Weder Mann noch Frau – ORF 2 Beitrag am Donnerstag 9.2.2017 – 21:05

 

Am Donnerstag dem 9.2.2017 zeigte das ORF 2 einen Beitrag über intersexuelle Menschen in der Sendung:  „Am Schauplatz“- Den Beitrag kann man danach noch auf der Mediathek des ORF anschauen und hier auf der Seite.

Hier der Text dazu vom ORF 2:

Am Schauplatz

Weder Frau noch Mann?
Kommt ein Kind auf die Welt wird meist als erstes die Frage gestellt: ist es ein Mädchen oder ein Bub?
Was ist aber wenn keines davon zutrifft, wenn das Baby mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt kommt? Jedes Jahr werden in Österreich ca. 25 Kinder geboren die weder eindeutig als Buben noch als Mädchen eingeordnet werden können. Von Intersexualität oder Zwischengeschlechtlichkeit ist dann die Rede. Und weil es in unserer Gesellschaft nur männlich oder weiblich gibt, werden nach wie vor aus vielen intersexuellen Kindern mittels geschlechtsangleichender Operationen echte Buben oder Mädchen gemacht. Diese Eingriffe haben oft traumatische Folgen für die Betroffenen. Am Schauplatz Reporterin Nora Zoglauer hat ein Jahr lang zwei intersexuelle Menschen mit der Kamera begleitet. Der 28 jährige Tobias Humer wurde von seinen Eltern als Mädchen aufgezogen und hat erst mit 14 erfahren, dass er intersexuell ist. Kurz darauf wurde er zur Frau operiert. Eine irreversible Entscheidung die sich als falsch herausstellte. „Die Option, dass sich so bleibe wie ich bin, hat es nicht gegeben“ sagt Tobias. Alex Jürgen kam als Bub, mit einem viel zu kleinen Penis auf die Welt. Man entschied ihn als Alexandra aufzuziehen. Mit 16 Jahren folgten Penis -und Hodenamputation und Alexandra bekam eine künstliche Vagina. Alex Jürgen der heute offen als intergeschlechtlicher Mensch lebt, hat jetzt eine Klage eingebracht. Da er weder Frau noch Mann ist, will er auch in seinem Pass und seiner Geburtsurkunde die Kategorie „Drittes Geschlecht“.
(Wh. im Nachtprogramm, ORF2)

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Frankreich: Videobeitrag über eine Frau mit Bart

2012 im April erschien dieses Video, das ich heute entdeckte.

 

Der Beitrag ist in einer für das Fernsehen üblichen Weise aufgebaut.

Man filmt die Frau mit Bart beim Blick in den Spiegel, beim Rasierer kaufen und rasieren, mit Freunden oder Familie, will wissen wie sie alle reagieren. – Und immer wieder geht es darum, wie Frau mit Bart sich anpassen kann, um nicht aufzufallen. Es ist auch nicht einfach und sehr nervig, wenn andere Menschen befangen reagieren, und damit der Kontakt mit Menschen, die Frau mit Bart zum ersten Mal begegnen,  „behindert“ und „gestört“ wird, nur weil man „anders“ aussieht. Aber wie soll sich etwas verändern, wenn sich alle an „alte“ Ideen und Bilder anpassen und wenn die, die anders aussehen versteckt oder „zurechtoperiert“ werden, um ins Schema zu passen! Ich finde es tut uns Menschen gut, auch mal etwas außerhalb der Norm zu sehen. Es regt an in andere Richtungen zu denken.

Von einem Afrikaner hörte ich, das es in Afrika öfters Frauen mit Bart gäbe, die ihn auch stehen lassen. Dort haben diese Frauen den Ruf stur bzw stark und eigenwillig zu sein.

Je nach Kulturkreis werden unterschiedliche Eigenschaften und Eigenheiten auf eine Frau mit Bart projeziert. In Spanien werden magische und seherische Fähigkeiten in Verbindung mit der Frau mit Bart gebracht. Die Heilige Kümmernis oder Wilgefortis, die Frau mit Bart am Kreuz wurde von Polen, über Österreich, bis nach Spanien verehrt und dort gibt es Bildnisse der Wilgefortis, die in Frankreich Affligée und in Spanien Librada genannt wird. Wilgefortis heißt von starkem Willen, und da findet sich eine Verbindung zur Bedeutung, die man dem Frauenbart in Afrika gibt!

Drei Frauen mit Bart – Bearded Women United!

bearded wp,em imotedNoch ein Artikel. Diesmal über drei Bartfrauen!! Harnaam Kaur, Little Bear und mich!! Heute online in Daily Bhaskar.com

Verschiedene Gedanken gehen mir durch den Kopf, als ich den Artikel sehe. Pros und Contras …..Inhaltlich ist der Artikel recht knapp. Er erschien ohne mein Wissen, hätte ich nicht den Hinweis von jemandem bekommen…..

Keine von uns bekommt Geld dafür, das ihr Foto abgedruckt wird, weil es da Verträge gibt, die ich und vermutlich die anderen auch unterzeichnet haben, wodurch wir die Rechte abtreten und unser Foto verwendet werden kann. Kann man sagen selber Schuld. Doch auf der anderen Seite: Gut, das wir gezeigt werden und der Anblick von Bartfrauen gewohnter wird.

Es wird geschrieben ich finde meinen Bart sexy, was ich nie sagte, aber auch nicht wiedersprochen habe, als es mir in den Mund gelegt wurde.

Andererseits ist die Behauptung schön provokativ: Denn wieso sind  Männer Bärte sexy und Frauen Bärte nicht?

Ist doch jedes Mal ein Bart.

