786. Tag Wien

Seit einigen Tagen bin ich in Wien. Ich treffe Freunde und Verwandte. War im Kino und im Museum….und plane Neues.

Im Kino sah ich: Women without men und der Film hat weder mir, noch meiner Freundin gefallen. Wir hatten uns mehr davon erhofft. Viel zu negativ fanden wir ihn…man bekommt den Eindruck von einem Iran in dem die Frauen psychisch gestört sind und sich vor lauter Leid den Tod wünschen….sicherlich auch eine Facette….wir waren auch zu wenig informiert und wussten nicht, dass es sich um die Verfilmung von geschichtlichen Ereignissen gemischt mit phantastischen Geschichten, handelt. In der Taz gibt es ein Interview zum Film. Und hier der Trailer:

Advertisements

Buchtip: THE LAST TABOO – Mail-Art-Projekt BEINFREIHEIT

Im Internet gibt es die Seite BEINFREIHEIT, einer Berliner Künstlerin, die zur Zeit Postkarten mit Assoziationen, Texten, Collagen uä. sammelt, um sie anschließend in einer Ausstellung in Berlin zu zeigen. Wer mitmachen möchte: noch ist Zeit bis 27. Oktober 2010.

HIER EIN TEXTAUSZUG:

Berlin, 37°C: an jeder Straßenecke eine Epilationspraxis, in der U-Bahn Plakate, die das Ideal gelaserter Körper bewerben, Anzeigen in Zeitschriften, die länger glatte Achseln als absolutes must have versprechen, Schmerzen beim Augenbrauenzupfen werden – so raten Internetforen – mit Eis gekühlt, im Fernsehen: nicht ein behaartes Bein, nicht eine behaarte Achsel (mehr). Wax dich schön?

Das Mail- Art Projekt BEINFREIHEIT möchte Fragen zum Thema Körperhaar kommunizieren: auf Postkarten können Sie bis zum 27.10.2010 eigene Gedanken, Assoziationen sowie Fragen formulieren, sei es als Text, Collage, Zeichnung, Malerei. Die Postkarten werden im Rahmen der Ausstellung BEINFREIHEIT im EWA Frauenzentrum in Berlin ausgestellt. Die Finissage ist am 28.10.2010 ab 19.00 Uhr. Außerdem werden sie in der virtuellen Postkarten – Collection im Internet gezeigt.

Die Webseite lautet:
http://www.beinfreiheit.reizraeume.de/

Von ihr bekam ich einen Buchtip, den ich hier weitergeben möchte. Es ist ein Buch auf Englisch, dass sich mit dem Thema Behaarung beschäftigt. Darin enthalten sind Aufsätze von verschiedenen Autoren und Autorinnen.

Das Buch heißt:

„The Last Taboo“ herausgegeben von Karín Lesnik-Oberstein
Der Link zu weiteren Informationen:

http://www.manchesteruniversitypress.co.uk/catalogue/book.asp?id=1197

Das Buch ist bei Amazon.de erhältlich. Der Preis schwankt von 40 bis 50 Euro, nicht gerade billig, es gibt eine Taschenbuchversion für 18,99 Euro, diese wird Ende November 2010 erscheinen, ist also zur Zeit nicht lieferbar ist. Für alle BerlinerInnen: In der Bücherei in Berlin ist das Buch vorhanden.

780. Tag Gartenträume

Heute war mein letzter Tag auf dem Land. Hier einige Fotos. Es hat gut getan für eine Weile in der Natur zu sein. Gestern abend war Vollmond und nach einem Ritual sass ich mit anderen Frauen zusammen. Da ging es um das Thema Sehnsucht. Eine Frau sprach davon, wie sie die Sehnsucht nach der Ferne ergreift, wenn sie im Fernsehen einen Bericht über ein fernes Land sieht. Während ich ihr zuhörte bemerkte ich, dass ich schon seit langem nicht mehr dem Gefühl der Sehnsucht in mir begegnet bin. Vielleicht stellt es sich nicht mehr ein, denn ich lebe das was mir gefällt. Wenn ich früher Gefühle der Sehnsucht hatte, dann deshalb, weil ich mir nicht erlaubte, das zu leben was ich leben wollte….Jetzt fühle ich mich erfüllt.

