Florenz

Im Park in Florenz, mit Blick auf die Bar. Nur noch drei Tage dann ist die Veranstaltung zu Ende. Die Veranstaltungen im Zirkuszelt sind gut besucht. Die Vorstellung von Circo Paniko heute war ausverkauft und einige Leute waren enttäuscht keinen Einlass ins Zelt zu bekommen. Auch für die kommenden Tage sind die Vorstellungen ausverkauft! Nur einige wenige Restplätze gibt es noch für die Abendkasse.

Wie auch im vergangen Jahr in Florenz habe ich wenig zu tun. Es gibt immer wieder nette Gespräche und liebe Leute, doch finanziell rechnet es sich nicht. Es ist halt kein Festival im großen Stil. Aber das Finanzielle sollte auch nicht immer das Wichtigste sein. – Ich war in den ersten Tagen durch die Hitze sowas von ko, dass es auch ok war, dass es nicht so gut lief. Hatte keine richtige Lust und Kraft zu arbeiten, und war müde und erholungsbedürftig. So kann ich mich eigentlich nicht beschweren, da es zu meiner Stimmung und Energie passte.

Der Aufbau der Hütte, wie auch meine Ausflüge mit dem Rad zum Einkaufen sind von vielen Blicken begleitet. Was für mich normal ist, bewegt andere und lässt Fragen offen. Mir waren die Blicke in den ersten Tagen oft lästig. Wie auch die Fragen einiger älterer Damen, ob ich nun ein Mann oder eine Frau sei. Ich wollte auch mal etwas „Privatsphäre“ haben, doch das ist schwer möglich, wenn man in einem Park „wohnt“, der öffentlich ist, in dem Kinder spielen, Leute ihre Hunde ausführen und die Menschen neugierig sind, was das für Leute sind, die mit dem Zirkus angereist kommen.

Einmal bin ich sogar mit einem Tuch vor dem Mund einkaufen gegangen, weil es mir zu viel war. Das war schon erstaunlich der Unterschied! Selbst wenn das komisch aussah, so war ich unsichtbarer, als ohne Tuch!

Das war an dem Tag, nachdem mich die Polizei stoppte, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war. Die wollten meinen Ausweis sehen, einfach so (?!) und als ich den nicht bei mir hatte, fingen sie an zu diskutieren. Vielleicht dachten sie auch ich sei ein verkleideter Drogenkurier?! Sie untersuchten genau meine kleine Tasche am Sattel, in der sich  Werkeug und Flickzeug befindet. Sie nahmen es mir aus der Hand und wollten es erst nicht zurückgeben! Sie wollten wissen wo ich wohne, wo in Florenz und so weiter….war echt nervig mit denen, sie glaubten nicht, dass ich mit dem Zirkus im Park bin….sie folgten mir noch nach und ich denke sie hätten gerne den Ausweis gesehen, um festzustellen, ob ich Mann oder Frau bin…aber das ist nur meine Vermutung. Aber warum hätten sie mich sonst stoppen sollen? Es gab keinen Grund, ausser mein ungewöhnliches Aussehen und vermutlich deren Neugier!

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One thought on “Florenz

  1. daß es manchmal zuviel wird, kann ich gut nachvollziehen (sitze ja im rolli, zumindest unterwegs – da kann ich den blicken auch nicht ausweichen).
    aaaaber ich finde es so toll, wo du dich rumtreibst🙂 denke ganz oft an dich und stelle mir vor, wie du an fernen orten glücklich bist.

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