608. Tag

Nina Hagen in Hamburg. Wie war es? Mir hat es gefallen. Ich hatte Nina Hagen bisher nur im Fernsehen gesehen und wollte sie schon immer mal live sehen. Was ich sah, war anders, als das was ich erwartet hatte. Im Fernsehen hatte ich Nina Hagen immer als eine schrille Person erlebt. Nun sah ich eine Frau, schlank und fast mädchenhaft nicht sonderlich groß….die ruhig und gar nicht schrill auftrat.

Sie war lustig angezogen, mit bunten Blumen in den Zöpfen und einem Kleid mit Pudeln und anderen Motiven in Pink und Weiß…schrill, empfand ich sie nicht. Sie las aus ihrem Buch: „ERKENNTNISSE“ vor, es ging um Jesus und um Gott, sie spielte Lieder auf der Gitarre, darunter auch ein Song von Woody Guthry: „All you Facists bound to loose“. Es war gemütlich, familiär und angenehm. Später gab es noch Gospels von Mighty Howard, der eine sehr schöne Stimme hat, Nina Hagen hingegen hörte ich nur einen Gospel singen.

Doch ich war auch nicht bis zum Schluss da. Während der Lesung, die in den Räumen des Elbrauschs statt fand, wurde nicht geraucht. Nach der Lesung ging es rüber in die Sichtbar, die direkt daneben liegt. Dort gab es die Gospels zu hören. Jetzt durfte geraucht werden und das war mir zu viel Rauch. Im Gegensatz zu anderen Leuten, bin ich super glücklich darüber, dass es inzwischen ein Rauchverbot in Restaurants gibt.

So ging ich während der Gospelsession draußen am Wasser spazieren. Es wehte ein starker und kalter Wind, auf dem Fischmarkt war inzwischen der Abfall vom Markt am Morgen weggeräumt und viele Spaziergänger waren unterwegs. Das tat gut auf das Wasser zu schauen. Ich liebe das Meer, die Wellen und den Wind. Und ich spürte wie ich das in den vergangenen Monaten vermisst hatte, ohne es zu wissen. Vielleicht sollte ich meine nächste Wohnung am Meer suchen, dachte ich. Zumindest sollte es dort Wasser geben. Ein Bach in den Bergen mit dicken Steinen, der mit klarem Wasser dahinrauscht ist auch etws Schönes…. Am Wasser zu sein, bringt mich in meine Mitte. Gleicht aus.

Gegen halb vier verliessen meine Freunde, deren Tochter und ich die Veranstaltung. Wir fanden alle, dass sich die Fahrt nach Hamburg zur Lesung gelohnt hatte. Und ich dachte über den Kontrast zwischen meinen Erinnerungen an Nina Hagen aus dem Fernsehen und dem, was ich heute gesehen hatte, nach. Im Fernsehen werden Menschen immer nur in einem bestimmten Momenten ihres Lebens gezeigt. Vielleicht machen sie extra eine Show, weil sie in der Talkshow sitzen, oder auf der Bühne stehen. Dabei haben sie noch so viele andere Seiten. Schließlich sind Stars auch nur Menschen wie alle anderen auch. Haben ihre guten und schlechten Tage, ihre stillen Momente in denen sie einfach Mensch sind, ohne dick aufzutragen. Vielleicht erwarten wir als Zuschauer, dass sie immer eine Show bieten….? Jedenfalls empfand ich Nina Hagen als sehr entspannt an diesem Tag.

Die Tochter von Nina Hagen, Cosma Shiva Hagen, der die Sichtbar gehört, sahen wir auch. Sie sieht wunderschön aus. Die Tochter meiner Freunde war ganz erstaunt „Schneewittchen“ aus dem Film: „Die Sieben Zwerge“ vor sich zu sehen!

Ach so: Nina Hagen gab auch einige Buchempfehlungen: Eine habe ich mir merken können. Es ist das neue Testament so übersetzt und geschrieben, dass es wirklich gut lesbar ist. Der Titel ist: Willkommen Daheim.

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