Der Fotograf Juan Hein – The Visit – Video

Während ich mit dem Circus in Kopenhagen war, traf ich den Fotografen Juan Hein. Wir verbrachten einen Nachmittag miteinander und machten einen Spaziergang am See von Christiania. Dabei entstanden Fotos mit seiner Polaroidkamera.

Impossible eine junge Firma stellt nämlich wieder den Polaroidfilm her! Einer der Filme ist in Sepia. So war es möglich Polaroids zu machen.

Die Serie mit den 5 Polaroids stellte Juan Hein am 18. September in der Gallerie Spark in Kopenhagen aus und machte einen kleinen Film davon. Hier ist er:

Architektur der Supermärkte in Kärnten

Also ich muss sagen, die Architektur der Supermärkte hier ist für mich ungewohnt. Zum Teil jedoch positiv überrascht bin ich von der gläsernen Architektur. Das verspricht mehr Tageslicht für Einkäufer und Beschäftigte. Angenehm.

Einen ungewöhnlichen Spar Markt, dessen Architektur an eine Kirche erinnert sah ich in Grafenstein in der Nähe von Klagenfurt.

777. Tag Steinkreis für den Wörthersee – Fotos und Video

In Österreich besuche ich dieser Tage Margan Dagmar Kalb. Sie ist Geomantin, Künstlerin, Schamanin, Autorin, Selbstversorgerin, Professorin…und noch mehr. Eine sehr interessante Frau.

Ihr aktuelles Projekt ist ein Steinkreis, der in Klagenfurt am Wörthersee errichtet wird. Heute nachmittag werde ich mir das genauer ansehen. Mehrere Frauen sind dabei Steine zu bearbeiten und Kosmogramme einzumeisseln. Die Steine werden anschließend in einem Labyrinth im Europapark, Klagenfurt ihren Platz finden.

HIER und HIER sind Artikel darüber zu finden.

Vivian Wheeler sieht ihren verlorenen Sohn nach 30 Jahren wieder

Gerade entdeckte ich einen Artikel auf Englisch, der erst ein paar Tage alt ist. Es geht darin um Vivian Wheeler, Frau mit dem längsten Bart der Welt, 62 Jahre alt, aus Bakersfield, USA, die ihren Sohn 30 Jahre nicht mehr sah weil er ihr weggenommen und adoptiert wurde. Jetzt hat der Sohn sie gefunden und es gibt darüber Hier ein sehr ausführlicher und interessanter Artikel auf Englisch mit Fotos. Ein VIDEO in dem Vivian Wheeler interviewt wird aus den Nachrichten – auch sehenswert. HIER ein Artikel auf Deutsch, der nicht wirklich interessant und unvollständig ist.

Vivian Wheeler wurde am 09.08.1948 geboren in Alton Illinois, lebt heute in Bakersfield, USA, wurde mit beiderlei Geschlechtsorganen geboren, die nur durch eine dünne Haut von einander getrennt waren, wie bei Siamesischen Zwillingen. Es wird gesagt sie sei ein Hermaphrodit. Als Kind wurden ihr die männlichen Geschlechtsteile entfernt und die Weiblichen gelassen. So war es möglich, dass sie später auch ein Kind bekam, (mit Kaiserschnitt, da ihr Becken zu eng ist). Laut meinen Informationen hat sie noch eine Tochter. Sie arbeitete in Sideshows für Ringling und Bros und Barnum und Baileys.

AM ANFANG WAR DAS LICHT – Kommentar

AM ANFANG WAR DAS LICHT, so lautet der Titel des neuen Films vom Herrn Straubinger. Gestern lief er in den Kinos in Österreich an, (in Deutschland erst zum 28.Oktober) was ich nicht wusste. Ich hatte einfach das Bedürfnis ins Kino zu gehen bei dem Regen. Und unter all den Aktionfilmen und was die Leute sich so gerne ansehen war auch dieser Film dabei. Im Kinosaal waren vielleicht 30 oder weniger Zuschauer. Hoffe die kommenden Vorstellungen sind besser besucht,  damit der Film viel Geld einspielt, und Herr Straubinger weiter so Super Filme machen kann!!

Eine Webseite mit mehr Infos zum FILM.

http://www.amanfangwardaslicht.at

Mir hat der Film SUPER gefallen. Sah ihn gestern, als er in den Kinos anlief. Ich fühle mich bestärkt in dem was ich schon wusste. Bekam Erklärungen für Erfahrungen, die ich auch machte. Je mehr Menschen an etwas glauben, um so eher ist es möglich. Das morphogenetische Feld verbindet unser aller Bewußtsein und je mehr Menschen etwas glauben, um so eher ist es möglich!!! ( Mehr zum morphogenetischen Feld findet man beim googlen und in Büchern von Rupert Sheldrake).

