694. Tag Was ist denn nun Normal?

In den vergangenen Tagen kamen einige „bemerkenswerte“ ist eigentlich das falsche Wort…eher vielleicht könnte man sagen dumme Kommentare hier auf dem Blog an. Für manche Menschen ist es mehr als unverständlich, wie eine Frau mit Bart herumlaufen kann.

Wie wichtig doch das Äußere in unserer Gesellschaft ist. Und wie überzeugt so mancher davon ist genau zu wissen, WIE eine FRAU und WIE ein MANN auszusehen haben! – DAS IST NICHT NORMAL!

Was ist nicht normal? –  Das was ich NICHT täglich sehe ist NICHT NORMAL. Das, was meinen Vorstellungen nicht entspricht ist nicht normal. NUR DAS WAS ICH ALS RICHTIG empfinde, nur das, was in mein Weltbild passt ist normal und somit gut und richtig?!

„Du musst doch ein normales Leben führen!“ höre ich auch von meiner Mutter. – Das WAS ALLE MACHEN, das ist normal. Gibt es überhaupt „das was alle machen“? Es gibt vielleicht eine Menge Menschen, die ähnlich leben – doch alle Menschen? Da gibt es immer noch eine ziemliche Vielfalt an Lebensweisen, wenn man sich die Menschheit auf der gesamten Erde betrachtet.

Soll doch jeder so leben, wie es ihm gut tut. – Vielleicht ist es beängstigend für manche Menschen, wenn es Menchen gibt, die durch ihre Lebensweise, oder ihr Geschlecht, z.B. ein Zwischengeschlecht, oder ihre sexuelle Orientierung, indirekt, ohne es zu beabsichtigen, das Leben derer, die „normal“ leben, in Frage stellen. Zumindest scheinen sich Einige dadurch angegriffen zu fühlen oder verängstigt, verwirrt oder agressiv zu reagieren. Vielleicht ist ihr Bestreben alles „ganz richtig“ zu machen…..doch da gibt es kein Patentrezept. Jeder hat seinen Weg und der kann ziemlich abweichen von dem der Anderen….und das heißt nicht, dass er falsch oder schlecht ist! – Ich mache auf meinem Weg die Erfahrungen, die ich machen möchte, die für mich sind, damit ich daran wachse.

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Fähre von Wischhafen nach Glückstadt

Samstagnachmittag wollte ich mit der Fähre von Wischhafen nach Glückstadt über die Elbe. Als ich in Glückstadt ankam,  erwartete mich eine lange Schlange von Autos und Motorrädern. Eineinhalb Stunden dauerte es, bis ich schließlich auf der anderen Seite war! Kostete 12 Euro und ich dachte für das Geld und die Zeit hätte ich auch den Umweg über Hamburg machen können, um in die Nähe von Kaltenkirchen zu kommen, wo ich eine Freundin besuchen wollte. War trotzdem sehr schön über die Elbe zu fahren. Wunderschönes Wetter und tolle Landschaft!

In Glückstadt angekommen begrüßten lauter Gummiplastikenten die Fähre am Steg!!

691. Tag Bremerhaven nach Cuxhaven

Viel gesehen und erlebt in den letzten Tagen, leider war es nicht möglich zu schreiben, da ich keine Internetcafes fand, oder sie gerade zu hatten.

In Bremerhaven, als ich den letzten Eintrag machte, kam ich aus dem Restaurant heraus auf die Straße und die ganze Innenstadt tobte! Überall jubelten die Menschen, hielten die Deutschlandfahne hoch, Autos hupten, die Polizei war dabei den Verkehr zu kontrollieren und eine Teil einer Straße, in dem ich geparkt hatte war gesperrt! Doch ich kam zum Glück noch raus mit dem Auto.

