Bluestocking Blue – Crossdresser Blog auf Englisch

Vivienne, ein Crossdresser hat einen Artikel über Bärtige Frauen geschrieben, der recht interessant ist. Der Blog ist auf Englisch. Link:

http://bluestockingblue.blogspot.ca/2014/05/women-with-beards.html

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Lady , Madam oder Sir??

Heute gehe ich zu einem Konzert. Auf den Eingangsstufen wird mit ein Werbezettel gereicht und der Mann sagt „Sir“ zu mir, und korrigiert sich im nächsten Moment und sagt: „Madam“. Ich lächle und gehe weiter durch die Tür ins Gebäude. Mir geht durch den Kopf, ob er jetzt meint einen Fehler gemacht zu haben? Ich hoffe nicht. – Die Engländer werden erzogen höflich zu sein. Ich vermute sie lernen, das es höflich ist „Madam“ oder „Sir“ zu jemandem zu sagen. Wenn Sie auf Ihren Job vorbereitet werden wird Ihnen das sicherlich nahe gelegt……
Zwei Klassen. Männer und Frauen. Und wenn dann jemand nicht passt? Was dann? Ratlosigkeit?!
In einem Cafe kurz vor der Schließung, weist die Bedienung die Gäste höflich darauf hin, das sie in 10 Minuten schließen werden. Dabei verwendet sie die Ansprache „Lady“ für die Frauen. Eine Person regte sich darüber auf Lady genannt zu werden. Sie spricht schon eine Weile nur mit sich selbst, nun wiederholte sie immer wieder etwas wie: „This L A D Y word…“, den Rest kann ich nicht verstehen. Sie wirkt aufgebracht. Ich höre Wortfetzen wie Feminismus, und das ganze hörte sich an, als gäbe sie eine Vorlesung an der Uni, nur das die Zuhörer für mich unsichtbar sind. Als ich sie anspreche, um zu fragen, wie sie denn angesprochen werden möchte, antwortet sie mir, dass sie nicht mit mir sprechen würde! Denkt sie vielleicht ich sei ein Mann und hat beschlossen nicht mit Männern zu sprechen? Oder spricht sie generell nicht mit jedem? Keine Ahnung. – Wie auch immer. Ich fragte mich was es mit dem Begriff Lady auf sich hatte. Erinnere mich daran, dass ich als Kind allergisch darauf reagierte, wenn meine Tante zu mir sagte, das ich bald eine junge Dame sein würde! Mit dem Begriff Dame verband ich, das ich mich dann schick anziehen und schminken müsse und mich nicht mehr frei und wild bewegen könnte, sondern steif dasitzen müsste. – Vielleicht hatte die Person auch eine entsprechende Verbindung mit dem Wort Lady. Vielleicht gab es etwas in der Feministischen Bewegung was mit dem Wort Lady zu tun hat, worüber ich nichts wusste. Ich versuchte zu recherchieren, konnte aber auf Anhieb nichts finden. Dabei lese ich stattdessen eine Nachricht, Schäuble lobe den Sieg von Conchita Wurst und sieht darin ein Zeichen für Offenheit und Toleranz. Ich bezweifle das. Wenn ich als Frau mit Bart in Deutschland weder in einer Schule noch in einem Kindergarten, noch als Verkäuferin einen Job bekomme, dann kann ich dem nicht zustimmen. – England ist da meiner Meinung nach weiter. Hier finde ich eine Frau mit Bart als Verkäuferin, und eine andere Frau mit Bart als Assistentin in einer Schule und ich selbst bekam einen Job im Büro! –
Der Eurovision Song Contest ist ein Medien Ereignis. In den Medien sieht die Freiheit ein wenig anders aus, als im Alltag. Stars können sich auffällig anziehen und Extreme leben auf der Bühne, die im alltäglichen Leben nicht bejubelt werden. Weil ein Travestiekünstler, als Sieger gewählt wurde, bedeutet dieser Sieg noch lange nicht, dass die Menschen jetzt anders denken und ihre Ängste vor Homosexuellen und Menschen die „Anders“ sind nun verschwunden sind. Ich denke die Menschen brauchen den Kontakt und die persönliche Erfahrung, dass ein Mensch der z.B. homosexuell ist, oder anders aussieht, oder anders lebt, keine Bedrohung für sie darstellt.
In den Köpfen leben alte Denkmuster und Überzeugungen, die von einer Generation an die nächste gegeben wurden. Da gibt es eine, die besagt das Zirkusleute Kinder klauen! Eine andere, das Zigeuner gernerell klauen. Und eine weitere, das Homosexualität ansteckend sein könnte. Und so weiter. – Indem Menschen andere Erfahrungen machen, können Sie alte Denkmuster ablegen.
Filme haben auch einen großen Einfluss auf Menschen. Vielleicht wäre es unterstützend Filme zu drehen, die Menschen die Angst nehmen vor den Menschen die „Anders“ sind. Aber vor allem ist es nötig, dass wir uns begegnen. Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur leben in Deutschland, doch nicht überall begegnet man sich und lernt sich kennen. Oft leben die Menschen wie auf einer Insel und haben nur Kontakt mit Ihresgleichen.
Man könnte ein Fach in der Schule haben, in dem es darum geht die Vielfalt kennen zu lernen und Menschen kommen zu Besuch und stellen sich und ihre Welt vor, in einem Vortrag mit Bildern und indem sie sich mit den Schülern unterhalten. Real und lebensnah, zum Anfassen nah sozusagen.
An einigen Schulen wird das schon praktiziert in Projektwochen einmal im Jahr.
Das Konzert war übrigens sehr gut. Eine Jazzband mit Namen Hutchinson Andrew Trio aus Canada war angereist zum Internationalen Bath Music Festival, das jedes Jahr statt findet.