Die Verbohrtheit der Wissenschaftler ist so erschreckend. Sie verhalten sich, fast so, wie zu Zeiten, als sie behaupteten die Erde sei flach!!! Wo bleibt denn die Lust aufs Forschen? Die Lust etwas Neues zu entdecken, von dem man dachte es sei unmöglich?! Und dann stellt sich die eigene Welt eben auf den Kopf…aber das ist so schwer für so viele, sie haben ein RiesenEgo und meinen es zu wissen. Und falls das stimmt was im Film gesagt wird, dann macht es Angst, entzieht ihnen den Boden auf den sie alles aufgebaut haben! Es gibt noch so Vieles, was wir nicht im Bewußtsein verankert haben und so viel Neues zu erfahren und zu entdecken! Ich wünsche mir mehr Offenheit von den Wissenschaftlern. Sie machen ein Diktat aus dem, was sie wissen. Und es geht immer nur darum aufgeblasen da zu stehen und zu sagen ich weiß es. Ich der Gott in Weiß. Und ihr anderen habt keine Ahnung. Ihr Wissen ist so fest und absolut. Erschreckend ist das.
Und wenn wir Menschen uns von Licht ernähren würden, alle, dann wäre das ein Problem für die Gesellschaft, so wie sie heute ist. Wir müssten nicht mehr so viel arbeiten, viele wenn nicht alle Industrien könnten dicht machen und die Natur könnte sich erholen!! Und ein Umdenken – ein Riesen Umdenken würde statt finden!! Die die Macht und Geld haben, haben natürlich kein Interesse daran! Denn was machen Sie dann!!? Alles zu Ende, alles Futsch, das wofür sie gelebt und gearbeitet haben. Ich wundere mich nicht, dass die Studie, von der im Film die Rede ist – sie geht über die Lichtnahrung – dass sie so lange nicht veröffentlicht wurde und dann auch noch nicht ernst genommen wurde, sondern das was untersucht wurde als „Fastenzustand“ abgetan wird. Es gibt genügend Machtmenschen, die Geldgeber für die  Wissenschaften sind. So sind die Wissenschaftler nicht so frei wie sie tun oder gerne wären. Sie sind abhängig von Institutionen und Geldgebern für die Forschung. Und diese wiederum haben Macht, was veröffentlicht wird und wie es dargestellt wird.

Vielen vielen Dank Herr Straubinger, dass Sie diesen Film gemacht hat.!Dieser Film wird dazu beitragen, dass die Welt sich weiter verändert zu einem Guten.

Nachtrag: Und der Film und das was ich mache haben etwas gemeinsam:….es geht um die Bewußtseinserweiterung.…durch das Sehen des Films oder mir zu begegnen (ich meine das nicht irgendwie arrogant) passiert etwas in den Menschen, es schockt, verwirrt, man glaubt es nicht….bis man es versteht, dass viel mehr möglich ist, als wir glaubten.

Ich kenne übrigens drei Menschen, die schon vor Jahren den Lichtnahrungsprozess mitgemacht haben. Alle essen wieder, doch war die Erfahrung für sie eine Besondere.

774. Tag Österreich

Mir geht es inzwischen wieder besser. Liege und schlafe viel und die Luft hier ist sehr gut, so dass ich selten Hustenattacken bekomme. Schlimm ist allerdings der Regen. Seit 48 Stunden regnet es fast ununterbrochen und heftig. Jetzt am Nachmittag ist es etwas besser geworden. Überall Pfützen auf den Äckern große und ich sah mich schon mit dem Auto in einem See enden bei sooo viel Wasser. Was ist da denn bloß los!? Einen ähnlich starken Regen erlebte ich in Irland. Da hielt weder die Rucksatzschutzhülle noch meine Regenjacke das Wasser fern. Einfach zu viel, als stünde man unter einer Dusche! – Gut zum ausruhen, mit Wärmflasche geht es, doch keine Heizung im Auto. Und das kann auf Dauer Probleme machen. An einigen Stellen tropft es hinein, dieser Regen ist einfach zu viel….und wenn der Regen noch länger dauert wird es klamm und modrig im Auto. Aber ich bin zuversichtlich, das wird sicher bald aufhören….und wenn nicht kann ich sicher bei Freunden in der Nähe unterkommen.