Fuhr los und suchte mir einen Schlaf-Standplatz für die Nacht. Ganz Bremerhaven ist Nachts so gut beleuchtet, dass es in allen Straßen hell ist. Keine Chance für Camper, irgendwo unbemerkt zu stehen. Auf meiner Reise traf ich immer wieder auf Parkplätze wo explizit mit einem Schild Wohnmobile verboten waren! Stellen für Camper zum Übernachten gab es, allerdings meist gegen Bezahlung von mindestens 10 Euro und mehr! Ein Zigeunerleben wie früher ist in Deutschland nicht mehr möglich! Jedenfalls nicht in touristischen Gegenden wie an der Nordsee um Bremerhaven und Cuxhaven.

Ich fand einen Platz zum Übernachten etwas außerhalb auf einem Parkplatz, auf dem es so schrecklich nach Fäkalien roch, dass ich nach einer Stunde wieder weiter fuhr, um einen besseren Platz unter Bäumen zu finden.

Das Schöne am Unterwegssein ist für mich das Übernachten in der Natur, alleine unter großen Bäumen zu stehen und mit der Umgebung zu verschmelzen. Campingplätze und Parkplätze für Wohnmobile finde ich dagegen gruselig. Da steht man dicht an dicht gedrängt, wie Sardinen in der Büchse. Da ist von Naturerlebnis keine Spur. Die Wohnmobile von heute sind fast alle Hightechmobile mit Satelittenschüssel und Fernsehen, da komme ich mir vor, wie in einer Hochhaus- oder Neubausiedlung….da kann ich auch zu Hause bleiben, da ist es ruhiger. Als ich in Cuxhaven ankam, hatten die Ferien in Bremen und Niedersachsen gerade begonnen, und auf den Campingplätzen sah es wie eben beschrieben aus. In Cuxhaven ist es mit Wohnmobil auch nicht möglich außerhalb von Campingplätzen über Nacht zu stehen. Die Polizei fährt Kontrolle mit vielen Wagen.

Parkplätze haben heutzutage nur noch selten Mülleimer! Es stehen Schilder dort, die darauf hinweisen, dass man seinen Müll wieder mitnehmen soll! Alles kostet was: das Pinkeln, das Müll machen, das Duschen, der Strom…..man braucht viel Geld, um heutzutage zu campen. Einst war es eine sehr günstige Möglichkeit Urlaub zu machen. Ich kann es auch verstehen, die Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll sind enorm gestiegen…..verständlich und doch auch schade finde ich, dass alles so reglementiert und geordnet zugeht.

Früher ging es doch auch anders…..vielleicht waren weniger Menschen unterwegs?

Ich schaute mir Bremerhaven, Bad Bederkesa, Cuxhaven und Otterndorf und andere kleine Orte an. Kaufte am Samstag die Zeitung und schaute nach Jobs und Wohnungen….wurde nicht fündig…und habe mehr oder weniger beschlossen, den kommenden Monat im Wohnmobil zu wohnen.

Seit ich herumfahre geht es mir besser, als in der Wohnung. In mir steckt wohl eine Nomadin und zudem liebe ich die Freiheit und Weite.

Ich merke wie sich Gedanken breit machten von: ich bin nicht normal, mit mir stimmt was nicht, denn ich will mich nicht festlegen auf einen Ort oder einen Job, ich liebe die Abwechslung und das Reisen, aber das ist ja nicht normal…GIBT es überhaupt DEN NORMALEN MENSCHEN?! Dieser Versuch „normal“ zu sein, beraubt mich und vermutlich auch andere Menschen so vieler Möglichkeiten und Kreativitäten! Wie würden Sie leben, wenn Sie nicht denken würden: Sowas macht man nicht. Das ist nicht normal. Das geht nicht….usw.

Will ich überhaupt „normal“ sein? Die Sehnsucht irgendwo dazu zu gehören, Bezug zu anderen Menschen und Freunden zu haben, die mir was bedeuten und mit denen ich etwas gemeinsam habe, die ist auch bei mir da. Die hat vermutlich jeder. So ganz alleine zu sein…immerzu…da fehlt mir das Gegenüber, der Spiegel…..das ist es auch nicht. Aber muss ich „normal“ sein, und angepasst, damit ich irgendwo dazu gehöre?! NEIN.  Gibt ja schließlich noch mehr „Andersdenkende“ nicht angepasste Menschen auf der Welt.

