Samstag, 299. Tag, Tagebuch

BerlinHeute war nochmal ein Drehtag. Am nächsten Dienstag gibt es auf Sat 1 in Akte 09 wieder einen Beitrag über Frauen, die im Gesicht stark behaart sind. Diesmal geht es um eine Frau die viel stärkeren Bartwuchs hat, als ich….und wie es ihr damit ergeht. Wir trafen uns und  hatten ein Gespräch, das auch in Ausschnitten gezeigt werden wird. Sehenswert!!

Ja und nun ist es schon nach Mitternacht…ich packe und morgen geht es mit dem Zug zur neuen Wohnung. Freue mich mal für einige Wochen eine Wohnung ganz alleine für mich zu haben. Die Ruhe wird mir gut tun.

Als wir am Drehen waren, kamen wieder einige Touristen und wollten mit mir fotografiert werden.

WaageEin Satz den eine Journalistin vor einigen Wochen mal sagte ging mir heute abend durch den Kopf…“….irgendwann werden sie den Bart nicht mehr brauchen.”

Ja ….mag sein….Jetzt gerade ist der Bart der Weg und  ich liebe  meinen Bart. Vielleicht stimmt es, das ich mich in ihn verliebt habe. Noch vor einer Woche habe ich dies verneint. – Er ist wie ein Partner, ein guter Freund. Ich weiß das mag seltsam klingen. Doch was ich alles mit ihm entdecke und erlebe macht mich glücklich und erfüllt mich.

Was für eine Umkehrung! Erst waren die Haare die Feinde und DAS FREMDE, das was da nicht hingehört, weil ich es dachte. Und dann nach über 20 Jahren diese Wende. Die Haare annehmen, lieben und als Freunde sehen, die mir etwas sagen wollen und die mich unterstützen! So, dass ich sie im Moment nicht missen möchte! Wenn sie nicht mehr sein sollen, dann fallen sie vielleicht aus….! -

SpülmittelDas mir der Bart einen weiteren Zugang zu meinem inneren Kind eröffnet, wurde mir erst vorhin klar. Ich habe viel mehr Spaß und Lebensfreude, seit ich meine Barthaare wachsen lasse und liebe! Mein innerer Schalk kann sich zeigen. Meine Neugier, Kontaktfreudigkeit und Kommunikationsbedürfnis wird ausgelebt. Es geschehen unglaubliche Dinge. Das Leben empfinde ich als Abenteuer. Es ist ein Weg….der über den Bart führt…..und irgendwann geht es nicht um den Bart….sondern um das, was er aufgedeckt hat…was in mir schlummert und was raus wollte. - Raus wollte etwas – und die Haare die hervorkommen zeigen das symbolisch.

töpfe mit deckelEin Beispiel: Lange Zeit meines Lebens versuchte ich lieb zu sein und mich anzupassen und es anderen Recht zu machen. Mit dem Ergebnis mich immer weiter von mir zu entfernen. Nicht mehr zu wissen was ich mag und was mir gefällt und gut tut. Dadurch war ich weniger lebendig, wirkte kühl und gefühllos, weil ich meine Gefühle in einem Gefängnis hielt. Ich hielt meine Lebendigkeit gefangen aus Angst anzuecken. Ich sang nicht weil mir die Lehrerin im Alter von 7 Jahren sagte ich solle nur die Lippen bewegen, wäre unmusikalisch und meine Stimme klingt, als ob sie brummt…..da mir keiner das Gegenteil sagte unterdrückte ich jegliches Singen. Manchmal sang ich, wenn ich alleine war und Klavier spielte ….doch wenn jemand in den Raum kam verstummte ich aus Angst vor Kritik.

Wenn diese inneren kindlichen Teile nicht gelebt werden, dann stirbt etwas im Menschen. Es friert etwas ein. So habe ich es für mich erfahren. Dieses kindliche unbefangene neugierige Wesen wieder frei zu lassen, sich an kleinen Dingen zu erfreuen, dem Singen, Malen, dem kreativen Tun….das ist so lebenswichtig.

Konzepte und alte Werte zu hinterfragen und loszulassen kann sehr befreiend sein.

Noch was zum Schmunzeln…….wenn die Haare stören und ausfallen……..

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