Die Abkühlung tut gut und ist mir lieber als so eine stehende smogartige Hitze wie in Italien zum Teil.

Was Anderes: Die Supermärkte hier sind schön…weiß nicht ob das ne neue Mode ist eine riesige Glasfront zu machen. Schöner für die die darin arbeiten und für die Kunden mit mehr Tageslicht!

Den ganzen Tag lag ich im Bett, schlief oder schrieb und dachte nach….keine Luxusgeräte wie TV oder Radio oder MP3 Player zum ablenken. Nur der Regen und ich und meine Bettdecke. Am späten Nachmittag hatte ich endlich die Kraft aufzustehen, denn ich wollte noch einkaufen und ins Internet. Das eine Cafe machte schon um 19 Uhr zu, das wurde knapp. Ich versuchte es mit dem Cafe im Hotel Sandwirth und ich muss sagen superklasse. Eine angenehme klare und schöne Atmosphäre. Ideal zum Schreiben. Dazu auch Nichtraucherbereich, denn viele Restaurants und Cafes in Österreich sind leider noch Raucher, und ich vertrage das gar nicht. Ich trank einen Kakao mit Sahne, Schlagobers heißt das hier der vorzüglich schmeckte und alle Zutaten beste Qualität. Und später einen Salat mit Schwammerln. Ich kam mir vor, als ob ich Geburtstag hätte! Alles schmeckte so gut, dazu die schöne Atmosphäre und ich konnte surfen. Was brauchte ich mehr! – Ich gebe zu ich liebe den Luxus und die letzten Wochen nur im Auto und in einfachen Bedingungen und auch das Essen, da kann ich das hier nun noch mehr schätzen! Geht man immer ins Hotel ists vielleicht langweilig und normal…man schätzt das nicht mehr so. Allen die nach Klagenfurt kommen, kann ich das Hotel Sandwirth sehr empfehlen. Besonders das Cafe und die Küche. Genächtigt habe ich hier noch nicht, doch ich bin sicher es ist sehr schön und die hier arbeitenden Menschen sind bemüht und freundlich.

773. Tag Luftverschmutzung

Krank und gehustet und dann nachts beim Arzt gewesen. Der wie üblich verschrieb mir mehrere Mittelchen, ein chemischer Cocktail, wie ich es aus Italien kenne….Antibiotika und noch mehr. Kosten mehr als 50 Euro…Medikamente und Gebühren für den Arzt, die in Italien 15 Euro sind statt 10 wie bei uns. Normalerweise nehme ich noch nicht mal Aspirin, doch diesmal gings mir so schlecht dass ich das Antibiotika nahm.

Noch etwas später beschloss ich in den Norden zu fahren in die Berge und den Zirkus erst einmal zu verlassen. Ich war zu krank zum arbeiten und zu krank um nur dabei zu sein oder zuzuschauen. Kaum war ich in den Bergen nördlich von Florenz da war der Husten wie weggeblasen. Kaum kam ich jedoch wieder an Orten mit höherer Luftverschmutzung vorbei da ging es los mit Hustenattacken. Ich hatte schon mal sowas am Gardasee erlebt. Dort war der Husten allergischer Art auf die Prozessionsraupen, die dort mehrer Kilometer lang in den Pinien wohnen. Ist man empfindlich auf Histamin, dann kann man nicht nur rote Flecken sondern auch Asthma von den feinen Häarchen der Raupen bekommen. Und mein Husten in Florenz und auch um Florenz herum kann ich nicht auf die Raupen zurückführen, da ich keine Spuren von denen sah. Aber die Luftverschmutzung ist hochgradig. Im Grunde könnte man sagen Smog. Und ich nehme an in Italien gelten ganz andere Grenzwerte, als in Deutschland. In den Apotheken ist es üblich Appararte zum Inhalieren auszuleihen und viele Menschen haben Atemwegsprobleme. Würde mich ja mal interessieren, ob es da ne Statistik drüber gibt über Lungenerkrankungen in Italien im Vergleich zu anderen Ländern.

Insgesamt gesehen hat für mich Italien zu wenig Positives, als das ich dort leben möchte. Wieder ein Land, das ich aussortieren kann.