Dann traf ich gestern eine Frau, die Mitten im Leben steht, einer festen gut bezahlten Arbeit nachgeht und zu ihren Ängsten und Fähigkeiten steht. Erstaunlich fand ich, dass wir genau entgegengesetzte Ängste und Stärken haben! Während ich Angst habe vor etwas Festem, Stabilen, für immer an einem Ort zu sein, hat sie Angst vor dem Reisen und Unstabilen, davor alleine mit einem Wohnmobil umher zu reisen, und fühlt sich wohl an dem Ort, an dem sie nun schon seit mehr als der Hälfte ihres Lebens lebt und arbeitet, um nur ein Beispiel zu nennen. Es war eine interessante, wohltuende Begegnung die mir zeigte wie unterschiedlich wir Menschen sind, ein jeder mit seinen Stärken und Schwächen, die dienlich sind, damit wir unseren Weg gehen und keinen anderen Weg. Jeder geht seinen Weg so gut er kann und damit tut er seinen Job. Jedes Vergleichen führt nur zu Verwirrung und Schmerz, denn alles ist gleich gut und wertvoll. Es gibt kein Besser oder Schlechter.

In meiner Vergangenheit war ich ständig damit beschäftigt mich mit anderen zu vergleichen, (Schulnoten, Wettbewerbe, Medien, TV etc. und Bemerkungen der Eltern tragen auch dazu bei sich selbst mit anderen zu vergleichen). Es verunsicherte mich.  Zu verstehen das allesm was ich tue ok ist und „gut“ ist, auch wenn es Menschen gibt die das „besser“ machen könnten, das stärkt und hilft bei sich zu bleiben und zu tun was zu tun ist. Um den eigenen Weg zu gehen und in sich selbst zu vertrauen.

Cuxhaven

In Cuxhaven im Stadtteil Duhnen steht eine Kirche, die sehr ungewöhnlich aussieht. Es ist die Kapelle am Dohrmannplatz. Davor ein grün gestrichener Schrank, in dem sich Bücher befinden, die sich jeder frei zugänglich Tag und Nacht ausleihen kann.  Gegenüber befindet sich ein Steinladen mit gigantischen Kristallen und Halbedelsteinen vor und im Laden! Sehenswert!

Cuxhaven Strand in Duhnen

In Cuxhaven hatte ich das Gefühl endlich angekommen zu sein. Hier fühlte ich mich wohl. Ein Spaziergang am Strand erfüllte mich mit Freude, der Wind, die Sonne der Sand und das recht klare Wasser erfüllten mich mit Freude. Immer wieder auf meiner Reise stellte ich fest, dass ich mich glücklich fühle wenn ich Sandboden unter den Füßen habe. Wind mir ins Gesicht weht, der Himmel blau ist und die Sonne scheint und ich in die Weite schauen kann.

687. Tag Bremerhaven

So jetzt sitze ich endlich in einem Restuarant mit Internet. Das war vielleicht schwer heute eins zu finden. Ich fuhr die letzten Tage von Bremen über Worpswede und viele kleine Orte in der Umgebung. In Worpswede gab es Internet in einer Suppenbar. Sehr nett. Heute kam ich nach Osterholz- Scharnbeck, wo erst niemand wusste, wo es Internet gab, auch nicht die Touristeninformation….bzw. waren sich fast alle nicht ganz sicher ob es vielleicht am Bahnhof eins gäbe….schließlich fand ich es in einem Spielcasino. Verraucht. Nachdem ich das Geld eingeworfen hatte, ging die Maus nicht mehr und somit das Internet nicht….und das Geld wurde mir auch nicht erstattet, da der Laden damit nichts zu tun hatte, sondern ein externer Techniker….Ärgerlich…

Mein Weg führte mich weiter über Ritterhude, auch kein Internet auf die Schnelle zu finden –  dann nach Bremerhaven. Hier sitze ich jetzt in einem schönen spanischen Restaurant „Bodega“ mit WLAN – in dem gleich auf der Großbildleinwand das Fussballspiel gezeigt werden wird… alle Plätze sind belegt und reserviert!! Das Restaurant ist gut, und es ist wesentlich angenehmer hier zu surfen, als in einem verqualmten Spielcasino!

