1120. Tag Burn out…..

Im Radio gab es heute einen Bericht darüber, dass es immer mehr psychische Erkrankungen und Burn Outs in der Gesellschaft gibt. Ich hörte den Beitrag nicht bis zu Ende, denn er war nicht so interessant wie ich erwartet hatte und machte mir statt dessen meine eigenen Gedanken.

Viele Schwierigkeiten im Leben eines Erwachsenen resultieren aus Kindheitserfahrungen. Es fällt mir immer wieder auf, wie oft Kinder bestraft werden, wenn Sie sich freuen und Spaß haben. Ihnen wird gesagt, dass sie stören, oder zu laut sind, gerade dann, wenn es ihnen gut geht und sie Spaß haben. Ausgelassenheit ist nicht erwünscht – außer zu Karneval. Ein Beispiel: Ein Kind spielt und soll zum Abendessen zurück sein. Doch das Spiel ist gerade so schön, dass es die Zeit vergisst und weiter spielt. Es verspätet sich und wird von den Eltern mit Schläge, Hausarrest oder anderen Maßnahmen bestraft. Maßnahmen, die ihm ein ungutes Gefühl geben. Passiert das immer wieder, dann lernt das Kind, wenn ich mich freue und Spaß habe, wenn ich tue was ich will, wenn ich meinem eigenen Impuls folge, dannwerde ich dafür bestraft und das fühlt sich nicht gut an.  Die Eltern wollen das Beste für das Kind, loben es, wenn es die Schularbeiten gut macht oder gute Noten bringt und so lernt das Kind ARBEIT ist WICHTIG. GUTE LEISTUNGEN sind WICHTIG. SPASS hingegen wird bestraft! – Ein Mensch wächst heran, der als Erwachsener viel arbeiten wird, vielleicht zum Workaholic wird, und Schwierigkeiten hat ausgelassen und fröhlich zu sein und den eigenen Impulsen zu folgen, und gar keine Wahrnehmung mehr dafür hat, was er eigentlich gerne machen möchte und dem der Kontakt zu seinem eigenen Inneren fehlt.

Dann folgt irgendwann Burn Out und Depression. Antriebslos, lustlos, usw. Warum? Weil dieser Mensch, wenn er machte was er wollte, gestoppt und bestraft wurde. Und wenn er funktionierte und tat was die Autorität wollte wurde er gelobt und belohnt. Dadurch ist dieser Mensch zwar programmiert zu funktionieren, doch das macht ihn nicht zufrieden und glücklich.

Die Natur des Menschen ist es nicht, SKLAVE eines Systems oder einer Autorität zu sein. Die Natur des Menschen ist es frei und kreativ zu sein. Um Glücklich zu sein braucht es den Kontakt zu sich selbst, zur Natur, zur eigenen Göttlichkeit. Es braucht den Freiraum zum Verwirklichen der eigenen Ideen!

Statt dessen wird das Glück, in unserer Gesellschaft, im materiellen Reichtum und in Äußerlichkeiten gesucht.

Da braucht man sich also nicht zu wundern, wenn Kinder und Erwachsene in solch einer Gesellschaft lustlos und antriebslos sind und nur noch konsumieren und rumhocken.

Ich weiß, ist übertrieben ausgedrückt….tun natürlich nicht alle….

Woher stammt solch eine Erziehung? Relikte aus der preussischen Zeit? Oder ANGST? Angst das das Kind nicht überlebt, es nicht schafft, oder kein funktionierendes Glied dieser Gesellschaft wird und somit nicht glücklich wird? –

3 thoughts on “1120. Tag Burn out…..

  1. so mal aus der perspektive einer mama mit sohn im grundschulalter:

    in unserer familie gibt es bestimmte regeln, an die wir uns alle halten. diese regeln sind flexibel und können sich bei bedarf ändern, aber dann nur in absprache mit allen familienangehörigen. du sprichst z.b. zeitliche verabredungen an. diese finde ich sehr wichtig, zehn minuten hin oder her. aber wenn ich meinem sohn sage, sei um 18 uhr daheim, wir wollen essen, dann mache ich mir auch schlicht sorgen, wenn es 18.30 uhr wird. vielleicht hängt das auch mit meiner gehbehinderung zusammen, aber ich kann nicht mal eben fröhlich durch die felder laufen und mein kind suchen.
    außerdem funktionieren bestimmte dinge nur durch zeitliche verabredungen / termine, zumindest in diesem system, in dem wir hier in deutschland leben. da finde ich es schon wichtig, daß er das lernt.

