842. Tag Gedanken über Arbeit und Handwerk

Gestern Nacht ging nichts mehr draußen. Es war sowas von kalt und feucht. Schneeregen und ich gab auf. Statt dessen nähte ich noch bis tief in die Nacht weitere warme Gewandung.

Heute ist es trockener. Immer mal etwas Regen, doch es geht.

Ein Hund hat ans Zelt gepisst! AHHHH…Katzen und Hunde überall müssen sie ihre Markierungen hinterlassen. Nicht gerade erfreulich. Schwefelpuzlver soll angeblich die Hunde fern halten. – Mache weiter, etwas erschöpft…..letzter Tag, denn Morgen ist Aufbau! Immer noch kein klares Ok bekommen, doch ich hoffe es geht klar.

Eine Unterkunft habe ich auch noch nicht in Köln. Habe einiges im Netz gefunden, doch meist scheitert es daran, dass ich noch nicht vor Ort bin. Vielleicht werde ich erst mal im Wohnmobil schlafen, es gibt extra Stellplätze, die allerdings auch nicht wenig kosten. Jetzt braucht das Wohnmobil doch mal ne Heizung, die Matratze ist feucht und gestern nutzte ich den Heizlüfter zum trocknen. Schwer bei so einem feuchten Wetter. Ein Holzofen wäre das Beste, geht jedoch nicht. In Spanien sah ich umgebaute Autos mit Holzofen, die jedoch wesentlich größer waren. Das wäre schön – solch ein großes Wohnmobil, nicht zu schwer zu fahren und doch groß genug für einen Ofen! Ein Projekt für später….

Das Arbeitsamt hat mir auch noch nicht sagen können, ob sie mir die Miete für den Dezember vorstrecken. Da ich dann ja in Köln bin, wird man mich wohl auf die Zuständigkeit dort verweisen. Stöhn! Wünsche mir den Tag herbei, wo ich es endlich schaffe soviel Geld zu verdienen, oder zu besitzen, dass ich nicht mehr auf die ARGE angewiesen bin. Diese Auflagen sind einfach unmenschlich. Ein Mal die Woche soll ich mich persönlich, telefonisch oder per Mail melden, damit sie kontrollieren können wo ich bin und das noch bis Ende des Jahres. Dann ist eh der nächste Neuantrag zu stellen. (Ende Oktober musste ich auch schon einen Verlängerungsantrag stellen, wodurch das Geld erst verspätet im November kam). Man hat Schwierigkeiten damit, dass ich in einem mobilen Fahrzeug wohne und nicht „anständig“ in einem Haus.

Ich bin froh, dass es die Möglichkeit gibt finanzielle Unterstütung zu bekommen wenn das Einkommen aus einer Selbständigen Tätigkeit nicht ausreicht. (Nur die Art wie man behandelt wird und womit man sich da herum schlagen muss ist nicht lustig). Muss erst mal sehen, wie das alles läuft mit der Selbständigkeit.  – Noch verbrauchen Material und Fahrtkosten einfach alles an Geld. Aber das kann sich ja noch ändern.

Was mir jedenfalls sehr missfällt sind Menschen, die über Hartz IV Empfänger urteilen und denken diese seien alle nur faul oder würden keine Steuern zahlen. Wir alle zahlen Steuern indem wir konsumieren. Auf ALLEM was wir kaufen sind Steuern, und das nicht wenige. Dann gibt es ja auch noch die, die „anständig“ einer Arbeit nachgehen, jedoch so wenig verdienen, dass sie eh keine Steuern zahlen müssen. Und das sind viele! – Gut ich lebe von Geldern, die durch Steuern eingetrieben wurden – tut mir leid – ich gönne jedem der arbeitet, dass er auch mal den Genuss hat frei zu haben. Eigentlich wäre es doch schön alle hätten mal einige Zeit frei oder müssten weniger arbeiten und dadurch hätten alle die wollten einen Job. Denn es gibt so viele, die zu viel arbeiten und so viele die nicht arbeiten und es gerne täten. (und sicherlich auch welche die keine Lust haben zu arbeiten)  Halbe Halbe und jeder hätte mehr Freizeit und mehr Arbeit. Oder?!