Worpswede und Umgebung haben mir sehr gut gefallen. In Worpswede gab es auch freie Wohnungen…in der Umgebung schöne Häuser und hübsche Wohngegenden, wenn man das nötige Kleingeld hat….

Nach der ersten Faszination denke ich eine Stadt wie Bremerhaven oder Bremen wäre sinnvoller, um für meine Angebote genug Interessenten zu haben, oder um eine Arbeit zu finden.

Heute nervte es mich so sehr beglotzt zu werden und Verwunderung auszulösen und immer wieder diese Frage Mann oder Frau…..Teenager in Osterholz-Scharmbeck sprachen mich an…und wollten mehr wissen. Einer hatte mich im Fernsehen in den, wie er sagte, „Nachrichten“ gesehen…..das Gespräch war freundlich, wir lachten viel….ein Mädchen fand den Bart cool…..wirklich? während die Jungs es ohne Bart doch besser fänden….

So bekannt zu sein, kann manchmal auch nerven….und dann denke ich sie wissen viel zu wenig über mich…es geht immer um den Bart und dabei bin ich natürlich mehr als eine Frau mit Bart…..naja…will ja gar nicht meckern….doch wenn manche behaupten ich will Beachtung, dann kann ich nur sagen heute und gestern und all die Tage nicht…wollte einfach wie alle anderen nur die Gegend anschauen und recherchieren, schauen, ob ich dort leben möchte. Wenn das Angestarrt werden Geld bringen würde – wie in einer Freak Show, dann wäre es was anderes….konnte heute sehr gut all die Menschen vertstehen, die sich um alles in der Welt anpassen und mit Schminke und der neusten Mode bedecken. -Naja alle Tage sind verschieden…vielleicht macht es mir morgen wieder Spaß angeglotzt zu werden….heute und gestern dachte ich immer wieder daran, ob ich einfach mal aufhören sollte mit dem Blog und dem Bart und untertauchen….und dabei das Gefühl zu haben gescheitert zu sein, versagt zu haben, denn das was ich mir erhoffte, ist noch immer nicht eingetroffen. Ich hatte gehofft über den Bart den Job zu finden den ich machen möchte, der mit Bart möglich ist und Geld bringt. Etwas künstlerisches…und ich gebe zu ich suche nach wie vor was ich tun möchte….auch wenn es inzwischen wesentlich klarer ist, als vor zwei Jahren, so bin ich noch nicht soweit es umgesetzt zu haben und das nervt mich….bin ungeduldig, doch nach zwei Jahren darf ich das wohl auch sein….

Eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen ist wesentlich schwieriger, als einfach mal irgendeinen Job zu machen….das Risiko ist größer und die Angst auch….ja wenn die nicht wäre….und ich weiß wie blöd das ist Angst…die mich abhält was zu tun was mir Spaß machen könnte…aber wer kennt das nicht …..

Auf dem Foto – Der Gauloise Mann – Diesen Werbeartikel gab es mal, als ich noch zur Schule ging oder einige Jahre später….auf jeden Fall fand ich den damals sooooo schön und hätte ihn soooo gerne gehabt! Jetzt mehr als 25 Jahre später steht er vor mir und ich freue mich, das Foto zu machen……und daran erinnert zu werden was ich mal sooo toll fand!! Finde es immer noch schön, doch 140 Euro!!! soviel ist es mir nicht wert….da muss das Foto genügen…..

685. Tag Bremen

Jetzt mache ich das, was ich schon vor einem Jahr machen wollte: ich fahre mit einem Wohnmobil durch die Gegend und probiere es aus, wie es ist, so zu leben…..zumindest für eine Woche.

