Leben auf dem Hausboot?

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Hausboote. Auf Englands Kanälen trifft man sie überall. Auf dem Foto: Boote in Bath. Auf einem Hausboot wohnen – eine Romantische Idee. Doch wie sieht die Realität aus? Vor einigen Monaten, als es noch Winter war, hatte ich die Gelegenheit eine Bekannte auf dem Boot zu besuchen und dort zu übernachten. – Ich hatte mich sehr auf diese Erfahrung gefreut, war sehr gespannt auf das Boot, doch dann wurde daraus eine enttäuschende Erfahrung! – Inzwischen bin ich einiges gewöhnt, denn das Leben im Campingbus ist auch nicht so ohne. Doch das Leben auf dem Boot kann eine ziemlich große Herausforderung sein. Man muss körperlich sehr fit sein und praktisch begabt und keine Mühe scheuen, denn sonst gibts weder Wasser noch Brennholz! Und Strom gibt es auch nicht auf allen Booten. Internet. oder Telefonempfang gabs auch nicht…..lag wohl ziemlich ab vom Schuss an der Stelle wo es damals lag…

Um zu dem Boot zu gelangen musste ich viele Stunden mit Bussen und der Bahn fahren, um an den Ort zu kommen, wo wir uns trafen. Nochmals gings von dort weiter mit dem Bus und ein letztes Stück zu Fuss. Das Wetter war freundlich, wie meine Stimmung auch und ich freute mich auf das Boot. Malte es mir schön gemütlich aus, abends vor dem Holzofen zu sitzen, denn es war recht kühl und feucht, trotz gutem Wetter. – Das war dann jedoch alles ganz anders. – Das Boot das ich besuchte, war nicht so super in Schuss, die Isolierung lies zu wünschen übrig – Doppelglasfenster gabs auch nicht, wie ich es später bei anderen Hausbooten sah. Durch die Wände und Türritze kam ständig Feuchtigkeit rein. Nachts stürmte und regnete es und war noch feuchter. Am nächsten Tag bemerkte ich den Schimmel in den Wänden.

Die letzten Wochen hatte es viel geregnet und unglücklicher Weise hatte das Feuerholz in Plastiksäcken auf dem Deck für Tage im Regen gelegen und war klitschnass!! -Wer sich auskennt wird wisssen, das es dann auch nur schlecht heizt. Trotz Feuer war es also weiterhin kalt und feucht auf dem Boot und selbst, die in der Nacht draufgelegten Kohlen, konnten die Feuchtigkeit nicht vertreiben. – Ich verbrachte eine fast schlaflose Nacht in der mir kalt war und ich nicht entspannen konnte.  War dann am nächsten Tag entsprechend schlecht gelaunt und fragte mich wieso ich eingeladen werde auf ein Boot, das so feucht ist…und nun kommt es noch dazu: Bei meiner Ankunft auf dem Boot hatte ich ein schönes moderne Bad mit Badewanne gesehen, das jedoch nicht wirklich genutzt werden konnte, weil meine Bekannte sich überfordert fühlte bei dem kalten Wetter,  das Boot einige Kilometer den Strom aufwärts zu bringen, um den Tank mit Wasser aufzufüllen. Sie selbst konnte auf der Arbeit duschen und hatte einige Flaschen Wasser von dort zu Fuss mitgebracht, so dass es gerade mal zum Händewaschen reichte. Das war dann alles etwas zu viel für mich und ich merkte, das das Leben auf dem Boot nicht für jeden was ist, insbesondere nicht für jemanden dem es zu viel ist und zu schwierig das Boot zu bewegen, und zu kalt im Winter, um den Tank zu füllen! Ja man sollte schon Wind und Wetter abkönnen und ein etwas dickeres Fell haben, wenn man auf einem Boot leben möchte.

Die Kanalboote sind recht schmal – nicht viel mehr als 2 Meter breit und die Decke nicht so hoch – damit sie durch die vielen Brücken passen, die man auf einer Fahrt den Kanal entlang passieren muss. Dafür sind sie dann 10 Meter und länger. Im Sommer wäre der Besuch sicherlich etwas freundlicher und wärmer ausgefallen. Aber im Winter?! Was für eine Idee!! Ich war verärgert und enttäuscht, weil ich nicht vorgewarnt worden war.

Mein Fazit nach dem Abenteuer: Kein Leben in einem Boot auf einem Kanal für mich! Die Nachteile sind mir zu groß und abgesehen von der doch recht dunklen drückenden Atmosphäre ist man beschränkt nur auf den Kanälen fahren zu können, deren Wasser leider auch recht trüb ist.

Da lobe ich mir den Campingbus, mit dem ich einen größeren Bewegungsradius habe und Wasser zu besorgen ist viel leichter. Was allerdings die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft ist England eines der schwierigsten Länder….. doch das ist ein anderes Thema und könnte ein weiterer Post werden.

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