Hier ein Video von Ihnen.

Am Abend spielt Iiro Rantala aus Finland auf den ich mich schon freue.

Jan Gabarek und The Hilliard Ensemble spielen morgen in der Abbey, doch leider ist es schon ausverkauft. Hätte ich gerne gesehen. Es ist selten das ich auf Konzerte gehe, um so mehr schätze ich die seltenen Momente.

Heidemarie Schwermer – Leben ohne Geld – 17.6. in Leipzig!

Di 17. 06. 14
19:00 Uhr
Das Sterntalerexperiment – Mein Leben ohne Geld

IM GESPRÄCH
mit Heidemarie Schwermer
Wie lebt ein Mensch ohne Geld? Diese Frage stellte sich Heidemarie Schwermer und steigt 1996 aus ihrem Leben als erfolgreiche Psychotherapeutin aus, in ein selbstbestimmtes Leben ohne Geld. Sie gründet die „Gib-und-Nimm-Bewegung“ und findet viele offene Türen, aber auch scheinbar unüberwindbare Mauern. Wichtig ist ihr die Ermutigung, unser Wertesystem zu überdenken und alternative Formen des Miteinanders zu wagen.
Eintritt zur Erstattung der Fahrtkosten an die Referentin: 4,- / 2,- Euro (ermäßigt)

LINK: http://www.frauenkultur-leipzig.de/Programm/Programm.html

Tagung in Leipzig – Vom Umgang mit der Norm 13.6.2014

Vom Umgang mit der Norm:

Passing_Scheitern_Leben for all gender
TAGUNG
Die „Gender-Kritik“ Veranstaltungsreihe des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig veranstaltet in diesem Jahr eine Tagung zu den kontroversen Fragen nach Körpernormen, Schönheitsidealen, Geschlechterrollen und der Geschlechtersemantik.
„Passing“ – das „Durchgehen als…“ ist für viele trans*Personen eine existenzielle Bedeutung und notwendige Überlebensstrategie.

Wir möchten uns eingehender mit der Frage beschäftigen, inwieweit Gender-Performance und Rollenpassing trans* und cis* Personen gleichermaßen betreffen und worin sich die Spezifika wiederum unterscheiden.

Der Grundgedanke ist dabei die Frage, was für ein weitreichendes und umfassendes Konglomerat an Mechanismen und Verhaltensweisen entsteht, durch den Druck und die Anforderung, als Mann oder als Frau „durchzugehen“.

Konzeptuell setzen wir uns mit einem gedachten, möglichen(?) gemeinsamen Scheitern an der Normalität auseinander, möchten dieses Konzept erörtern und mehrperspektivisch diskutieren, sowie seine (Un-)Möglichkeiten und Grenzen ergründen.

Eingeladen sind Menschen aus verschiedenen Bereichen queerer und/oder trans* Lebensrealitäten, aus Aktivismus, Therapie und Beratung und der Wissenschaft als Refernt_innen.
Weitere Informationen unter: www.uni-leipzig.de/~frages
Veranstaltet durch: Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (FraGes) der Universität Leipzig. In Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen. Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins der Universität Leipzig, dem Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des StuRa der Universität Leipzig, der Frauenkultur Leipzig und dem Fraktionsverein Die Linke! im Bundestag.

Eintritt: frei

Nochmals zur Toleranz

Heute verkaufte ich auf einem Flohmarkt einige Sachen, um Platz zu schaffen. Dort traf ich eine Grundschullehrerin und kam mit ihr ins Gespräch. Sie erzählte mir von einer Episode im Unterricht mit ca 11 jährigen als es um das Thema ging, das Conchita Wurst den Eurovisionswettbewerb gewonnen hatte. Ein Schüler hatte wohl ein Problem damit, das die Gewinnerin ein Mann und schwul ist. Daraufhin wurde die Schulstunde genutzt um das Thema zu erörtern und zu diskutieren. Es ging auch um die Frage ob Homosexuelle denn heiraten dürften. Ihre Meinung ist, das wir andere Menschen und Lebenskonzepte tolerieren sollten. Dies versucht sie auch ihren Schülern zu vermitteln. Was für ein Zusammentreffen, gestern abend schrieb ich noch darüber auf dem blog und heute dann dieses so passende Zusammentreffen!