Inzwischen bin ich in Österreich angekommen. Ich werde mich dort in der guten Luft der Berge auskurieren und erholen.

Ach und übrigens danke für die Hinweise zur Speicherkarte. Nein der Nippel der Karte war nicht auf gesperrt geschaltet. Ich habe heute mal in das Speicherkartenfach geblasen und sie ging wieder. Beim nächsten Einschalten wieder Speicherkarte gesperrt und wieder hineingeblasen und wieder gings. Muss wohl mal gereinigt werden die Kontaktstellen….

17. und 18.9.2010 Circo Paniko in Borselli

Vom 17. bis 18. Septbember gastiert Circo Paniko in Borselli einem kleinen Ort in den Bergen in der Naehe von Florenz. Punto di Domanda und andere Vorstellungen wird es an den beiden Tagen geben.

Ob ich meine Huette aufstellen werde ist noch fraglich. Eine Schwierigkeit, die ich in Italien habe ist, dass die Italiener kaum eine andere Sprache als Italienisch beherrschen. Obwohl sie in der Schule Englisch lernen tun sie sich sehr schwer damit Englisch zu sprechen. In einem Bergdorf nehme ich an, wird es noch schwieriger sein, als in Florenz selbst, wo es wie gesagt auch schon schwer war. Ich mischte oft Franzoesisch, Spanisch und die wenigen Worte Italienisch, die ich noch erinnerte, wenn ich mit den Menschen in meiner Huette sprach. Zum Glueck gab es wenige, die auch Englisch konnten. Jedoch wirklich wenige!

Abgesehen von den eventuellen Sprachschwierigkeiten ist es eher meine Gesundheit, die es mir schwer macht zu arbeiten. Diese Infektion, mit Fieber und Husten hat es in sich. Sie zieht sich nun schon viele Tage und geht einfach nicht weg….

771. Tag Nochmals Florenz

Seit einigen Tagen bin ich krank mit Husten und Fieber. Ein Virus, der die Runde macht. Nach der Veranstaltung in Florenz fuhr ich ans Meer, um mich zu erholen, doch ich bekam Fieber und Hustenattacken und es war alles andere als erholsam. Die Luft ist an vielen Orten Italiens schlecht, verpestet durch Industrieabgase oder Faekalien und andere unangenehme Gerueche. Am Meer war das auch der Fall. Ich fuhr weiter, Nachdem ich fast 20 Stunden nur geruht hatte fuhr ich in die Umgebung von Borselli, wo die naechste Veranstaltung statt finden wuerde. Doch hier reagierte ich allergisch und hatte kaum ruhigen Schlaf. Es war stuermisch und der aufgewirbelte Staub reizte meine Lungen.

Dann ging es weiter mit Stress. Ich wollte ins Internet, meine Mails checken und wichtige versenden, doch nirgends eine Chance. Weder in Restaurants, noch in Cafes oder Hotels. In letzteren nur fuer Gaeste! – Meine Nerven waren echt ziemlich strapaziert. Ich fuhr in den naechst groesseren Ort Pontassieve, von dem es hiess hier gaebe es Internet. Nach Stunden erfuhr ich dann, dass es schon vor ca. 2 Jahren wieder abgeschafft wurde, wegen mangelnder Nachfrage! -Ich solle nach Florenz fahren dort gaebe es das ueberall auch in Restaurants. Es war schon abend und ich fuhr nach Florenz. Eine Stadt in die ich eigentlich nicht noch einmal fahren wollte, denn es ist schrecklich dort mit dem Auto zu sein. Parken an vielen Stellen verboten, oder 1,50 Euro die Stunde und viel zu viele Autos und Mopeds fuer die vielen Parkplaetze, die es dort gibt. Drei Stunden fuhr ich umher, immer wieder umgeleitet von der Richtung in die ich wollte, durch Einbahnstrassen bewegte ich mich im Kreis. Als ich endlich vor dem Internetcafe ankam, das ich kannte, war es geschlossen! Ich wollte die Nacht in Florenz verbringen, um am naechsten Morgen ins Internet zu kommen. Doch kein Parkplatz. Ich fuhr also wieder hinaus aus Florenz hatte es fast aufgegeben, da ein Parkplatz, ohne Gebuehr. Es erschien mir fast unglaublich. Direkt an einer stark befahrenen Strasse. Ich legte mich hin. Hatte schon wieder Fieber und Hustenattacken und war echt am Ende. Eine unruhige fast schlaflose Nacht. Morgens um acht dann der Verkehr pro Sekunde 2-4 Autos rauschten an mir vorbei. Mir gings echt mies. Dann parkten Mopeds und Autos so dicht an mir, dass ich kaum eine Chance hatte heraus zu kommen, ohne jemanden anzukratzen! Nerv…..ok…ich beschloss das Fahrrad zu nehmen und in die Stadt zu radeln, egal wie ich mich fuehlte. Muede und mit Kopfweh und Fieber….aber ich wusste nicht wie sonst die wichtige Mail zu schreiben.