Ab Juli habe ich keine Wohnung mehr und schaue mit jetzt mal andere Städte an, und spüre hin, ob ich dort leben möchte. Im Wendland war ich nun lange genug und die Zeit ist um – ich brauche definitiv etwas Anderes. Was ich auf dem Land vermisse ist die Möglichkeit Kurse zu besuchen und noch so einige Vorteile, die die Städte bieten. Grün sollte es allerdings auch sein. Diese Mischung Natur, alte Architektur und doch Stadt mit guter Luft….ganz schöne Ansprüche….

Am Sonntag fuhr ich über Jever hoch bis nach Wangerland. Dort hielt es mich nicht lange. Viel zu touristisch, zubetoniert und plattrenoviert – alles auf die Touristen ausgerichtet…..man beachte die gerade gezogene Linie von Häusern und Bäumen, wie auf einem Plan….

Das Wasser der Nordsee grau und trüb…..nein am Meer in Portugal das was noch was anderes, doch das Wasser der Nord und Ostsee ist mir zu schmutzig. Traurig macht mich das, da kann ich nichts genießen. Varel fand ich ganz nett. Im Hafen gab es ein Museum mit Kuriositäten Spijöök genannt und gleich daneben der Fabrikverkauf von Balsen!

Wilhelmshaven ist nicht so mein Fall viel Beton…und heute schaue ich mir Bremen an.

Ich mochte Bremen immer ganz gerne. Vor mehr als eineinhalb Jahren war ich im September in Bremen – allerdings etwas außerhalb auf einem Bauwagenplatz.

Diesmal habe ich das Fahrrad mit und werde durch den Ort fahren, mir die ein oder andere Wohnung ansehen – Bremen hat die Mischung, die mir gefällt, es gibt viele grüne Stellen, Parks und Gewässer, schöne alte Gebäude und wirklich nette Häuschen in der Neustadt, die mich an England erinnern..…na mal schaun….und im Schoor da gibt es die schöööönsten Gässchen überhaupt mit Gebäuden um 1600!! DAS gefällt mir!!!

Aufgefallen ist mir überall, nicht nur jetzt auf der Reise, wie ähnlich sich die Städte und Geschäfte in Deutschland geworden sind. Das Individuelle, wird immer mehr verdrängt von einer Globalisierung auf allen Ebenen! Das mag ich überhaupt nicht. Eckige Häuser, Beton und Stahl und Glas auf eine Weise eingesetzt, die mir das Gefühl geben eine Maus in einem geplanten Labyrinth zu sein. Alles natürliche, runde, gebogene, ungeordnete, Materialien wie Lehm, Sand und Erde verdrängt….alles sauber und geordnet…gerade mit dem Lineal gezogen….und so weiter….die Läden bestückt mit der selben Ware in allen großen Städten Deutschlands…Obst und Gemüse aus der Massenherstellung Italiens, Spaniens oder Hollands, das nach Styropor und Wasser schmeckt – überall vertreten…..-

Konditorei Schröters im Schnoor Bremen Ich finde es ist genug!!! So viele Menschen fahren jedes Jahr im Urlaub nach Italien, Spanien, Portugal und in andere Länder in denen sie gerade das, was bei uns zerstört wird suchen – Die Ursprüglichkeit, die schiefen engen Gassen, das Besondere….das Neue….die individuell gestalteten Fassaden….die ursprüngliche Natur…

Kreativ ist die Konditorei Schröters, im Schnoor in Bremen, wo man durchs Schaufenster bei der Pralinenherstellung zuschauen kann!!

679. Tag

Die Mäuseplage ist zurückgegangen, nachdem wir vor ca. zwei Wochen alles sauber gemacht hatten und anschließend 15 Lebendfallen im Haus meiner Freunde verteilt hatten. Die Löcher, durch die die Mäuse in die Wohnung kamen, wurden auch verschlossen und nun ist erst einmal Ruhe. – Die vielen Lebendfallen sind eine gute Kontrolle, um zu sehen ob wiedermal eine Maus in die Wohnung gehuscht ist….(wenn die Klappe nicht versehentlich zu ist, wie hier auf dem Foto….)

