530. Tag

Vor einigen Tagen schrieb mir Ivi etwas zu meiner Überlegung, Bart ab oder dran lassen. Ich wollte ihre Worte hier an dieser Stelle mal zitieren, denn sie spricht mir damit aus dem Herzen.

Zitat: „Was Deinen Bart angeht kann ich Dir natürlich nicht helfen, aber für mich stellt es sich folgendermaßen dar:
Mit ihm bekommst Du keinen Job, ohne ihn bist Du nicht „echt“, nicht „ganz“.
Daher kannst Du Dir nur einen Job selbermachen…so wie das Puppenspiel oder ähnliches…“

Jetzt werden die Männer, die sich täglich rasieren vielleicht aufschreien, und sagen: Na und! Wir rasieren uns doch auch, um einen Job zu bekommen. Doch da gibt es noch einen kleinen Unterschied zwischen dem Rasieren von Männern und Frauen. Nach dem Rasieren sind spätestens nach einigen Stunden schon wieder Stoppeln sichtbar, was bei Männern „normal“ gesehen wird, und bei Frauen vermutlich unangenehm auffällt. Also bedeutet es einen ziemlichen Aufwand, wenn Frau sich rasiert, denn dann braucht es noch Schminke, um die letzten Spuren der Haare zu überdecken. Und damit wäre man wieder dabei etwas zu verstecken, was zu einem gehört. Und Stoppeln finde ich persönlich bei mir weniger schön, als einen Bart.

Es ist eigentlich auch traurig, dass auch Männer für viele Arbeitsstellen gezwungen werden sich den Bart zu rasieren. Schade, dass das Äußere so überbewertet wird. Und damit meine ich nicht, dass wir uns alle vernachlässigen sollten und einfach nicht waschen und pflegen sollten. Aber zur Zeit funktioniert diese Gesellschaft leider nun mal so, dass es für alle Bereiche mehr oder weniger ungeschriebene Gesetze gibt, wie man auszusehen hat und wie sich zu verhalten, damit man einen Job oder eine Wohnung etc. bekommt.

Der Kommentar von Caterine am 528. Tag zeigt, dass es manchmal „sicherer“ und „einfacher“ ist den Bart zu verstecken. In den letzten Wochen dachte ich auch daran wie schön es wäre mal für eine Weile wieder „ungesehen“ durch die Straßen zu gehen. Vielleicht kommt es, dass ich mal einen „Urlaub“ vom Bart nehme, um „unsichtbar“ zu sein und in der Menge zu verschwinden. Oder, was ich nicht hoffe, um einen Job zu bekommen.

4 thoughts on “530. Tag

  1. WOW!
    Man muss dich einfach nur bewundern!
    Habe gerade auf RTL die Reportage über dich gesehen und mir fehlen die Worte!
    So selbstbewusst durch die Straßen zu gehen…!!

    Auch wenn es so schwer ist einen Job zu finden. Gieb dich und deinen Bart nicht auf!
    Es gibt bestimmt viele Menschen, denen es ähnlich geht und die sich nicht trauen, sich damit in der Öffentlichkeit sehen zu lassen.

    Durch DICH, gewinnen sicher viele Frauen an Selbstbewusstsein und du hast bestimmt eine große Vorbildfunktion.

    Vielleicht werden die Menschen toleranter und in Zukunft laufen viele Frauen mit Bart herum.

    Mach weiter so und bleib so selbstbewusst und ehrgeizig!

    liebe grüße,
    Doris, 16 Jahre

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  2. ich muss ehrlich sagen, dass ich das auch ziemlich traurig finde, dass heutzutage noch menschen so extrem wegen ihres äusseren diskriminiert werden.
    Und dabei bin ich auch schon bei meinem Punkt:
    Es gibt in Deutschland ein gesetz gegen Diskriminierung.
    Egal ob die Diskriminierung von Frauen, Menschen mit dunklerer ode rumekehrt mit hellerer Haut, Menschen aus anderen Ländern, Kulturen, Religionen […] Menschen mit blauen Haaren usw…
    Warum versuchst du dir nicht einfach einen Arbeitsplatz vor Gericht zu erkämpfen?

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  3. Hey

    Ich habe auch deinen Bericht auf RTL gesehen.
    Ich finde es echt stark von dir, dich mit Bart in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich glaube, ich würde auch komisch gucken, wenn ich eine Frau mit Bart sehen würde. Aber nicht, weil ich es schlimm finde. Sondern einfach, weil es für mich etwas ist, was ich noch nie gesehen habe und was ich komisch finde…
    Mach einfach weiter so und bleib wie du bist, das wird alles schon!

    Grüße!

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  4. So ganz ist das halt nicht so..

    Es ist nicht nur so, dass Männer sich „Bartmässig“ untergliedern müssen, auch modisch ist es das gleiche Spiel. Sobald man sich da etwas anders orientiert, egal in welcher optischen Ausdrucksweise (auch nur äusserlichkeiten), gibts auch probleme, jobs zu finden.

    Es sind halt äusserlichkeiten. Ich glaub, es wird sich nie Ändern.

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