Also in die Stadt geradelt. Viele Leute gefragt auch in Cafes doch alle wussten nichts oder wollten nichts wissen. Denn, was auch sehr anstrengend hier ist, die Menschen achten in Italien sehr sehr extrem auf ihr Aeusseres! Und wenn da so ein Zwitterwesen entlang kommt, dass sich als Frau mit Bart herausstellt, dann trifft dass hier eher auf Widerstand bei den Leuten. Bei den Frauen fast noch mehr, als bei den Maennern! Dabei gibt es hier den Spruch: „Donna Barbuta sempre Prescuta. “ Was so viel wie: Eine Frau mit Bart gefaellt immer….Ja vielleicht im Circus! Aber nicht im realen Leben. Da reagieren die Frauen eher mit Wut, so wie es heute Maddove in einem Kommentar zum Tag 378 auf dem englischen Blog schrieb.

Die Frauen, die sich so viel Muehe geben ihre „Schoenheitsmacken“ zu verstecken und dann auf eine Frau treffen, die sie einfach zeigt, das kann schon veraergern.

Und dann war das Internetcafe keine 100 Schritte vom Cafe in dem ich fragte, wo mir von allen vier dort arbeitenden Personen gesagt wurde sowas gibt es hier nicht. Wenn ich ins Internet will, dann irgendwo weiter im Centrum! Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese vier Menschen nicht wissen, was einige Haeuser weiter um die Ecke fuer Laeden sind……Ich schliesse daraus, dass sie auf mich reagierten und es mir nicht sagen wollten….aber vielleicht tue ich ihnen Unrecht. Ich bin einfach sosehr genervt! Florenz ist eine Stadt, die nicht nur bei mir sondern ich glaube auch bei seinen Bewohnern fuer viel Aerger sorgt. Die Autofahrer bruellen und schreien und hupen gleich, wenn mal ein Auto nicht schnell genug faehrt oder anhaelt. In der Luft liegt eine aggressive Anspannung, was nicht verwunderlich ist. Hier ist es einfach viel zu eng fuer all die vielen Fahrzeuge und Menschen. Der Mensch, der das Internetcafe betreibt hat die Ruhe weg. Wenn ich richtig liege kommt er aus Indien und ist sicherlich viel schlimmeres als das hier gewohnt. Fuer mich ist das jedoch gerade zu viel. Es gibt Orte, die ich besser nicht aufsuche und Florenz gehoert dazu. Es ist eine Stadt, die vermutlich als Tourist in einem fuenf Sterne Hotel fuer zwei Tage und Anreise per Bahn oder Flug noch ertraeglich ist, aber mit dem Auto – eine Katastrophe! Ich sah auch keine deutschen Autos in Florenz….insbesondere keine Wohnmobile, die wissen schon warum sie nicht hier sind!

Fotos sind im Moment keine moeglich. Meine Kamera verweigert sich. Die Speicherkarte ist angeblich kopiergeschuetzt und obwohl sie es nicht ist, kriege ich es nicht hin. Wohl ein elektronischer Fehler…..aber kein Wunder, denn im Moment scheint so einiges nicht so zu klappen, wie ich es will…..Durchatmen….Geduld…..

765. Tag Florenz

Die Vorstellungen des Circus in den beiden letzten Tagen waren sehr gut besucht. Ich selbst hatte wenig zu tun, doch es waren schoene Begegnungen. Ich spuere auch, wie ich im Moment Erholung brauche und so ist es ok nicht zu viel zu arbeiten. Nach dieser Veranstaltung wird dann Zeit dafuer sein. Mir macht diese Arbeit sehr viel Freude. Doch muss ich auch darauf achten genug Zeit fuer mich zu haben, um mit mir zu sein und aufzutanken.

