Peace and Love

Komme gerade vom größten Musikfestival in Schweden, zu dem ich eingeladen worden war, um dort aufzutreten. Man hatte für mich einen Zirkuswagen organisiert den ich dekorierte, und ich freute mich sehr darüber. Und innen in der Tür klebte ein Aufkleber von der deutschen Kirmes….ob der Wagen aus Deutschland stammte? – Für das Festival habe ich ein Interview gegeben, dass ihr in Englisch auf meinem englischsprachigen Blog lesen könnt und auf der Seite von Peace and Love in Schwedisch.

Peace and Love Festivalmehr als 50.000 Besucher ein riesen Festival. Das Wetter war recht kühl und leider verregnet, während es in Italien 40 Grad waren.

Die Atmosphäre hat mir gefallen, die Schweden sind sehr freundlich gewesen und es gab interessante Gespräche über das Thema Behaarung und Gender. In Schweden ist man auch schwer am diskutieren über das Thema Behaarung und in einem Kindergarten, -Egalia in Stockholm, von dem ich schon mal berichtete versucht man auf die Substantive für Personen zu verzichten und statt dessen gibt es ein neues Wort „hen“, welches neutral ist. Es ist eine gute Idee finde ich auf die Geschlechterbezeichung´zu  verzichten. Es schafft eine andere Position, andere Gedanken sind möglich. Die strenge Einteilung und Betonung der Geschlechter und Zuteilung von Geschlechterrollen, hält uns in gewissen Mustern gefangen, aus denen es schwer ist auszubrechen. Eine neue Welt braucht in meinen Augen die Freiheit von dieser starken Betonung, damit neues entstehen kann.

So ist die Einstellung im Land gemischt. Die einen vertreten die offene tolerante Meinung man sollte sein können wie man ist und nicht in irgendwelche Töpfe, wie eben die eines Geschlechts gesteckt werden. Andere wollen die Ordnung und Sterilität in der Umgebung und für den Körper. Also werden alle Körperhaare eliminiert, bis auf die Kopfbehaarung.

Am heftigsten war wie so oft die Reaktion von Teenagern, die oft geschockt waren oder nicht offen für diese Möglichkeit, der Natur freien Lauf zu lassen.

5 thoughts on “Peace and Love

  1. hallo mariam, schön, wieder von dir zu lesen🙂

    das mit dem „hen“ finde ich auch toll. im deutschen sprachbereich gab es mal den vorschlag, statt „bube“ und „madel“ „mabe“ zu sagen. hm, das fand ich erstmal ganz schön befremdlich, ehrlich gesagt. vielleicht weil ich das kunstwort irgendwie vom klang her nicht so schön finde?

    ja, und die teenies…die stecken doch gerade in einer argen identitätsfindungsphase. welcher teenie ist nicht unsicher?

    sei lieb gegrüßt,
    amala

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  2. Hallo Amala,

    also mabe finde ich auch absolut doof! Weil es steckt auch noch englisch maybe darin und ich denke ne, da sollte ein möglichst neutrales Wort her, also nicht die kombination aus männlich und weiblich sondern was anderes, frei und neutral.
    Lieben Gruß
    Mariam

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  3. Hm, ich habe gerade mein erstes Kind bekommen und stille. Ich fühle mich mehr als Frau als jemals zuvor in meinem Leben. Im Gegensatz dazu nehme ich meinen Mann in seiner Vaterrolle als sehr männlich wahr. Und das, obwohl er natürlich auch „typisch weiblich“ agiert, zärtlich und schmusig und albern agiert mit dem Kind. Ich fänd es super schade, wenn diese Erlebniswelt „wegneutralisiert“ würde. Wobei ich auch dafür bin, neue Perspektiven und Gedankengänge zu forcieren. Aber nicht alles am alten ist schlecht, oder hindert Menschen daran, neues zu akzeptieren und zu befürworten.

    Mabe klingt schrecklich, genauso wie Budel.😀

    Ich fänds total doof, wenn mein Kind im Kindergarten „zwangsneutralisiert“ würde. Denn wenn es keine Geschlechter gibt, kann auch kein Kind/Jugendlicher lernen damit zu spielen, zu revoltieren, oder eben sich damit zu identifizieren.
    Kinder brauchen die Phase, in der sie sich mit ihrem Umfeld, ihrer Gruppe identifizieren können (Anders sein ist blöd.), genauso wie sie die Phase der Rebellion brauchen (Punker/Emo/sonstwas sein ist total individuell.) Das stelle ich mir arg schwierig vor, so geschlechtsneutral. Wie kann sich ein junger Mensch finden, wie kann eine Persönlichkeit reifen, in einer einheitlich-vermatschten Gesellschaft?

