831. Tag Seltsame Begegnung

Heute auf dem Weg zum Einkaufen steht plötzlich ein kräftiger Mann vor mir und grüßt mich. „Kennen wir uns?“ Er: Ja seit eben. Er streckt mir seine fleischige kräftige Hand hin, doch ich weigere mich sie zu ergreifen. Er stellt mir Fragen: Der Bart, ob mir das gefällt, was mein Mann dazu meint und ob ich Mann oder Frau sei. Er will mich auf einen Kaffee einladen, nein ich will weiter gehen. Da kommt dann noch die Frage wenn ich im Gesicht so viele Haare habe, wie es da wohl weiter unten aussieht, ob da alles „Normal“ sei. Und er würde mir 300 Euro geben, wenn ich mitkomme. – Mir reicht es. Ich beende das Gespräch und wieder will er ,dass ich seine Hand schüttele, ich nicht. Er schaut etwas verärgert drein und zieht seines Weges.

Erleichtert betrete ich den Supermarkt. Doch dann merke ich wie mich diese Begegnung nicht so kalt gelassen hat, wie ich dachte. Mir ist regelrecht schlecht. Und das lies auch erst nach einer Weile wieder nach. Innerlich zittere ich. Es ist nichts passiert – jemand sprach mit mir – doch, da war was was man nicht so leicht greifen kann und ….das war zu viel.

Mit Bart, die Haare zurück, in einer Jeans und mit einer Regenjacke dachte ich, das ich nun nicht attraktiv oder anziehend auf Männer wirken würde, die Frauen anquatschen. Denkste! DAS hier war nun schon das ZWEITE Mal seitdem ich einen Bart trage, dass ich Geld geboten bekam, wenn ich mitgehe oder mein Bett teile! Ist mir ohne Bart ein Mal passiert in weitaus mehr Jahren!!

3 thoughts on “831. Tag Seltsame Begegnung

  1. oh wie scheiße ist das denn! ich kenne so gedanken ziemlich gut: „es war doch „nur“ gerede, es ist doch nichts wirklich passisert“ aber ob nun verbal oder physisch – solche übergriffe sind total widerlich und persönlichkeitsrechte verletzend! du hast jedes recht, dich davon verletzt oder angegriffen zu fühlen!
    ich kenne ähnliche geschichten von trans*-personen. menschen, die vermeintlich „normal“ sind, glauben, sie haben ein grundrecht auf antworten von oder über menschen, die vermeintlich „nicht normal“ nicht. und vergessen dabei, dass alle menschen das recht auf privatssphäre haben. diese übergriffigkeit ist so verletzend! als partnerin einer trans*person werde ich auch verdammt häufig über die genitalien meines partners ausgefragt. ich bin mittlerweile dazu übergegangen, menschen direkt zurück fragen, warum sie das so brennend interessiert und ob sie nicht finden, dass sie das nix angeht. was mir wahrscheinlich nochmal leichter fällt, weil es nicht mein körper ist, über den dann gesprochen wird.

    PS: ich freue mich, dass du dich entschieden hast, weiter zu schreiben. ich lese deinen blog schon eine ganze weile und war schon traurig, dass du nicht mehr weitermachen möchtest.

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    • Hallo Maj,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast das sehr gut ausgedrückt, mir fehlten die Worte. Als ich über diese Begegnung nachdachte ging mir auch durch den Kopf, dass ich viel zu nett reagiere. Doch wer soll auch wissen, worauf das Gespräch hinausläuft. Es wäre schade, wenn ich auf Grund blöder Begegnungen ins andere Extrem wechseln und Gespräche immer gleich abblocken würde. Das war einfach zu überraschend an dem Tag. – Gegenfragen zu stellen ist eine gute Idee. Bei dieser Person jedoch denke ich, der hätte ziemlich aggressiv werden können und vermutlich war es doch das Beste gewesen freundlich zu bleiben. Seine Frage was mein Mann dazu meint und meine Antwort ich brauche keinen Mann, hat ihn vermutlich auch schon nicht gefallen.
      Es ist schade, dass Respekt und Achtung bei einigen Menschen wohl unbekannt ist. Sie wollen respektiert werden, vergessen jedoch, dass die Anderen das gleiche Recht haben.

      Es freut mich, dass Du meinen Blog liest. Im Moment schreibe ich gerne. Die Pause war gut.
      Ich schau mir auch mal Deinen Blog an.
      Alles Liebe Mariam

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  2. Am Donnerstag hatte ich im Wing-Tsun-Kurs gelernt, dass man nie etwas fragen soll. Dein „Kennen wir uns?“ war das worauf er gewartet hat, um dich anzumachen. Ohne dich beleidigen zu wollen, aber es gibt solche Männer, die „Kuriositäten“ sammeln und sich einen Kick vom ungewöhnlichen holen. Ich selbst bin auch öfters angebaggert worden, als ich noch ein kleines, extrem übergewichtiges Mädchen war. Als Erwachsene erlebe ich solche Szenen schon lange nicht mehr.

    LG
    Lisa

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