Das Dorfexperiment – Ein Anderes Leben wagen…

Auf SWR kam ein Filmbeitrag über Menschen, die ein anderes Leben leben möchten. Das Dorfexperiment genannt. HIER der Link.

Ich konnte den Film noch nicht sehen, doch ich denke es könnte ein interessanter Beitrag bezüglich einer anderen Lebensweise sein. Vielleicht doch noch vieles wie im „normalen“ Leben…und doch ein wenig Anders.

Ich wünsche mir viele solche Initiativen – und hoffe ich werde das auch noch tun……

Unzufrieden mit der eigenen Lebenssituation sind viele, doch es zu verändern fällt nicht leicht. – Wie will ich leben? Was ist mir wichtig? Was will ich verändern, was so lassen, weil ich es gut finde? Wie kann ich es verwirklichen? – Manchmal scheitert man, doch immerhin man hat es versucht, hat andere Wege beschritten. Selbst das Scheitern, kann eine Bereicherung sein, denn man hat Erfahrungen gemacht.

In Schweden fiel mir auf, wie sauber und unberührt die Natur ist. Die Schweden haben ein sehr gutes Gefühl, wie sie mit der Natur umgehen. Man sieht kaum Müll herum liegen. Es gibt Leute, die den Müll der eventuell herumliegt einsammeln und dafür bezahlt werden. damit die Städte wie geleckt aussehen. Selbst die kleinsten Zigarettenstummel werden entfernt! Wenn Berlin das mal abgucken würde…..

Die Schweden wirken friedlich, freundlich, auf Distanz. Ich fühle mich selten angegriffen. Das Gefühl ist in Deutschland ein Anderes, dort fühle ich mich oft angegriffen….es liegt irgendwie in der Luft. Kritik, Besserwisserei, Einmischen in Dinge, die einen nichts angehen…..typisch für Deutsche – den Schweden scheint das fremd.  Sie kümmern sich um ihre eigenen Angelegenheiten und lassen die anderen in Ruhe. Man schaut mich an, und wieder weg. Selten werde ich angestarrt oder heimlich fotografiert. Dennoch das sind Verallgemeinerung. Es gibt auch Einwanderer, die anders sind, es gibt Schweden, die anders sind…..ist nur so ein erster Eindruck.

Wir könnten so viel voneinander lernen. Ich schätze die Ehrlichkeit und Direktheit der Deutschen, doch was das Freundliche und Liebevolle, das Respektvolle betrifft, den Umgang mit der Natur, da könnten wir was von den Schweden lernen…naja und so weiter….Jede Kultur, jedes Land hat seine schönen und weniger schönen Eigenheiten. Die Region in der man  aufwächst, prägt und so bin ich viel zu Deutsch, im negativen Sinne wie im positiven Sinne. Das zu verändern…..schwer, wenn ich in Deutschland bin. Insofern finde ich das Reisen gut, ich lerne wie man es auch machen kann, sehe andere Sichtweisen und erkenne was mir wichtig ist. Ich würde Jugendlichen nach dem Abschluss der Schule empfehlen zu reisen. Möglichst ein Jahr, oder länger unterwegs zu sein, die Welt zu sehen und Abstand zu dem Ge-lernten zu bekommen. In den Zwanzigern hat man noch gute Möglichkeiten Ge-lerntes Verhalten zu verändern. Je länger man jedoch eine Eigenheit kultiviert, um so schwieriger finde ich, ist es sie wieder zu verändern und loszulassen.

Eins noch zu Schweden, was mich völlig verwunderte, war die Tatsache, dass in den Vorgärten der Häuser alles immer aufgeräumt ist! Ich habe keine Vorgärten gesehen in denen was rumlag, sei es Spielzeug oder Schrott alte Dinge….wie man es sonst schon viel sieht im restlichen Europa. Es war wie in einem Film, unbelebt, nicht von dieser Welt…..wie in einem Katalog irgendwie….- Als ich einige Schweden dazu befragte, wurde mir gesagt, dass es schlimm ist, wenn einer was rumliegen lässt in seinem eigenen Garten, dann würden die Nachbarn alle darüber reden! – Hmmmm doch nicht so ganz nur um das Eigene kümmernd…..vielleicht müsste ich länger in dem Land leben, um meinen ersten Eindruck zurecktzurücken.-

Hier ein Link in dem jemand beschreibt, wie er die Schweden erlebt…. (immer unter dem Vorbehalt, das nicht alle so sind…) LINK

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Peace and Love

Komme gerade vom größten Musikfestival in Schweden, zu dem ich eingeladen worden war, um dort aufzutreten. Man hatte für mich einen Zirkuswagen organisiert den ich dekorierte, und ich freute mich sehr darüber. Und innen in der Tür klebte ein Aufkleber von der deutschen Kirmes….ob der Wagen aus Deutschland stammte? – Für das Festival habe ich ein Interview gegeben, dass ihr in Englisch auf meinem englischsprachigen Blog lesen könnt und auf der Seite von Peace and Love in Schwedisch.

Peace and Love Festivalmehr als 50.000 Besucher ein riesen Festival. Das Wetter war recht kühl und leider verregnet, während es in Italien 40 Grad waren.

Die Atmosphäre hat mir gefallen, die Schweden sind sehr freundlich gewesen und es gab interessante Gespräche über das Thema Behaarung und Gender. In Schweden ist man auch schwer am diskutieren über das Thema Behaarung und in einem Kindergarten, -Egalia in Stockholm, von dem ich schon mal berichtete versucht man auf die Substantive für Personen zu verzichten und statt dessen gibt es ein neues Wort „hen“, welches neutral ist. Es ist eine gute Idee finde ich auf die Geschlechterbezeichung´zu  verzichten. Es schafft eine andere Position, andere Gedanken sind möglich. Die strenge Einteilung und Betonung der Geschlechter und Zuteilung von Geschlechterrollen, hält uns in gewissen Mustern gefangen, aus denen es schwer ist auszubrechen. Eine neue Welt braucht in meinen Augen die Freiheit von dieser starken Betonung, damit neues entstehen kann.

So ist die Einstellung im Land gemischt. Die einen vertreten die offene tolerante Meinung man sollte sein können wie man ist und nicht in irgendwelche Töpfe, wie eben die eines Geschlechts gesteckt werden. Andere wollen die Ordnung und Sterilität in der Umgebung und für den Körper. Also werden alle Körperhaare eliminiert, bis auf die Kopfbehaarung.

Am heftigsten war wie so oft die Reaktion von Teenagern, die oft geschockt waren oder nicht offen für diese Möglichkeit, der Natur freien Lauf zu lassen.