Und ich wehre mich dagegen wieder irgendeine Arbeit zu machen, die mich von mir entfremdet. Mir geht es besser als je zuvor, weil ich meinen Weg gehe und spüre was mir entspricht. Mich an einen Schreibtisch an einen Computer zu setzen und in einem stickigen überheizten Büro zu arbeiten, oder in einer Fabrikhalle oder was es sonst so gibt….das entspricht mir nicht. Es gibt vielleicht andere Menschen, die das mögen, während ich entdecke wie viel wohler ich mich draußen fühle, beim Nähen und bauen. Solche Jobs sind nicht so einfach auf dem Markt zu finden. Die muss man sich selbst kreieren! – Auch die ARGE vermittelt solche Jobs nicht. Immer nur Computerkurse und das Übliche halt …..Aber was Kreatives? Nein. Braucht der Markt ja nicht. Die Billigprodukte aus Asien machen es auch schwer für Handwerker und Künstler. Sehr schade! Ich bin dafür, dass es wieder viel mehr Handwerk und Kunst gibt, die bezahlbar ist und hier vor Ort gemacht wird und nicht importiert wird!! Es tut der Seele gut kreativ zu sein. Und es würde auch das Auge bereichern – weg von dem Einerlei, der Industrieproduktion!

841. Tag Zeltbau

Immer noch bin ich an den Vorbereitungen für den Mittelaltermarkt. Das Zelt ist so gut wie fertig. Einen Mantel mit Kapuze habe ich mir auch genäht aus einem dunkelblauen Wollstoff. An die Kälte gewöhne ich mich immer mehr. Ich schlafe im Wohnmobil ohne Heizung mit vielen Decken, Wärmflasche Mütze und Schal. Und es geht. Ich merke es härtet ab und ich mag gar nicht mehr drinnen sein in gut geheizten Räumen – Ausnahme um mich mal aufzuwärmen. So nähte ich vor zwei Tagen bis in die tiefe Nacht hinein draußen auf der Nähmaschine den Zeltstoff. Es regnete zum Glück mal nicht. Die Zeltplanenteile sind so groß, dass es nur draußen ging. Also ich muss sagen der Sommer ist sicherlich idealer zum Zeltbauen – es ist länger hell und wärmer. Aber mit dem Strahler ging auch das.

Jetzt fängt es schon an zu schneien und ich muss nochmals rauß und den Boden für die Hütte bauen, wieder mit einem Strahler, denn dunkel ist es auch schon. Das mag sich alles sehr hart anhören, doch mir geht es gut dabei. Fühle mich wohl und es macht mir Freude zu bauen. Die Plane sieht noch sehr faltig aus, da sie noch nicht gespannt ist, sondern nur lose liegt….

NACHTCAFé SWR 3 am 26.11.2010

Das Thema des NACHTCAFé mit Wieland Backes am Freitag, dem 26.11.2010 ist:

„Fürs Leben gezeichnet“.

Ich war zu Gast und bin am Anfang in den ersten zehn Minuten der Sendung zu sehen.

Sendetermine sind auf SWR 3:

Freitag 26.11.2010, 22:00 Uhr – 23:30 Uhr

und die Wiederholung am:

Samstag 27.11.2010 12:20 – 14:50 Uhr

HIER kann man die Aufzeichnung sehen.

837. Tag

Die Grippe klingt ab und trotz Erkältung machte ich weiter so gut es ging. Holz besorgt. Stoff bestellt für die Zeltplane und Glück gehabt er kam heute an!

Gestern hielt mich ein beständiger Regen davon ab, die Hokzkonsturktion zu errichten. Statt dessen nähte ich mir eine Gugel so eine Mittelalterliche Kopfbedeckung, damit mir auch warm genug ist. Heute morgen endlich klarer. Zwar trüb, doch kein Regen. Ich errichtete die Konstruktion mit den Stangen, doch leider war das alleine kaum zu schaffen. Niemand hatte Zeit, der mir assistieren konnte. Mit Hilfe von Stützen schaffte ich es. Alles immer noch sehr wackelig und nur provisorisch verbunden. Ich steckte fest. Es dämmerte schon wieder und mir ist klar für morgen brauche ich Unterstützung, sonst wird das nichts. Ich kann auch erst die Zeltplane nähen, wenn die Konstruktion fertig ist. Eine Freundin hat morgen eine Stunde Zeit mir zu helfen. Jetzt hoffe ich das Wetter wird auch trocken ….

Also jetzt wird es sehr spannend…..noch ist meine Teilnahme am Markt nicht sicher, denn erst muss ich noch ein Foto hinschicken und hoffen, dass sie meine Konstruktion akzeptieren….und meine Kleidung ebenso…..und ein Foto wird es wohl erst in drei Tagen geben denke ich……

834. Tag Grippe

Naja und nun erkältet! Fieber, Ohrenweh, Schnupfen, Husten…in meiner Umgebung sind auch zahlreiche Personen erkältet. Angesteckt, oder geschwitzt und Zug bekommen…..was auch immer…ich hoffe es ist schnell vorbei, denn der Marktstand soll rechtzeitig fertig werden. Das Geld für diesen Monat, von der Arge, ist endlich auf dem Konto – immerhin ein wenig kann ich aufatmen. Trotz Grippe schälte ich die Bäume fertig es dauerte nur viel viel länger.