    dann zum thema schule und noten: ich finde das deutsche schulsystem zum kotzen. es zwängt ein kind in starre formen, da können die lehrerinnen noch so viel guten willen zeigen – an den lehrplan müssen sie sich halten. immerhin scheint es inzwischen angekommen zu sein, daß kinder bewegung brauchen. zumindest an der ganztagsschule wird dem rechnung getragen, was ich sehr positiv finde.
    noten und leistung….ich habe meinem sohn gegenüber klar kommuniziert, daß ich das schulsystem schlecht finde und daß ich ihn am liebsten entweder daheim unterrichten oder halt gar nicht unterrichten („unschooling“) würde. geht aber nicht. also habe ich versucht, realistisch zu sein: „das system ist doof, aber du bist jetzt leider ein teil davon. erledige deinen kram, gib dir mühe, und dann geh spielen“. blöderweise ist mein sohn ein bedarfs-mühegeber, so daß er sich oft selbst mehr arbeit aufhalst, weil er hausaufgaben nicht direkt ordentlich erledigt und sie dann nochmal machen muß^^ ich vermute aber, daß ihm aufgehen wird, daß es sinniger ist, es direkt richtig zu machen. das sind lernprozesse, bei denen ich ihn nur begleiten kann.

    als ich mir ein kind wünschte, habe ich immer gesagt, ich werde mein kind nie bestrafen. rückblickend finde ich das utopisch, idealistisch. was ich niemals tun würde, sind körperstrafen, also schläge, essensentzug, zum aufessen zwingen, ins bett stopfen oder so einen bullshit. ich kommuniziere offen („das fand ich nicht gut, das hat mich verletzt“ etc.). je nachdem, was vorgefallen ist, gibt es noch eine „regulationsmaßnahme“. beispiel: er hat einem anderen kind einen stift zerbrochen, dann muß er einen stift von seinen an das kind abgeben. dahinter steckt der gedanke, daß regulationsmaßnahmen ein unrecht ausgleichen sollen und daher auch einen direkten zusammenhang zum unrecht selbst haben müssen. wenn ich ihn im luftleeren raum bestrafe, lernt er ja nix.

    lg,
    amala

    Gefällt mir

  2. Liebe Amala, danke! Ein Thema über das sich sicherlich viel diskutieren lässt, und ich sehe meine Sicht ist auch nur eine von vielen. Vemeiden lassen sich Verletzungen und unangenehme Momente nicht, und wir alle lernen daraus. Sie sind vielleicht auch nötig auf unserem Weg.
    Für mich stimmen die Prioritäten nicht mehr, die wir in dieser Gesellschaft haben: Arbeit, Pünktlichkeit und das Geldverdienen gehen vor. Werte wie Miteinander, Lebensfreude, Zeit füreinander haben, füreinander da sein, Begegnung mit der Natur und das Bedürfnis nach Bewegung werden hinten angestellt. Wer hat oder nimmt sich wirklich mal Zeit für sich, die Freunde, die Kinder? Vor lauter Arbeit und Alltagsstress, bleibt da nicht viel Zeit und auch keine Kraft mehr übrig.
    Ich kann es verstehen, dass Du gerne möchtest, dass Dein Sohn pünktlich da ist. Was ich meine ist, dass es darauf ankommt wie ich reagiere, wenn mein Kind zu spät nach Hause kommt.
    Mache ich ein Drama daraus, oder freue ich mich, dass es ihm gut ging und es seinen Spaß hatte. Erklärst Du dem Kind, ich habe mich nicht wohl gefühlt, ich wollte gerne mit Dir zusammen zu Abend essen, und weil Du nicht da warst musste ich warten,…so dass es sich aber auch nicht gleich verantwortlich fühlen muss für Dein Unwohlsein, sondern versteht, dass Du gerne mit ihm zusammen bist und Dich freust wenn ihr zusammen essen könnt und es Dir daher ein Anliegen ist, dann fühlt das Kind sich geliebt und nicht böse oder schuldig…etc. Und es war ok Spaß zu haben und das nächste Mal wird es sich bemühen früher da zu sein, oder eine andere Lösung finden, wie einen Anruf….oder Dich zu fragen, ob es länger bleiben kann.
    Was das Schulsystem betrifft da stimme ich Dir zu. Lehrplan ist vielleicht noch nicht mal das Schlimmste, eher so viele Kinder unter einen Hut bringen zu müssen, die unterschiedliche Interessen haben und nicht gerne still sitzen möchten. (Ich war selbst als Lehrerin tätig und kenne das.) Ich treffe immer öfters Kinder, die nicht mehr zur Schule gehen und prima Menschen sind, die dafür ganz andere Dinge lernen. Es ist wirklich an der Zeit, dass sich an dem Schulsystem was verändert, oder aber das sich mehr individuelle Möglichkeiten eröffnen, für die, die es anders haben wollen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich langsam verändert, da wir uns in der Gesellschaft gerade eh in einem Umstellungsprozess befinden. Die neuen Kinder passen nicht mehr in das alte System und langsam wird sich das alles transformieren.
    Liebe Grüße
    Mariam

