Lebenslauf

Dieser Blog, und  meinen Bart wachsen zu lassen ist im Grunde eine künstlerische Aktion. Ich selbst bin mein Studienobjekt. Die Reaktionen um mich herum ergänzen das Studium und geben Informationen über das Menschsein an sich und gesellschaftliche Einflüsse auf das Individuum.

Studiert habe ich Kunst und Geographie auf Lehramt in Mainz und mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. Anschließend machte ich das Referendariat, das ich noch vor Ende abbrach, mit der Erkenntnis, das dieses Schulsystem, das immer noch die Strukturen der Preußenzeit hat, und ich mit meinem Freiheitsdrang nicht kompatibel sind.

Ich erkläre gerne und unterrichte gerne, studierte aber leider Lehramt für Gymnasien statt Lehramt für Grundschulen. Jüngere Kinder liegen mir mehr als Teenager. Zu Wechseln hätte bedeutet wieder von Vorne zu beginnen, da die Scheine nicht anerkannt wurden, oder nur zum Teil.

In den folgenden Jahren besuchte ich eine Clownsschule, diverse Clownskurse und Theaterworkshops, Puppenbaukurse, versuchte mich in Theaterpädagogik, da ich schon als Kind ein großes Interesse am Theaterspielen hatte. Es machte mir viel Freude, doch die Konkurrenz ist groß und ich gab auf.

Später studierte ich kreatives Schreiben an der ASH in Berlin und da ich zu der Zeit Geld vom Amt bekam, machte mir das Amt einen Strich durch die Rechnung und ich musste das Studium wieder abbrechen, da sie Rückforderungen stellten für die Zeit seit Studienbeginn und ich nicht das Geld hatte das Studium und mich weiter zu finanzieren, geschweige denn, deren Forderungen zu begleichen. Inzwischen hat sich herausgestellt das war nicht rechtens, andere studieren dort das gleiche Fach und erhalten Hartz 4, da es ein begleitendes Studium und eine nebenberufliche Fortbildung ist.

In den Sommermonaten der letzten Jahre zog ich mit dem Circus und auch alleine mit meiner Hütte über die Festivals in Italien, Frankreich, Schweden, Dänemark und Deutschland und informierte die Menschen zum Thema Frauen und Bart, nutzte meine Kenntnisse in Auralesen und Handlesen, und bot individuelle Beratungen an. Ich bekam viele Gelegenheiten Interviews zu geben, für Zeitschriften und das Fernsehen. An einer Sendung nahm ich aus Naivität teil, weil ich informieren wollte. Die Menschen sollten erfahren, das es Frauen mit Bart gibt. Ich wollte anderen Frauen Mut machen, doch leider war „Schwer Verliebt“ dafür nicht die geeignete Sendung. Es ging nach Hinten los. Leute lachen noch heute auf der Straße über mich wenn sie mich sehen bis hin zu Deutschen die mich im Ausland sehen und aus der Sendung kennen. Es schockierte mich wie viele Menschen es lieben sich über die „Freaks“ in der Sendung lustig zu machen. Es ist eine Schande und zeigt einen miesen Charakter der Deutschen für mich. – Ein weiterer Effekt ist, das durch diese Sendung die Menschen denken ich sei so verzweifelt, das ich mich ans Fernsehen wende um einen Mann zu finden!! Stimmt absolut nicht! Das Fernsehen kam auf mich zu. Aber damals war ich naiv zu glauben das es eine gute Sendung sei die sie machen…..die Naivität ist dadurch gestorben.

Seit vielen Jahren (auch als ich den Bart noch zupfte!) lebe ich alleine. Ich mag meine Freiheit und könnte mir wenn überhaupt nur eine sehr freie Beziehung vorstellen.

In früheren Jahren jobbte ich in allen möglichen Bereichen, unter anderem war ich Schreibkraft in der Uniklinik in Mainz, arbeitete in diversen anderen Büros, da ich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht hatte, arbeitete im Bioladen als Verkäuferin, nutzte  meine handwerklichen Fähigkeiten und half bei Renovierungen und Streicharbeiten, arbeitete als Köchin und kochte für mehr als 50 Personen, machte Catering für Workshops, Kinderbetreuung und hatte eine Malschule während des Studiums, die mir viel Freude machte.

Ich wohnte an vielen Orten und Ländern und es hat mich sehr an Erfahrung bereichert.

Ich interessiere mich für die Fragen wie können wir friedlich zusammen leben? Und sehe einen wichtigen Punkt darin, das wir Menschen unsere Art der Kommunikation, wie auch die Selbstwahrnehmung verbessern sollten, um unsere Bedürfnisse und Grenzen klar kommunizieren zu können und friedlicher miteinander leben zu können.

Kriege entstehen aus Misverständnissen und Unkenntnis, aus Angst vor dem was Anders ist und Fremd. Wenn wir uns selbst besser verstehen und annehmen, uns selbst lieben, dann können wir auch die anderen mit ihren Eigenheiten annehmen und lieben. Somit ist die Abeit an sich selbst eine sehr wichtige.