1059. Tag Fusion

Fusion Festival – Mein Stand ist aufgebaut. Während es gestern beim Aufbau noch recht heiß war, fing der heutige Tag mit Regen an, der mich daran hinderte den Stand zu öffnen. Jetzt klart es auf und die Hoffnung auf Besserung besteht. Der Platz füllt sich mit vielen Menschen – eine Bunte Vielfalt – Es ist wundervoll hier zu sein und das Fusion Festival jedes Mal ein bewegendes Erlebnis.

Auf der Casbah Site sind verschiedene Gruppen versammelt aus dem Zirkus und Theaterbereich und der Side Show. Überwiegend französische, spanische Gruppen….wenn ich mehr Zeit hätte würde ich dazu mehr schreiben: Circus Gones aus Frankreich, Paramo Cerro und Tres Puntos Y aparte sind nur drei von vielen beeindruckenden Gruppen auf dem Gelände. Ein schöner Bereich, ruhiger als das Hauptgelände, läd ein zur Reise in die Zirkus – und Theaterwelt.

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Bart „Be-Deutung“ – Ein Versuch

Nach einem Kommentar vor einigen Tagen beschäftigte mich die Frage nach der psychischen Ursache des Bartwuchses.

In dem Buch: „Krankheit als Symbol“ – von Rüdiger Dahlke finden sich einige Gedanken dazu. Den Bart als Krankheit zu bezeichnen ist meiner Meinung nach nicht richtig, überhaupt werden so viele Dinge zu schnell in die Schublade mit der Bezeichnung „Krankheit“ hineingeworfen! Was nicht zu verstehen ist und Angst macht – schwupps landet es darin! Sei es ein seltsames Verhalten, dass jemand an den Tag legt oder ein unerklärliches Äußeres.

In dem obengenannten Buch steht auf Seite 373 (nachzulesen bei Amazon mit einem Klick ins Buch!)..was Hirsutismus, männliche Behaarung bei Frauen bedeuten kann: „vernachlässigte, in den Schatten gedrängte männliche Anteile, die die Oberhand gewinnen wollen. ….Wunsch nach Willenskraft und Durchsetzungsfähigkeit….starkes Schutzbedürfnis….“ Dies sind einige der erwähnten Punkte.

Ein Jede, die dies hier liest und mit dem Thema zu tun hat, kann selbst für sich überprüfen inwieweit dies für sie zutreffend ist.

Auffallend ist, dass insbesondere in Ländern, in denen die Frauen durch die Männer stark unterdrückt, reglementiert und vom öffentlichen Leben fern gehalten werden, wie im Iran, der Türkei um nur einige zu nennen –  das gerade dort besonders viele Frauen mit dem Thema der Behaarung zu tun haben. Es mag genetisch bedingt sein, und doch ist der Zusammenhang interessant. Frauen, die dort ihre Stimme erheben, um sich für ihre eigenen Interessen einsetzen, die versuchen sich durchzusetzen laufen Gefahr getötet oder verfolgt zu werden.

Haare als Schutz – klar, denn eine Frau mit Bart, die sich als Mann verkleidet kommt in den obengenannten Ländern  eventuell besser durchs Leben. So hat die Natur diese „kleine Hilfe mit eingebaut“ in die Gene, damit die Frauen bessere Chancen haben zu überleben, wenn es dann mal „brenzlig“ wird!

Andersherum könnte man auch fragen: Und all die Frauen, die kaum Körperbehaarung haben, können die sich gut durchsetzen? Leben sie ihre männliche Seite stärker aus, als die behaarten Frauen?

Bei all den Behauptungen die hier gemacht werden, laufe ich auch Gefahr Schubladen zu beladen: die eine Schublade für „die Durchsetzungsstarken unbehaarten Frauen“ und die andere Schublade für „die behaarten und weniger Druchsetzungsstarken Frauen“…..oh je! ….Man sollte jegliche Deutung sein lassen….wo soll das nur hinführen!? Zu weiterer Klassifizierung, Bewertung, Vorurteilen! – Und wie ist das, wenn dann also eine stark behaarte Frau es schafft zu einer durchsetzungstarken Frau zu werden, (nehmen wir an sie war es zuvor nicht) – also würden diese Frau dann nach und nach oder ganz plötzlich ihre übermäßige Körperbehaarung los werden? – GUTE FRAGE! – (Margitta Staib schrieb in ihrem Buch: „Die enthaarte Frau“, dass ihre Gesichtsbehaarung weniger wurde, woran es lag, weiß ich allerdings nicht.)

Mir fällt dazu auch noch die Begegnung mit einer Frau die Familienaufstellungen machte ein. Wir unterhielten uns zu dem Thema und ich zeigte mich interessiert bei ihr aufzustellen. Ich sagte ihr jedoch nicht um welches Thema es sich handelte, das mich beschäftigte. Sie jedoch sah wohl nur meinen Bart als „Problem“ und sagte ganz enthusiastisch, sinngemäß so etwas wie:  „Ja, und wenn Du dann die Aufstellung bei mir gemacht hast, dann wird der Bart danach abfallen!“

Darum hatte ich Sie doch gar nicht gebeten! Mich schreckte diese Aussage dann letzlich sehr ab, bei ihr eine Aufstellung zu machen. Mit so viel vorgefasster Meinung, und keinerlei Offenheit bezüglich Gender seitens der Aufstellungsleitung mochte ich nicht aufstellen.