 

Das Wissen kann uns das Staunen nehmen.

Würde ich weniger wissen könnte ich öfters staunen. Das ging mir vorhin durch den Kopf.
Erinnerte mich an mein Geographiestudium. Wir lernten jede Menge über die Entstehung der Landschaftsformen und ich fand es sehr interessant. Auf Exkursionen hielten wir Referate und erklärten die Landschaft um uns herum. – Nach einigen Semestern hatte ich lauter Erklärungen zu den Landschaftsformen in meinem Kopf gesammelt und das Wissen stand zwischen mir und der Landschaft. Ich konnte sie nur schwer genießen, ohne sie zu erklären. Einfach entspannt und staunend betrachten war nicht mehr möglich zu viele Gedanken wollten zu Wort kommen!

Die Wissenschaft steht zwischen der Natur und uns. Andere Körperformen werden von der Wissenschaft erklärt und als „normal“ oder mit dem unangenehmen Wort „abnormal“ betitelt und als „krankhaft“ und „behandlungsbedürftig“ bewertet. Ein Arzneimittel oder eine Therapieform wird entwickelt um es zu „heilen“ und somit das vermeintlich „kranke und andersartige“ der NORM anzupassen.
Wie das wohl wäre ohne das Wissen der Wissenschaft?
Vielleicht wäre es dann etwas anderes das dazwischen stehen würde. Werte, Ideale, Religionen, wie es zu sein hat, all das steht dazwischen.

Steht zwischen mir und der Liebe. Stoppt den Zugang zu einer wundervollen Welt.
Ich gebe die Schuld der Wissenschaft, den Werten, dem Wissen. Doch  Schuld hat keiner. Die Schuld hat auch nicht die Wissenschaft.
Die Ursache finde ich in mir. Es ist meine Angst. Die Angst ist da und gut verdrängt lebt sie irgendwo in mir. Sie steht dazwischen. Und in Momenten wenn es mir so richtig gut geht, da ist die Angst nicht mehr da, und das Staunen und die Liebe treten an ihre Stelle.
Keine Notwendigkeit negativ zu bewerten oder etwas zu erklären. Es ist wie es ist. Einfach sein und genießen.
Frei von Angst sein. Die Angst lieben, ihr zuhören, sie verstehen…..sich Zeit für sie nehmen. Aus dem einstigen Feind wird ein Freund. Die Welt öffnet ihre Türen und zeigt sich von der schönsten Seite.

Die Angst resultiert immer aus eine Geschichte aus der Vergangenheit! Sie hat Ihren Ursprung darin, an etwas Gehörtes, Erlebtes oder Gelerntes zu glauben. ( Angst haben bedeutet genau das wovor man Angst hat anzuziehen – Situationen wiederholen sich – wird die Angst verstanden löst sie sich auf und etwas Neues eröffnet sich)

Wie ist das in Bezug auf zum Beispiel Homosexualität? Manche Menschen haben große Angst vor Homosexualität und Homosexuellen. Ich kann nicht wissen warum, nehme aber an sie haben in ihrer Vergangenheit Meinungen und Erklärungen darüber gehört, die ihnen Angst gemacht haben und halten an diese Gedanken fest, überzeugt das dies die absolute und einzige Wahrheit ist, anstatt diese zu hinterfragen.

Während ich das schreibe überlege ich was ist meine Angst, die ich nicht anschauen mag? Und ich finde etwas, das ich mir genauer anschauen möchte..

 

 

17. Mai Internationaler Tag gegen Homophobie

Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie.

Eine Karte von Europa zeigt, wo der beste Ort zum Leben in Europa ist für Homosexuelle, Trans und Queer. Definitiv ist es nicht Russland, Armenien, Aserbaidschan oder Monaco!

England hat am besten abgeschnitten! Gefolgt von Belgien dann Spanien, Portugal, Norwegen und Holland. Es wurden unter anderem folgende Kategorien berücksichtigt: Gleichheit und nicht Diskriminierung, Versammlungsfreiheit, Asyl, rechtliche Anerkennung von Gender, freier Ausdruck ….

Meine bisherige Erfahrung in England deckt sich damit. Mein Eindruck von England ist,  hier auf mehr Toleranz zu stoßen. Dennoch gibt es hier ebenso wie überall solche und solche Menschen und zum Teil auch enge Gesetze. Die Erziehung zu einem toleranten Menschen steht in diesem Land im Vordergrund, was vielleicht auch daraus resultiert, das England schon früh Einwanderer aus den englischen Kolonien hatte und man den Bedarf hatte nach einem friedlichen Miteinander.