bekommen. Doch da gibt es noch einen kleinen Unterschied zwischen dem Rasieren von Männern und Frauen. Nach dem Rasieren sind spätestens nach einigen Stunden schon wieder Stoppeln sichtbar, was bei Männern „normal“ gesehen wird, und bei Frauen vermutlich unangenehm auffällt. Also bedeutet es einen ziemlichen Aufwand, wenn Frau sich rasiert, denn dann braucht es noch Schminke, um die letzten Spuren der Haare zu überdecken. Und damit wäre man wieder dabei etwas zu verstecken, was zu einem gehört. Und Stoppeln finde ich persönlich bei mir weniger schön, als einen Bart.

Es ist eigentlich auch traurig, dass auch Männer für viele Arbeitsstellen gezwungen werden sich den Bart zu rasieren. Schade, dass das Äußere so überbewertet wird. Und damit meine ich nicht, dass wir uns alle vernachlässigen sollten und einfach nicht waschen und pflegen sollten. Aber zur Zeit funktioniert diese Gesellschaft leider nun mal so, dass es für alle Bereiche mehr oder weniger ungeschriebene Gesetze gibt, wie man auszusehen hat und wie sich zu verhalten, damit man einen Job oder eine Wohnung etc. bekommt.

Der Kommentar von Caterine am 528. Tag zeigt, dass es manchmal „sicherer“ und „einfacher“ ist den Bart zu verstecken. In den letzten Wochen dachte ich auch daran wie schön es wäre mal für eine Weile wieder „ungesehen“ durch die Straßen zu gehen. Vielleicht kommt es, dass ich mal einen „Urlaub“ vom Bart nehme, um „unsichtbar“ zu sein und in der Menge zu verschwinden. Oder, was ich nicht hoffe, um einen Job zu bekommen.

528. Tag

Noch habe ich keine neue Wohnung gefunden. Ein Zimmer in einer WG in Lüneburg werde ich mir in den nächsten Tagen ansehen.

Am Sonntag kommt von 0:00 Uhr bis 0:15 Uhr in Faszination Leben auf RTL der neue Filmbericht über mich und ich bin schon sehr gespannt darauf.

Mit Judith traf ich mich vor einigen Tagen und wir probten mit den Fingerpuppen ein Stück, um es im Kindergarten aufzuführen. So geht es Schritt für Schritt weiter. Wir wollen das unentgeltlich aufführen, um Erfahrung zu sammeln. Also suche ich weiter nach Arbeitsmöglichkeiten. Ob mit oder ohne Bart, die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist wie man weiß nicht mehr so gut, wie noch vor Jahren.