587. Tag

Ein Tag in der großen Stadt.

Lange hatte ich überlegt, ob ich heute nach Berlin fahren sollte, da ich ja noch die Nachwirkungen meiner Gehirnerschütterung spürte. Doch es gab einige wichtige Termine in Berlin, so dass ich doch fuhr.

Mit dem Zug von Salzwedel ist man in nur eineinhalb Stunden in Berlin. So war ich schon am Vormittag dort und neben den Terminen konnte ich auch noch eine Freundin treffen. Es tat gut sie wieder zu sehen. Und es tat so gut wieder in Berlin zu sein!!

Am frühen Abend fuhr ich wieder zurück und es fühlte sich seltsam an wieder zu Hause zu sein. So unwirklich war das: Tagsüber in Berlin gewesen zu sein und am Abend schon wieder im eigenen Bett zu liegen.

Es ist schon seltsam mit mir. Also auf der einen Seite wollte ich weg aufs Land. Dann bin ich auf dem Land, habe dort auch noch meine Traumwohnung, für mich alleine, ungestört mit Holzboden und schönem Lehmofen, alles so wie ich es wollte, und dann fehlt mir das LEBEN – die Inspiration der Großstadt – die vielen verschiedenen Gesichter, die Läden mit ihrem vielfältigen Angebot, die Fahrt durch die Stadt – diese Vielfalt und die unterschiedlichen Atmosphären.

Für eine Zeit ist die Stadt Berlin interessant und inspirierend. Und dann wieder der Ruf nach Rückzug und Natur.

Der Luxus an beiden Orten Wohnungen zu haben wäre vermutlich eine Lösung. Hätte ich die finanziellen Mittel, dann wäre dies meine Wahl. Ein alter Bauernhof irgendwo in einer schönen Landschaft im Norden Deutschlands oder sonst wo in der Natur und eine kleine Wohnung in Berlin.

Ende Mai läuft der Mietvertrag hier aus und wieder habe ich die freie Wahl zu gehen wohin ich will. Einerseits ein wunderbarer Luxus. Nicht jeder hat diese Freiheit. Zu spüren was steht gerade an. Was brauche ich. Was tut mir gut.

Mit der Natur hier hatte ich mich vielleicht vertan. Also dieser Winter hat mich auf dem Land eher ausgebremst und lahm gelegt. Vielleicht brauchte ich auch diese Ruhe und werde im Nachhinein sagen das war genau richtig.

Auf lange Sicht gesehen war es gut mich auszuruhen. Nach zwei Jahren immer wieder unterwegs – immer mit anderen Menschen gewohnt und ständig wieder neu einstellen – auch anstrengend. Gut mal nur für mich zu sein und mich zu erholen. Und dann wieder die Sehnsucht mehr unter Menschen zu sein.

Das Gleichgewicht zu finden zwischen Nähe und Distanz, Rückzug und Geselligkeit.

Dies immer wieder neu auszuloten.

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