    Gefällt mir

    • Burn-out, Prioriäten usw.: Hier hat in den letzten Jahren eine rasante VERSCHIEBUNG stattgefunden. Hat sich zunächst der Einzelne tatsächlich durch seine Wertmaßstäbe dem Burn-out ausgesetzt, so haken hier inzwischen erfolgreich das obere Management und die Staatsgewalt mit ihrem Druck auf den Einzelnen ein. Sprich: Dem kleinen Mann bleibt heute doch kaum mehr anderes übrig, als bis zum Umfallen zu malochen.

      Schwierigkeiten aus entsprechenden Kindheitserfahrungen kann man notfalls noch bewältigen. Mit Zeit und Geld. Wenn beides fehlt: ausgepowert.

      Mal sehr vereinfacht dargestellt. Eine Riesenmanipulation ist zugange.

      Es lastet heute also ein schon unheimlicher Druck von außen, besonders auf Familien mit schulpflichtigen Kindern.

      Dieser Druck wird zu einem großen Teil von außen – von „kinderkarieregeilen“ Eltern – in die Schulen, v.a. in die Grundschulen, hineingetragen.

      Du kannst als Lehrer die starren Formen aufheben, du kannst einen dämlichen Lehrplan motivierend gestalten: aber wenn an deiner Schule EIN Depp von Schulleiter sitzt und EIN Depp von Elternteil sich über deinen lockeren Unterricht beschwert („In dieser Klasse ist der Lehrer lustig, da wird gelacht und nix gelernt“), dann ist es recht schnell burn-out mit dem Lehrer. Ich kenne Dutzende dieser Fälle. Und das ist es, was unser Schulsystem zum Kotzen macht: die fehlende Zivilcourage der Vorgesetzten. Das Reinschwätzen, Mitbestimmen und Mitentscheiden von Leuten, die keinerlei pädagogische und psychologische Ahnung haben (um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Amala, das ist nicht an Dich gerichtet!!! Es ist lediglich eine Situationsbeschreibung).

      Daß Kinder Bewegung brauchen, ist keine Erfindung der Ganztagesschule: die dümmsten Eltern kapieren eben, daß Kinder am Nachmittag rumrennen. Aber mache mal pädagogisch wertvollen GrundschulUnterricht (alle 20 Min. ein Wechsel des Arbeitsrhythmus) und mache ein Spiel auf dem Schulhof oder eine Wanderung, weil das die Kinder brauchen – aber auf dem Stundenplan steht Mathe…. und du begegnest einer Mama……… auweia……………

      (Aus genau diesen Gründen bin ich übrigens keine Lehrerin und habe auch nie Lehramt studiert.)

      Von außen, als Mutter, sehe und erlebe ich unser Schulsystem wie Du, Amala. Und habe mich auch wie Du entsprechend geäußert. Grundschulkinder jedoch – bis ca. 9 Jahre – können kaum zwischen persönlicher und sachlicher Kritik unterscheiden. Und sie identifizieren sich mit der Schule, v.a. mit dem jeweiligen Lehrer. Das ist entwicklungspsychologisch einfach so bedingt. Deshalb wäre ich heute zurückhaltender meinen Kindern gegenüber: zu leicht bringt man sie in einen Zwiespalt, in eine Situation der zumindest inneren Stellungnahme, dem/der sie in diesem Alter einfach nicht gewachsen sind. Ich habe damit unsere Kinder überfordert. Besondern in ihrem Gefühlsleben. Eines unserer Kinder kam in der 2. Klasse selber drauf: „Weißt du, Mama, für die Schule bin ich nicht geschaffen“.

      Gruß Caterine

      Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s