    Situation: Mein Sohn war komplett blau angezogen, Krankenhauskleidung, also nicht beabsichtigt von mir – und eine ältere Dame war fest davon überzeugt, dass er ein Mädchen ist, weil er einen so runden Kopf hat.😀 Also, so wild find ich das ganze Geschlechterkram garnicht.

    Übrigens wäre es voll in Ordnung für mich, wenn sich mein Sohn mal als schwul oder trans oder whatever outet – ich würde ihn am lautesten klatschend in jeder Travestie-Show bejubeln, sollte dies sein Wunsch sein. Oder ich lade die Schwiegertochter Sonntags zu Kaffee&Kuchen ein, um das andere Extrem zu nennen.

    Mein Fazit: Neutral sein ist immer irgendwie scheiße. Weil es keine Position, keine Stellung bezieht. Ohne Postition kann man nicht gut diskutieren, niemanden überzeugen, nicht überzeugt werden. Uninteressant, langweilig, neutral.

    Spannende Menschen polarisieren, mit ihrer Meinung, ihrem Aussehen, ihrem Verhalten, ihrer Lebensweise. Mariam, du weißt das am Besten!😉 Wärst du einfach nur ein bärtiger Mann, würde sich kein Schwein für dich interessieren. Du bist „nur“ spannend, weil du eben kein Mann bist. (Das ist nicht böse oder abwertend gemeint, ich mag dich total gerne und finde, du bereicherst die Welt mit deiner Anwesenheit! Ich hab dich als Beispiel genommen und auf das Geschlecht und die Behaarung heruntergebrochen. Dass das natürlich nicht alles ist, ist klar! *knutschi*)

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    • Hallo Clara,
      eine Menge an Argumenten, die Du schreibst. Vielen Dank.
      Nun ich denke wir können uns über viele Dinge definieren, oder zum Anlass nehmen, um zu diskutieren. Muss es unbedingt das Geschlecht sein? Es heißt ja nicht, dass wir kein Geschlecht mehr hätten, nur es würde nicht mehr soooo im Vordergrund stehen. Und Menschen die weder in das eine, noch andere Geschlecht hineinpassen, oder sich fügen wollen, für die wäre es auch sehr begreieind.
      Ich behaupte, das Erste was wir tun, wenn wir jemandem begegnen ist zu überlegen, ob das ein Mann oder eine Frau ist. Ich finde das sehr interessant – warum tun wir das? Ich denke die Wurzeln liegen in alten Zeiten, als das vielleicht überlebensnotwendig war, zu wissen ob ein Mann oder eine Frau vor einem steht. Es gab starke Reglementierungen für Frauen, sie hatten kaum Rechte, Männer waren oft an Muskelkraft und Macht überlegen….indem sich die Strukturen verändert haben….frage ich mich ist das noch überlebensnotwendig? Einfach weniger Wert auf diese Einteilung legen. Menschen begegnen als Mensch, ohne diese Interessen und Spielchen, nur weil der andere ein anderes Geschlecht hat
      Nicht jeder teilt meine Gedanken das ist so und ok, und meine Gedanken verändern sich auch zu dem Thema, da ich mich damit auch noch nicht so lange beschäftige – es gibt noch viel zu entdecken was dieses Thema betrifft.
      Eine Zwangsneutralisierung im Kindergarten wäre ebenso, wie eine Zwangseinteilung in Geschlechterrollen.
      Dennoch, jeder kann sich den Kindergarten aussuchen, in den er sein Kind schicken möchte….es muss ja keine Staatsanordnung sein.
      Und ich stimme zu, es macht Spaß mit den Geschlechterrollen zu spielen, das Theater lebt auch davon…..
      Lieben Gruß
      Mariam

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  4. Hallo Clara,ich schreibe an einem Blog zur Documenta 13 und habe gerade folgenden Link
    http://www.mydocumenta.de/documenta-13/baertige-dame-2426199.html
    der vielleicht auch das Geheimnis zur Dame mit Bart Mrs. Annie Jones vervollständigen könnte. Chiara Fumai liest dort aus Briefen an Annie Jones.
    Seit einer Ausstellung in Düsseldorf von Bettina Rheims über Gender ist mir die Bedeutung bewusster geworden.
    siehe auch:
    http://books.google.de/books?id=cbha6oWd5ZgC&pg=PA275&lpg=PA275&dq=Let%E2%80%99s+Spit+on+Hegel.&source=bl&ots=XkuNdzaAou&sig=WrrPInHotKBAKwwV8fh3RgMGHi0&hl=de&sa=X&ei=FWEKUPqNKI2FhQfoyYiHCg&ved=0CFwQ6AEwAw#v=onepage&q=Let%E2%80%99s%20Spit%20on%20Hegel.&f=false

    Zur Zeit bin ich in Sardinien,viele Grüße
    Peter Jessen

    Meine Seite :http://documentasommer.blogspot.it/

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