Frauen mit Bart

Das Thema Frauen und Bart wird immer öfters von den Medien aufgegriffen. Damit steigt die Chance, das der Anblick nicht mehr überraschend ist, und sich die Menschen daran gewöhnen, das es das auch gibt (und die Informationen aus einem Biologieunterricht nicht richtig waren).

Die Frauen, die sich zeigen, machen den anderen Frauen Mut auch zu sich zu stehen. Je mehr Frauen zu ihrem Äußeren stehen, und eben auch zu ihrer Körperbehaarung, um so „normaler“ wird es sein und akzeptiert.

Einst waren Tatoos und Piercing nicht gesellschaftlich akzeptiert und ein Zeichen von Außenseitern. Heute ist es Mode, akzeptiert und normal geworden. Selbst im Job selten ein Hinderniss.

In England übt man sich schon viel länger in Toleranz und eine Frau mit Bart kann in einem großen Lebensmittelgeschäft an der Kasse areitenm im Büro, oder wie Harnam in der Schule. Von Vorteil in England ist, das die Lebensläufe ohne Fotos verschickt werden, um nicht schon von vorneherein jemanden wegen seines Aussehens auszusortieren.

Wenn ich daran denke wie in einer RTL Reportage ein Arbeitsberater vor der Kamera sagte mein Bart müsse ab, da ich sonst keine Arbeit bekommen würde, so ist dies in England undenkbar, denn es wäre sofort Diskriminierung! (nichts gegen den Arbeitsberater….ich möchte hier nur mal die Unterschiede dieser beiden Länder darstellen. Und auch Irland hat diese Diskriminierungsklausel und man kann nicht so leicht jemanden wegen Äußerlichkeiten ausschließen).

Was schade ist, ist das manche Artikel über Bärtige Frauen in den letzen Monaten einander sehr ähneln. In England hatte man in die Welt gesetzt, das ich mich mit Bart sexy finde. Habe ich nie gesagt, kam von einer Journalistin. – andererseits, warum sollte es nicht sexy sein? Es ist eine Konditionierung Männer mit Bart sexy zu finden, aber Frauen nicht.

Körperbehaarung wurde seit Jahrhunderten den Männern zugeschrieben, zumindest in unseren Breitenkreisen in Europa.

Insofern eine schöne Herausforderung für die Menschen, die lasen das ich meinen Bart sexy finde.

„Sex sells“ dachte sie wohl. – Und kaum schreibt man über Harnam in England, werden ähnliche Aspekte wieder hervorgeholt und die Frau, die sich mit Bart noch nie weiblicher als jetzt fühlte!! – Mein Gott! Was heißt sich weiblich fühlen? Was hat das mit einem Bart zu tun? – Irgenjemand muss wohl gedacht haben das sich Frau mit Körperbehaarung männlich fühlen muss. Dabei sind Frauen doch so unterschiedlich und in einer solch großen Bandbreite von „männlich“ bis extrem „weiblich“ ebenso wie die Männer.

Ein schönes Fotoband „FRAUEN“ von einer amerikanischen Fotografin deren Name mir gerade entfallen ist zeigt sehr schön diese Unterschiede.

Jetzt ist es für mich so normal mit einem Bart zu leben. Doch am Anfang erinnere ich mich, wie ich mich für einige Tage oder gar Wochen wirklich männlicher fühlte, was daran lag, das meine Assoziation die ich gelernt hatte die war, das ein Bart Männlichkeit bedeutet. – Das „entlernte“ ich dann mit der Zeit. Jetzt ist ein Bart nicht mehr „männlich“.

Wir müssen nicht unseren Konditionierungen erliegen. Wir können auch umdenken.

Manches was wir gelernt haben ist einfach nur eine Einschränkung die wenig Sinn macht.

 

Frau mit Bart – RTL Explosiv 2014 März

RTL hat einen Beitrag über Harnam gebracht. Konnte es noch nicht sehen, aber schicke hier mal die Info. Meist geht der Link für eine Woche, ab gestern.

FILM LINK

TEXT Quelle RTL:

Harnaam ist eine Frau mit Bart

26.03.14 18:44

Trotz Damenbart fühlt sie sich weiblich und schön

Mit elf Jahren passiert dem Mädchen Harnaam etwas, das ihr ganzes weiteres Leben verändern wird. Sie entdeckt Barthaare in ihrem Gesicht. Es werden von da an immer mehr. Und mit jedem Haar werden die Probleme größer. Bis Harnaam eine beeindruckende Entscheidung trifft. Wenn die 23-Jährige unterwegs ist, drehen sich die Leute um. Die Frau mit indischen Wurzeln kennt es nur zu gut, angestarrt zu werden, geht aber humorvoll damit um. „Manchmal spiele ich damit. Wenn ich aufs Klo gehe, dann sagen Frauen ‚huch, das ist für Mädels‘ und dann verstelle ich meine Stimme und sagte ’nein das ist für Männer‘. Ich versuche mich lustig darüber zu machen und am Ende können dann alle darüber lachen.“

Doch so locker wie heute ist Harnaam nicht immer gewesen. Sie leidet an einer seltenen Stoffwechselkrankheit und schämte sich dafür. Als sie noch zur Schule ging, mobbten ihre Mitschüler sie, weil ihr Haare auf der Brust und im Gesicht wuchsen. Weil sie gehänselt wurde, hat sie begonnen sich die Haare zu entfernen. Sie hat alles versucht, um die Haare zu verstecken: Das Gesicht gewachst, die Haare abrasiert, unterschiedliche Cremes ausprobiert und sogar die Haare gebleicht. Doch geholfen hat das nicht, im Gegenteil – die Haare sind länger, dicker und dunkler geworden.

Harnaam steht zu ihrem Bart

„Gott hat mich eben so gemacht und ich bin glücklich damit.“

Doch egal, ob man die Haare gesehen hat oder nicht, die Hänseleien hörten nicht auf. Harnaam wollte sich sogar etwas antun, hatte Selbstmordgedanken, wollte nicht mehr leben. Mit 16 kommt der Wendepunkt in ihrem Leben. Sie hat die Hänseleien satt. Unterstützt von ihrem Bruder lässt sie sich als Sikh taufen, einer indisch-stämmigen Religion, die es verbietet, Körperbehaarung abzuschneiden. Die Sikh akzeptieren ihre Körper so, wie sie von Gott gegeben wurden. Jetzt ist sie glücklich, ihr Leben zu leben, das zu machen, worauf sie Lust hat.

Ihre Eltern hatten Angst, dass Harnaam keinen Mann und keinen Job findet. Doch Harnaam arbeitet als Assistenz-Lehrerin an einer Grundschule in Slough bei London und bekommt mittlerweile dutzende Briefe von Männern, die ihren Bart lieben. Sie hat sich trotz Bart nie weiblicher gefühlt als jetzt, sagt sie. Harnaam weiß, dass sie anders ist. Doch sie ist nicht nur anders, sie ist vor allem besonders.

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