PARMA und mehr….

Bevor ich nach Florenz zum Festival fuhr besuchte ich eine Freundin in Parma. Hier einige Impressionen aus Parma.

Viele schöne Details sind in Parma zu entdecken und ebenso gibt es große Kontraste. Erschreckend fand ich das im Sommer trockene Flußbett. Ich hörte, dass es im Süden von Italien große Wasserprobleme gibt und das Wasser zu hohen Preisen gehandelt wird. In Neapel soll es andere Probleme geben, Kinder die stehlen, Müll der nicht so schnell abtransportiert wird und stinkt, Chaos in vielen Orten.

Während ich Deutschland oft als schwer auf mir lastend empfinde, wenn ich dort bin, so empfinde ich Italien in den letzten Jahren als brodelnd, unruhig, unberechenbar, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch.

An Italien gefällt mir die Wärme der Menschen, die Herzlichkeit und auch die Fröhlichkeit. Weniger mag ich die Situationen, die uns beim Reisen mit dem Circus immer wieder erwarten. Man weiß nicht wann und ob es was zu essen gibt. Duschen und Toiletten sind manchmal weiter weg, verschlossen oder nur zu bestimmten Uhrzeiten geöffnet. Als ich merkte wie sehr mich das stresst, mich darauf zu verlassen, das die Organisatoren schon dafür sorgen, das für meine Grundbedrüfnisse gesorgt ist, habe ich beschlossen die Verantwortung nicht abzugeben, sndern für mich einzukaufen,  zu kochen und genug Wasser im Auto zu haben, so dass ich mich auch mal duschen kann, wenn die Dusche mal nicht vorhanden, defekt oder verschlossen ist. Zur Zeit ist es tagsüber so warm, dass es gar nicht ohne Dusche geht. Eine Abkühlung tut so gut! Im Auto ist es mindestens 30 Grad am Tag und Nachts kühlt es ab auf um die 20 Grad.

Im Park, in dem wir stehen gibt es viele Regeln, die schwer einzusehen sind. So müssen alle Wagen auf Wegen stehen und dürfen nicht auf der Wiese stehen, (die übrigens stellenweise eh kaum noch Gras hat) Dadurch kann man seinen Wagen nicht im Dauerschatten parken. Manche Wagen stehen also immer in der prallen Sonne! – Was Organisation betrifft, ist  Deutschland ein Paradies. Nun, jede Nation hat ihre Talente und auch weniger guten Eigenschaften. Was lerne ich? Mehr Verantwortung für mich zu übernehmen, für mich zu sorgen, nicht dem Gruppenzwang zu unterliegen, dankbar zu sein, wenn etwas funktioniert. Und letzteres ist gar nicht so einfach, denn da bin ich verwöhnt. Es ist „selbstverständlich“ das das Wasser aus dem Hahn fließt, und das Wasser der Dusche warm ist…naja und so weiter. Wie schwer ist es doch, das, was ich als  „Selbstverständlichkeit“ sehe, wert zu schätzen!! Es ist so schön, wenn Menschen die alltäglichen Dinge nicht für selbstverständlich nehmen, sondern wertschätzen. Das ist ein Punkt, der Glücklich machen kann!!

Das WERTSCHÄTZEN!! Etwas als selbstverständlich zu nehmen und vielleicht sogar noch zu meckern und zu sagen das könnte noch besser sein und noch mehr zu wollen, das sind die ersten Schritte in eine Depression! In der Depression schätzt man die Dinge nicht, sondern meckert an allem herum und ist unzufrieden. Und das fällt dann auf einen zurück und macht einen schwer und unglücklich. Was ist mit der Schwere, die ich in Deutschland empfinde? Ist es die Undankbarkeit für all das Gute, das man dort hat? Ist es nur mein Empfinden, oder geht es vielen in dem Land so, dass sie die Dinge für Selbstverständlich nehmen, noch mehr wollen und dadurch unglücklich sind??

Und woher kommt das? Wo in der Geschichte Deutschlands finde ich die Erklärung für dieses Verhalten, immer mehr zu wollen und es noch besser haben zu wollen? Wie hoch will Mensch noch klettern? Bis man im Bett liegt, nur noch TV schaut und die Roboter die Arbeit erledigen? Oder ist es nur meine Projektion auf Deutschland?

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