Mit dem Wagen stehe ich auf einem Hof mit Baeumen, der zu einem grossen Wohnhaus gehoert. Als ich heute morgen die Wagentuer oeffnete, warteten schon mehrere Kinder darauf mich zu sehen. Sie hatten gehoert, dass hier eine Donna Barbuta ist und wollten mich sehen. Sie glaubten alle, dass mein Bart nur eine Maske ist und nicht echt. Als ich dann sagte er sei echt wurde geraetselt was dann falsch sein koennte, vielleicht meine Kopfhaare – das war sicherlich nur eine Peruecke und ich ein Mann und meine Brueste mit Wasser gefuellte Ballons!! – Ungaublich – die Maskerade ist die Realitaet und die Realitaet ist nur eine Maske!

Dann ging die Fragerei weiter, die Kinder sprachen in Italienisch und ich antwotete in einem Gemisch aus Spanisch, Portugiesisch und Brocken von Italienisch. Sie verstanden mich gut und gaben sich groesste Muehe mir mitzuteilen was sie wissen oder erklaeren wollten. Von Interesse war auch, wer denn noch in meinem Caravan lebt und wer das Auto faehrt. Als dann klar war alles an mir ist echt und ich bin eine Frau und ich fahre das Auto – da kam als Antwort: Nein, das Auto fahren doch die Maenner nicht die Frauen! – Ganz schoen traditionell erscheint mir die Erziehung und das Leben der italienischen Familie, mit deren Kindern ich sprach. Ich wollte wissen, ob sie auch zur Circusvorstellung kommen werden. Sie wollten sehr gerne, doch die Eltern wollten nicht so recht. Und sie hatten ihren Kindern erzaehlt, dass die Leute vom Zirkus die Kinder entfuehren wuerden, wenn sie alleine hin gingen!! – Das kleine Maedchen hatte Angst davor! Sie fragte mich, ob ich sie am Ende entfuehren wollte! -Nein, obwohl sie ist soooo suess, die haette ich gerne mitgenommen!! :))

Ich dachte nach woher dieser Spruch kommen mag, dass der Circus die Kinder entfuehrt. Und ich dachte daran, dass die Vorstellung Kinder so begeistern kann, dass sie selbst ihr Zuhause verlassen moechten und freiwillig mit dem Circus mitreisen wollen, und das daher diese Idee der Entfuehrung kam. Den Eltern wurden die Kinder dann indirekt entfuehrt oder genommen, da die Liebe der Kinder von da an auf den Zirkus gerichtet war und nicht laenger auf die Eltern.

Circo Paniko in Italien Florenz

Circo Paniko hat mehrer Auftritte im September in Italien. Vom 7.-10.9. gastieren sie in Florenz. Vom 3.-5. waren sie in Parma: Tutti Matti per Colorno.

Und ich bin nun auch in Florenz. Eine Stadt in der es ziemlich anstengend ist, seinen Weg zu finden. Stundenlang fuhr ich durch die Gegend, trotz telefonischer Hilfe, um den Ort der Veranstaltung zu finden. Zu viele Einbahnstrassen und Strassennamen und Parks, deren Namen mehrmals in einer Stadt vorhanden sind, wodurch man immer mal wieder in die entgegengesetzte Richtung geschickt wird. Nun ist der Ort erreicht, die Huette aufgebaut. Noch hatte ich nichts zu tun, es ist mehr ein Ort um Party zu machen, vielleicht verdiene ich diesmal gar nichts…mal schauen…Es ist eine Erfahrung was auch immer geschieht.

Um das optische Bild fuer die Nachbarn nicht zu verschandeln!! durften wir unsere Autos mehrfach umparken. Ich verstehe das nicht, wenn man einen Zirkus einlaedt, dann sollte einem klar sein, dass die Zirkuswagen eben aussehen wie ein Zigeunerlager und nicht wie schicke Sportwagen….naja

In Colorno das Festival war sehr sehr schoen. Angenehme Atmosphaere und interessante Vorfuehrungen! Ein Ort an den ich gerne wieder zurueckkehre. Ich hatte auch Besucher in meiner Huette und einige waren sehr schockiert und konnten es nicht glauben. Waehrend in Florenz auch einige Menschen lachten und mich fragten, wann denn nun der Zirkus waere und dachten ich bin einfach  nur maskiert und der Bart falsch!!