Es „gehört sich nicht“, dass Frauen haarig sind, weder im Gesicht noch am Körper. Diese weitverbreitete Meinung wird wohl der Grund sein, das viele es nicht fassen können, wenn sie eine Frau mit Bart sehen.

 

Wir werden mehr! Frauen mit Bart stehen zu sich!

bear

Mehr und mehr Frauen stehen zu ihrer Körperbehaarung und/oder ihrem Bart! In den USA lebt Little Bear. Sie arbeitet als Freelancerin von zu Hause aus und tritt in einer Freakshow auf.

Ein Artikel (auf Englisch) über ihr Leben, Gedanken…..

 

Corps et Monde -TV 5 Canada über den Körper

Das kanadische Fernsehen, TV 5 bringt eine Dokumentation über den Körper, mit dem Titel: Corps et Monde von Philippe Desrosiers und François Bégin.

Am 3. April wurde die Sendung in Canada ausgestrahlt, und ist online noch bis 10. April zu sehen.

Dieser Teil, der letzte einer Serie von Beiträgen, die aus der ganzen Welt stammen, beschäftigt sich mit Menschen und Phänomenen in England. Es geht um Schach-Boxen, von dem ich zuvor noch nie hörte, über Feministinnen die „Armpits for August“ initiiert haben (PRO Achselbehaarung) und noch vieles mehr.

Ich traf das Filmteam in London.

Das Video ist bis 10. April online zu sehen unter folgendem Link

Minute 13-19 ist der Beitrag zur Achselbehaarung, gefolgt von einem Beitrag über eine Fotoausstellung zur weiblichen Schambehaarung und Minute 23:18 bis 26:28 ist das Interview mit mir.

Link zur Sendungsvorschau:

 http://www.tv5.ca/emissions/corps-et-monde-100446316/angleterre-100447837.html

Hier noch ein Link zu einer schon ausgestrahlten Sendung dieser Serie  über Marocco.

 

Frauen mit Bart

Das Thema Frauen und Bart wird immer öfters von den Medien aufgegriffen. Damit steigt die Chance, das der Anblick nicht mehr überraschend ist, und sich die Menschen daran gewöhnen, das es das auch gibt (und die Informationen aus einem Biologieunterricht nicht richtig waren).

Die Frauen, die sich zeigen, machen den anderen Frauen Mut auch zu sich zu stehen. Je mehr Frauen zu ihrem Äußeren stehen, und eben auch zu ihrer Körperbehaarung, um so „normaler“ wird es sein und akzeptiert.

Einst waren Tatoos und Piercing nicht gesellschaftlich akzeptiert und ein Zeichen von Außenseitern. Heute ist es Mode, akzeptiert und normal geworden. Selbst im Job selten ein Hinderniss.

In England übt man sich schon viel länger in Toleranz und eine Frau mit Bart kann in einem großen Lebensmittelgeschäft an der Kasse areitenm im Büro, oder wie Harnam in der Schule. Von Vorteil in England ist, das die Lebensläufe ohne Fotos verschickt werden, um nicht schon von vorneherein jemanden wegen seines Aussehens auszusortieren.

Wenn ich daran denke wie in einer RTL Reportage ein Arbeitsberater vor der Kamera sagte mein Bart müsse ab, da ich sonst keine Arbeit bekommen würde, so ist dies in England undenkbar, denn es wäre sofort Diskriminierung! (nichts gegen den Arbeitsberater….ich möchte hier nur mal die Unterschiede dieser beiden Länder darstellen. Und auch Irland hat diese Diskriminierungsklausel und man kann nicht so leicht jemanden wegen Äußerlichkeiten ausschließen).

Was schade ist, ist das manche Artikel über Bärtige Frauen in den letzen Monaten einander sehr ähneln. In England hatte man in die Welt gesetzt, das ich mich mit Bart sexy finde. Habe ich nie gesagt, kam von einer Journalistin. – andererseits, warum sollte es nicht sexy sein? Es ist eine Konditionierung Männer mit Bart sexy zu finden, aber Frauen nicht.

Körperbehaarung wurde seit Jahrhunderten den Männern zugeschrieben, zumindest in unseren Breitenkreisen in Europa.

Insofern eine schöne Herausforderung für die Menschen, die lasen das ich meinen Bart sexy finde.

„Sex sells“ dachte sie wohl. – Und kaum schreibt man über Harnam in England, werden ähnliche Aspekte wieder hervorgeholt und die Frau, die sich mit Bart noch nie weiblicher als jetzt fühlte!! – Mein Gott! Was heißt sich weiblich fühlen? Was hat das mit einem Bart zu tun? – Irgenjemand muss wohl gedacht haben das sich Frau mit Körperbehaarung männlich fühlen muss. Dabei sind Frauen doch so unterschiedlich und in einer solch großen Bandbreite von „männlich“ bis extrem „weiblich“ ebenso wie die Männer.

Ein schönes Fotoband „FRAUEN“ von einer amerikanischen Fotografin deren Name mir gerade entfallen ist zeigt sehr schön diese Unterschiede.

Jetzt ist es für mich so normal mit einem Bart zu leben. Doch am Anfang erinnere ich mich, wie ich mich für einige Tage oder gar Wochen wirklich männlicher fühlte, was daran lag, das meine Assoziation die ich gelernt hatte die war, das ein Bart Männlichkeit bedeutet. – Das „entlernte“ ich dann mit der Zeit. Jetzt ist ein Bart nicht mehr „männlich“.

Wir müssen nicht unseren Konditionierungen erliegen. Wir können auch umdenken.

Manches was wir gelernt haben ist einfach nur eine Einschränkung die wenig Sinn macht.