751. Tag Gedanken in Les Sables d’Olonne

Meine Reifenpanne lässt mich eine Zwangspause machen in Les Sables d´Olonne. Das Auto ist in der Werkstatt und ich nutze die Zeit ins Internet zu gehen. Es ist schwül und bedeckt und recht belebt hier. Viele Touristen, die Franzosen haben noch Ferien. Zu viele für mich. Im Moment brauche ich einen ruhigen Ort und werde Richtung Norden fahren in der Hoffnung den zu finden. Ich will am Programm arbeiten, und an der Hütte einiges verbessern und Künstler treffen, die ich auf dem Festival kennen lernte, um mit ihnen was zu erarbeiten.

Die Blicke der Leute in den letzten beiden Tagen nervten mich, und ich merke, wie das immer so ist, wenn ich selbst ruhebedürftig bin und meine Energie für mich brauche. Dann in einem riesigen Einkaufszentrum einzukaufen oder eine Werkstatt aufzusuchen, wie die vor einigen Tagen ist dann echt zu viel. Die Männer in der Werkstatt konnten nur schwer ihr Lachen über mich unterdrücken. Das war, als ich die Luft überprüfen lies. Denn an den Tankstellen gibt es nicht immer ein Gerät dafür! Überhaupt ist das mit den Tankstellen so anders in Frankreich. Da gibt es die „üblichen“ Tankstellen der großen Firmen, die allerdings auch bis zu 15 cent pro Liter teurer sind, als die Tankstellen an den Supermärkten. An letzteren braucht man allerdings eine französische EC Karte oder Visakarte zum bezahlen, die ich nicht habe.  Es sei denn es ist ein Schalter besetzt, an dem man bar bezahlen kann und das ist er nur zu bestimmten Uhrzeiten und nur da wo es sich lohnt so. Also manchmal war das recht knapp, mein Tank war schon auf Reserve und ich fand nur Maschinen, die meine Deutsche EC Karte oder Bargeld nicht nehmen wollten. Insbesondere in der Nacht, wenn viele Tankstellen geschlossen sind….

Ein anderes Thema: als ich auf den Festivals war, gab es nette Reaktionen von Menschen, Männern wie Frauen, die selbst überrascht darüber waren, dass sie eine Frau mit Bart schön finden. Dann gab es zwei Mal Ärzte, die mit mir sprachen und der Meinung waren, dass es eine Krankheit sei, so wie Annie Jones und Madame Clofullia aussahen, denn sie waren am ganzen Körper stark behaart. Warum muss eigentlich etwas, das keine Schmerzen macht als krankhaft bezeichnet werden? Interessant, dass die Ärzte erst um 1890 oder noch später begannen für das Phänomen der Frauen mit Bart, die damals vermehrt zur Schau gestellt wurden, einen Grund zu finden warum das krankhaft sei. Machte es ihnen Angst? Verwirrte es ihr Weltbild? Waren sie homophob? Verwirrend denke ich in jedem Fall und Angst machend auch. So wie gerade wieder einer in Youtube schrieb, dass ich so nie einen Mann finde und nicht dazu beitragen werde die menschliche Rasse zu vermehren! Geht es immer nur darum, dass Menschen sich vermehren sollen? Sind wir nicht inzwischen genug Menschen auf der Erde, dass es schon etwas eng wird und es gut wäre es gäbe mehr Menschen, die sich nicht vermehren?! – Ich liebe Kinder und ich bin froh einen Sohn zu haben, und hätte auch gerne mehr Kinder gehabt, doch das ist nicht für jeden das Thema. Manche möchten ihre Energie in andere Dinge stecken als in die Vermehrung der menschlichen Rasse…..

Die Werkstatt heute, machte einen freundlichen Eindruck. Man nahm mich ernst und es wurde auch nicht gelacht. Entspannend. Vielleicht war ich heute morgen aber auch wieder anders drauf….es ist kaum zu glauben, doch die Welt ist so oft ein Spiegel, dessen wie ich mich fühle und was ich denke. Eine ganz schöne Verantwortung hat man da, wenn man seine eigenen Gedanken glaubt!! Und gar nicht so einfach die loszulassen und positiv zu denken und gut drauf zu sein. Aber ich übe und es wird immer einfacher umzuschalten.

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