Am Wochenende besuchte ich meine Mutter und mir fiel mal wieder auf, wie unterschiedlich die Reaktionen der Menschen auf etwas „ungewohntes“ sind, je nachdem in welcher Region Deutschlands man sich befindet. Meine Mutter wohnt in Süddeutschland und mir kommt es so vor, als ob die Menschen ihre Emotionen dort offener zeigen, als hier im Norden.Während es in Niedersachsen und Hamburg eher ruhig im Zug zugeht, so lachten und sprachen die Menschen auffällig laut im Zug während ich durch Rheinhessen und die Pfalz fuhr. Die Reaktionen auf der Straße waren offener und direkter. Ein Mädchen um die 8 Jahre fing mit mir an zu diskutieren, dass eine Frau doch keinen Bart hat und die Menschen schauten und tuschelten weitaus offener, als in Hamburg, wo ich den Eindruck hatte es wird noch nicht mal bemerkt, ob jemand Anders aussieht, weil man mehr mit sich beschäftigt ist…….Ich weiß es ist blöd Einteilungen vorzunehmen und zu sagen Männer sind so, Frauen so…oder der Norden und der Süden…sind so und so…..- ist mir dennoch so vorgekommen auf meiner Reise, dass es da gewisse Unterschiede gibt.

Diesmal wollte ich meine Ruhe haben, hatte keine Lust auf Blicke und dachte darüber nach den Bart zu rasieren….zumindest für einen Moment…um dann zu denken, dass es ja eine blöde Idee ist, nur weil die Leute glotzen dies zu tun. Aber es ist nicht so, dass ich mit dem Bart um alles in der Welt Aufmerksamkeit haben möchte. Ich will durch die Straßen gehen und einkaufen und bummeln, ohne angestarrt zu werden. Dann gibt es die wenigen Momente, wo ich es lustig finde aufzufallen, Quatsch zu machen und zu provozieren und es gut finde, wenn die Menschen eine Reaktion auf mein ungewohntes Äußeres zeigen.

Die letzten Tage machte ich mir Gedanken darüber, was wir Menschen so alles ansammeln, horten und aufheben für den Zeitpunkt an dem wir es einmal brauchen könnten. Wie viel Zeit darauf verwendet wird, die Dinge zu pflegen und zu sortieren, zu lagern…wie viel Geld und Zeit darauf verwendet wird……..und wie schwer es den meisten Menschen fällt, Dinge los zu lassen. Oft habe ich geholfen beim Ausmisten, oder Sortieren und neue übersichtliche Systeme anzulegen, damit man die Dinge findet, wenn man sie sucht. Ein Thema, das mich fasziniert und anregt mir Gedanken zu machen darüber. Manchmal hebt man Dinge zu lange auf, so dass  sie schon zerfallen. Als ich bei meiner Mutter eine Kiste mit alten Spielsachen durchsah, fand ich Luftballons die so hart geworden waren, dass man sie nicht mehr aufblasen konnte, und auch Gummibälle die hart und unbrauchbar geworden waren. Alte Farbe trocknet ein, Kosmetika wird ranzig, und so weiter. Es ist eine Illusion wenn man meint man könne die Dinge für immer und ewig erhalten und konservieren und damit Gefühle, die man damit in Verbindung brachte ebengalls einfrieren und erhalten.

Die Orte meiner Kindheit, haben sich verändert, sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Die Atmosphäre hat sich mit der Zeit verändert, Gebäude wurden abgerissen, neue kamen hinzu, Menschen sind weggezogen oder verstorben – alles ist in Bewegung – immerzu – kein Stillstand…..es geht weiter und weiter und Dinge, die mich mal interessierten, sind nun uninteressant geworden und meine Aufmerksamkeit ist auf Anderes gerichtet.

