572. Tag London

Ein Besuch bei einem Freund in London, über das Wochenende. Er hatte mich eingeladen und es war sehr schön ihn nach sehr langer Zeit wieder zu sehen. Dank Ryan Air ist der Flug nach London günstiger, als manch eine Fahrt innerhalb von Deutschland..

Samstag Nacht. Ein Viertel irgendwo in London mit einer jüdischen Synagoge. Männer mit großen runden Hüten, Kinder in Kostümen als Cowboys und Krankenschwestern verkleidet, mit Sombreros und anderen Hüten. Die Farben der Kleidung und der Kostüme sind vorwiegend in schwarz, weiß, rot und rosa gehalten. Einzig ein Clownskostüm in Regenbogenfarben sticht hervor. Während die Kinder in Kostümen und die Männer mit diesen riesigen Hüten ausgestattet sind, die mich von ihrer Form an Torten erinnern, so sind die Frauen unscheinbar gekleidet und scheinen sich den Männern stark unterzuordnen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von der jüdischen Religion und Kultur. Bisher hatte ich selten Kontakt. Dafür an diesem Wochenende um so mehr, da sich in der Nachbarschaft ein Synagoge befindet und genau an diesem Wochenende, Purim, ein großes Fest der Juden, statt findet. In Wikipedia finde ich Näheres darüber.

Während ich im Internet nachlese, lärmt aus den Lautsprechern eines vorbeifahrenden Kleinlasters mit einer Banderole, auf der hebräische Zeichen gemalt sind, laute Musik, wie bei uns zum Karneval in den Hochburgen am Rhein.

Auch nach Mitternacht ist immer wieder aus dem Nichts laute Musik zu hören, die genauso plötzlich wie sie beginnt, wieder verschwindet. Der Freund, den ich hier in London besuche lebt zusammen mit seiner Frau in einem sehr schön renovierten Appartment in einem der typischen alten englischen Häuser.

Jedes der Häuser hat einen Vorgarten und die Türen sind in immer anderen Farben gestrichen. So sehr sich die Häuser gleichen und in Reih und Glied stehen so unterschiedlich sind sie auch.- In einem der Vorgärten steht ein Baum in voller rosa Blüte. Die Temperaturen sind angeneh, um die 10 Grad, und die Sonne zeigt sich immer wieder für einige Stunden im Wechsel mit Regen.

London entführt mich in eine andere Welt und Zeit, Elemente aus Harry Potter Filmen sind in den Häuserfassaden wiederzuerkennen. Die Trachten der Jüdischen Männer wirken unwirklich auf mich. Lange Bärte und Zöpfe, diese riesen „Torten“ auf dem Kopf und schwarzen Umhänge. In den Händen tragen sie Essenskörbe, Kuchen und Leckereien. Wie einen Traum erlebe ich meinen Aufenthalt während ich sie vor dem Haus vorbei ziehen sehe.

Wir gehen essen, an einem Abend zum Türken ins Dervish, am Anderen zum Inder ins Rasa. Beide Restaurants sind vorzüglich, schwer zu sagen, welches ich bevorzugen würde. Das Essen in London, ist in seiner Vielfalt erstaunlich und wunderbar. Ein Angebot wie in Tausend und einer Nacht und noch darüber hinaus…. Die vielen Kulturen, die sich in London auf engstem Raum eingefunden haben, erschaffen eine neue Gesellschaft. Recht friedlich wirken sie in ihrem Zusammenleben an diesem Wochenende. Jeder scheint den anderen zu lassen….bis auf wenige Ausschreitungen erklärt mir mein Gastgeber.

Ich selbst fühle mich nicht beobachtet oder angestarrt. Ich kann es mir nur so erklären: Bei solch einer Vielfalt an Menschen, und  Kulturen und an Extremen – da fällt eine Frau mit Bart nicht mehr auf. Angenehm ein Teil der Vielfalt dieser Stadt zu sein.

Als wir mit dem Bus fahren, sehe ich Gesichter, wie ich sie noch nie gesehen habe. Als ob jedes Land einige Abgesandte geschickt hat und sie alle hier vertreten sind……Wir fahren nach Brick Lane auf den Markt und dort spiegelt sich die Gesichtervielfalt im Multikulti Angebot der Essensstände. Von der Karibik, über Indien, Thailand, China, den arabischen Ländern, Spanien und so weiter – scheint das Essen rund um die Welt hier vertreten zu sein.

Auch deutsche Würstchen finden sich, dann auf einem anderen Markt, dem Borough Market an der London Bridge.

Wir testen ein orientalisches Essen auf dem Brick Lane Markt und sind begeistert. – Berlin hat schon viel zu bieten, doch London übertrifft dies noch um ein Vielfaches, wenn es um die Vielfalt und Qualität des Essens geht.

Der Tate Modern statten wir auch einen kurzen Besuch ab – einmal durchspaziert sehen wir Installationen von Beuys und Jeff Koons..neben Bildern des Expressionismus, und Künstlern mit denen ich mich während meiner Schulzeit und des Studiums beschäftigt hatte. Endlich stand ich vor Bildern von Barnett Newman, über den ich vor vielen Jahren ein Referat gehalten hatte. Anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Besonders gut gefällt mir der Rote Raum von Robert Therienn in dem sich nur rote Objekte befinden. Mein Freund zeigte wenig Begeisterung für den roten Raum, dafür jedoch für Jackson Pollock, dem ich widerum wenig abgewinnen kann.-

Wieder zurück in der Wohnung frage ich mich, wie wohl Deutschland heute aussehen würde, wenn es den Holocaust nicht gegeben hätte…….

3 thoughts on “572. Tag London

  1. …WOW …da bekommt man ja richtig Lust auch mal nach London zu fahren. Schön, das Du mal so richtig “abschalten“ konntest.
    Auf diesen Markt würde ich auch gerne mal gehen.

    Wünsche Dir eine schöne Woche.

    Lg Marion(RG)

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  2. hallo:-)) deine letzte frage stimmt mich sehr nachdenklich….—mhhh—aber mal im hier und jetzt….ich bin voll neiiiiiiiiidddiischhhhhhh auf dich…england….hach…seit 1996 war ich net mehr dort… aber dieses jahr …es wird schon irgendwie klappen,..aber bei mir tut sich auch einiges…ich will(weil ich nur das minimum an hartz 4 habe und nur einen minijob) habe ich mich entschlossen voll mutig ein tweites mal einen lademn aufzumachen,..klang und kreativ evtzl noch mit lädla hinten dran:-))—aber mehr später,…was hast du denn wohl für den flug bezajhlt und von wo bis wo bist dz geflogen?? also toll….jaaa will auch dahin,..denn da sind meine wurzeln:-)) ganz lieb grüss …deine sonnengewand^^v^^

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