Ich habe mich gefreut, Spielzeuge aus meiner Kindheit wieder zu sehen. Doch diesmal kam mir diese Zeit sehr weit weg vor, und ich war bereit sie loszulassen und abzuschließen. Bereit, das, was ich so lange aufgehoben hatte, wegzuwerfen. Wenn ich den Blick nach hinten werfe in die Vergangenheit, dann fehlt mir der Focus im Hier und Jetzt. Und was zählt ist immer das Hier und Jetzt. Wenn ich das Jetzt mit all meiner Aufmerksamkeit wahrnehme und da bin, dann brauche ich nichts aufzuheben für später. Dann habe ich so intensiv gelebt, dass die Erfahrung so reich ist und in mir ist, dass es gut ist – rund ist. Und später – wer weiß, ob ich mich dann noch dem Alten widmen möchte?! Später ist mein Focus vielleicht  wieder auf etwas ganz anderes gerichtet ….denn es geht immer weiter und weiter die Reise…..ins Unbekannte….

Während ich Dinge von damals betrachtete träumte ich von Flohmärkten auf denen nur getauscht und verschenkt wird. Wie wäre es, wenn jeder, all das was er nicht mehr braucht, dort hin trägt und sich jeder nimmt was er braucht. Wenn man keine Angst haben müsste etwas loszulassen und zu verschenken…in der Gewissheit selbst etwas geschenkt zu bekommen, wenn man es braucht. Das immer alles da ist was ich brauche auch wenn ich loslasse und weitergebe und verschenke……Das wäre eine schöne Welt, friedlich, liebevoll….alles ist da für alle….keine Angst, keine Sorge….

Und im Grunde ist es so….wenn man vertraut…..

Realisiert wird etwas ähnliches schon in Form von Tauschringen,  Umsonstläden und der Internetseite alles und umsonst.

Kurioses in Wien

An einem Teich im Park sah ich dieses Schild.

Das andere Schild hat wohl jemand „verschönert“…

Auf dem dritten Foto ist ein Automat zu sehen, der Comics ausgibt…

und ein weiterer Automat ein Heiratsautomat steht im Pratermuseum…

670. Tag WIEN

Dieses Wochenende bin ich in Wien und besuche Siran, die ich vor einem Jahr kennen lernte.

Diesmal machte ich ein richtiges Touristenprogramm, besuchte das Museumsquartier und andere Ausstellungen und Museen, den Prater und das Pratermuseum. In letzterem war ein Foto von Julia Pastrana und von Annie Jones zu sehen, sowie zwei Werbeseiten von Barnum und Baileys, welcher mit Annie Jones um 1900 durch Europa tourte und unter anderem auch im Prater Kuriositäten ausstellte.

Das Wetter am Wochenende war endlich schön und sonnig. Ich besuchte wieder meine Lieblingseisdiele am Schwedenplatz und machte lange Spaziergänge zusammen mit Siran durch den Park und wir genossen die Zeit zusammen. Ihre Mitbewohnerin kommt aus Tibet und kochte für uns tibetische Gerichte. Gestern gab es eine Art tibetische Maultaschen genannt  „MOMO“. Interessant, dass es in vielen Ländern ähnliche Gerichte gibt, Ravioli, Teigtaschen, Maultaschen etc., und jeder denkt er hätte sie erfunden…..zumindest las ich das mal über die schwäbischen Maultaschen….

Wir besuchten das Hundertwasserhaus und den Jesuitenpark im 2. Bezirk, der mir super gut gefiel. Ein schöner Ort zum Erholen und super wenn man mit Kindern unterwegs ist, denn es gibt jede Menge Spielplätze die  auch für die Großen interessant sind! Morgen geht es schon wieder zurück nach Deutschland, doch ich hoffe bald wieder zu kommen, denn Wien gefällt mir gut. Ach so Reaktionen: so allgemein fand ich schauten die Leute kaum, weniger als im letzten Jahr, (ein Effekt der TV Beiträge?) – keine Ahnung….einige Teenies hörte ich sagen: Männlein oder Weiblein….? und ein Türke fragte mich ob der Bart echt ist und glaubte mir erst nicht. Ich darauf die türkischen Frauen hätten, doch auch Barthaare und er meinte dass sie diese aber ausreißen….naja…am Schluß konnte er es nicht fassen, dass ich nichts dagegen mache und schlug sich mit der Hand vor die Stirn….